26. August 2018

Nach einer dem übli­chen Mus­ter fol­gen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit fina­lem Mes­ser­ein­satz und einem toten sowie zwei schwer­ver­letz­ten Ein­hei­mi­schen – der Fall ist noch nicht auf­ge­klärt, aber ich neh­me über die Täter gern Wet­ten an – spitzt sich die Lage in Chem­nitz zu. Zumin­dest die acht­ba­ren Sach­sen schei­nen nicht gewillt zu sein, nach den immer neu­en Pro­ben der Tran­chier­küns­te unse­rer Neu­mit­bür­ger klag­los die Toten zu begra­ben, die Ver­letz­ten zu ver­sor­gen und das Blut weg­zu­wi­schen. Hun­der­te zogen mit „Wir sind das Volk!”-Rufen durch die Stra­ßen, nach­dem ein Stadt­fest wegen der Blut­tat abge­bro­chen wer­den muss­te. Die Medi­en­be­rich­te fol­gen eben­falls dem übli­chen Mus­ter und rich­ten sich wie stets pau­schal gegen die eige­nen Lands­leu­te – also die Ein­hei­mi­schen, der Genos­se Jour­na­list kennt ja kei­nen Lands­mann mehr, und für impor­tier­te Kri­mi­nel­le hat er all­zeit Ver­ständ­nis, sofern sie nicht gera­de in sei­nem Vor­gar­ten Schutz suchen. Spie­gel online mel­det den „Tod” eines 35jährigen unter der Schlag­zei­le „Rech­te mar­schie­ren in Chem­nitz auf”; man muss ja Prio­ri­tä­ten set­zen. „Anti­fa­schis­ti­sche Akti­vis­ten berich­ten in sozia­len Medi­en von Über­grif­fen auf Migran­ten”, heißt es prio­ri­tätse­s­ka­lie­rend wei­ter; anschei­nend hal­ten die anti­fa­schis­ti­schen Akti­vis­ten in der Spie­gel-Redak­ti­on ihre twit­tern­den Milch­brü­der für eine seriö­se Quel­le. Die Stadt­ver­wal­tung zeig­te sich, wie die Zeit kund­tat, „besorgt über die spon­ta­nen Demons­tra­tio­nen” – und nicht etwa über die Mes­serfolk­lo­re, die sie aus­ge­löst hat.

Merke(l): Die Lin­ken „demons­trie­ren”, die Rech­ten „mar­schie­ren”. Lin­ke „rufen” Paro­len, Rech­te „brül­len” oder „grö­len” sie. Rech­te wer­fen Fla­schen auf Poli­zis­ten, wäh­rend von links „Stei­ne flie­gen”. Rech­te „machen Jagd”, Lin­ke „blo­ckie­ren” oder „ran­geln”. Und unse­re impor­tier­ten Mes­ser­ste­cher gera­ten in einen „Streit”, wobei „es” zu Toten, meist indes bloß zu Ver­letz­ten „kommt”, aber nur Nazis und Dun­kel­deut­sche brin­gen sol­che Ein­zel­fäl­le mit der gran­dio­sen Will­kom­mens­po­li­tik unse­rer Frem­den­füh­re­rin in Ver­bin­dung, um die uns die Welt beneidet.

Dem Betrach­ter blei­ben die noto­ri­schen Danisch-Fra­gen: Wer kauft so etwas? Wer wählt so was? Wer glaubt denen noch etwas?

PS: Die Bun­des­re­gie­rung ver­ur­teilt die Zustän­de, die sie sel­ber her­bei­ge­führt hat, hier.

PPS: Als Mes­ser­tat­ver­däch­ti­ge sind inzwi­schen ein Ira­ker und ein Syrer aus dem Kreis der Schutz­su­chen­den in die Vor­höl­le der deut­schen Unter­su­chungs­haft über­ant­wor­tet worden.

