29. August 2018

Zei­tun­gen von vor­ges­tern sind gele­gent­lich aktu­el­ler – weil über­zeit­lich gewor­den – als die Gazet­te von heu­te. Zum Bei­spiel die­ser Kom­men­tar aus der Jun­gen Welt vom 9. Okto­ber 1989: 

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„Lie­ber Herr Klo­n­ovs­ky, Gott wür­de sich wie so oft als präch­ti­ger Humo­rist zu erken­nen geben, wür­de im Marx-Jahr in Karl-Marx-Stadt die Revo­lu­ti­on beginnen.”

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Ver­gleicht man das sof­te Begleit­ge­schwa­fel von Medi­en und Kul­tur­be­trieb zu den Gewalt­ex­zes­sen beim Ham­bur­ger G 20-Tref­fen – 476 ver­letz­te Poli­zis­ten, 186 Fest­nah­men, 12 Mil­lio­nen Euro Scha­den – mit der hoch­ag­gres­si­ven Bericht­erstat­tung über die Demons­tra­tio­nen in Chem­nitz – 0 ver­letz­te Poli­zis­ten, 0 Fest­nah­men, bis­lang kein bekann­ter Scha­den, angeb­lich zehn Hit­ler­grü­ße (sofern es nicht der Gruß der Hamas gewe­sen ist); dazu meh­re­re Leicht­ver­letz­te bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit soge­nann­ten „Gegen„demonstranten („Wir haben Per­so­nen beob­ach­tet, die im Bereich des Stadt­hal­len­park Stei­ne auf­neh­men. Mehr als 100 Per­so­nen haben sich ver­mummt”, twit­ter­te die Poli­zei am 27. um 20.20 Uhr) –, dann erscheint einem der Ter­mi­nus „links­ver­si­fft” als Attri­but für die deut­sche Gesin­nungs­pres­se doch womög­lich etwas verniedlichend.

Update: Der Poli­zei­be­richt nennt: 18 ver­letz­te Ver­samm­lungs­teil­neh­mer, zwei ver­letz­te Poli­zis­ten, alles offen­bar leich­te­re Fäl­le; wer die Ver­let­zun­gen zufüg­te – in der Regel sind die Links­ex­tre­men dabei akti­ver und rück­sichts­lo­ser, weil sie ein gren­zen­los gutes Gewis­sen und weni­ger Fol­gen zu befürch­ten haben –, wird nicht erwähnt. Es gab 43 Anzei­gen, unter ande­rem wegen des Ver­dachts des Land­frie­dens­bruchs (2), des Ver­wen­dens von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen (10), Kör­per­ver­let­zung (11) und Ver­stö­ßen gegen das Säch­si­sche Ver­samm­lungs­ge­setz (3).

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Ges­tern Abend Lesung im Ham­bur­ger Rat­haus. Die lin­ke Lite­ra­tur­kri­tik zeig­te ein vages Interesse:

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476 ver­letz­te Poli­zis­ten und 186 Festnahmen
476 ver­letz­te Poli­zis­ten und 186 Festnahmen„Wir haben Per­so­nen beob­ach­tet, die im Bereich des Stadt­hal­len­park Stei­ne auf­neh­men. Mehr als 100 Per­so­nen haben sich ver­mummt”, mel­de­te die Poli­zei am 27. August um 20.20 Uhr via twitter)

