24. April 2018

Charles Fran­cis Adams (1807–1886), „Enkel eines ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten und Uren­kel eines ande­ren, berich­te­te, nach­dem er ein Leben lang eng mit den bedeu­tends­ten Mana­gern der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­kehrt hat­te, dass er nie irgend­ei­nen von ihnen je etwas Erwäh­nens­wer­tes habe sagen hören.”
(Hen­ry Lou­is Mencken)

                                         ***

Unter der Zei­le „Weni­ger Straf­ta­ten, mehr Unsi­cher­heit” stimmt rbb sein Publi­kum auf den End­kampf gegen die Rechts­po­pu­lis­mus ein. „End­lich mal gute Nach­rich­ten, wenn es um Kri­mi­na­li­tät geht! Die Zahl der in Deutsch­land regis­trier­ten Straf­ta­ten ist im ver­gan­ge­nen Jahr laut ‚Welt am Sonn­tag’ deut­lich gesun­ken: Der Rück­gang um 9,6 Pro­zent wäre der stärks­te seit 1993 – so soll es in der neu­en poli­zei­li­chen Kri­mi­nal­sta­tis­tik ste­hen, die dem­nächst auch offi­zi­ell vor­ge­stellt wird. 5,76 Mil­lio­nen Straf­ta­ten – so weni­ge wie seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung nicht mehr! Und trotz­dem ist das alles eine Fra­ge der Wahr­neh­mung, wie unse­re Bran­den­burg-Repor­te­rin Ame­lie Ernst fest­ge­stellt hat.” Wer die­se Wahr­neh­mungs­dis­so­nan­zen anzet­telt, ist klar: die AfD im Land­tag, die mit „gefühl­ter” Kri­mi­na­li­tät gegen Geflo­he­ne hetzt und die Gesell­schaft spaltet.

„Ins­ge­samt”, stellt die Repor­te­rin klar (ab Min. 2,30), „lag der Anteil aus­län­di­scher Tat­ver­däch­ti­ger an der Gesamt­zahl in Bran­den­burg bei rund vier Pro­zent und ent­spricht ziem­lich genau dem Anteil von Aus­län­dern an der Gesamtbevölkerung.” 

Na ja, fast. In der offi­zi­el­len Kri­mi­nal­sta­tis­tik steht es etwas anders: „2017 wur­den ins­ge­samt 16.313 nicht­deut­sche TV in der PKS erfasst. Das sind 906 bzw. 5,9 % mehr als im Vor­jahr. Der Anteil der nicht­deut­schen TV an allen ermit­tel­ten TV betrug im Berichts­jahr 24,5 %.” Hat die Gute halt die 2 vor der 4 ver­ges­sen, kann pas­sie­ren. „Im Vor­jahr lag die­ser Anteil noch bei 23,0 %.” Bei Straf­ta­ten gegen die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung etwa stieg der Anteil noch nicht lan­ge hier Leben­der um 11,6 Pro­zent.
Anno 2016 waren übri­gens ins­ge­samt 15.407 nicht­deut­sche Tat­ver­däch­ti­ge ermit­telt wor­den, 21,1 Pro­zent mehr als 2015. Bemer­kens­wert war damals der hohe Anstieg nicht­deut­scher Tat­ver­däch­ti­ger bei Kör­per­ver­let­zun­gen: 2.305  gegen­über 1.277 im Vor­jahr (hier, S. 58).

Völ­lig falsch war es trotz­dem nicht, was die Jour­na­lis­tin gemel­det hat, denn immer­hin bezif­fer­te sie den Aus­län­der­an­teil in Bran­den­burg mit vier Pro­zent ziem­lich korrekt. 

In dem rbb-Bei­trag geht es aber um die Zah­len für ganz Deutsch­land, denn „das gan­ze Deutsch­land soll es sein!” (Ernst Moritz Arndt). Ich habe mir die PKS nicht anschau­en kön­nen, weil sie noch nicht publi­ziert wor­den ist, und ich wer­de es auch nicht tun, denn Allah hat mich unmög­lich aus Lehm gekne­tet und mit sei­nem hei­li­gen Odem beseelt, damit ich regel­mä­ßig unschö­ne Sta­tis­ti­ken durch­blät­te­re, anstatt sei­ne Wer­ke zu preisen.

