17. März 2018

„Mei­ne Aus­sich­ten sind gering, aber ich ver­su­che, in Ihnen und Leu­ten, die wie Sie den­ken, die Ahnung zu wecken, wie sehr ihr gesam­tes schie­fes Gedan­ken­ge­bäu­de auf öko­no­mi­sche Igno­ranz grün­det”: Ein biss­chen unfair ist es schon, wie Alex­an­der Wendt Durs Grün­bein das Pfau­en­köpf­chen zurecht­setzt, denn Grün­bein ist ja Lyri­ker, nicht Logi­ker. Aber gele­sen haben soll­te man die­sen im nobels­ten Sin­ne auf­klä­re­ri­schen Text auf jeden Fall.

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Vik­tor Orbán sag­te vor zwei Tagen bei sei­ner „Fest­re­de zum 170. Jah­res­tag der Revo­lu­ti­on und des Frei­heits­kamp­fes von 1848/49” in Buda­pest unter ande­rem Folgendes:

„Die Situa­ti­on ist die, mei­ne lie­ben Freun­de, dass man uns unser Land neh­men will. Nicht mit einem Feder­strich, wie vor hun­dert Jah­ren in Tria­non. Jetzt will man, dass wir es im Lau­fe eini­ger Jahr­zehn­te frei­wil­lig ande­ren über­ge­ben sol­len, von ande­ren Kon­ti­nen­ten kom­men­den Frem­den, die unse­re Spra­che nicht spre­chen, unse­re Kul­tur, unse­re Geset­ze und unse­re Lebens­form nicht respek­tie­ren. Man will, dass ab jetzt in ers­ter Linie nicht mehr wir und unse­re Nach­kom­men hier leben sol­len, son­dern irgend­wel­che ande­re Men­schen.  Tag für Tag sehen wir, dass gro­ße west­eu­ro­päi­sche Völ­ker und Natio­nen Schritt für Schritt, von Bezirk zu Bezirk, von Stadt zu Stadt ihr Land ver­lie­ren. Die Situa­ti­on ist die, dass jene, die die Ein­wan­de­rung an ihren Gren­zen nicht auf­hal­ten, ver­lo­ren­ge­hen. Sie wer­den lang­sam aber sicher absorbiert. (…)

Die west­eu­ro­päi­schen Jugend­li­chen wer­den es noch erle­ben, wie sie in ihrem eige­nen Land zur Min­der­heit wer­den und den ein­zi­gen Ort auf der Welt ver­lie­ren, den man als Zuhau­se bezeich­nen kann. Es sind Kräf­te erschie­nen, wie sie die Welt schon seit lan­gem nicht mehr gese­hen hat. Afri­ka wird zehn­mal so vie­le Jugend­li­che haben wie Euro­pa. Wenn Euro­pa nichts unter­nimmt, dann wer­den sie unse­re Tür mit den Füßen eintreten.”

(Die gan­ze Rede hier.)

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Die „Gemein­sa­me Erklä­rung” bekommt immer mehr Zuspruch und soll­te, da weder dpa noch die Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se die­se Soli­da­ri­täts­be­kun­dung bis­lang für erwäh­nens­wert hal­ten, in den sozia­len Medi­en emsig ver­brei­tet werden.

Wir erle­ben der­zeit ein modi­fi­zier­tes 1989. Da die Wirt­schafts­kraft die­ses Lan­des immer noch beacht­lich ist und das Estab­lish­ment vor allem im, mar­xis­tisch gespro­chen, Über­bau scha­ren­wei­se Nutz­nie­ßer und Pro­fi­teu­re pro­du­ziert hat, wird die Sache frei­lich nicht wie damals bei Erich dem Ein­zi­gen auf einen Zusam­men­bruch hin­aus­lau­fen, son­dern auf eine immer stär­ke­re Spal­tung der Gesell­schaft, die womög­lich eines fer­nen Freu­den­ta­ges zu Sezes­sio­nen führt – man wird ja noch träu­men dürfen…

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