PPPS: Soll­te es tat­säch­lich zutref­fen, dass bei den spon­ta­nen Demons­tra­tio­nen „aus­län­disch aus­se­hen­de Men­schen von Per­so­nen aus der Mas­se her­aus atta­ckiert wur­den”, wie Spie­gel online schreibt (ohne auf ein Bei­spiel zu ver­lin­ken), gibt es dafür nur ein Wort: Gesin­del. Es ändert aber nichts dar­an, dass es völ­lig legi­tim ist, gegen Mer­kels Will­kom­mens­jun­ta auf die Stra­ße zu gehen. Wer den Wind sät, wird den Sturm ern­ten; wer inmit­ten soge­nann­ter Flücht­lin­ge gewalt­tä­ti­ges Gesin­del impor­tiert, darf sich nicht wun­dern, wenn er auch in den ein­hei­mi­schen Unter­schich­ten Gesin­del­in­stink­te hervorkitzelt.

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„Das Fehl­ver­hal­ten der Poli­zei in Dres­den hat den Ruf des brau­nen Sach­sen wie­der auf­le­ben las­sen”, meint wie­der­um der Süd­deut­sche Beob­ach­ter, täg­lich neu bestrebt, der schwind­süch­ti­gen taz den Rang als füh­ren­der „lin­ker Dach­scha­dens­an­zei­ger” (Wolf­gang Röhl) abzu­lau­fen, zur Miss­hand­lung eines ZDF-Kame­ra­teams auf einer Pegi­da-Demons­tra­ti­on in Dres­den, indem es durch brau­ne Beam­te eine hal­be Stun­de lang am Dre­hen gehin­dert wur­de, ein Zwi­schen­fall, zu dem sich sogar Kanz­le­rin und Jus­tiz­mi­nis­te­rin geäu­ßert haben und der medi­al ca. zehn­mal mehr Reso­nanz fand als alle Gemes­ser­ten der Woche zusam­men, weil kei­nes­wegs bloß Leib und Leben von Ein­zel­fäl­len, son­dern die Pres­se­frei­heit – also die Frei­heit von Mil­lio­nen nach wah­ren und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig über­mit­tel­ten Infor­ma­tio­nen lech­zen­den Bür­gern – bedroht war.

Nahe­zu unbe­ach­tet lie­ßen die Wahr­heits­me­di­en indes die Haus­durch­su­chung, wel­che die Ber­li­ner Poli­zei bei dem Schrift­stel­ler Han­jo Leh­mann ver­an­stal­te­te. Leh­mann war auf zahl­rei­che Unge­reimt­hei­ten und unglaub­wür­di­ge Anga­ben im Lebens­lauf der Senats­spre­che­rin und Lei­te­rin des Ber­li­ner Infor­ma­ti­ons­am­tes Clau­dia Sün­der gesto­ßen und hat­te sei­ne Erkennt­nis­se öffent­lich gemacht. Die SPD-Frau erstat­te­te Anzei­ge wegen Belei­di­gung, doch bevor über­haupt ein Zivil­ge­richt über die Zuläs­sig­keit von Leh­manns Aus­sa­gen urtei­len konn­te, stand die Poli­zei früh­mor­gens vor der Tür des läs­ti­gen Recher­cheurs, um sei­ne sämt­li­chen Com­pu­ter und sogar sein Hän­di zu beschlag­nah­men (sie­he Acta vom 4. August und vor allem hier).

Mit den Wor­ten des Süd­deut­schen Beob­ach­ters: Das Fehl­ver­hal­ten der Ber­li­ner Poli­zei hat den Ruf der Nazi­me­tro­po­le wie­der auf­le­ben lassen.

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Am Ran­de: Die Bericht­erstat­tung um das kurz­zei­tig pro­pa­gan­daun­fä­hig gemach­te ZDF-Team hat ein hier­zu­lan­de schon län­ger gel­ten­des Medi­en­ge­setz bestä­tigt, wel­ches da lau­tet: Straf­tä­ter genie­ßen Per­sön­lich­keits­schutz und müs­sen gepi­xelt wer­den, wenn die Poli­zei Fahn­dungs­fots von links­ex­tre­men Gewalt­tä­tern ver­öf­fent­licht, ist das „bedenk­lich”, aber wer bei Pegi­da mit­läuft, hat jedes Recht am eige­nen Bild ver­wirkt und jede Art Pran­ger verdient.

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„In Deutsch­land hal­ten sich der­zeit rund 700.000 abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber auf. Wie aus eine Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD her­vor­geht, leb­ten aus­weis­lich des Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ters Ende Juni 689.970 Per­so­nen in Deutsch­land, ‚deren Asyl­an­trag rechts- oder bestands­kräf­tig abge­lehnt wur­de’. Dar­un­ter befan­den sich 81.450 Tür­ken, 75.643 Afgha­nen, 70.932 Koso­va­ren und 51.975 Ser­ben. Aber auch 17.290 Maze­do­ni­er, 14.214 Alba­ner, 12.258 Polen und 7.140 Rumänen.