Ich kann Ihnen aber trotz­dem erklä­ren, sofern das über­haupt nötig sein soll­te, war­um die Straf­ta­ten ins­ge­samt zurück­ge­hen, wäh­rend die Gewalt­kri­mi­na­li­tät blüht und gedeiht, nament­lich durch impor­tier­te Heiß­blüt­ler. Und ‑spor­ne. Zunächst ein­mal geht die Kri­mi­na­li­täts­be­las­tung der indi­ge­nen Bevöl­ke­rung Jahr für Jahr zurück, was natür­lich auch mit dem stei­gen­den Alters­durch­schnitt derer, die schon län­ger hier leben, zusam­men­hängt. Jun­ge Män­ner bege­hen nun mal mehr Straf­ta­ten, äch­zen ent­zückt unse­re Ein­wan­derer­kri­mi­na­li­täts­re­la­ti­vie­rer – aber war­um lässt man sie dann ins Land? Davon abge­se­hen, dass jun­ge Viet­na­me­sen, Korea­ner, Chi­ne­sen etc. und auch jun­ge Deut­sche ohne den bedeu­ten­den Hin­ter­grund deut­lich weni­ger Straf­ta­ten bege­hen als z.B. Nafris (das­sel­be gilt für Deut­sche im Aus­land, die eigent­lich sta­tis­tisch rele­van­te Ver­gleichs­grup­pe). Des­halb wie­der­ho­le ich den Merksatz: 

Wenn die Zahl der Straf­ta­ten ins­ge­samt abnimmt, bedeu­tet das ledig­lich, dass die Zahl der von Deut­schen ver­üb­ten Straf­ta­ten schnel­ler sinkt, als die Zahl der von Her­ein­ge­schnei­ten began­ge­nen Straf­ta­ten steigt. 

Da hilft nur: Ein­bür­gern, ein­bür­gern, einbürgern!

Sodann: Nach wie vor ist der ille­ga­le Grenz­über­tritt eine Straf­tat, die in der Kri­mi­nal­sta­tis­tik gelis­tet wird (obwohl eini­ge intel­lek­tu­ell furcht­bar frucht­ba­re Juris­ten der Kanz­le­rin Gefäl­lig­keits­gut­ach­ten aus­stel­len, in denen das Gegen­teil steht, aber in die­ser Schi­zo­phre­nie lebt ja der gesam­te Appa­rat, seit die Füh­re­rin das Recht schützt). Wenn nun plötz­lich nur noch monat­lich unge­fähr so vie­le ille­ga­le Grenz­über­trit­te statt­fin­den wie wei­land, zu den Hoch­zei­ten der Völ­ker­ver­mäh­lung auf deut­schem Blut & Boden, nahe­zu täg­lich, sinkt selbst­re­dend die Gesamt­zahl der Straftaten.

Außer­dem ist hier stets die Rede von ermit­tel­ten Tat­ver­däch­ti­gen; gera­de bei Baga­tell­de­lik­ten wie Dieb­stahl erstat­tet ohne­hin kaum ein Mensch mehr Anzei­ge, weil das nur Zeit kos­tet und nichts bringt; fer­ner habe ich an die­ser Stel­le auf das Dilem­ma hin­ge­wie­sen, in dem sich vie­le Gewalt­op­fer befin­den, die in Gegen­den leben, wo die Täter und ihre Fami­li­en bzw. Brü­der das Sagen haben; auch dort dürf­te das Anzei­ge­ver­hal­ten in einem gewis­sen Wider­spruch zum Anzei­ge­wil­len stehen. 

