4. Januar 2018

Für die pro­gres­si­ve Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin ist Casa­no­va ein Frau­en­feind.

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Das Opern­haus Flo­renz spielt die „Car­men” jetzt mit geän­der­tem Schluss; die schö­ne Zigeu­ne­rin kommt ihrem ver­schmäh­ten Lieb­ha­ber Don José zuvor und erschießt ihn, bevor er sie umbrin­gen kann (hier). Um die Sache plau­si­bel zu machen, erscheint der ver­lieb­te Deser­teur nicht mit einem Mes­ser, son­dern mit einer Pis­to­le zum Fina­le, die Car­men ihm ent­win­det und gegen ihn sel­ber rich­tet – woher soll­te ein ein­fa­ches Mäd­chen schließ­lich eine Pis­to­le haben? Der ergrei­fen­de Abge­sang Josés, dies fas­sungs­lo­se: „C’est moi qui l’ai tuée! Ah! Car­men! ma Car­men ado­rée!” („Ich habe sie getö­tet! Car­men! mei­ne ange­be­te­te Car­men!”) fällt damit natür­lich flach (kei­ne Ahnung, wie sie das lösen wol­len, ohne das Werk auch musi­ka­lisch zu ver­stüm­meln). „Wir den­ken, es ist wich­tig, dass das Thea­ter kein kon­ser­va­ti­ver Ort der Musik­kul­tur ist, es soll­te kein Muse­um sein. Es ist ein Ort, an dem eine Debat­te begin­nen kann. Car­men wur­de vor 150 Jah­ren in einem ganz ande­ren kul­tu­rel­len Kon­text geschrie­ben. Zei­ten ändern sich”, erklärt der Pro­du­zent. Wie wahr. Nur der Oppor­tu­nis­mus bleibt konstant.

„The dra­ma­tic depar­tu­re from ope­ra­tic ortho­do­xy is an attempt to shi­ne the spot­light on the modern-day abu­se and mistre­at­ment of women, an issue given added reso­nance by the outra­ge over the beha­viour of Har­vey Wein­stein and Donald Trump”, hält der Tele­graph in sei­nem Bericht über die neue Jahrhundert-„Carmen” fest. 

Ich hät­te ja nichts gegen eine zeit­ge­nös­si­sche „Car­men”, deren Hand­lung ein­mal so her­um läuft, als Ankla­ge gegen Wein­stein und Trump und die ande­ren Unhol­de (aber nie­mals eine blon­de Car­men, die von einem „Süd­län­der” erdolcht wird!), für alle, denen die „Tos­ca” nicht genügt. Doch dann soll sie auch ein Zeit­ge­nos­se schrei­ben; dass die Unpro­duk­ti­ven, künst­le­risch Unfrucht­ba­ren an den Klas­si­kern her­um­ma­ni­pu­lie­ren, geht mir „wider die Natur” (W. Busch). Schluss. Aus. Gesin­del. Boykott!

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Die Welt mel­det: „Die Zuwan­de­rung von mehr als ein­ein­halb Mil­lio­nen Aus­län­dern über das Asyl­sys­tem hat zu einem spür­ba­ren Anstieg von Gewalt­ta­ten geführt. Das ist das Ergeb­nis einer vom Kri­mi­nal­wis­sen­schaft­ler Chris­ti­an Pfeif­fer gelei­te­ten Stu­die im Auf­trag des Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­ums.” Die besag­te Stu­die des mys­te­riö­sen Insti­tuts, das eigent­lich ein e.V. ist, von dem weit­hin bekann­ten „Kri­mi­nalastro­lo­gen” (so Bernd Zel­ler bzw. Alex­an­der Wendt) Chris­ti­an Pfeif­fer gelei­tet wird und bis­lang beson­ders durch Gefäl­lig­keits­gut­ach­ten zur Ver­harm­lo­sung von Migran­ten­kri­mi­na­li­tät auf­fiel, kommt also zu dem Ergeb­nis, dass Wöl­fe Scha­fe rei­ßen und der Regen die Erde nässt, thank you very much, aber das haben wir lei­der Got­tes schon vor­her gewusst, die Leug­ner (und Lum­pen), die das Gegen­teil behaup­te­ten, um ihren Hei­li­gen­schein erstrah­len zu las­sen, natür­lich auch. Nun geht es rou­ti­niert ans Abwie­geln. In der Welt – ich könn­te schock­wei­se ähn­li­che Pas­sa­gen aus ande­ren Medi­en zitie­ren – liest sich das so: 

