2. März 2018

Heu­te haben sie im Bun­des­tag über einen Antrag der AfD debat­tiert, den Satz: „Die Lan­des­spra­che in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist Deutsch” als Arti­kel 22 Absatz 3 ins Grund­ge­setz ein­zu­fü­gen. Die Block­par­tei­en schick­ten ihre rhe­to­ri­schen Genies ins Ren­nen, um den Antrag getreu den Gepflo­gen­hei­ten die­ser par­la­men­ta­ri­schen Hüpf­burg abzu­schmet­tern. Dass ich der Gro­tes­ke mit einer Mischung aus grim­mi­ger Hei­ter­keit und ento­mo­lo­gi­scher Neu­gier hos­pi­tier­te, liegt auf der Hand. Par­la­men­ta­ris­mus und Geist, das ist wie Mer­kel und Stil: Man soll­te sei­ne Erwar­tun­gen bezäh­men. Es ist ja auch nicht von­nö­ten, dass Poli­ti­ker mit Ken­ner­blick durch Gale­rien fla­nie­ren oder con­noi­seur­haft Tex­te rezi­tie­ren, sie sol­len nur ihre Arbeit machen. Bekannt­lich tun sie meis­tens nicht ein­mal das. Dass sie noch die Lan­des­spra­che benut­zen, um sich gegen­sei­tig ihrer Bedeu­tung zu ver­si­chern, ist rei­ne Gewohnheit. 

Für mich war die soge­nann­te Debat­te übri­gens ein Déjà-vu. Vor über einem Jahr hat­te die AfD im Dresd­ner Land­tag einen ver­gleich­ba­ren Antrag gestellt – damals ging es um die Auf­nah­me des Deut­schen als schüt­zens­wer­tes Kul­tur­gut in die säch­si­sche Lan­des­ver­fas­sung –, und ich hat­te sowohl die Rede ver­fasst, die eine Land­tags­ab­ge­ord­ne­te im schöns­ten Säch­sisch vor­trug, als auch als sog. Exper­te einer Par­la­ments­kom­mis­si­on Rede und Ant­wort gestan­den. Selbst­ver­ständ­lich wur­de der Antrag auch damals abge­lehnt, mit den­sel­ben reflex­haf­ten Unter­stel­lun­gen von Tüme­lei bis Dis­kri­mi­nie­rung, mit denen sich der Durch­schnitts­lin­ke und der Aller­welts­grü­ne durchs poli­ti­sche Leben gau­nern. Man darf von par­tei­po­li­tisch Kon­di­tio­nier­ten kei­ne Fle­xi­bi­li­tät erwar­ten, und streng­ge­nom­men hat­te ich das weder in dem einen noch in dem ande­ren Fall getan. 

Das media­le Echo auf die Bun­des­tags­re­den war ähn­lich vor­her­seh­bar und vor allem adäquat; wis­send, „daß der Zeitungsmann/Keinen deut­schen Satz mehr kann” (Peter Hacks), liest unser­eins die Kom­men­ta­re in den erfreu­lich zügig dahin­sie­chen­den Gazet­ten mit hoff­nungs­fro­her Gleich­gül­tig­keit, etwa die­sen hier. Wie stein­dumm die media­len Wort­füh­rer gewor­den oder schon immer gewe­sen sind, kann jeder ermes­sen, der die neue­ren „selbst­kri­ti­schen” Ein­las­sun­gen von Pre­mi­um­jour­na­lis­ten zu den Ursa­chen des Leser­schwunds liest; sie kapie­ren ein­fach nicht, dass die Leu­te von ihrem Beleh­rungs- und Erzie­hungs­ge­schwa­fel die Nase voll haben und dass sich kein Mensch, der eine Aus­bil­dung genos­sen hat und auf eige­nen Bei­nen steht, aus­ge­rech­net von einem Jour­na­lis­ten die Welt erklä­ren las­sen will, zumal er sei­ne Infor­ma­tio­nen inzwi­schen auch anders­wo bezie­hen kann. Die­ser tat­säch­li­che „Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit” (St. Jür­gen) hat den Genos­sen Medi­en­schaf­fen­den das Informations(dosierungs)monopol genom­men und setzt sie einem Kon­kur­renz­druck aus, auf den die Armen ähn­lich ver­schreckt bzw. ver­dat­tert reagie­ren wie die SED-Press­strol­che auf das Zer­brö­seln ihrer Kund­schaft im Herbst 1989. 

