23. Mai 2018

„Die Demo­kra­tie ist die poli­ti­sche Regie­rungs­form, in der der Bürger …

DXdqEfYWkAAywRA.jpg

„… die öffent­li­chen Inter­es­sen den­je­ni­gen anver­traut, denen er nie­mals sei­ne pri­va­ten Inter­es­sen anver­trau­en wür­de.„
Nicolás Gómez Dávila

                                    ***

Auf mehr­fa­che Nach­fra­ge: Der vier­te Band der Acta diur­na – er wird den Titel „Bunt wie ein Niqab” tra­gen, mit Anmut hof­fent­lich – soll nach Aus­sa­ge der Dru­cke­rei inner­halb der nächs­ten acht Tage aus­ge­lie­fert wer­den. Der Ver­lag nennt auf sei­ner Web­sei­te den 14. Juni als Erschei­nungs­ter­min. Höchs­tens noch zwan­zig­mal schlafen!

                                    ***

„Flucht­ur­sa­chen besei­ti­gen”: ande­re For­mel für „Mer­kel muss weg!” 

                                    ***

Der Aale­ner Pfar­rer Wolf­gang Sedl­mei­er hat in sei­ner Pfingst­mes­se in der Mari­en­kir­che ein Kopf­tuch getra­gen. Er woll­te damit „ein Zei­chen set­zen” gegen die Rede der AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ali­ce Wei­del. Die­se Cou­ra­ge! Die­ser Mut! Ach hät­ten sich nur halb so vie­le Pfar­rer dem Drit­ten Reich ent­ge­gen­ge­stemmt, wie heu­te gegen das dro­hen­de vier­te „Gesicht zei­gen”, wir müss­ten even­tu­ell völ­lig neu durchzählen! 

                                    ***

Und immer wei­ter mit den Zeug­nis­sen des huma­ni­tä­ren Abwehr­kamp­fes gegen den Miss­brauch des Plu­ra­lis­mus. „Der Schriftsteller*innenverband erwägt den Aus­schluss von AfD-Mit­glie­dern. Es ist nötig, die Frei­heit des Wor­tes zu beschrän­ken, um sie zu bewah­ren”, ver­kün­det der Kin­der­stür­mer aus Kreuz­berg, um sich selbst­re­dend auf die Sei­te der Frei­heits­be­schrän­ker zu schla­gen: „AfD-Mit­glie­der ste­hen kon­trär zu einer soli­da­ri­schen Kul­tur unter Wortarbeiter*innen, unab­hän­gig von ihrer Her­kunft, und somit zur Sat­zung des Ver­bands. Auch dar­um soll­ten sie nicht auf die Struk­tur, auf Gel­der und den Namen zurück­grei­fen oder sich damit tar­nen kön­nen. Eine Mit­glied­schaft in einem Berufs­ver­band für Schriftsteller*innen kann als Qua­li­täts­merk­mal und Zei­chen für Welt­of­fen­heit und fort­schritt­li­ches Den­ken gewer­tet und damit von AfD-Mit­glie­dern als Eti­kett ver­wen­det werden.” 

Davon abge­se­hen, dass die­ser Ver­ein als Unter­ab­tei­lung der Gewerk­schaft ver.di auf Struk­tur, Gel­der und Eti­ket­ten zurück­greift: Ein Schrift­stel­ler­ver­band ist bei­na­he so rüh­rend wie ein Apho­ris­ti­ker­tref­fen oder ein Phi­lo­so­phen­kon­gress. Dort ver­sam­meln sich all die­je­ni­gen, die nicht schrei­ben kön­nen, aber davon leben müs­sen. Wer von die­sen Figu­ren aus­ge­schlos­sen wird, hat im Grun­de nur ein Pro­blem, näm­lich zu erklä­ren, wie er dort jemals hin­ein­ge­ra­ten konnte.

