11. April 2018

„Jedes Indi­vi­du­um mit ‚Idea­len’ ist ein poten­ti­el­ler Mör­der.„
Nicolás Gómez Dávila

                                   ***

Man erkennt ein wirk­lich frei­es, auch angst­frei­es Land dar­an, dass man dort mit sei­ner fal­schen Mei­nung nicht allein gelas­sen und wie­der zurück­ge­führt wird in die Gemein­de der betreu­ten Bereu­en­den (hier).

Die Lek­ti­on ist im Grun­de ein­fach: Wenn du dich distan­zierst, wird das Rudel sei­ne sadis­ti­schen Gelüs­te erst recht an dir aus­le­ben; du hast nur eine Chan­ce, wenn du dich nicht weg­duckst, son­dern gera­de ste­hen bleibst. Gilt übri­gens auch bei nächt­li­chen Begeg­nun­gen mit „Grup­pen” von Goldstücken.

                                  ***

Auch Hit­ler gehört zu Deutsch­land! Gera­de Hitler!

                                  ***

Wie hier bereits mit­füh­lend ver­mel­det, tritt in Bel­gi­en bei der Kom­mu­nal­wahl 2018 eine Mos­lem-Par­tei an, die einen isla­mi­schen Staat anstrebt und getrenn­te Ver­kehrs­mit­tel für Män­ner und Frau­en ein­rich­ten will. Geschlech­ter­tren­nung und Kon­trol­le der Sexua­li­tät sind bekannt­lich der Mar­ken­kern islam­ge­präg­ter Stam­mes­ge­sell­schaf­ten, und „je mehr Men­schen aus isla­mi­schen Drit­te-Welt-Staa­ten nach Euro­pa kom­men, des­to mehr wird Euro­pa zu einem isla­mi­schen Drit­te-Welt-Staat”, wie Wer­ner Rei­chel bei eigen­tüm­lich frei die Ange­le­gen­heit, Scholl-Latours Kal­kut­ta-Exem­pel prä­zi­sie­rend, auf den Punkt bringt. Soviel ist sicher: Es wird in Euro­pa, den Osten wohl aus­ge­nom­men, und auch in Deutsch­land in den nächs­ten Jah­ren zu einer Neu- und Wie­der­auf­la­ge ver­schie­de­ner For­men der Geschlech­ter­tren­nung kom­men, wie wir sie heu­te bereits bei mus­li­mi­schen Beklei­dungs­vor­schrif­ten in den Schu­len beob­ach­ten kön­nen, die bekannt­lich nur für Mäd­chen gel­ten (sofern nicht aus­nahms­wei­se ein in Pro­phe­ten­tracht gehüll­ter juve­ni­ler Sala­fist in der letz­ten Bank­rei­he Ethik und Latein büf­felt), wie sie bei Mus­li­ma-Bade­ta­gen statt­fin­det oder bei der Wei­ge­rung von ehr­ba­ren Mos­lem­bur­schen, Frau­en die Hand zu geben, was sogar schon bei der Poli­zei pas­siert, also im kal­ten Her­zen des neu­tra­len Staa­tes, oder wenn sich mus­li­mi­sche Eltern sper­ren, ihre Töch­ter auf Klas­sen­fahr­ten mit­zu­schi­cken, sowie der­glei­chen Bunt­heits­e­s­ka­la­tio­nen mehr.