Und nicht zuletzt steigt die wirk­lich har­te Kri­mi­na­li­tät, wie gesagt, mun­ter an: 

„Die Fäl­le von Mord und Tot­schlag oder Ver­ge­wal­ti­gun­gen und sexu­el­len Über­grif­fen haben mess­bar zuge­nom­men. So wur­den bei­spiels­wei­se 2014 ins­ge­samt 180.955 Gewalt­ta­ten regis­triert, vori­ges Jahr waren es 188.946”, notiert die Welt. „Der Anteil nicht­deut­scher Tat­ver­däch­ti­ger bei Straf­ta­ten ins­ge­samt und gera­de auch bei Gewalt­de­lik­ten ist unver­hält­nis­mä­ßig hoch. Bei Mord, Tot­schlag und Tötung auf Ver­lan­gen liegt die Zahl aus­län­di­scher Ver­däch­ti­ger (1140) nicht mehr weit unter der Zahl der Deut­schen (1558), obwohl den zehn Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land ohne deut­schen Pass rund 70 Mil­lio­nen Deut­sche gegen­über­ste­hen.” Ste­hen wird hier eher als Meta­pher gebraucht.

Über Vor­fäl­le mit Mes­sern haben wir noch gar nicht gespro­chen, und die Gesamt­sta­tis­tik schweigt sich vor­nehm dar­über aus. Aber ein­zel­ne Städ­te und Delik­te kann man sich anschau­en. Alex­an­der Wendt zumin­dest hat es getan, um fol­gen­de Ent­wick­lun­gen zu ver­mel­den (jeweils von 2016 zu 2017):

Ber­lin

• Wider­stand gegen Poli­zei­be­am­te: plus 5,9 Pro­zent
• Gewalt auf Stra­ßen und Plät­zen: plus 16, 7 Pro­zent
• Sexu­al­de­lik­te: plus 32,2 Prozent

Ham­burg

• Straf­ta­ten gegen das Leben: plus 11, 7 Pro­zent
• Straf­ta­ten gegen sexu­el­le Selbst­be­stim­mung: plus 13,5 Pro­zent
• Ver­ge­wal­ti­gun­gen: plus 44,2 Pro­zent
• Mord: plus 100 Prozent

Frankfurt/Main

• Stra­ßen­raub: plus 6,2 Pro­zent
• Tot­schlag: plus 48,4 Pro­zent
• Vergewaltigung/sexuelle Nöti­gung: plus 63,0 Prozent

Aber natür­lich sind auch Mes­ser­an­grif­fe von bio­deut­schen Hand­wer­kern auf Bür­ger­meis­ter um 100 Pro­zent gestiegen!

Bei Berich­ten wie dem hier nun­mehr hin­rei­chend gewür­dig­ten sieht man sich beharr­lich vor die Fra­ge gestellt, ob die Genos­sin Jour­na­lis­tin aus eige­ner Über­zeu­gung oder im höhe­ren Auf­trag ihren Hörern jenen Cock­tail aus Halb­wahr­hei­ten und Feknjus ver­ab­fol­gen mag, also ob sie nie­der­träch­tig ist oder bloß blöd – oder ein­fach schon so dres­siert, dass sol­che Dif­fe­ren­zie­run­gen hin­fäl­lig werden.