„Aller­dings gilt es wie bei allen Sta­tis­ti­ken zu beach­ten, dass die Auf­fäl­lig­kei­ten von Grup­pen kei­ne Aus­sa­ge über den ein­zel­nen Grup­pen­an­ge­hö­ri­gen zulas­sen. Die Fra­ge, ob Flücht­lin­ge gene­rell kri­mi­nel­ler sind als Deut­sche, ist selbst­ver­ständ­lich mit Nein zu beant­wor­ten. Genau­so wenig, wie Ame­ri­ka­ner kri­mi­nel­ler als Fran­zo­sen sind oder Obdach­lo­se mehr als Invest­ment­ban­ker. Sta­tis­tisch fest­stell­ba­re Merk­ma­le einer Grup­pe tref­fen grund­sätz­lich kei­ne Aus­sa­ge über ein bestimm­tes Mit­glied der Grup­pe.” (Nein, nur über die Wahr­schein­lich­keit, inner­halb die­ser Grup­pe ein Exem­plar mit dem jewei­li­gen Merk­mal zu treffen.)

Das zitiert der Jour­na­list nicht, das „mel­det” er in einer „Nach­richt”. Weil die­se tum­ben Gesel­len par­tout nicht kapie­ren wol­len, dass die – meist auch noch in beleh­ren­dem Ton vor­ge­tra­ge­nen – second-hand-Mei­nun­gen von Jour­na­lis­ten kaum jeman­den außer viel­leicht ein paar Kol­le­gen inter­es­sie­ren und man von ihnen Bericht­erstat­tung oder wenigs­tens die Tren­nung von Kom­men­tar und Mel­dung erwar­tet, liest kaum mehr einer die­se Gazet­ten. Selbst­ver­ständ­lich sind Flücht­lin­ge nicht kri­mi­nel­ler als Deut­sche, sie bege­hen nur mehr Straf­ta­ten. Wäre Mus­ta­fa – das ist ein Pseud­onym, kei­nes­falls will ich alle Trä­ger die­ses schö­nen Namens stig­ma­ti­sie­ren – genau­so auf­ge­wach­sen wie Mar­tin, in die­sel­be Schu­le gegan­gen, in den­sel­ben Krei­sen ver­kehrt etc. pp., er wäre selbst­ver­ständ­lich so wenig kri­mi­nell wie jener. Und umge­kehrt wäre Mar­tin an Mus­ta­fas Stel­le eben etwas ver­hal­tens­auf­fäl­li­ger. Wir soll­ten viel­leicht noch dar­auf insis­tie­ren, dass bei­de idea­ler­wei­se auch jeweils die­sel­ben Eltern, Geschwis­ter, Ehr­be­grif­fe und reli­giö­sen Vor­stel­lun­gen haben müssten. 