Zurück zum Ver­fas­sungs­rang des Deut­schen. Die Rede von damals such­te und fand ich auf mei­ner Fest­plat­te. Da sie wei­land kaum jemand gehört hat, rücke ich sie hier leicht gekürzt ein (stel­len Sie bit­te in Rech­nung, dass es sich um eine Rede ans Par­la­ment und nicht um einen Brief an Hugo von Hof­manns­thal oder Eck­hard Hen­scheid handelt): 

„ ‚Wir woh­nen nicht in einem Land, son­dern in einer Spra­che’, notier­te der Schrift­stel­ler Emi­le Cior­an. Spra­che ist Woh­nung, Spra­che ist Hei­mat, Spra­che ist ein Werk­zeug zur Welt­an­eig­nung und das Haupt­ver­kehrs­mit­tel im Umgang mit ande­ren Men­schen. Mit Wor­ten for­mu­lie­ren wir unser Wis­sen und unse­re Plä­ne, mit Wor­ten brin­gen wir unse­re Lie­be zum Aus­druck, aber auch unse­ren Kum­mer. Mit Wor­ten prei­sen wir das Leben und tra­gen wir Kon­flik­te aus, etwa heu­te und hier den Kon­flikt dar­um, ob die deut­sche Spra­che beson­de­ren Schutz braucht.

Mei­ne Damen und Her­ren, wir sind die­ser Ansicht. Uns erscheint das Deut­sche zugleich schüt­zens­wert und schutzbedürftig.

Wir müs­sen also drei Fra­gen beant­wor­ten. War­um Kul­tur­gut? War­um Schutz? Und was bedeu­tet Förderung?

Mei­ne Damen und Her­ren, eine Spra­che wird zum Kul­tur­gut, wenn hin­rei­chend vie­le Men­schen in ihr Bedeu­ten­des geschrie­ben haben. Die deut­sche Spra­che ist ein Kul­tur­gut, weil in tau­send Jah­ren unend­lich viel Kul­tur in ihr geron­nen ist – ich erspa­re mir jetzt eine Auf­zäh­lung deut­scher oder deutsch­spra­chi­ger Autoren von Welt­rang, weil mei­ne Rede­zeit begrenzt ist. Die deut­sche Lite­ra­tur nimmt unter den Lite­ra­tu­ren der Welt jeden­falls einen expo­nier­ten Platz ein.

Aber kei­nes­wegs nur in die­sem Sin­ne ist eine Spra­che ein Kul­tur­gut. Jede Spra­che ver­kör­pert eine ganz bestimm­te Art der Welt­sicht und des Welt­ver­ständ­nis­ses. Die ver­schie­de­nen Spra­chen sind Speer­spit­zen der kul­tu­rel­len Evo­lu­ti­on. Die Arten­viel­falt der Spra­chen ist des­halb so schüt­zens­wert wie die Arten­viel­falt in der Natur.

Unter dem Druck der Glo­ba­li­sie­rung und der durch­ge­setz­ten eng­li­schen Welt­spra­che sind heu­te sämt­li­che ande­ren Spra­chen mehr oder weni­ger bedroh­te Arten. Selbst alt­ehr­wür­di­ge Hoch­spra­chen wie das Fran­zö­si­sche, das Ita­lie­ni­sche oder eben unser Deutsch ste­hen davor, in den nächs­ten hun­dert Jah­ren zu Regio­nal-Idio­men abzu­sin­ken, die irgend­wann nur noch in der Gast­wirt­schaft oder beim Kar­ten­spiel gespro­chen wer­den – wenn wir nicht auf sie achtgeben.

Sie hal­ten das für über­trie­ben? Dann soll­ten Sie an wis­sen­schaft­li­chen Kon­gres­sen teil­neh­men oder bei Kon­fe­ren­zen in deut­schen Ban­ken und deut­schen Groß­un­ter­neh­men hos­pi­tie­ren: Über­all redet man Eng­lisch, sogar wenn nur Deut­sche am Tisch sit­zen. Seit eini­gen Jahr­zehn­ten zieht sich die deut­sche Spra­che aus immer mehr Wort­schatz­be­rei­chen zurück. An Hoch­schu­len wird zuneh­mend auf Eng­lisch geforscht, gelehrt und publi­ziert. Das bedeu­tet zum einen Welt­of­fen­heit, gewiss – zum ande­ren aber, dass vie­le neue Gedan­ken und Begrif­fe gar nicht mehr ins Deut­sche Ein­zug hal­ten. Wenn man das kon­se­quent wei­ter­denkt, gelangt man zu dem Schluss, dass der­einst kom­ple­xe The­men auf deutsch nicht mehr dar­stell­bar sein werden.

