25. Januar 2018

Wenn der­einst im Dietz-Ver­lag Ber­lin die „Gesam­mel­ten Reden und Auf­sät­ze” unse­rer gelieb­ten Ange­la Mer­kel erschei­nen, deren Anzahl hof­fent­lich bereits gen Voll­stän­dig­keit strebt, dann wird auch die „gro­ße Euro­pa-Rede” (Die Welt), die unse­re Frem­den­füh­re­rin und Welt­kanz­le­rin in Davos gehal­ten hat, auf fair gehan­del­tem Papier und kei­nes­wegs in Schweins­le­der gebun­den ver­ewigt, damit auch der from­me Neu­bür­ger sich medi­tie­rend in die­se Glau­bens­ar­ti­kel ver­sen­ken kann. Was eine „gro­ße Rede” sein mag, ist nach zwölf Jah­ren Mer­kel nicht so leicht zu beschrei­ben, aber wir kön­nen gewiss einem Blatt ver­trau­en, das wie nur weni­ge Dut­zend ande­re für gro­ßen Jour­na­lis­mus steht.

Rhe­to­risch hat Ange­la die Huld­rei­che eine neue Per­le auf die Gebets­ket­te ihrer Welt­in­nen­po­li­tik gereiht. Deutsch­land ist nicht mehr nur das Land, in dem die einen län­ger und die ande­ren noch nicht so lan­ge leben, es ist „das Land aus dem ich kom­me, in dem ich Bun­des­kanz­le­rin bin”. Man war ja in Davos. Eine zwei­te Per­le glit­zert sanft nun neben jener, Frau Mer­kel sprach end­lich, end­lich von „unse­ren Men­schen”, wie die seli­ge Mar­got Hon­ecker es tat, deren letz­te Rede ich als Kor­rek­tor beim Ost­ber­li­ner Mor­gen mit einer ähn­li­chen Mischung aus Ent­zü­cken und End­lich­keits­ge­wiss­heit lesen durf­te, wie ich nun ein­mal mehr jener Kanz­le­rin lausch­te, die mei­ne Spra­che ver­edelt, mei­ne Kul­tur adelt, mein ästhe­ti­sches Emp­fin­den in jeder Hin­sicht hebt und die im Podi­ums­ge­spräch im Nach­gang an ihre über­gro­ße Rede u.a. mich als staat­li­ches Bear­bei­tungs­ob­jekt mar­kiert hat mit der For­mu­lie­rung, der Rechts­po­pu­lis­mus sei „ein Gift”, gegen das man vor­ge­hen müs­se und das aus unge­lös­ten Pro­ble­men ent­ste­he. Wer die Pro­ble­me geschaf­fen haben mag, die­se Fra­ge stell­te ihr die mode­rie­ren­de Alt­her­ren­sprech­pup­pe mit der sono­ren Stim­me nicht.

Die bei­den am häu­figs­ten in der über­aus gro­ßen Rede auf­tau­chen­den Ter­mi­ni lau­te­ten: „mul­ti­la­te­ral” und „dis­rup­tiv”. Mit Letz­te­rem mein­te die Gebe­ne­dei­te unter den Poli­tik­wei­bern kei­nes­wegs die dis­rup­ti­ve Umwand­lung deut­scher Stadt­vier­tel in ori­en­ta­li­sche bin­nen weni­ger Jah­re, son­dern selbst­ver­ständ­lich Tech­no­lo­gien. Die Digi­ta­li­sie­rung etwa – wobei sie ein­ge­stand, dass das Land, wo sie her­kommt und Kanz­le­rin ist, in vie­len Belan­gen hin­ter der Ent­wick­lung her­tau­melt und ‑talpt („Heia! hei! Wie tau­meln die Töl­pel dahin! Durch das Tal tal­pen sie schon”, Loge, „Rhein­gold”). Da frag­te sich der eine oder ande­re Hörer am Volks­emp­fän­ger wahr­schein­lich, wer denn die ver­gan­ge­nen zwölf Jah­re die Deutsch­land AG geführt hat? 