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Had­mut Danisch weist dar­auf hin, dass die Nie­der­met­ze­lung eines Deut­schen halb­ku­ba­ni­scher Abstam­mung und zwei­er ande­rer Pas­san­ten zu Chem­nitz womög­lich „ein ordi­nä­rer Stra­ßen­raub” gewe­sen ist, also die blut­rüns­ti­gen Gäs­te unse­rer Frem­den­füh­re­rin noch gar nicht nach Frau­en, son­dern nach der ande­ren Beu­te Aus­schau gehal­ten haben. Eins nach dem ande­ren! In bei­den Fäl­len gilt: Kom­me nie zwi­schen den Nazgûl und sei­ne Beu­te! Hal­te still, gib Geld und Frau her, oder bis­su Ras­sist? Die Geld­au­to­ma­ten-Ver­si­on, soll­te sie zutref­fen, macht mei­ne spe­ku­la­ti­ve Dar­stel­lung des Tat­her­gangs (A.d. vom 27. August) gewiss­lich kei­nen Deut unwahr­haf­ti­ger, dann pas­siert es eben mor­gen und über­mor­gen wie­der auf die beschrie­be­ne Wei­se, so wie ges­tern und vor­ges­tern auch. Bezeich­nend ist, dass man in Chem­nitz am Ran­de eines Volks­fes­tes vor hin­rei­chend vie­len Zeu­gen abge­sto­chen wer­den kann, und zwar von einem Ira­ker, der, wie aus dem Haft­be­fehl her­vor­geht, nicht nur erheb­lich vor­be­straft ist, son­dern sich nur gedul­det in Deutsch­land auf­hält, das heißt, sein Asyl­an­trag ist bereits rechts­kräf­tig abge­lehnt wor­den. Zwei Tage spä­ter aber hetzt die gesam­te Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se mit der Kanz­le­rin vor­ne­weg gegen Sach­sen im All­ge­mei­ne und die Chem­nit­zer Demons­tran­ten im Spe­zi­el­len – eine Kanz­le­rin, an deren Hän­den das Blut auch die­ser Opfer klebt, weil sie die poli­ti­sche und, so Gott will, irgend­wann auch die juris­ti­sche Ver­ant­wor­tung für Aber­tau­sen­de von ihr amts­eids­brü­chig geför­der­te Ver­bre­chen gegen Leib und Leben deut­scher Staats­bür­ger trägt. Nicht Sach­sen, son­dern die­se Frau ist eine Schan­de für Deutsch­land. Gott schen­ke ihr ein lan­ges Leben!

Am Ran­de: Mich wür­de inter­es­sie­ren, ob nicht eini­ge bzw. wie vie­le der zehn ange­zeig­ten Hit­ler­grü­ße vor­her mit den Behör­den abge­spro­chen waren, Dun­kel­deutsch­land wim­melt schließ­lich von V‑Leuten.

Ent­lar­ven­der­wei­se bezeich­ne­te Mer­kel, deren Mas­sen­ein­wan­de­rungs­gut­hei­ßung dazu geführt hat, dass man in deut­schen Städ­ten am Ran­de von Volks­fes­ten mal eben abge­sto­chen wer­den kann, sei’s nun beim Frau­en­be­schüt­zen oder beim Geld­ab­he­ben, die spon­ta­nen Pro­tes­te gegen ihre men­schen­ver­ach­ten­de und bür­ger­kriegs­vor­be­rei­ten­de Poli­tik im DDR-Funk­tio­närs­sprech als „Zusam­men­rot­tun­gen”; außer­dem sprach sie von „Hetz­jag­den”. Wahr­schein­lich bezieht sie ihre Infor­ma­tio­nen von der Anti­fa; Tors­ten Kleditzsch, der Chef­re­dak­teur der Frei­en Pres­se in Chem­nitz, gibt zu Pro­to­koll  (ab Min. 9.30): „Hetz­jag­den haben wir hier nicht beob­ach­tet.” Die Brü­he, in der Mer­kel als jun­ger Appa­rat­schik gegart wur­de, dringt ihr noch heu­te durch die inzwi­schen wel­ken Poren. Es gab den Straf­tat­be­stand „Zusam­men­rot­tung” im DDR-Straf­ge­setz­buch; jenes der Bun­des­re­pu­blik kennt ihn nicht. „Viel­leicht”, kom­men­tiert Had­mut Danisch, „hät­ten wir unser Regie­rungs­per­so­nal doch nicht auf dem Gebraucht- und Insol­venz­markt von der DDR auf­kau­fen sol­len.” Aber als Kom­pen­sa­ti­on haben wir ja die Sach­sen. Ich bin ein Chemnitzer!

