31. Mai 2018

„Auch die Sor­ge ist eine Klug­heit, wie­wohl nur eine pas­si­ve. Die Dumm­heit weiß von kei­ner Sor­ge.„
Goe­the am 16. August 1824 zu Ecker­mann über „besorg­te Bürger”

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Ges­tern erreich­te mich ein Schrei­ben des Ver­lags, dass der vier­te Band der Acta diur­na, der mit 582 Sei­ten geschwät­zi­ger ist als alle sei­ne Vor­gän­ger, aller­dings auch mono­the­ma­ti­scher, mono­li­thi­scher, mono­maner, ja monochromer –

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– soeben aus­ge­lie­fert wird. Wer von Juli Zeh, Jana Hen­sel, Ingo Schul­ze und Richard David Precht wirk­lich alles gele­sen hat, darf ihn hier ordern; bis ama­zon die Sache mit­be­kommt, kann es noch ein Weil­chen dau­ern, und über­haupt soll man Mono­po­lis­ten ja mög­lichst meiden. 

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Wie­der geht ein Monat zur Nei­ge, nach­dem er gera­de erst ange­fan­gen hat­te. „Eins­zwei­d­rei, im Sauseschritt/ Läuft die Zeit; wir lau­fen mit” (Wil­helm Busch, „Jul­chen”). Was brach­te er an neu­en Erkennt­nis­sen? Ent­schei­dun­gen? Para­dig­men­wech­seln? Viel­leicht die­sen: Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig hat ent­schie­den, dass eine im Aus­land geschlos­se­ne Zweit­ehe einen Ein­bür­ge­rungs­an­spruch in Deutsch­land nicht aus­schließt. „Die­se Ehe”, notiert die Welt, „ste­he einem wirk­sa­men Bekennt­nis zur frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung nicht ent­ge­gen, ent­schied das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in einem am Mitt­woch ver­öf­fent­lich­ten Urteil zur Ein­bür­ge­rung eines Syrers.” Der Mann hat­te vor Gericht gel­tend gemacht, dass er die Frau aus Syri­en – angeb­lich sei­ne Cou­si­ne – vor „gesell­schaft­li­cher Äch­tung” habe schüt­zen wol­len. „Bei­de hät­ten 2006 ein Ver­hält­nis gehabt, was auf­ge­flo­gen sei. Sei­ne deut­sche Ehe­frau habe von der ande­ren Frau gewusst, zumal erlau­be ihm sein mus­li­mi­scher Glau­be, eine Zweit­frau zu haben.” Deutsch­land schafft sich ab? Ach was! Deutsch­land schafft an!

Der dop­pel­te Gat­te bzw. Begat­ter – mit der ers­ten Frau, also der Cou­si­ne, die er vor gesell­schaft­li­cher Äch­tung schüt­zen muss­te, hat er drei Kin­der –, arbei­tet Medi­en­be­rich­ten zufol­ge als Bau­in­ge­nieur, erfüllt also das reli­giö­se Gebot, sei­ne Frau­en ernäh­ren zu kön­nen. Frei­lich kommt alles von Allah, auch die deut­sche Sozi­al­hil­fe; wenn der Fall also, wie man sagt, Schu­le macht, soll­te das Minis­te­ri­um für Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung, Reli­gi­on und Viel­falt eine Grund­ge­setz­än­de­rung anre­gen. Ein Teil der 4. Sure, Vers 3 könn­te auf­ge­nom­men wer­den, näm­lich: „Hei­ra­tet Frau­en, die euch genehm dün­ken, zwei oder drei oder vier”, tole­ran­ter­wei­se ver­se­hen mit dem Zusatz: „aber nur so vie­le, wie der deut­sche Sozi­al­staat bezahlt.”

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Das führt uns zur Monats­end­fi­gur. Als ein gewis­sen Schlüs­sel­rei­zen gleich­sam hilf­los aus­ge­lie­fer­ter Mensch und Renn­rad­fah­rer (= auto­ag­gres­si­ver Mobil­m­edi­tie­rer) bin ich selbst­re­dend der velo­zi­fe­ri­schen Weib­lich­keit gewo­gen, die mir ent­ge­gen­ra­delt, immer dar­auf spe­ku­lie­rend, es kön­ne sich z.B. Fol­gen­des eräugnen: 

Wo die Monats­end­fi­gur auf­taucht, ist auch die Kol­lek­te nicht fern. Wie gewohnt geht sie mit einem herz­haf­ten Dank an die­je­ni­gen um, die sie bis­lang gene­rös befüllt haben; alle ande­ren füh­len sich bit­te bemü­ßigt, hier zu kli­cken. Vergelt’s Gott! 

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