Was uns der Welt-Mensch und mit ihm der gesam­te in der west­li­chen Hemi­sphä­re herr­schen­de Zeit­geist sagen wol­len, ist, dass es zwi­schen Grup­pen eigent­lich kei­ne Unter­schie­de gibt, spe­zi­ell nicht in punc­to Kri­mi­na­li­täts­nei­gung und Intel­li­genz, und wenn doch, dann ist der wei­ße Ras­sis­mus dar­an schuld. Wenn irgend­wann ein­mal alle Fami­li­en, Kul­tu­ren, Eth­ni­en, Natio­nen, Reli­gio­nen und Klas­sen auf­ge­löst sind, weil die Men­schen sich völ­lig durch­mischt und kol­lek­tiv indi­vi­dua­li­siert haben, dann wird auch die­se herz­lo­se Stig­ma­ti­sie­rung nach Grup­pen­zu­ge­hö­rig­kei­ten enden. Sicher­heits­hal­ber wählt unser Jour­na­list kom­pa­ti­ble Ver­gleichs­grup­pen und schreibt, Ame­ri­ka­ner sei­en nicht kri­mi­nel­ler als Fran­zo­sen oder Obdach­lo­se als Invest­ment­ban­ker. Wie wäre es indes mit Afgha­nen, Rumä­nen oder Alge­ri­ern im Ver­gleich mit Fran­zo­sen? Sind Zigeu­ner kri­mi­nel­ler als Mor­mo­nen? Bege­hen Uhr­ma­cher mehr Straf­ta­ten als Luden oder Bau­ar­bei­ter? Fra­gen über Fragen. 

Zur Stu­die. Sie nimmt Nie­der­sach­sen als typi­sches pars pro toto für ’schland, das nur am Ran­de. Auf Sei­te 60/61 gibt es eine Tabel­le „Zustim­mung zu isla­misch fun­da­men­ta­lis­ti­schen Aus­sa­gen”. Quel­le ist eine nie­der­sach­sen­wei­te Befra­gung unter mus­li­mi­schen Schü­lern anno 2015 – inzwi­schen dürf­ten sie noch etwas opti­mis­ti­scher gewor­den sein –, wel­che unter ande­rem fol­gen­de Zustim­mungs­wer­te auf fol­gen­de Aus­sa­gen ergab: 

– Der Koran ist das ein­zig wah­re Glau­bens­buch; die dar­in fest­ge­hal­te­nen Regeln müs­sen genau befolgt wer­den. 69.6 Pro­zent (Jun­gen 69.0/ Mäd­chen 70.3)
– Der Islam ist die ein­zi­ge wah­re Reli­gi­on; alle ande­ren Reli­gio­nen sind weni­ger wert. 36.6 Pro­zent (35.0/37.6)
– Ich kann mir gut vor­stel­len, selbst für den Islam zu kämp­fen und mein Leben zu ris­kie­ren. 29.9 Pro­zent (27.1/ 32.6)
– Die isla­mi­schen Geset­ze der Scha­ria, nach denen zum Bei­spiel Ehe­bruch oder Homo­se­xua­li­tät hart bestraft wer­den, sind viel bes­ser als die deut­schen Geset­ze 27.4 Pro­zent (32.2/22.5)
– Mus­li­me wer­den auf der gan­zen Welt unter­drückt; dage­gen müs­sen sie sich mit Gewalt zur Wehr set­zen. 19.8 Pro­zent (24.0/15.2)
– Es ist die Pflicht jedes Mus­lims, Ungläu­bi­ge zu bekämp­fen und den Islam auf der gan­zen Welt zu ver­brei­ten. 18.6 Pro­zent (16.9/20.1)
– Mus­li­men ist es erlaubt, ihre Zie­le not­falls auch mit ter­ro­ris­ti­schen Anschlä­gen zu errei­chen. 3.8 Pro­zent (4.8/2.9)
(Man ach­te auf die bemer­kens­wert hohen Zustim­mungs­ra­ten unter den Mädels, ich kom­me gleich darauf.)