                                    ***

Die Web­sei­te wienkultur.info teilt mit: „Wien war Welt­mu­sik­haupt­stadt und Hoch­burg für Kom­po­nis­ten. Haydn, Mozart, Beet­ho­ven präg­ten ihre Zeit mit Opern, Fes­ten und Kon­zer­ten, wie Elvis, Micha­el Jack­son und Jus­tin Bie­ber die ihre.” Fällt das noch unter Problembewusstsein?

                                    ***


Aus unse­rer Rei­he „Schutz suchen vor Schutz­su­chen­den”: Ein 26-jäh­ri­ger Asyl­be­wer­ber hat in einem Flücht­lings­heim in der Nähe von Ber­lin ver­sucht, einen Wach­mann zu töten. „Es war um die Mit­tags­zeit, als ein Wach­mann in dem Heim in der Jühns­dor­fer Stra­ße den Soma­li­er in sei­nem Zim­mer auf­such­te und ihn auf­for­der­te, sei­ne Musik lei­ser zu stel­len”, heißt es in einem rbb-Bericht. „Dar­auf­hin soll der Mann den Ange­stell­ten erst geschla­gen haben; kurz dar­auf zog er laut Staats­an­walt­schaft ein Mes­ser mit einer 20 Zen­ti­me­ter lan­gen Klin­ge. Mit den Wor­ten ‚Ich umbrin­gen dir’ soll er sich auf den Wach­mann gestürzt und mehr­fach direkt auf den Hals gezielt haben.” Der Wach­mann wur­de an Brust, Unter­arm und Hand ver­letzt. „Er trug nur des­halb kei­ne schwe­re­ren Ver­let­zun­gen davon, weil er seit zwan­zig Jah­ren Kampf­sport betreibt”, sag­te ein Gerichtssprecher.

Der Asyl­be­wer­ber war wegen sei­ner Aggres­si­vi­tät bereits aus einem ande­ren Heim kom­pli­men­tiert wor­den; einen Mes­ser­an­griff hat­te er auch schon auf dem Kerb­holz. „Mehr­fach hat­te ihn die Poli­zei schon fest­ge­nom­men, doch stets wie­der frei­ge­las­sen. Kei­ner woll­te mit ihm das Zim­mer tei­len – die Mit­be­woh­ner hat­ten Angst.” Wäh­rend unse­re Gut­chen glau­ben, eine sol­che Men­ta­li­tät lie­ße sich mit einem Inte­gra­ti­ons­kurs ins Ver­träg­li­che umzau­bern – Alle Men­schen sind gleich (gut)! –, sickern immer neue zwei­bei­ni­ge Zeit­bom­ben (wenn die­ses Bild trotz der von ihnen bevor­zug­ten Schlag- und Stich­werk­zeu­ge erlaubt ist) hier ein und pro­du­zie­ren immer neue zu tole­rie­ren­de Opfer. 

Wel­che Poin­te fehlt noch? Na klar doch, unser Gold­stück weil­te zum Zeit­punkt der Tat mehr als drei Jah­re dezi­diert ille­gal in Deutsch­land. Im Mai 2014 war sein Asyl­an­trag rechts­kräf­tig abge­lehnt worden.

                                    ***

Ist es nicht herr­lich – das Schwei­gen der Transatlantiker?

Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

20. Mai 2018

Nächster Beitrag

25. Mai 2018

Ebenfalls lesenswert

Übrigens:

Auch in die­sem Jahr ging die Chro­nik des ver­gan­ge­nen in den Druck, und all­mäh­lich haben wir alle Far­ben durch:…

3. März 2020

„Die Tole­ranz wächst mit dem Abstand zum Pro­blem.„Aller­welts­weis­heit                                  *** Nach­dem wochen­lang kei­ner auf die eigent­lich nahe­lie­gen­de Idee…

30. Juni 2021

Ges­tern hat die „Mann­schaft” ihre letz­te Chan­ce genutzt. Vor dem Anpfiff des Spie­les gegen die knie­faller­prob­ten Eng­län­der beug­ten…

25. Oktober 2019

„Bei einer Wie­der­ver­ei­ni­gung wären die Deut­schen bald wie­der zum Fürch­ten”, schwan­te es einem Esel (Gün­ter Grass). „Die DDR…