Geschlech­ter­tren­nung im öffent­li­chen Nah­ver­kehr ist kei­ne üble Idee, die Zahl der sexu­el­len Beläs­ti­gun­gen durch v.a. deut­sche Neo­na­zis und deren Brü­der­les gin­ge stracks zurück. Frei­lich wer­den jun­ge mus­li­mi­sche Rein­heits­voll­stre­cker bzw. Schwe­re­nö­ter direkt und indi­rekt dafür sor­gen, dass immer mehr ihrer Alters­ge­nos­sin­nen züch­tig geklei­det her­um­lau­fen. Doch wie ver­hält es sich mit getrenn­ten Schul­klas­sen? Das The­ma wird im Wes­ten seit vie­len Jah­ren immer mal wie­der spo­ra­disch dis­ku­tiert (im Ori­ent dis­ku­tiert man ent­spann­ter­wei­se ja nicht so viel), man liest zuwei­len, dass die schu­li­schen Leis­tun­gen in getrenn­ten Klas­sen bes­ser aus­fal­len – das Maga­zin Sci­ence hat vor eini­gen Jah­ren hef­tig wider­spro­chen –, beson­ders vie­le Bei­spie­le, anhand derer sich das stu­die­ren lässt, gibt es ja nicht, aber a pri­ma vis­ta hät­te es eine gewis­se Logik: Die Mäd­chen füh­len sich durch die Jungs nicht mehr unter­ge­but­tert und „kom­men mehr aus sich her­aus”, die Jungs füh­len sich nicht mehr durch die Bevor­zu­gung und Beloh­nung weib­li­chen Ver­hal­tens sei­tens der Leh­re­rin­nen dis­kri­mi­niert. Auf den zwei­ten Blick leuch­tet es aber nicht mehr ein: Die streb­sa­men Mädels schnei­den in ihren Leis­tun­gen im Schnitt ohne­hin bes­ser ab, wer­den sowie­so mehr geför­dert, und in den Natur­wis­sen­schaf­ten wer­den sie nicht dadurch bes­ser, dass kei­ne Jungs mehr in der Klas­se sit­zen. Die Jungs wie­der­um but­tern die Mäd­chen gar nicht unter, auch wenn sie agi­ler und kräf­ti­ger sind, denn spä­tes­tens durch die frü­he­re Puber­tät der Evas gera­ten sie ins Hin­ter­tref­fen, wir­ken unrei­fer, in sich selbst unbe­haus­ter, und über­haupt ist die mas­ku­li­ne Puber­tät eine weit heik­le­re sowie lächer­li­che­re Sache als die dane­ben gera­de­zu abge­klärt wir­ken­de weib­li­che. – Aber wäre nicht gera­de das ein guter Grund, getrennt zu unter­rich­ten…? – Im Gegen­teil, die Anwe­sen­heit der Mäd­chen spornt die Jun­gen an, gute Leis­tun­gen abzu­lie­fern! – Nein, noch­mals im Gegen­teil, sie wer­den dadurch eher ange­regt, aller­lei Faxen zu machen und mit reni­ten­tem Ver­hal­ten anzu­ge­ben. – Ich bre­che hier ab. 

Bei­sei­te gespro­chen: Ich jeden­falls hät­te nicht in eine Klas­se ohne Mäd­chen gehen wol­len, so unge­lenk und pein­lich ich mich der Schöns­ten gegen­über auch benom­men habe, ich fin­de die Idee der Geschlech­ter­tren­nung kul­tur­los, ich hal­te die gegen­stre­bi­ge Fügung der Geschlech­ter, so sehr einem Gen­der-Tus­sen und Quo­ten-Dumm­chen auf der einen, unsen­si­ble Och­sen und dröh­nen­de Machos auf der ande­ren Sei­te auf den Keks gehen mögen, für die Essenz des Daseins, nie sol­len die Geschlech­ter getrennt sein, außer auf öffent­li­chen Toi­let­ten und beim Fuß­ball­gu­cken vielleicht.

Auf die­ser isla­mi­schen Web­sei­te wird der getrenn­te Unter­richt selbst­re­dend pro­pa­giert, wobei die Argu­men­te sekun­där sind – in homo­ge­nen Klas­sen fin­den weni­ger sexu­el­le Beläs­ti­gun­gen statt; tat­säch­lich? –, denn es geht ja ums hei­li­ge Prin­zip: „War­um haben die Schul­in­stan­zen nun über­haupt so viel Angst vor einer islâ­mi­schen Inter­ven­ti­on, wo sie doch zu Prin­zi­pi­en und Grund­la­gen auf­ru­fen, zu denen der Islâm noch vor der Exis­tenz ihrer Kul­tur auf­rief? Und nun suchen sie mit unnüt­zen Kon­fron­ta­tio­nen einen Aus­weg aus ihren Pro­ble­men und ver­ges­sen, dass der Islâm die per­fek­te Erzie­hungs­me­tho­de begrün­det hat, die sie heut­zu­ta­ge zum Teil schon selbst anwenden.”