Für jeden poli­tisch und vor allem per­spek­ti­visch den­ken­den Freund des Rechts­staa­tes und des Plu­ra­lis­mus (mei­net­we­gen auch der Demo­kra­tie) müss­ten jetzt die Alarm­glo­cken schril­len ange­sichts des­sen, was da her­an­wächst. Doch der Kom­men­tar in der Stu­die gibt Ent­war­nung: „Nur ein klei­ner Teil der Mus­li­me stimmt im Durch­schnitt allen Items zu (Her­vor­he­bung von mir – M. K.). Dies trifft auf 10.8 % der Mus­li­me der nie­der­sach­sen­wei­ten Schü­ler­be­fra­gung 2015 zu. Wer­den die Ergeb­nis­se zusam­men­ge­fasst, so ist unter Nut­zung eines neu ent­wi­ckel­ten Mess­in­stru­ments zur Erfas­sung isla­misch extre­mis­ti­scher Ein­stel­lun­gen zu kon­sta­tie­ren, dass sich etwa jeder neun­te mus­li­mi­sche Jugend­li­che zustim­mend äußert. Wer­den die hier eben­falls berich­te­ten Raten zu rechts­ex­trem und links­ex­trem ein­ge­stell­ten Jugend­li­chen zum Ver­gleich her­an­ge­zo­gen, so ist die­ser Anteil nicht über­mä­ßig hoch.”

Wenn also unser Mus­ta­fa zwar sagt, dass die Scha­ria über jedem welt­li­chen Gesetz steht und es die Pflicht des Mus­lims sei, Ungläu­bi­ge zu bekämp­fen, dafür aber ter­ro­ris­ti­sche Anschlä­ge ablehnt, wird er ver­mit­tels des neu ent­wi­ckel­ten Mess­in­stru­ments unter die eher harm­lo­sen Fein­de des Rechts­staa­tes rubri­ziert. Und jeder zehn­te Mar­tin denkt – und han­delt – im Grun­de eben­so, nur halt auf links- oder rechts­ex­tre­me Wei­se. Wer aber, außer viel­leicht H. Maas, wäre bereit, sei­ne Les­art des Grund­ge­set­zes not­falls auch mit ter­ro­ris­ti­schen Mit­teln durchzusetzen?

Wei­ter im Text: „Die PKS Nie­der­sach­sens zeigt fer­ner für das Jahr 2014, dass die ab 14-jäh­ri­gen Frau­en bei den Tat­ver­däch­ti­gen der Gewalt­kri­mi­na­li­tät nur einen Anteil von 12,4 % errei­chen, obwohl sie im sel­ben Jahr 50,9 % der Wohn­be­völ­ke­rung stell­ten. Frau­en sind offen­bar erheb­lich weni­ger gewalt­ori­en­tiert als Män­ner. Die Annah­me erscheint berech­tigt, dass sie bei Kon­flik­ten eher auf gewalt­freie Lösun­gen hin­wir­ken und ver­su­chen wer­den, die zu ihrem enge­ren sozia­len Umfeld gehö­ren­den Män­ner ent­spre­chend zu beein­flus­sen. (…) Die gro­ße Mehr­heit der männ­li­chen Jugend­li­chen und jun­gen Män­ner, die im Ver­lauf der letz­ten bei­den Jah­re als Flücht­lin­ge nach Deutsch­land gekom­men sind, lebt hier ohne Part­ne­rin­nen, Müt­ter, Schwes­tern oder ande­re weib­li­che Bezugs­per­so­nen in rei­nen Män­ner­grup­pen. Die gewalt­prä­ven­ti­ve, zivi­li­sa­to­ri­sche Wir­kung, die von Frau­en aus­geht, kommt dadurch weni­ger zum Tra­gen, wäh­rend einem ande­ren Fak­tor grö­ße­res Gewicht zukom­men kann: die Ori­en­tie­rung an gewalt­le­gi­ti­mie­ren­den Männ­lich­keits­nor­men” (S. 73/74). Ich ver­wei­se auf die hohe Zustim­mungs­wer­te bei Schü­le­rin­nen zu radi­ka­len Posi­tio­nen oben. Wahr­schein­lich sind die from­men Schwes­tern von der Gesell­schaft in Kalt­land aggres­siv gemacht wor­den. Man sieht schließ­lich im gesam­ten Ori­ent kaum etwas ande­res als unter dem zivi­li­sie­ren­den Ein­fluss ihrer Frau­en fried­fer­tig ihr Was­ser­pfeif­chen schmau­chen­de Mos­lems. Es ist wie eigent­lich immer bei Pfeif­fer: Behaup­tun­gen, Mut­ma­ßun­gen und Unter­stel­lun­gen wer­den mit Zah­len ver­rührt zur rosi­gen Pro­gno­se. Die Regie­rung ist zufrie­den, die Medi­en­claque applaudiert.