Wie auch immer, die­ser Bericht ist gleich zahl­lo­sen ähn­li­chen ein Vor­ge­schmack dar­auf, wie es sich anfüh­len wird, wenn das Satans­reich der Lüge end­lich errich­tet ist (eine rich­tungs­wei­sen­de Pio­nier­tat eräug­ne­te sich hier), wenn alle sehen­den Auges in der Lüge leben müs­sen – der Teu­fel wird selbst­ver­ständ­lich nicht ver­kün­den, er sei der Leib­haf­ti­ge, son­dern er wird erklä­ren: Ich bin die Wahr­heit, ich bin das Gute, ich bin das Licht –, wenn ihre All­tags­er­fah­run­gen nichts mehr bedeu­ten, wenn jeder indi­ge­ne Selbst­be­haup­tungs­zuck hier­zu­lan­de unter Ras­sis­mus fällt. Am Anfang steht die Ideo­lo­gie des „Alle Men­schen sind gleich”. Wenn das gilt, haben auch alle die glei­chen Rech­te. Also haben sie über­all die glei­chen Rech­te. No bor­ders! Was dir gehört, gehört allen, denn du hast es denen weg­ge­nom­men, denen es noch nicht gehört. Ver­mischt euch in Bunt­heit und Gleich­heit! – Doch dann wird man über­all und immer wie­der fest­stel­len, dass Men­schen eben doch nicht gleich sind, auch Men­schen­kol­lek­ti­ve nicht, dass eth­nisch-kul­tu­rell gepräg­te Unter­schie­de sich nicht weg­wün­schen las­sen, dass nicht nur Indi­vi­du­en, son­dern auch Grup­pen ver­schie­de­ne Bil­dungs­er­fol­ge erzie­len, dass die einen mehr, die ande­ren weni­ger zu Delin­quenz, Betrug und Gewalt nei­gen, dass ver­schie­de­ne Men­ta­li­tä­ten, Tem­pe­ra­men­te und Intel­li­gen­zen sich im sozia­len Ver­hal­ten nie­der­schla­gen. Und dann muss – wie in Schwe­den bei den mas­sen­haf­ten und abar­ti­gen sexu­el­len Gewalt­ta­ten von Migran­ten an den Agnet­has und Anni-Fri­ds – mit allen Mit­teln der Mani­pu­la­ti­on ver­hin­dert wer­den, dass der­glei­chen offen zur Spra­che kommt. (Par­al­lel dazu wer­den welt­weit Kohor­ten von Poli­to­lo­gen, Sozi­al­wis­sen­schaft­lern, Jour­na­lis­ten, Gleich­stel­lungs­po­li­ti­kern und Advo­ka­ten die­je­ni­gen Natur­wis­sen­schaft­ler zum Schwei­gen brin­gen, die gene­ti­sche Unter­schie­de zwi­schen den Men­schen­grup­pen fest­zu­stel­len wäh­nen.) Unter der Herr­schaft des Teu­fels wer­den nicht mehr die Gewalt­tä­ter und Kon­flikt­aus­lö­ser bekämpft, son­dern die­je­ni­gen, die die Kon­flik­te beim Namen nen­nen. Im Reich der Lüge wer­den alle Men­schen des Kai­sers neue Klei­der tra­gen, und nie­mand wird wagen, aus­zu­spre­chen, was er sieht. Das ist das End­ziel, und in gewis­sem Sin­ne auch das Ende. 

„Teuf­lisch ist, wer das Reich der Lüge auf­rich­tet und ande­re Men­schen zwingt, in ihm zu leben. (…) Der Teu­fel ist nicht der Töter, er ist Dia­bo­los, der Ver­leum­der, ist der Gott, in dem die Lüge nicht Feig­heit ist, wie im Men­schen, son­dern Herr­schaft. Er ver­schüt­tet den letz­ten Aus­weg der Ver­zweif­lung, die Erkennt­nis, er stif­tet das Reich der Ver­rückt­heit, denn es ist Wahn­sinn, sich in der Lüge ein­zu­rich­ten.” (Arnold Geh­len, „Moral und Hypermoral”).

                                        ***

Jemand sag­te: „Nach­dem Oba­ma abtre­ten muss­te und Clin­ton nicht, wie erhofft, an sei­ne Stel­le tre­ten konn­te, hat die New York Times sofort Mer­kel zur west­li­chen Heils­ge­stalt aus­ge­ru­fen. Ihr zur Sei­te trat als klei­ner Bru­der und mög­li­cher Erbe Tru­deau. Nun erle­ben wir die Segens­über­ga­be auf Macron. Es fällt auf, wie Macron der­zeit mul­ti­me­di­al auf­ge­baut wird, und fol­ge­rich­tig dräng­te er auf den Mili­tär­schlag gegen Syri­en. Mer­kels Zeit als dienst­tu­en­de Iko­ne des Wes­tens läuft ab.”

                                        ***

In der Bahn­hofs­buch­hand­lung lie­gen fünf Bücher und ein Comic über Trump, alle sind gegen ihn gerich­tet, dazu noch ein „Nach­ruf auf Ame­ri­ka” wegen Trump. Plu­ra­lis­mus ist doch etwas Groß­ar­ti­ges, ein Jahr­markt der ech­ten Charaktere.

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