Erzie­hungs- (statt Bildungs-)methode mag sogar stim­men, inso­fern die Erzie­hung zur from­men Mus­li­ma gemeint ist, aber allein das Wort „per­fekt”, die Erhe­bung der Geschlech­ter­tren­nung zur „Metho­de” (das ist kei­ne Metho­de; die Metho­de kommt, sofern über­haupt, erst in die­sem Rah­men zum Ein­satz) sowie die Ange­be­rei der Datie­rung „noch vor ihrer Kul­tur” – also mei­ne Kul­tur begann mit dem Welt­tag der grie­chi­schen See­le mehr als 1000 Jah­re vor Moham­med – sto­ßen einen mit der Nase dar­auf, welch geis­ti­ger Ver­ede­lungs­pro­zess hier durch die Ein­wan­de­rung von Ori­en­ta­len ein­ge­läu­tet wur­de, und stau­nend betrach­tet unser­eins das auf Demo­gra­phie und Bedui­nen­ge­wiss­hei­ten gegrün­de­te Selbst­be­wusst­sein eines Men­schen­schla­ges, der seit vie­len Jahr­hun­der­ten nichts mehr zur Welt­kul­tur und zum Welt­wis­sen bei­getra­gen hat – 1,5 Mil­li­ar­den Mus­li­me und nicht ein ein­zi­ger „har­ter” Nobel­preis * –, aber ein Land, das die Grü­ne Jugend, das Regie­thea­ter, die docu­men­ta, die Quo­ten­frau, den Kul­tur­pro­tes­tan­tis­mus, die „Bibel in gerech­ter Spra­che” und das deut­sche Kaba­rett her­vor­ge­bracht hat, ver­dient wohl kei­ne Schonung. 

Eine liber­tä­re Lösung des hier ange­ris­se­nen Pro­blems wäre: Sol­len die einen Schu­len gemischt­ge­schlecht­li­che Klas­sen, die ande­ren getrenn­te anbie­ten, soll eine Ver­kehrs­ge­sell­schaft damit anfan­gen, Frau­en geson­dert zu plat­zie­ren, man wird ja sehen, was sich am Markt durch­setzt. Aber in einem immer mehr von From­men bevöl­ker­ten Land wür­de deren Druck das liber­tä­re Modell Stadt­teil für Stadt­teil außer Kraft set­zen, inso­fern die Geschlech­ter­tren­nung auto­ri­tär durch­ge­setzt wird – den Bil­dungs­er­geb­nis­sen von Mäd­chen misst man in die­sem Milieu bekannt­lich nicht so viel Bedeu­tung bei wie ihrer Rein­heit, weil die Schwes­tern spä­ter meist ohne­hin daheim blei­ben und Kin­der krie­gen sol­len (danach kön­nen sie ja in die FDP ein­tre­ten und Kom­mu­nal­po­li­tik für ihre Spöss­lin­ge machen).

Nein, Geschlech­ter­tren­nung – nicht nur in den Schu­len, son­dern auch am Arbeits­platz – wird in Zukunft ein euro­pa­weit dis­ku­tier­ter Modus des täg­lich neu aus­zu­han­deln­den Zusam­men­le­bens sein. Die fran­zö­si­schen Phi­lo­so­phin und Femi­nis­tin Eli­sa­beth Bad­in­ter erklär­te unlängst in einem Inter­view, sie kön­ne sich in gewis­sen Gegen­den im Pari­ser Nor­den nicht mehr in ein Café set­zen, man sehe dort über­haupt kei­ne Frau­en mehr, wäh­rend die Ver­schleie­rung der Frau­en auf der Stra­ße rapi­de zuge­nom­men habe. Sol­che Gebie­te wer­den wach­sen und gedei­hen, und ihr könnt sagen, ihr seid dabeigewesen.