Wir wol­len dar­auf nicht pes­si­mis­tisch reagie­ren, son­dern mit der För­de­rung der Arten­viel­falt. Wir wol­len kei­nes­wegs das Eng­li­sche schwä­chen – ganz im Gegen­teil! –, son­dern das Deut­sche stär­ken. Mei­ne Damen und Her­ren, eine Spra­che zu schüt­zen heißt, eine neue Genera­ti­on von Lesern und Schrei­bern zu för­dern, die imstan­de ist, mit die­sem kul­tu­rel­len Erbe etwas anzu­fan­gen und es gleich­zei­tig schöp­fe­risch fortzusetzen.

Es geht also nicht dar­um, den Stel­len­wert der eng­li­schen Spra­che in der sich zuneh­mend glo­ba­li­sie­ren­den Wis­sen­schafts­welt oder bei der Völ­ker­ver­stän­di­gung in Zwei­fel zu zie­hen. Viel­mehr soll klar­ge­stellt wer­den, dass gera­de wegen der sich in wei­te Tei­le des gesell­schaft­li­chen Lebens aus­brei­ten­den eng­li­schen Spra­che ein beson­de­rer Fokus auf die Bewah­rung der deut­schen Spra­che gelegt wer­den muss.

Deutsch soll eine Spra­che blei­ben, in der jeder kom­ple­xe Gedan­ke aus­ge­drückt wer­den, in der man auf der Höhe der Zeit blei­ben kann. Tex­te las­sen sich aus einer Spra­che nie hun­dert­pro­zen­tig in eine ande­re über­set­zen, das heißt: eine Spra­che über­lebt nur bruch­stück­haft in einer ande­ren. Des­we­gen plä­die­ren wir für eine sub­stan­zi­el­le Zwei­spra­chig­keit. Wir wol­len, im Ide­al­fall, wun­der­ba­re Deutsch­spre­cher, die eben­so gut das Eng­li­sche beherr­schen. In den Wor­ten des eng­li­schen Schrift­stel­lers Wystan Hugh Auden: ‚Solan­ge Deut­sche Deutsch spre­chen und ich Eng­lisch, ist ein ech­ter Dia­log zwi­schen uns mög­lich; so rich­ten wir das Wort nicht ein­fach an unse­re Spiegelbilder.’

Mei­ne Damen und Her­ren, die Län­der der Euro­päi­schen Uni­on haben mehr­heit­lich ihre Spra­chen als Aus­druck ihrer Kul­tur in den jewei­li­gen Ver­fas­sun­gen ver­an­kert. In der Schweiz und in Öster­reich fin­det sich die deut­sche Spra­che ver­fas­sungs­recht­lich nor­miert. Frank­reich schützt sei­ne Spra­che seit 1994 durch ein eige­nes Gesetz die soge­nann­te Loi Toubon.

Die unter­blie­be­ne Nor­mie­rung des Schut­zes und der För­de­rung der deut­schen Spra­che in der Säch­si­schen Ver­fas­sung mag dem Umstand geschul­det sein, dass man das bis­her nicht für not­wen­dig erach­tet hat. Die deut­sche Spra­che mag als Selbst­ver­ständ­lich­keit vor­aus­ge­setzt gewe­sen sein. Von die­ser Selbst­ver­ständ­lich­keit kann jedoch nicht mehr aus­ge­gan­gen werden. 

Bevor jemand ein­wen­det, es wer­de wenig nütz­lich sein, eine Spra­che in der Ver­fas­sung zu ver­an­kern, las­sen Sie uns einen Blick dar­auf wer­fen, was alles in der Ver­fas­sung ver­an­kert wur­de. Die För­de­rung der Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern bei­spiels­wei­se. Die För­de­rung des vor­beu­gen­den Gesund­heits­schut­zes für Kin­der und Jugend­li­che. Der Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen, also der Umwelt. Die Denk­mals­pfle­ge. Der Schutz der Kul­tur­gü­ter: Das Land setzt sich für ihr Ver­blei­ben in Sach­sen ein. Mei­ne Damen und Her­ren, wir set­zen uns für ein Ver­blei­ben der Deut­schen in der deut­schen Spra­che ein.