„Wir sind nicht füh­rend in Digi­ta­li­sie­rung”, räum­te die Geschäfts­füh­re­rin mutig ein. So müs­se man bei­spiels­wei­se „den Bür­gern eine Mög­lich­keit geben, mit ihrem Staat in Zei­ten der Digi­ta­li­sie­rung zu kom­mu­ni­zie­ren”. Von einem iPho­ne 10 tele­fo­niert es sich mit der 110 doch ganz anders! Jam­mer­scha­de, dass das Teil nicht aus ’schland kommt. Aber in wel­cher Tech­no­lo­gie ist denn das Land, aus dem Frau Mer­kel stammt und wo sie als Kanz­le­rin malocht, noch füh­rend? Ener­gie­er­zeu­gung? Die ande­ren Euro­pä­er betrei­ben nach wie vor ihre Atom­kraft­wer­ke, deren Strom sie in das eins­ti­ge Land der Phy­si­ker, Che­mi­ker und Inge­nieu­re lie­fern, wenn dort kein Wind weht und kei­ne Son­ne scheint, so wie sie umge­kehrt, wenn zuviel Wind weht und die Son­ne lacht, gegen einen klei­nen Obu­lus den deut­schen Strom­über­schuss anneh­men. Das ist euro­päi­scher Geist! Die Frau, die Deutsch­land durch die Katak­lys­men der glo­ba­li­sier­ten Dis­rup­tio­nenen führt, ist schließ­lich Physikerin! 

In wel­chen Berei­chen ist die­ses Land denn über­haupt noch füh­rend? Welt­kli­ma­ret­tung? Afri­ka­ret­tung? Euro­ret­tung? Geschlech­ter­viel­falts­ret­tung? Ret­te sich, wer kann! „Die Gefahr, dass die Welt über uns hin­weg­rollt, ist groß”, sprach die Kanz­le­rin, denn es war eine gro­ße Rede. Sie mein­te damit natür­lich die Digi­ta­li­sie­rungs­be­stre­bun­gen der ande­ren – falls schon wie­der ein paar ver­schwie­mel­te Rechts­po­pu­lis­ten Nek­tar aus gewis­sen Sprach­bil­dern sau­gen wol­len –, sonst rollt hier gar nichts über uns hinweg! 

„Daten sind die Roh­stof­fe des 21. Jahr­hun­derts.” Das könn­te Claus Kle­ber nicht bes­ser for­mu­lie­ren! „Wir müs­sen schau­en, dass wir ein inter­es­san­ter Inves­ti­ti­ons­stand­ort sind.” Was man dafür braucht, ist klar: Hohe Steu­ern, gro­ße Par­tei­ap­pa­ra­te, vie­le sym­pa­thi­sche, gebil­de­te, auf­stiegs­wil­li­ge, reli­gi­ös tole­ran­te Ein­wan­de­rer, die ihre Vier­tel bunt aus­schmü­cken, mehr Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, mehr Sozi­al­psy­cho­lo­gen, mehr Gen­der-Exper­tin­nen, mehr Kul­tur­anthro­po­lo­gen, mehr Wind­rä­der, mehr NGOs, mehr Initia­ti­ven gegen „rechts”. Genos­sen, wir sind auf einem guten Weg.