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„Als Chem­nit­zer hof­fe ich, in mir die Gemüt­lich­keit des Sach­sen mit der dar­über noch hin­aus­ge­hen­den Ruhe des Erz­ge­birg­lers zu ver­ei­nen. Es gelingt sel­ten, mich zu ver­är­gern. Ihnen ist es gelun­gen”, schreibt Leser ***, auf mei­ne Erzäh­ling gemünzt: „Ich bin ein ein­zi­ges Mal Anfang der Neun­zi­ger dort gewe­sen und habe die Stadt am Abend wie­der flucht­ar­tig ver­las­sen, weil ich sie nicht ertra­gen konn­te, auch das ent­setz­li­che Hotel nicht, in das ich ein­ge­checkt hatte…”

„Dabei ist Chem­nitz ein wun­der­ba­rer Ort”, fährt *** fort. „Nicht nur des­halb, weil hier auch drei Jah­re nach der ein­ge­lei­te­ten Mos­lem-Inva­si­on immer noch deut­sche Män­ner bedräng­ten Frau­en zu Hil­fe kom­men. Nicht nur, weil es weder im Verwandten‑, Bekann­ten- noch Kol­le­gen­kreis eine grö­ße­re Anzahl von Men­schen gibt, deren per­sön­li­che Mei­nung von den eta­blier­ten Medi­en geprägt wird. Eine Demons­tra­ti­on gegen die staat­lich for­cier­te Asyl­po­li­tik wird hier nicht als Hetz­jagd wahr­ge­nom­men, selbst wenn ein paar schrä­ge Vögel dabei Hit­ler­grü­ße zei­gen, da hier­bei nie­mand zu Scha­den kam. Dass ein paar enga­gier­te Män­ner, von mir aus gern auch Hoo­li­gans, aggres­si­ven Migran­ten die Mes­ser abnah­men und der Poli­zei über­ga­ben, sehen wir als Schutz unse­rer Fami­li­en und nicht als Angriff auf fried­li­che Migran­ten. Fried­li­chen Migran­ten rei­chen wir gern das Mes­ser, damit sie beim erz­ge­bir­gi­schen Schnitz­ver­ein mit­wir­ken kön­nen. Den Ver­öf­fent­li­cher des Haft­be­fehls, der der Staats­an­walt­schaft das Ver­tu­schen von Fak­ten und der Poli­zei­füh­rung (nicht den ein­fa­chen Poli­zis­ten, die sich red­lich mühen, uns Chem­nit­zer zu schüt­zen) die Untä­tig­keit in Sachen Mord­auf­klä­rung schwe­rer macht, schät­zen wir als cou­ra­gier­ten Ent­hül­ler (wers mag: Whist­leb­lower) und nicht als kri­mi­nel­len Gesetzesbrecher.

Ein Minis­ter­prä­si­dent, der das Hin­schlach­ten von drei Deut­schen (einen davon in Voll­endung) durch eine Grup­pe von Asy­lan­ten zum Anlaß nimmt, die dar­auf­fol­gen­de Pro­test­de­mons­tra­ti­on zu kri­ti­sie­ren, dürf­te damit sei­ne Chan­ce als Lan­des­va­ter respek­tiert zu wer­den, genau­so ver­geigt haben, wie sein Vor­gän­ger. Die­ser stell­te sich Anfang 2016 gegen die Ein­woh­ner der klei­nen Erz­ge­birgs­ge­mein­de Clauß­nitz, die gegen die Ankunft eines Bus­ses vol­ler Asy­lan­ten pro­tes­tier­ten. Dass die­se vol­ler Haß gegen die Bewoh­ner ihrer neu­en Hei­mat von innen gegen die Bus­fens­ter spien, beant­wor­te­te die Staats­macht mit Platz­ver­wei­sen für die Clauß­nit­zer auf der eige­nen Dorf­stra­ße. Deut­li­cher konn­te ein Minis­ter­prä­si­dent nicht doku­men­tie­ren: die Stra­ße gehört ab jetzt den Neu­en. Das Erz­ge­bir­ge hat­te ver­stan­den. Auch dies­mal hat Sach­sen ver­stan­den. Nicht der Mord ist das Schreck­li­che, son­dern der Pro­test dagegen.