Es ist zu beob­ach­ten, dass unse­re Spra­che zum einen durch den anstei­gen­den Ein­fluss von Fremd­wör­tern, zum ande­ren durch ideo­lo­gi­sche Ein­flüs­se geprägt und auch ver­un­stal­tet wird. Dazu gehört vor allem die ‚gen­der­ge­rech­te Spra­che’. Aus Sicht ihrer Ver­wen­der und Pro­pa­gie­rer soll die ver­meint­lich geschlechts­dis­kri­mi­nie­ren­de deut­sche Spra­che im Sin­ne der Gleich­be­hand­lung kor­ri­giert wird. Im neu­en Gen­der­schreib­stil heißt es ‚Stu­den­tIn­nen’, ‚Student*ìnnen’ oder ‚Student_innen’. Und das ist nur die Spit­ze des vor allem uni­ver­si­tä­ren Neu­sprechs; wer die Ver­laut­ba­run­gen der geschlech­ter­po­li­ti­schen Vor­rei­ter liest, ver­steht vor lau­ter Son­der­zei­chen, neu­en Geschlech­tern und geschlechts­neu­tra­len Endun­gen kein Wort mehr.

Was aber vor allem gegen die­se Sprach­kor­rek­tur spricht ist, dass sie Tex­te ver­schan­delt, dass sie ästhe­tisch absto­ßend ist. Eine Spra­che muss sich dyna­misch aus sich her­aus ent­wi­ckeln, kei­nes­falls darf sie durch Dekre­te von Gleich­stel­lungs­ideo­lo­gen ‚von oben’ geän­dert werden.

Mei­ne Damen und Her­ren, ich bin Ihnen noch einen Vor­schlag schul­dig, wie die deut­sche Spra­che kon­kret zu för­dern wäre. Wis­sen Sie, was die Wor­te Brief­wech­sel, Bitt­stel­ler, Fern­glas, Stell­dich­ein und Marsch­flug­kör­per gemein­sam haben? Sie sind erfun­den wor­den, um ein Fremd­wort zu erset­zen. Heu­te sind sie uns voll­kom­men geläu­fig, aber bevor die deut­sche Ent­spre­chung ein­ge­führt wur­de, sag­te man nur: Kor­re­spon­denz, Sup­pli­kant, Tele­skop, Ren­dez­vous und Crui­se Mis­si­le. Was wir heu­te wie­der brau­chen, sind krea­ti­ve, phan­ta­sie­vol­le Ein­deut­scher von Fremd­wor­ten, also Erfin­der neu­er deut­scher Ent­spre­chun­gen vor allem für eng­li­sche Begrif­fe. War­um dafür nicht einen jähr­li­chen Sprach­neu­schöp­fer-Preis aus­lo­ben? ‚Wort­schatz’ heißt einer der tref­fends­ten deut­schen Begrif­fe. Die­ser Schatz soll­te täg­lich erwei­tert und ver­grö­ßert werden.

Mei­ne Damen und Her­ren, Jean Paul hat geschrie­ben, die deut­sche Spra­che sei die Orgel unter den Spra­chen. Sor­gen wir dafür, dass sie noch lan­ge und aus allen Regis­tern ertönt.”

Apen­dix 1: Wer zum The­ma wei­ter­le­sen will, spe­zi­ell was die Ein­ver­lei­bung von Fremd­wor­ten ins Deut­sche angeht, bit­te hier.

Appen­dix 2: Die­se Sta­tis­tik ist nicht mehr ganz aktu­ell, doch für die Fort­set­zung brauch­te man ohne­hin eine Lupe.

                                  ***

„Was ich an Men­schen am meis­ten bewun­de­re, ist eine hei­te­re Gemüts­ver­fas­sung, eine Abnei­gung gegen­über mora­li­schen Wert­ur­tei­len und eine all­um­fas­sen­de Tole­ranz – kurz, eine sport­lich fai­re Ein­stel­lung. (…) ein sol­cher Mensch wacht immer über sei­nen amour prop­re, indem er zunächst immer annimmt, dass sein Geg­ner ein genau­so anstän­di­ger Kerl ist wie er selbst und am Ende viel­leicht sogar recht haben könn­te. Eine der­ar­ti­ge Ein­stel­lung ist für einen Demo­kra­ten unvor­stell­bar. Sein Merk­mal ist es gera­de­zu, dass er sei­nen Geg­ner grund­sätz­lich nicht nur mit allen ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­teln angreift, son­dern auch sei­ne mora­li­sche Ver­ach­tung deut­lich zum Aus­druck bringt. (…) Ich kann sol­che Bur­schen nicht aus­ste­hen. In ihre Gefüh­le kann ich mich nicht hin­ein­ver­set­zen, ich kann ihre mora­li­sche Ent­rüs­tung nicht ver­ste­hen, eben­so­we­nig wie ihr cho­le­ri­sches Tem­pe­ra­ment. Ganz unbe­greif­lich ist mir ihr Neid – des­halb bin ich gegen sie.„
Hen­ry Lou­is Mencken

                               ***

Nun beginnt es also. Nach dem jah­re­lang von bewaff­ne­ten schwar­zen Ban­den gewis­ser­ma­ßen auf Raten ver­an­stal­te­ten Mas­sa­ker an wei­ßen Far­mern hat das süd­afri­ka­ni­sche Par­la­ment beschlos­sen, wei­ße Bau­ern­fa­mi­li­en, die ihr Land teil­wei­se schon seit Genera­tio­nen bewirt­schaf­ten, ent­schä­di­gungs­los zu ent­eig­nen.