„2015 ist die Glo­ba­li­sie­rung nach Deutsch­land in Form von Men­schen und mit Flücht­lin­gen gekom­men.” Vor­her hat­te man von ihr in Deutsch­land nicht ein­mal ein Schwänz­chen gese­hen. Nun auf ein­mal „gab es die Migra­ti­on, wo man (= die­je­ni­gen, die schon län­ger hier leben und weder zu den Net­to­staats­pro­fi­teu­ren noch zur Asyl­in­dus­tie gehö­ren) den Ein­druck hat­te: Uns wird etwas weg­ge­nom­men.” Den Ein­druck nur. Mit Aus­nah­me der denk­bar weni­gen, denen das Leben weg­ge­nom­men wur­de oder die Gesund­heit oder das Gefühl, ihr Unter­leib gehö­re ihnen. Mit Aus­nah­me der­je­ni­gen, denen ihr Stadt­teil weg­ge­nom­men wur­de und ihr Sicher­heits­ge­fühl oder ihr See­len­frie­den auf dem Schul­weg. Eini­gen wird auch der Wohn­raum weg­ge­nom­men, doch das sind Ein­zel­fäl­le. Mer­kel hat wahr­schein­lich nicht den Ein­druck, dass die opti­mis­tisch geschätz­ten 30 Mil­li­ar­den Euro­nen aus dem Steu­er­sä­ckel, die im Jahr zur Pfle­ge des Gol­des aus den Schif­fen gezahlt wer­den, statt in die Sanie­rung von Stra­ßen, Schu­len, Bädern, die digi­ta­le For­schung und ähn­li­che Pro­fa­ni­tä­ten zu flie­ßen, dem Bür­ger weg­ge­nom­men wer­den, doch es gibt sehr zurech­nungs­fä­hi­ge Leu­te, die mei­nen, auch die Steu­er­gel­der wür­den dem Bür­ger ent­wen­det, bei der Höhe der deut­schen Sät­ze ohne­hin (immer die Mehr­wert­steu­er dazurechnen!).

Kom­men wir zum Blick auf die Welt, Mer­kels Lieb­lings­per­spek­ti­ve. „Deutsch­land will ein Land sein, das auch in Zukunft sei­nen Bei­trag leis­tet, um gemein­sam in der Welt die Pro­ble­me der Zukunft zu lösen.” Na was denn sonst! Doch wie? „Mul­ti­la­te­ral” natür­lich. Man braucht dafür vie­le „mul­ti­la­te­ra­le Orga­ni­sa­tio­nen”, auch da wird der Steu­er­zah­ler ein­sprin­gen müs­sen, außer­dem „Fort­schritt bei der Part­ner­schaft mit Afri­ka” – mir ist bei mei­nen Cham­pa­gner­bä­dern ganz ent­gan­gen, dass wir eine Part­ner­schaft mit Afri­ka haben, ich bin natür­lich ent­schie­den dage­gen – , und wir (!) müs­sen (!) „die gro­ße Mensch­heits­her­aus­for­de­rung Kli­ma­schutz” anneh­men, damit auch der zivil­re­li­giö­se Aspekt nicht ganz unters Pult fällt bei die­ser wirk­lich sehr gro­ßen, sehr escha­to­lo­gi­schen Rede. 

„Alle die­se Fra­gen sind natio­nal nicht zu lösen.” Nein, aber viel­leicht in Koope­ra­ti­on mit den ande­ren Natio­nen? Wel­ches Gre­mi­um soll den Natio­nal­staat ablö­sen und statt sei­ner den Rechts­staat und die Inne­re Sicher­heit, die ein­zi­gen Auf­ga­ben eines gesun­den, nicht hyper­tro­phier­ten Staa­tes, garan­tie­ren? Die­se ver­gau­ner­te Brüs­se­ler EU etwa, die ihren Mit­glie­dern den Bräu­nungs­grad von Pom­mes fri­tes vor­schreibt, die Saug­leis­tung ihrer Staub­sauger, die Krüm­mung ihrer Gur­ken, die Wär­me­dau­er ihrer Kaf­fee­ma­schi­nen? Nun, mit die­ser Peti­tes­se kann sich Ange­la I. in einer emi­nent gro­ßen Rede nicht beschäftigen. 