Ein letz­tes Zitat: „Hin­zu kommt ein Aspekt, der sehr zu beach­ten ist, wenn die Zah­len von poli­zei­lich regis­trier­ten Tat­ver­däch­ti­gen den zen­tra­len Aus­gangs­punkt einer Kri­mi­na­li­täts­ana­ly­se bil­den. Sie beru­hen nun ein­mal pri­mär auf der Anzei­ge­be­reit­schaft der Opfer. Die­se aber wird offen­bar stark von der eth­ni­schen Zu-gehö­rig­keit des jewei­li­gen Täters beein­flusst. Am KFN wie­der­holt durch­ge­führ­te Opfer­be­fra­gun­gen haben hier­zu ein Grund­mus­ter bestä­tigt: Je frem­der der Täter ist, umso eher wird ange­zeigt”. (S. 74)
Es gibt dafür zwar kei­nen stich­hal­ti­gen Beleg, klingt aber gut. Alex­an­der Wendt hat frei­lich auf einen Aspekt hin­ge­wie­sen, den die­se Leu­te immer über­se­hen, näm­lich dass die tat­säch­li­che Kri­mi­na­li­täts­ra­te dann unge­heu­er hoch sein müss­te, weil die vie­len nicht ange­zeig­ten Straf­ta­ten durch Bio­deut­sche die exor­bi­tant anwach­sen­de Migran­ten­kri­mi­na­li­tät ja weit über­trä­fen. Und wie war das eigent­lich in den Jah­ren vor 2015? Muss ein alter deut­scher Schla­ger mit neu­em Text ver­se­hen wer­den: „Kein Schwein zeigt mich an”? 

Die Tages­the­men setz­ten ges­tern Abend der Mani­pu­la­ti­on ver­läss­lich das Sah­ne­häub­chen auf.  Die „Nachrichten„sprecherin sug­ge­rier­te bei der „Mel­dung” zur besag­ten „Stu­die”, die Gewalt­kri­mi­na­li­tät der Migran­ten resul­tie­re daher, dass sie „kei­ne Blei­be­per­spek­ti­ve” besä­ßen; eine dau­er­haf­te Auf­nah­me samt Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung könn­te die Aggres­sio­nen für immer befrie­den (steht ver­mut­lich auch in der „Stu­die”, ich habe sie nur selek­tiv gele­sen, weil mei­ne Geduld end­lich ist). 

So etwas hät­te sich Karl Edu­ard v. Schnitz­ler wahr­schein­lich nicht getraut.

(Den gan­zen Seim fin­den Sie hier.)

                            ***

Leser *** weist dar­auf hin, dass das Fraun­ho­fer-Insti­tut hat im Okto­ber 2017 ein neben­wir­kungs­frei­es Ultra­schall Scree­ning-Ver­fah­ren zur Alters­be­stim­mung Min­der­jäh­ri­ger vor­ge­stellt. „Mei­ne Mei­nung als Arzt für All­ge­mein­me­di­zin”, schreibt ***: „Die kürz­lich von nahe­zu allen maß­geb­li­chen über­re­gio­na­len Zei­tun­gen ver­brei­te­ten Ein­las­sun­gen des Ärz­te­kam­mer­prä­si­den­ten Mont­go­me­ry über eine angeb­li­che ‚Bein­träch­ti­gung des Men­schen­wohls’ durch medi­zi­ni­sche Alters­be­stim­mung bei vor­geb­lich Min­der­jäh­ri­gen Flüchtlingen/Migranten bele­gen ent­we­der medi­zi­ni­sche Inkom­pe­tenz des Ärz­te­prä­si­den­ten, oder aber einen bös­wil­li­gen Täu­schungs­ver­such der Öffent­lich­keit. Und außer­dem die offen­ba­re Recher­cheun­wil­lig­keit (oder eher ‑unfä­hig­keit) der gesam­ten füh­ren­den Pres­se­or­ga­ne. Da die Ethik­kom­mi­si­on vor eini­ger Zeit auf glei­cher Basis argu­men­tiert hat, soll­te auch sie ihre Kennt­nis­se schleu­nigst auf den neu­es­ten Stand brin­gen.” (Den Link zum besag­ten Ver­fah­ren fin­den Sie hier.)