Eben­falls geht aus der Ant­wort her­vor, daß monat­lich etwa 100 Per­so­nen nach Deutsch­land ein­rei­sen, obwohl sie mit einer Wie­der­ein­rei­se­sper­re belegt sind. So waren dies laut Bun­des­po­li­zei im Mai 101 Per­so­nen, im April 96, im März 119 und im Febru­ar 126 Per­so­nen. Nach Anga­ben des Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ters hiel­ten sich Ende Juni 6.723 Per­so­nen in Deutsch­land auf, obwohl eine Wie­der­ein­rei­se­sper­re gegen sie bestand. 714 von ihnen waren sogar trotz der Wie­der­ein­rei­se­sper­re seit dem 1. Janu­ar 2015 erneut nach Deutsch­land eingereist.

Zudem leb­ten hier­zu­lan­de 34.089 Aus­län­der, die – nach­dem ihr Asyl­an­trag rechts­kräf­tig abge­lehnt wor­den war – die Bun­des­re­pu­blik ver­las­sen hat­ten, dann seit dem 1. Janu­ar 2015 aber wie­der nach Deutsch­land ein­ge­reist waren.”

Das mel­det die Jun­ge Frei­heit. Die Kol­le­gen von der Lücken­pres­se haben nahe­zu lücken­los dar­auf ver­zich­tet, die­se Nach­richt zu ver­brei­ten. Statt­des­sen lesen wir im eben erwähn­ten Beob­ach­ter: „99 Pro­zent der Migran­ten genie­ßen zu Recht Schutz in Deutsch­land.” Genos­sen, das eine Pro­zent schaf­fen wir auch noch!

Ich über­las­se es Ihnen, geneig­ter Leser, die bei­den Nach­rich­ten gegen­ein­an­der abzuwägen.

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„Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky,
wie Sie sehen, drin­gen Ihre Tex­te dank moder­ner Infor­ma­ti­ons­tech­nik bis in den letz­ten Win­kel Afri­kas. Wir leben bereits in drit­ter Genera­ti­on als Far­mer in Nami­bia. Bezug­neh­mend auf Ihren Text vom 24.August möch­te ich Sie ger­ne dar­auf hin­wei­sen, daß bei einer Gesamt­be­völ­ke­rung von etwa 2,5 Mil­lio­nen Men­schen der in Nami­bia ansäs­si­ge Anteil euro­päi­scher Nach­kom­men immer­hin noch bei ca. 80 bis 100.000 Ein­woh­nern liegt. Die­se Zahl ist in den letz­ten zwan­zig Jah­ren mehr oder weni­ger sta­bil geblie­ben. Der deutsch­spra­chi­ge Anteil liegt bei etwa 15 bis 20.000 .

Als Nach­barn machen auch wir uns zuneh­mend Sor­gen. Nami­bi­as Wirt­schaft im Beson­de­ren, aber auch die aller ande­ren Nach­bar­län­der sind auf Gedeih und Ver­derb direkt an das poli­ti­sche Schick­sal Süd­afri­kas gekop­pelt. Soll­te es zum gro­ßen Knall kommen,wie immer die­ser sich auch äußern mag, gerät das gesam­te süd­li­che Afri­ka gna­den­los in die­sen Stru­del. Die sogen­an­te Land­fra­ge wird auch in Nami­bia nach wie vor poli­tisch instru­men­ta­li­siert. Poli­tisch moti­vier­te Agres­sio­nen gegen Wei­ße sind hier Gott sei Dank die Aus­nah­me (noch).
Wir hof­fen und beten, dass es in Süd­afri­ka doch nicht soweit kommt, wie es an die Wand geschrie­ben steht.

Wir sind Ihnen und ande­ren alter­na­ti­ven Medi­en sehr dank­bar, dass wenigs­tens sie den sich (hof­fent­lich nicht) anbah­nen­den Geno­zid thematisieren.

Ich ver­blei­be mit freund­li­chen Grüssen

***
Windhoek
Nami­bia”

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