„Euro­pa braucht eine gemein­sa­me Ent­wick­lungs­po­li­tik.” Ist denn noch nicht genug euro­päi­sches Steu­er­geld in den Taschen kor­rup­ter afri­ka­ni­scher Des­po­ten ver­schwun­den? Das ein­zi­ge, was Afri­ka von den Euro­pä­ern brau­chen kann, sind Inves­ti­tio­nen, und zwar nicht staat­li­che, son­dern wirt­schaft­li­che. Nur kei­ne Poli­tik! Was Euro­pa sei­ner­seits braucht, ist ein kla­res Signal nach Afri­ka: Ihr seid ein rie­si­ger Erd­teil, die Natur gibt euch alles, helft euch selbst, wir wer­den bei euch inves­tie­ren, wir wer­den mit euch Han­del trei­ben, ihr könnt als Tou­ris­ten zu uns komm­men, aber demo­gra­fisch kön­nen wir euch nicht hel­fen, was allein dar­an zu erken­nen ist, dass die andert­halb oder zwei Mil­lio­nen, die bei uns eine veri­ta­ble Kri­se aus­lö­sen, auf eurem Erd­teil in einem Monat nach­ge­bo­ren wer­den. Für Ein­wan­de­rer zie­hen wir die die Zug­brü­cken hoch, uns wird es all­mäh­lich zu eng. Die aus­tra­li­sche Lösung also. Wer immer sie anbie­tet, den wer­de zumin­dest ich bis ans Ende mei­ner Tage wählen.

Doch unver­dros­sen wei­ter mit der gro­ßen Rede der Son­nen- und Kli­ma­kanz­le­rin. „Wir glau­ben, dass Abschot­tung uns nicht wei­ter­führt.” Wer ist „wir”. Bea­te Bau­mann und der Tau­ber? Und wer glaubt das Gegen­teil? Schot­tet sich jemand ab, der sei­ne Haus­tür abschließt? Wer auf die­ser Welt außer Nord­ko­rea schot­tet sich tat­säch­lich ab? Sach­sen? Die Rechts­po­pu­lis­ten? Will die AfD den Waren- und Nach­rich­ten­ver­kehr ein­schrän­ken? (Das will doch nur unser Gen. Maas, er lebe hoch! Hoch! Hoch!) Wol­len die Rechts­po­pu­lis­ten den Tou­ris­mus limi­tie­ren? Fremd­spra­chen ver­bie­ten? Doch auf ein­mal will Frau Mer­kel sel­ber abschot­ten: „Wir müs­sen die euro­päi­schen Außen­gren­zen schüt­zen”, erklär­te sie. Das sagt die Dame, die um die zwei Mil­lio­nen ille­ga­le Grenz­über­trit­te lega­li­sie­ren und mit Fami­li­en­nach­zug beloh­nen will – kann sich noch jemand erin­nern, auf wes­sen Kosten? 

„Seit der chi­ne­si­schen Mau­er, seit dem römi­schen Reich wis­sen wir: Rei­ne Abschot­tung hilft nicht, um Gren­zen zu schüt­zen.” Nein, die Gren­zen schüt­zen wür­de bereits genü­gen. Die­ser Satz spricht frei­lich eher für eine kon­se­quen­te Mer­kel­sche Abschot­tung von Geschichts­kennt­nis­sen, und das wird zumeist noch schlim­mer, wenn sie ihre Res­sen­ti­ments gegen die Deut­schen des 20. Jahr­hun­dert for­mu­liert. Aber das römi­sche Reich, die­ses Viel­völ­ker­reich, das vier Jahr­hun­der­te lang der poli­ti­sche, kul­tu­rel­le, künst­le­ri­sche, mili­tä­ri­sche, mer­kan­ti­le, kuli­na­ri­sche Mit­tel­punkt der Welt war, betrieb „rei­ne Abschot­tung”? Geht’s noch? Bei den Chi­ne­sen wie­der­um ist ja bekannt, gegen wel­che höl­li­schen Hor­den sie ihre Mau­er gebaut haben, und man weiß nicht recht, was sie hät­ten anders machen sol­len. Ent­wick­lungs­hil­fe? Wech­sel­sei­ti­ge Hin­rich­tungs­ab­kom­men? För­der­pro­gram­me für mon­go­li­sche Frauen? 