Schnitt.

Im neu­en West­fern­se­hen erklär­te der syrisch­stäm­mi­ge Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Bassam Tibi, er füh­le sich in Deutsch­land neu­er­dings per­ma­nent an das Buch „Eura­bia” der jüdi­sche Publi­zis­tin Bat Ye’or erin­nert, das die Ver­wand­lung Euro­pas in ein isla­moara­bi­sches Gebil­de beschreibt. Und zwar über­fie­len ihn sol­che Asso­zia­tio­nen, so Tibi, wenn er „in deut­schen Städ­ten in Ver­kehrs­mit­teln und auf öffent­li­chen Plät­zen ver­neh­me, wie die zuge­wan­der­ten ’neu­en Deut­schen’ (Her­fried Münk­ler) sehr laut ein für mich als mut­ter­sprach­lich ara­bisch spre­chen­der Syrer stö­ren­des, pri­mi­ti­ves Ara­bisch spre­chen. Ara­bisch ist eine wun­der­schö­ne und hoch­zi­vi­li­sier­te Welt­spra­che, aller­dings nur, wenn man sie durch Bil­dung beherrscht. Gebil­de­te Ara­ber spre­chen ein ande­res Ara­bisch als das, was ich in Deutsch­land seit 2015 auf den Stras­sen so oft höre, dass ich den­ke, in einem ara­bi­schen Land zu sein.”

Ara­bisch sei „eine so dif­fe­ren­zier­te Spra­che, dass man eine Per­son, die sie spricht, gleich geo­gra­fisch und sozi­al loka­li­sie­ren kann”, fährt Tibi fort. „Das Ara­bisch, das ich heu­te in Euro­pa höre, ist nicht die Spra­che gebil­de­ter syri­scher Inge­nieu­re und Ärz­te, die uns die Ver­tre­ter der Will­kom­mens­kul­tur vor­gau­keln. Ich höre ein bäu­er­li­ches bezie­hungs­wei­se ein Slum-Arabisch.”

Also prak­tisch eine Mischung aus Mer­kel, Mario Barth und „Kiez­deutsch”.

Tibi berich­tet über­dies, dass er „als zivi­li­sier­ter Syrer” die Poly­ga­mie weder aus sei­ner Fami­lie noch aus den Krei­sen, in denen er damals ver­kehr­te, gekannt habe. Nun erfah­re er aus der deut­schen Pres­se, dass soge­nann­te Flücht­lin­ge die Poly­ga­mie in Deutsch­land ein­füh­ren, etwa ein Syrer, „der im Rah­men der Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung vier Ehe­frau­en und 23 Kin­der nach Deutsch­land auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler gebracht hat und ent­spre­chend ali­men­tiert wird”.

Schließ­lich ver­weist der eme­ri­tier­te Pro­fes­sor auf sta­tis­ti­sche Pro­gno­sen des PEW-Cen­ters in Washing­ton und New York vom Novem­ber 2017. Danach wird der Anteil der Mus­li­me in der Bun­des­re­pu­blik von 6,1 Pro­zent im Jah­re 2016 auf 20 Pro­zent im Jah­re 2050 stei­gen. „Als Syrer und Mus­lim habe ich kei­ne Ein­wän­de, wenn die­se Men­schen Euro­pä­er wer­den und nicht die Kon­flik­te und die Gewalt in Nah­ost mit nach Deutsch­land brin­gen. Fakt ist, dass die ara­bi­schen Flücht­lin­ge Deutsch­land ver­än­dern, und nicht umgekehrt.”

Schnitt.