Die Abge­ord­ne­te Than­de­ka Mba­ba­ma von der Demo­ca­tic Alli­an­ce par­ty, die gegen den Beschluss stimm­te, sag­te: „Making this argu­ment lets the ANC off the hook on the real impe­di­ments — cor­rup­ti­on, bad poli­cy and chro­nic und­er­fun­ding. Expro­pria­ti­on without com­pen­sa­ti­on would severely under­mi­ne the natio­nal eco­no­my, only hur­ting poor black peop­le even fur­ther.” Doch dass sich Süd­afri­ka damit wirt­schaft­lich mas­siv scha­det, wird den Neid und die Gier nicht stop­pen. Die schwar­zen Kom­mu­nis­ten Süd­afri­kas haben stets mit dem Ras­sen­hass koket­tiert – hier sehen Sie den ANC-Chef und lang­jäh­ri­gen süd­afri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Jacob Zuma „Schoot the Boer” („Erschie­ße den Buren”) sin­gen. Aber was wer­den die west­li­chen Medi­en schrei­ben, wenn nach den Ent­eig­nun­gen und Ban­den­mor­den wei­ße Far­mer jetzt sys­te­ma­tisch und prak­tisch mit staat­li­chem Segen miss­han­delt, getö­tet und außer Lan­des gejagt wer­den soll­ten? Wird es der Ras­sis­mus des wei­ßen Man­nes sein, der auch dar­an schuld ist? Wer­den sie die Ver­trei­bung, von der man ja bereits jetzt spre­chen kann, mora­lisch legitimieren?

Die Glo­ba­lis­ten und Wei­ßen­has­ser im Wes­ten tra­gen durch ihre Selbst­be­zich­ti­gungs­pro­pa­gan­da eine Mit­schuld an der nun­meh­ri­gen Dis­kri­mi­nie­rung der Wei­ßen am Kap und in ande­ren Län­dern auf dem schwar­zen Kon­ti­nent, etwa in Sim­bab­we. Sie haben den schwar­zen Ras­sis­ten die Argu­men­te gera­de­zu auf­ge­nö­tigt. In Umkeh­rung einer bekann­ten Kanz­le­rin­nen­for­de­rung hat die­se Pro­pa­gan­da Flucht­ur­sa­chen geschaf­fen. In allen afri­ka­ni­schen Län­dern nimmt die wei­ße Popu­la­ti­on ab. Was wird pas­sie­ren, wenn wei­ße Far­mer in Deutsch­land Asyl bean­tra­gen, wo doch ver­folg­te Wei­ße im Welt­bild der Pro­gres­sis­ten nicht vorkommen? 

Am 14. Febru­ar lief in der ARD der Film „Auf­bruch ins Unge­wis­se”, eine deutsch-süd­afri­ka­ni­sche Co-Pro­duk­ti­on. Wit­zi­ger­wei­se flie­hen die Prot­ago­nis­ten des Pro­pa­gan­da­stücks aus Deutsch­land, wo sie von Natio­na­lis­ten und Ras­sis­ten ver­folgt wer­den, aus­ge­rech­net in den Süden Afrikas. 

                              ***

Ein klei­ner Nach­trag zur gest­ri­gen Par­la­ments­de­bat­te zum Welt­frau­en­tag, wo sich mal wie­der alle eini­ge waren, dass die Red­ne­rin der Schwe­fel­frak­ti­on, Nico­le Höchst, lach­haft über­trie­ben habe mit ihrer Bemer­kung, wir hät­ten uns die isla­mi­sche Geschlech­ter­tren­nung und Frau­en­ver­ach­tung längst im gro­ßen Stil ins Land geholt: Die­ser Bei­trag über die mas­sen­haf­te, vom deut­schen Steu­er­zah­ler via Sozi­al­hil­fe ali­men­tier­te Poly­ga­mie in Ber­lin-Neu­kölln lief vor einem Jahr auf RTL. Poli­ti­sche Fol­gen? Ach was! So geht Bunt­heit! Sol­len die Indi­ge­nen ihre eige­ne Ver­drän­gung finan­zie­ren. Lan­des­ver­rat ist hier­zu­lan­de doch längst Staatsräson.

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