Doch wei­ter mit Mer­kels Impe­ra­tiv-Stak­ka­to – wenn Sie die häu­fi­ge und stets begrün­dungs­freie Ver­wen­dung der Wor­te „müs­sen” und  „brau­chen” irri­tiert: Es ist der Ton, in wel­chem man künf­tig mit Ihnen reden wird –: „Wir sind mit ver­ant­wort­lich für die Ent­wick­lung des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents.” Die­ser Satz ist eigent­lich blan­ker Ras­sis­mus, er heißt in die salop­pe Spra­che der Grü­nen Jugend über­setzt: Die Bim­bos packen es allei­ne nicht. Und wie­der die Fra­ge: Wer ist „wir”? Also ich nicht und nie­mand, den ich ken­ne. Und war­um eigent­lich? „Wir Euro­pä­er haben eine tie­fe Schuld gegen­über den Afri­ka­nern wegen des Kolo­nia­lis­mus.” Wie wäre es, Gevat­te­rin, wenn Sie dar­über mit ihrem bel­gi­schen oder bri­ti­schen Amts­kol­le­gen spre­chen? Wel­che Schuld haben die Polen gegen­über Afri­ka? Die Ungarn? Die Bal­ten? Die Tsche­chen? Die Öster­rei­cher? Die Schwe­den? Die Sach­sen? Wer sol­che Sät­ze aus­spricht, plä­diert für die mora­li­sche Selbst­ent­waff­nung. Wer so etwas sagt, will der Erpres­sung Tür und Tor öff­nen, der will inva­diert und aus­ge­beu­tet wer­den. Wie das endet, kann man an den vie­hi­schen Mor­den an wei­ßen Far­mers in Süd­afri­ka stu­die­ren (hier).

„Wir brau­chen eine gemein­sa­me euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­po­li­tik.” Klar, eine deut­sche gibt es ja nicht mehr, die­se Trup­pe ist nicht mal „bedingt ein­satz­be­reit”, wie ein nur noch bedingt berühm­tes Maga­zin einst kalau­er­te. Die Frau­en­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin, die unter Mer­kel in die­ses Amt geschmier­seift wur­de, heißt bekannt­lich Ursu­la von der Ley­en, und unter ihr ist jene Armee, die über 100 Jah­re das Vor­bild aller ande­ren Arme­en die­ser Erde gewe­sen ist, end­gül­tig zum Gespött der ech­ten Mili­tärs gewor­den. Geht nie­man­dem die Komik einer sol­chen For­de­rung aus dem Mun­de die­ser emi­nent gro­ßen Red­ne­rin auf? 

„Wir brau­chen eine gemein­sa­me euro­päi­sche Außen­po­li­tik.” Wir brau­chen am bes­ten ein in allem gemein­sa­mes und gleich­ge­mach­tes Euro­pa. So redet eine Per­son, die nicht in Kul­tu­ren, Tra­di­tio­nen, Men­ta­li­tä­ten, gewach­se­nen Struk­tu­ren und Insti­tu­tio­nen denkt – das sind die eigent­li­chen Res­sour­cen des Lan­des, wo sie her­kommt und Kanz­le­rin ist –, son­dern in von irgend­wel­chen Men­schen gefüll­ten Räu­men, wo sich neue Tech­no­lo­gien eta­blie­ren müs­sen, wo Tech­no­kra­ten lose Ein­zel­ne bequem regie­ren, bevor­mun­den und über immer neue Steu­ern aus­plün­dern kön­nen, wohin man Wan­der­be­we­gun­gen lei­tet und wo man am bes­ten alles durch­ein­an­der wirft und mischt, das wird schon funk­tio­nie­ren, und wenn nicht, dann ist es eben nicht mehr ihr Land. Man soll­te übehaupt ein­mal die Fra­ge auf­wer­fen, war­um deut­sche Poli­ti­ker beharr­lich die Inter­es­sen von nicht­deut­schen Staats­bür­gern ver­tre­ten zu dür­fen mei­nen, woher die­se Dreis­tig­keit kommt, den eige­nen Leu­ten in die Taschen zu grei­fen und das Geld an Frem­de zu ver­tei­len. Die­se Groß­schwät­ze­rin des Glo­ba­lis­mus und des Uni­ver­sa­li­mus ist in Wirk­lich­keit ein poli­ti­scher Zau­ber­lehr­ling des Par­ti­ku­la­ris­mus. Wenn sie Pech hat, aber das inter­es­siert die Nach­kom­men­lo­se nicht, deren Gene aus­ster­ben wer­den, wird sie eines Tages als die Weg­be­rei­te­rin der Tri­ba­li­sie­rung jenes Lan­des gel­ten, wo sie Kanz­le­rin war und den Glo­ba­lis­mus pre­dig­te. Und was die gemein­sa­me euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­po­li­tik betrifft: Auf phan­ta­sie­vol­len Web­fo­ren dis­ku­tiert man längst, ob der­mal­einst die Polen ein­mar­schie­ren wer­den, um Deutsch­land vom Cha­os zu befrei­en und zu befrie­den, ober ob es viel­leicht doch Rus­sen und Amis über­neh­men. Oder gar nie­mand. Sel­ber kön­nen sie es gewiss nicht. 