Bemer­kens­wer­tes geschieht der­weil in Sau­di-Ara­bi­en. Im März 2018 erklär­te Moham­med bin Sal­man al-Saud, Kron­prinz und stell­ver­tre­ten­der Pre­mier­mi­nis­ter, wäh­rend einer USA-Rei­se, er set­ze sich dafür ein, dass den Frau­en in sei­nem Land künf­tig nicht mehr das Tra­gen der Aba­ya vor­ge­schrie­ben wer­de. Anfang April erkann­te bin Sal­man in einem Inter­view das Exis­tenz­recht Isra­els an. Sein Land plant übri­gens den Bau von 16 Atom­kraft­wer­ken, wahr­schein­lich weil sie zu wenig Son­ne dort haben oder oben­drein kei­ne Sonnenkanzlerin. 

Nun hob das Time Maga­zi­ne den neu­en mäch­ti­gen Mann im Ori­ent auf den Titel und ver­öf­fent­lich­te ein lesens­wer­tes lan­ges Inter­view mit ihm. Dar­in sagt er lau­ter ket­ze­ri­sche Din­ge, nicht nur für die Ohren der reli­gi­ös, son­dern auch der will­kom­mens­kul­tu­rell From­men. Etwa über die mus­li­mi­schen Radi­ka­len: „And you know what’s the big­gest dan­ger? They’re not in the Midd­le East becau­se they know that the Midd­le East is taking good stra­te­gy against them in Sau­di Ara­bia, Egypt, UAE, Jor­dan, and a lot of coun­tries. Their main tar­get is to radi­ca­li­ze Mus­lim com­mu­nities in Euro­pe. They hope that Euro­pe in 30 years will turn to a Mus­lim bro­ther­hood con­ti­nent, and they want to con­trol the Mus­lims, in Euro­pe by mani­pu­la­ting the Mus­lim Bro­ther­hood. So this will be much more dan­ge­rous than the Cold War, than ISIS, than Al Qae­da, than wha­te­ver we’ve seen in the last hund­red years of history.”

Abge­se­hen davon, dass sich bin Sal­man womög­lich etwas zu exzes­siv am Iran abar­bei­tet und den Waha­bis­mus klein­re­det, sagt er lau­ter ver­nünf­ti­ge Sachen: über die Zusam­men­ar­beit mit den USA, den Ein­fluss der Rus­sen in Syri­en (den er nicht kri­ti­siert), die Koope­ra­ti­on mit Isra­el – und vor allem über die wirt­schaft­li­chen Plä­ne sei­nes Landes:

„We want to dri­ve the best talent, to get the best talent to live and come abroad to work in Sau­di Ara­bia, you have to have good social and cul­tu­ral stan­dards. You can­not have bad liva­bi­li­ty stan­dards and cul­tu­ral stan­dards if you want to grow and to be much big­ger eco­no­mi­c­al­ly. So this is a very important thing that we are try­ing to impro­ve. And I belie­ve in the last three years, Sau­di Ara­bia did more than in the last 30 years. And that’s becau­se it’s ali­gned with our inte­rest as Sau­dis to be com­pe­ti­ti­ve in liva­bi­li­ty and cul­tu­ral and social. And Islam it’s open. It’s not like what the extre­mists are try­ing to repre­sent Islam after ’79.

We are not was­ting time. I don’t want to was­te my time. I am young. I don’t want 70 per­cent of the Sau­di popu­la­ti­on to was­te their lives try­ing to get rid of this. We want to do it now. We want to spend 70 per­cent of our time buil­ding things, impro­ving our eco­no­my, crea­ting jobs, crea­ting new things, making things happen.”

