6. Juli 2018

1894, im auto­riä­ren Kai­ser­reich, erschien zu Leip­zig und von der Zen­sur völ­lig unbe­hel­ligt ein Buch, in des­sen Schluss­ka­pi­tel geschrie­ben steht: „Ich hei­ße das Chris­tent­hum den Einen gro­ßen Fluch, die Eine gro­ße inner­lichs­te Ver­dor­ben­heit, den Einen gro­ßen Instinkt der Rache, dem kein Mit­tel gif­tig, heim­lich, unter­ir­disch, klein genug ist, – ich hei­ße es den Einen unsterb­li­chen Schand­fleck der Menschheit …”

2018, im bun­tes­ten, tole­ran­tes­ten und bes­ten Deutsch­land, das es je gab, muss ein – neh­men Sie die­sen Begriff cum gra­no salis – reli­gi­ons­kri­ti­scher Autor vor Gericht zie­hen, um sich der Zen­sur­maß­nah­men sei­nes Ver­la­ges zu erweh­ren. Ohne Feig­heit sind Bunt­heit und Bes­ser­sein wohl ein­fach nicht zu haben.

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