„Je bes­ser es zuhau­se in unse­ren Län­dern gelingt, Spal­tun­gen zu über­win­den, des­to bes­ser auch die mulit­la­te­ra­le… bla­bla­bla.” Mor­gen kommt Trump nach Davos. Mit schlot­tern­den Knien naht er der geschlos­se­nen Pha­lanx der bzw. eini­ger Europäer.

                             ***

Noch zum Vori­gen: „More than 1,000 pri­va­te jet flights have been deli­vering glo­ba­list eli­tes to the World Eco­no­mic Forum (WEF) in Davos, whe­re atten­de­es are dis­cus­sing — among other topics — the ‘major thre­at’ of cli­ma­te chan­ge” (hier); dafür haben die­se schö­nen See­len aber beflis­sen applau­diert, als sich Mer­kel gegen die Rechs­po­pu­lis­ten erklär­te, die das Kli­ma viel mehr ver­gif­ten als das wirt­schaft­li­che Jet-set. 

Zum Wei­ter­le­sen: „Mer­kel ist Deutsch­lands gro­ßes Pro­blem”, sagt Mal­colm Schauf, der neue Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Deut­scher Volks- und Betriebs­wir­te, in der Wirt­schafts­wo­che. „Mer­kel  macht nichts. Oder sie tut Din­ge, die Deutsch­land scha­den. In Unter­neh­men ist das auch oft so, dass Vor­stands­chefs nur von dem pro­fi­tie­ren, was ihre Vor­gän­ger getan haben. Die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Poli­tik Mer­kels spü­ren wir jetzt noch nicht. Aber wir wer­den sie in eini­gen Jah­ren schmerz­lich spü­ren. Man­che Wäh­ler, habe ich den Ein­druck, wol­len gera­de­zu belo­gen wer­den. (…) Die Bun­des­kanz­le­rin hat den öko­no­mi­schen Sach­ver­stand eines Grund­schü­lers. Ihr scheint ja auch über­haupt nicht klar gewe­sen zu sein, wel­chen volks­wirt­schaft­li­chen Scha­den sie mit der plötz­li­chen Ener­gie­wen­de ver­ur­sacht hat. Lei­der sind regie­ren­de Poli­ti­ker für ihre Taten nicht in per­sön­li­che Haf­tung zu neh­men. Ein Geschäfts­füh­rer einer GmbH müss­te nach sol­chen Fehl­ent­schei­dun­gen ver­mut­lich ins Gefäng­nis.
(Mehr hier.)

                            ***

Da schau her: Die Amis haben auch einen Freis­ler. Eine Freis­le­ri­na genau­ge­nom­men. So reden sie dort sonst nicht ein­mal mit Seri­en­mör­dern: „Es ist mir eine Ehre und ein Pri­vi­leg, Sie zu ver­ur­tei­len. Sie ver­die­nen es nicht, sich jemals wie­der außer­halb eines Gefäng­nis­ses bewe­gen zu kön­nen. Ich habe soeben Ihr Todes­ur­teil unter­zeich­net.” Sie sei zwar von der hei­len­den Kraft von Gefäng­nis­stra­fen über­zeugt und glau­be auch an die Reso­zia­li­sie­rung von Häft­lin­gen, aber: „Sie wer­den immer eine Gefahr blei­ben. Ich wür­de Ihnen nicht mal mei­ne Hun­de anvertrauen.”

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