Die­ser Pas­sus klingt bei­na­he wie Donald Trump: „I’ll give you an examp­le. The last natio­nal day. You know, peop­le in Sau­di Ara­bia they weren’t used to cele­bra­ting the natio­nal day becau­se a lot of extre­mists told them it was for­bid­den to cele­bra­te the natio­nal day. When the Sau­di offi­cials pro­gram­med the natio­nal day plan­ning in each city and town in Sau­di Ara­bia, extre­mists attack that, that this is against Islam, no one will go, it’s against the will of the peop­le. And the natio­nal day, the peop­le are seen and we have mil­li­ons in the street cele­bra­ting the natio­nal day. So it’s clear that the peop­le are sup­por­ting that. Without the sup­port of the peop­le, no way, no way we would achie­ve anything.”

All­mäh­lich, geneig­ter Leser und geschätz­te Lese­rin, ver­ste­hen Sie gewiss, wor­auf ich hin­aus­will. Viel­leicht wird man in ein, zwei Genera­tio­nen in Ara­bi­en zu gewis­sen jun­gen Män­nern sagen: Wenn ihr nichts könnt und nichts wei­ter wollt, als ande­ren Leu­ten mit eurem Glau­ben auf die Ner­ven zu fal­len, dann müsst ihr nach Euro­pa gehen, da leben schon genü­gend ande­re eures Schla­ges. Hier wol­len wir euch jeden­falls nicht mehr.

Nach­trag
Leser *** meint: „Aber Sie wis­sen schon, dass der o. g. Herr und sei­ne Dynas­tie (zusam­men mit bestech­li­chen EU- und UNO-Beam­ten) für die Isla­mi­sie­rung Euro­pas ver­ant­wort­lich ist? Sein Sprech, ver­zei­hen Sie, erin­nert mich an die alten bol­sche­wis­tisch-sta­li­nis­ti­schen Lügen gegen­über den Bour­geois, die es nicht bes­ser ver­die­nen, als belo­gen zu wer­den. Was er denkt, ist fol­gen­des: Im abge­häng­ten Euro­pa sam­melt sich dann, „in ein, zwei Genera­tio­nen”, der mus­li­mi­sche Boden­satz, den sein eini­ger­ma­ßen straff orga­ni­sier­tes und halb­wegs, aber sicher nicht in unse­rem Sin­ne, auf Vor­der­mann gebrach­tes Land beherr­schen wird. Eura­bia wird jeden­falls nicht in einen dumpf gläu­bi­gen und einen ver­nünf­tig gläu­bi­gen Teil zer­fal­len, wie er insi­nu­iert (und Sie zu hof­fen schei­nen), son­dern in einen fel­la­chi­sier­ten euro­päi­schen und einen rei­chen ara­bi­schen Teil. Dumpf gläu­big wer­den bei­de Tei­le sein.”

* „1,5 Mil­li­ar­den Mus­li­me und nicht ein ein­zi­ger ‚har­ter’ Nobel­preis – das ist nicht ganz kor­rekt”, merkt Leser *** an. „Abdus Salam, ein gebür­ti­ger Paki­sta­ni und Mos­lem, wenn auch Mit­glied der von wei­ten Tei­len der isla­mi­schen Welt nicht aner­kann­ten Ahma­di­y­ya-Gemein­de, erhielt den Nobel­preis für Phy­sik im Jah­re 1979 gemein­sam mit Shel­don Gla­show und Ste­ven Wein­berg für die For­mu­lie­rung der elek­tro­schwa­chen Wech­sel­wir­kung. Die­se ver­ei­nigt die schwa­che Wech­sel­wir­kung (Beta-Zer­fall) und die elek­tro­ma­gne­ti­sche Wech­sel­wir­kung in ein ein­heit­li­ches Theoriegebaeude.

Dass er den Gross­teil sei­nes Forscher­le­bens in Cam­bridge, Prince­ton, Lon­don und Tri­es­te ver­brach­te und nicht in Paki­stan, ist aller­dings ein nicht zu ver­nach­läs­si­gen­des Detail. Und dass er der bis­lang ein­zi­ge mos­le­mi­sche Phy­sik-Nobel­preis­trä­ger ist, auch nicht.”

