12. Januar 2018

Jetzt regen sich die Guten und Edlen rund um den Glo­bus wie­der mäch­tig auf, weil unser Donald „Jeho­va” resp. „shi­t­ho­le coun­tries” gesagt hat. Aber genau das sind die­se Län­der doch, und genau des­we­gen ren­nen die Men­schen von dort weg – nicht mit dem direk­ten Ziel, anders­wo, z.B. in Mer­kel­stan, die­sel­ben Zustän­de her­zu­stel­len wie dort, wo sie her­kom­men, aber dar­auf läuft es letzt­lich und tra­gi­scher­wei­se wohl hin­aus. Zumin­dest wenn es nach den Pro­pa­gan­dis­ten der ober­gren­zen­lo­sen Ein­wan­de­rung geht. Wir soll­ten das poli­ti­sche End­ziel der voll­ends auf­ge­klär­ten Mensch­heit womög­lich umbe­nen­nen: Nicht one world stre­ben wir an, son­dern one shi­t­ho­le. In die­ser Shit­ty New World wür­den über­dies die Völ­ker­wan­de­run­gen auf­hö­ren, denn wenn es über­all gleich aus­sieht, kann man auch daheim blei­ben. Wie ich mal auf dem T‑shirt eines Typen in Dort­mund las: „Woan­ders ist auch schei­ße.” Ein­fach sit­zen blei­ben, wo man ist, und die lie­be Göt­tin eine gute Klo­frau sein lassen.

Bis dahin for­de­re ich die weit­ge­reis­ten und über­all auf der Erde sie­deln­den Leser die­ses Dia­ri­ums auf, mir die ihrer Mei­nung nach ver­kom­mens­ten „shi­t­ho­le coun­tries” zu nen­nen. Die drei dre­ckigs­ten Kan­di­da­ten kom­men am Ende aufs Siegertreppchen. 

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Der Mes­ser­mord zu Kan­del lässt anschei­nend die Stim­mung kip­pen. Die von den übli­chen gemüts­ver­rot­te­ten Figu­ren orga­ni­sier­te „Men­schen­ket­te gegen rechts”, die bis­lang noch nach jeder Mas­sa­krie­rung eines Bio­deut­schen durch einen Neu­bür­ger funk­tio­niert hat, muss­te aus Man­gel an Cla­queu­ren abge­sagt wer­den, und man lese die Kom­men­ta­re unter ihrer Ankün­di­gung (hier). Es emp­fiehlt sich fer­ner die Lek­tü­re der Leser­kom­men­ta­re unter die­ser öffent­lich-recht­lich besol­de­ten hyä­no­phi­len Abwieglerin. 

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Fällt jeman­dem an die­sem Foto etwas die schie­re Klei­der­mo­de Über­stei­gen­des auf?

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Ich weil­te die ver­gan­ge­ne Woche in Ber­lin, um mich auf neue gro­ße Auf­ga­ben ein­zu­stim­men, und bin in der Bahn in vier Tagen drei­mal kon­trol­liert wor­den, und zwar immer von Ker­len, die so aus­sa­hen, als könn­ten sie Ärger machen. Jedes­mal befand sich min­des­tens ein noch nicht seit Genera­tio­nen hier Leben­der unter ihnen. – Weni­ge Tage zuvor hör­te ich von einem bekann­ten süd­deut­schen Hote­lier, der in einem Ber­li­ner Pro­blem­be­zirk ein ver­gleichs­wei­se schi­ckes Eta­blis­se­ment eröff­net hat und dem dort irgend­wel­che wahr­schein­lich Links­ra­di­ka­len die Fas­sa­de beschmiert und die Schei­ben ein­ge­schmis­sen haben, bis er einen liba­ne­si­schen Wach­dienst enga­gier­te; seit­dem sei Ruhe. – Ich wer­te sol­che Gescheh­nis­se als fro­he Bot­schaf­ten. Sie illus­trie­ren, dass die Markt­wirt­schaft auch auf die­ser Ebe­ne immer noch mit im Spiel ist.

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Nach­dem mich unlängst ein gro­ßer Huma­ni­ta­rist und Nei­ding wegen mei­ner Eitel­keit rüg­te, will ich die­ser wie­der prah­le­risch will­fah­ren. Am 28. Novem­ber 2017 schrieb ich all­hier fol­gen­de Pro­gno­se für den letz­ten Akt der gera­de lau­fen­den Regie­rungs­bil­dungs­ko­mö­die nieder: 

„Gro­ße Koali­ti­on, wir haben zwar nicht davon geträumt, weil dann die Grü­nen nicht mit­re­gie­ren und der Pla­net zurück­schlägt, aber irgend­wie war es ja von Anfang an klar. Eigent­lich kön­nen Schulz und Mer­kel gut mit­ein­an­der, wie ein altes Ehe­paar. Jetzt muss nur noch die Par­tei­ba­sis auf Linie gebracht wer­den, weil die mit­un­ter schwer von Begriff ist. Aber der Mar­tin hat schon ganz klar einen Wahl­kampf für die Vize­kanz­ler­schaft geführt, das konn­te jeder mer­ken, der sei­ne fünf Jour­na­lis­ten­sin­ne bei­sam­men hat. Nun über­nimmt er Ver­ant­wor­tung, was die Kanz­le­rin schon lan­ge tut, hat sie in der Pres­se­kon­fe­renz nach dem Lind­ner-Ver­rat ja gleich drei­mal gesagt. Auch die amtie­ren­den SPD-Minis­ter, die prak­tisch abge­taucht in der Regie­rung ver­blie­ben waren, mel­den sich wie­der zu Wort, zum Bei­spiel der für Jus­tiz auf twit­ter. Gro­Ko, war­um eigent­lich nicht? Jamai­ka wäre sowie­so schnell aus­ein­an­der­ge­flo­gen. Da hät­te sich doch bloß die AfD ins Fäust­chen gelacht. Gro­Ko ist okay. Haupt­sa­che, unser Staats­schiff bleibt auf bewähr­tem Kurs!”

Was habe ich mir in Gesprä­chen anhö­ren müs­sen über angeb­li­che Alter­na­tiv­lö­sun­gen! Nein, die­ses Land ist Gro­ko durch und durch – aber ich pro­gnos­ti­zie­re dies­mal, dass sie kei­ne vier Jah­re dau­ern wird. 

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