20. Mai 2018

„Hüte dich vor Ein­tags­flie­gen. Ihre Zeit ist begrenzt.„
Sta­nisław Jer­zy Lec

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Eine Isla­mi­sie­rung fin­det nicht statt: Die Mann­hei­mer Braue­rei Eich­baum druckt seit vie­len Jah­ren zur Fuss­ball-WM die Län­der­flag­gen der teil­neh­men­den Natio­nen auf ihre Kron­kor­ken. Da dies­mal Sau­di-Ara­bi­en an der WM teil­nimmt, lan­de­te auch die sau­di­sche Flag­ge auf dem Ver­schluss, das heißt, eine unrei­ne Flüs­sig­keit bran­det somit direkt an das isla­mi­sche Glau­bens­be­kennt­nis. Die Braue­rei brach ihre Wer­be­ak­ti­on nach hefi­gen, nein „hef­ti­gen Pro­tes­ten von Mus­li­men” (Focus) ab. Der Blog­ger Jür­gen Fritz hat den lau­ni­gen Vor­fall kom­men­tiert, und anstatt sich der Mei­nungs­viel­falt und kul­tu­rel­len Berei­che­rung zu erfreu­en – Der Rama­dan gehört zu Deutsch­land! –, behaup­tet er, in Mann­heim habe „eine wei­te­re mus­li­mi­sche Macht­de­mons­tra­ti­on” statt­ge­fun­den. Da soll doch die Schild­maid Kaha­ne mit dem Schwert der Par­tei dreinschlagen! 

Apro­pos. Unter dem Glau­bens­be­kennt­nis ist auf der Flag­ge der Sau­dis ein Schwert abge­bil­det, und natur­ge­mäß rät­seln emp­find­sa­me See­len im Wes­ten all­ge­mein und spe­zi­ell auf der Zeit­geistschrott­sam­mel­stel­le Wiki­pe­dia, was es wohl bedeu­ten möge. Ein Schwert unter dem Glau­bens­be­kennt­nis? Steht es für: Welt­of­fen­heit? Bunt­heit? Frie­den? Reli­giö­se Tole­ranz? Kampf gegen rechts? Nazis raus? Viel­leicht auch: Schwer­ter zu Pflug­scha­ren? Oder han­delt es sich gar um das Gen­der-Schwert? Wiki­pe­dia weiß die Lösung: „Das glat­te Schwert sym­bo­li­siert Recht­schaf­fen­heit und Gerech­tig­keit.” Hät­te man auch sel­ber drauf kom­men können.

Apro­pos Kaha­ne: „Wer sich vom Islam bedroht fühlt, der ist ein Ras­sist. Das erklärt die Evan­ge­li­sche Kir­che und will gemein­sam mit der Ama­deu Anto­nio Stif­tung das Netz rei­ni­gen”, notiert Alex­an­der Kis­s­ler in sei­ner Cice­ro-Kolum­ne. Man wol­le end­lich jene „toxi­schen Nar­ra­ti­ve” auf­stö­bern, die bei Lepan­to oder 1683 in Wien erfolg­reich die Gesell­schaft spal­te­ten. An ers­ter Stel­le den „anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus”. In die­se Kate­go­rie gehört bei­spiels­wei­se der Satz: „Der Islam bedroht uns.” 

Die Lin­ke hat nichts mehr zu bie­ten als ihren Ver­fol­gungs­gei­fer, und sie hat alles zu ver­lie­ren, was sie sich an Pöst­chen und Pfrün­den ergau­nert hat. Michel Hou­el­le­becq, der zu den eher zuver­läs­si­gen Pro­gnos­ti­kern zählt, hat vor­her­ge­sagt, dass unse­re Pro­gres­sis­ten mit des­to hem­mungs­lo­se­rer Wut um sich bei­ßen wer­den, je wei­ter sie sich unter dem Druck des Fak­ti­schen in die Ecke der Über­flüs­sig­keit und Argu­ment­lo­sig­keit gedrängt sehen. Sie wer­den alles opfern, alles preis­ge­ben, alles ver­ra­ten, sich mit jedem Wüs­ten­dä­mon ver­bün­den, jede Ker­ka­por­ta öff­nen, um noch ein paar Welt­se­kun­den län­ger in ihrem ideo­lo­gi­schen Bun­ker wei­ter­le­ben zu können. 

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Neue Wor­te bei Nico­laus Fest: „Moschee-Pres­se”, „Dul­dungs-Anti­se­mit”.

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Das nen­ne ich mal ein Buch, wo Titel, Titel­bild und Inhalt eine wirk­li­che Ein­heit bilden:

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Aber: Die Sonn­ta­ge immer…?
Neh­men Sie sich 20 Minu­ten. Gekonnt ist und bleibt gekonnt. Und sie kann es immer noch.

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