                               ***

Schil­da wird täg­lich noch bun­ter: In Ingol­stadt haben drei „Män­ner” einen Piz­za­bo­ten ohne jedes Motiv mit Bei­len und einer Ket­ten­sä­ge ange­grif­fen. Sie folg­ten ihm zu sei­nem Auto, schlu­gen die Auto­schei­be mit dem Beil ein und „führ­ten die lau­fen­de Ket­ten­sä­ge ins Wagen­in­ne­re”. Der Lie­fe­rant konn­te ent­kom­men (hier).

„Feu­er­wehr-Prä­si­dent schlägt Alarm: ‚Angrif­fe wer­den immer bru­ta­ler’ ”, schreibt Bild (hier). „Acht Angrif­fe auf Ein­satz­kräf­te und 57 Atta­cken gegen Ein­satz­fahr­zeu­ge zähl­te allei­ne die Ber­li­ner Feu­er­wehr zum Jah­res­wech­sel. Ret­tungs­sa­ni­tä­ter wur­den sogar mit Schuss­waf­fen bedroht.” Der Mann heißt Hart­mut Ziebs, geht mit kei­ner Sil­be auf den min­des­tens mut­maß­li­chen Täter­kreis ein – hat­ten wir frü­her wahr­schein­lich auch schon, wur­de halt nicht ange­zeigt – und sagt im Inter­view: „Alle Innen­mi­nis­ter ver­ur­tei­len die­se Atta­cken. Aber das reicht nicht. War­um gehen die Bür­ger nicht auf die Stra­ße und demons­trie­ren gegen Gewalt an Feu­er­wehr­leu­ten? Angrif­fe auf die Feu­er­wehr sind Angrif­fe auf unse­re Wer­te. Das Innen­mi­nis­te­ri­um in Hes­sen hat eine Schutz­schlei­fe in rot-weiß-blau als Zei­chen der Soli­da­ri­tät her­aus­ge­bracht. Rot für die Feu­er­wehr, weiß für die Ret­tungs­sa­ni­tä­ter und blau für die Poli­zei. Die­se Schlei­fe kann jeder als sicht­ba­res Sym­bol gegen Gewalt auf Ein­satz­kräf­te tragen.”

Wenn hin­rei­chend vie­le Soli­da­ri­sie­rer die repu­bli­ka­ni­sche Schlei­fe tra­gen, kann das nächs­te Sil­ves­ter ja kom­men! Pfeif­fer wird par­al­lel dazu eine Stu­die ablie­fern, dass gera­de zum Jah­res­wech­sel Per­pek­tiv­lo­sig­keit und feh­len­de fami­liä­re Ein­he­gung zu Aus­schrei­tun­gen füh­ren. Aber mal Ernst bei­sei­te: Der Feu­er­wehr­chef ist ein gestan­de­ner, bis­lang offen­bar nicht der Debi­li­tät ver­däch­tig­ter Mann um die Sech­zig, und er son­dert sol­chen infan­ti­len Schwach­sinn ab. Sind die­se Leu­te ver­rückt oder gekauft? Dass hier etwas absicht­lich und vor­sätz­lich gedul­det wird, kann ja kein Zurech­nungs­fä­hi­ger mehr übersehen. 

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