Leser *** fügt hin­zu: „Der Voll­stän­dig­keit hal­ber soll­te auch auf den Ägyp­ter Ach­med Zewail hin­ge­wie­sen wer­den; Che­mie-Nobel­preis­trä­ger 1999, für sei­ne Leis­tun­gen in der Laser­spek­tro­sko­pie mole­ku­la­rer Vor­gän­ge. Damit kann die mus­li­mi­sche Welt immer­hin mit einem zwei­ten Nobel­preis­trä­ger in den MINT-Fächern auf­war­ten. Aller­dings: Zewail arbei­te­te die meis­te Zeit sei­nes Lebens in den USA. Spä­ter setz­te er sich für eine Ver­bes­se­rung der Bil­dung in sei­ner ägyp­ti­schen Hei­mat ein. Es sagt viel aus, daß er am Ende über die Ver­geb­lich­keit sei­ner Bemü­hun­gen sehr frus­triert war.”

Einer geht noch: 2015 ging der Che­mie-Nobel­preis an drei For­scher, zu ihnen gehör­te der Tür­ke Aziz Sancar. Der Bio­che­mi­ker bekam den Preis für sei­ne For­schun­gen zur DNA-Repa­ra­tur, die er frei­lich in den USA trieb. Einer der Leser, die mich dar­auf hin­wie­sen, schick­te dazu die­sen Link zu einem Spie­gel-Arti­kel aus dem Jahr 2007, des­sen Autor frei­lich noch nicht die heu­te übli­che Höhe der Kul­tur­sen­si­bi­li­tät erklimmt, wäh­rend er über die Grün­de der angeb­li­chen wis­sen­schaft­li­chen Rück­stän­dig­keit im west­lich kon­stru­ier­ten Ori­ent spekuliert. 

Aber das waren jetzt wirk­lich alle „har­ten” Nobel­prei­se für Mus­li­me, wobei in allen drei Fäl­len kein isla­mi­sches Land die For­schun­gen för­der­te oder finan­zier­te. Über Abdus Salam lesen wir in der Wiki­pe­dia: „Ent­täuscht von sei­nen Erfah­run­gen an den paki­sta­ni­schen Hoch­schu­len, grün­de­te Salam 1964 das Inter­na­tio­na­le Zen­trum für theo­re­ti­sche Phy­sik (ICTP) in Tri­est; sei­ne Hei­mat Paki­stan hat­te sich an einer sol­chen wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tung nicht inter­es­siert gezeigt.” Und wei­ter: „Abdus Salam starb am 21. Novem­ber 1996 im Alter von 70 Jah­ren in Oxford. Er wur­de – ohne jede offi­zi­el­le Wür­di­gung – in Rab­wah beer­digt. Als gläu­bi­ges Mit­glied der inner­halb Paki­stans als Nicht-Mus­li­me geäch­te­ten Ahma­di­y­ya-Gemein­schaft ist Salam nur ein ein­zi­ges Mal von Sei­ten der paki­sta­ni­schen Regie­rung eine Ehrung als ers­ter Nobel­preis­trä­ger des Lan­des zuteil­ge­wor­den: 1979, als er durch Prä­si­dent Zia ul-Haq mit dem höchs­ten zivi­len staat­li­chen Orden Nis­han-i-Imtiaz aus­ge­zeich­net wur­de. Sein wis­sen­schaft­li­cher Ein­fluss wur­de in sei­nem Hei­mat­land dage­gen aus reli­gi­ös moti­vier­ter Into­le­ranz (…) bewusst zurück­ge­drängt. Auf sei­nem Grab­stein war frü­her ‚First Mus­lim Nobel Lau­rea­te’ (ers­ter isla­mi­scher Nobel­preis­trä­ger) zu lesen. Spä­ter wur­de auf Ver­an­las­sung eines Lokal­po­li­ti­kers der Begriff ‚Mus­lim’ gestri­chen, so dass heu­te ‚First Nobel Lau­rea­te’ auf sei­nem Grab­stein steht.”

Was ja nicht unwit­zig ist; schließ­lich war ja auch Abra­ham der ers­te Muslim.

                                         ***

Heu­te vor 50 Jah­ren ver­üb­te der Hilfs­ar­bei­ter Josef Bach­mann in Ber­lin ein Atten­tat auf den lin­ken Akti­vis­ten Rudi Dutsch­ke und ver­letz­te ihn schwer, wor­an heu­te nahe­zu sämt­li­che Medi­en mehr oder min­der aus­führ­lich erin­nern, so wie sie vor einem knap­pen Jahr an die Ermor­dung des Ben­no Ohnes­org erin­ner­ten, meis­tens aller­dings ohne zu erwäh­nen, dass der Todes­schüt­ze im Fall Ohnes­org, ein West-Ber­li­ner Poli­zei­be­am­ter, ein inof­fi­zi­el­ler Mit­ar­bei­ter der Sta­si und sowohl SPD- als auch SED-Mit­glied war, weil das nur unnö­ti­ge Fra­gen auf­ge­wir­belt hät­te. Zur Ver­mei­dung sol­che Fra­gen wer­den wir wahr­schein­lich in den nächs­ten Tagen auch nicht mulit­me­di­al an die soge­nann­ten „Oster­un­ru­hen” erin­nert wer­den, die im Anschluss an das Dutsch­ke-Atten­tat in meh­re­ren deut­schen  Städ­ten aus­bra­chen, unter ande­rem in Mün­chen. Bei die­sen bür­ger­kriegs­na­hen Aktio­nen, die sich vor allem gegen die Sprin­ger-Pres­se rich­te­ten, grif­fen lin­ke Demons­tran­ten Ver­lags­ge­bäu­de an oder blo­ckier­ten die Aus­lie­fe­rung von Zei­tun­gen. Am 15. April 1968 wur­den der AP-Foto­graf Klaus Frings und der Stu­dent Rüdi­ger Schreck töd­lich ver­letzt. Der Foto­graf wur­de von einem Pflas­ter­stein am Kopf getrof­fen, der Stu­dent mit einer Holz­lat­te erschla­gen. Bei­de sind ver­ges­sen, an bei­de wird auch in vier Tagen nie­mand erinnern. 

Inter­es­sant ist, dass auf Wiki­pe­dia inzwi­schen so unge­niert wie indi­zi­en­frei unter­stellt wird, Frings und Schreck sei­en von Poli­zis­ten getö­tet wor­den. Mit den typi­schen Waf­fen der deut­schen Poli­zei: Stei­nen und Holz­lat­ten. Wer weiß, wer den Buback wirk­lich erschos­sen hat, am Ende waren das sei­ne eige­ne Leute.

                                       ***  

Den Satz des Tages hat Wolf­ram Ack­ner bei Publi­co geschrie­ben, über eines jener immer­glei­chen lang­wei­len Ent­hül­lungs­bü­cher „gegen rechts”, und zwar: „16,99€ ist nicht wenig Geld für Leu­te, die es gewohnt sind, Sta­si­ak­ten kos­ten­los ein­se­hen zu dür­fen.” Tusch!

Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

8. April 2018

Nächster Beitrag

12. April 2018

Ebenfalls lesenswert

11. Juni 2019

Der­zeit, geneig­ter Leser, befin­de ich mich in Süd­ti­rol, wo zwar die Netz­ab­de­ckung bes­ser ist als daheim, aber der…

Die Desinformation des Jahres …

… lie­fern wie selbst­ver­ständ­lich die Grü­nen, obwohl die Kon­kur­renz bärin­nen­stark ist:   Wie­der­vor­la­ge: Die sty­gi­schen Lügner Im düs­tern Auge…

19. April 2020

Wo libe­ra­li­siert wird, fal­len Späne.                                  *** Am 7. Mai 1982 notier­te Johan­nes Gross in sein Tagebuch:  „Die Juden…