Soll­te es Sie wie­der ein­mal in unse­re tol­le Stadt ver­schla­gen, über­nach­ten Sie im Hotel auf dem Thea­ter­platz, neben der Petri-Kir­che, nahe des Opern­hau­ses, gegen­über dem König-Albert-Muse­um – ins­ge­samt ein beein­dru­cken­des archi­tek­to­ni­sches Ensem­ble des His­to­ris­mus. Dann schlen­de­re ich mit Ihnen zur Wie­ge von Chem­nitz, auf den Schloß­berg. Wenn Sie mir dann noch zu einer klei­nen Wan­de­rung ins Erz­ge­bir­ge fol­gen, wer­den Sie gern wie­der kommen.”

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In der Serie „House of Cards” gibt es eine Sze­ne, in der Prä­si­dent Jack Under­wood auf eine Grup­pe von Men­schen zugeht, die gegen ihn demons­trie­ren, nach­dem er zuvor erklärt hat: „Ich bin ja auch deren Prä­si­dent.” Das ist eine in staats­recht­li­cher Hin­sicht völ­lig kor­rek­te Aus­le­gung sei­nes Amtes. Nun hat die Kanz­le­rin im ARD-Som­mer­inter­view erklärt:

„Ich habe so oft zu den jun­gen Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund gesagt: ‘Ich bin eure Bun­des­kanz­le­rin’, genau­so wie ich die Bun­des­kanz­le­rin für die bin, die schon über Genera­tio­nen hier leben.”

Das lin­ke Wahr­heits­fin­dungs­me­di­um Cor­rec­tiv moniert, dass rech­te Web­sei­ten dar­aus „Mer­kel: ‚Ich bin die Kanz­le­rin der Migran­ten’ ” gemacht haben. Sehen wir genau­er hin.

Die Kanz­le­rin ist die vom deut­schen Par­la­ment gewähl­te Regie­rungs­chefin, die ihren Amts­eid auf das deut­sche Volk geleis­tet hat. Das Par­la­ment reprä­sen­tiert das deut­sche Volk, von dem es gewählt wird. Kein ein­zi­ger Migrant – sofern er nicht deut­scher Staats­bür­ger gewor­den ist, aber dann ist er kein Migrant mehr – wählt das Par­la­ment und damit den Per­so­nen­kreis, aus des­sen Mit­te der Bun­des­kanz­ler her­vor­geht. Mer­kel ist aus­schließ­lich die Kanz­le­rin der Deut­schen. Nichts legi­ti­miert sie, etwas ande­res zu behaupten.

War­um hat sie dann nicht gesagt: Ich bin auch die Kanz­le­rin aller Deut­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund? Weil es sowie­so klar und also über­flüs­sig ist. Hat sie des­we­gen die bewusst schwam­mi­ge For­mu­lie­rung gewählt? Aber Mer­kel ist eben nicht die Bun­des­kanz­le­rin „der jun­gen Men­schen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund”, ganz beson­ders seit 2015 nicht, als deren Zahl ins Mons­trö­se anzu­schwel­len begann. Es sei denn, sie will uns mit­tei­len: Seit mei­nem Will­kom­mens­putsch bin ich die Kanz­le­rin der ille­gal hier Leben­den, die Kanz­le­rin der Mes­ser­ste­cher, die Kanz­le­rin der Ver­ge­wal­ti­ger, die Kanz­le­rin der Fami­li­en­clans, die Kanz­le­rin der Sala­fis­ten, die Kanz­le­rin derer, die mein Land noch mehr ver­ach­ten als ich, aber die Hand auf­hal­ten, bis sie es in eine from­me Bana­nen­re­pu­blik ver­wan­delt haben. 

                                     ***

Wäh­rend Poli­zei, Aug­stein und Zivil­ge­sell­schaft uner­schro­cken gegen dumpf­ba­cki­ge Hit­ler­gruß­zei­ger Gesicht zei­gen, schrei­tet die Bunt­wer­dung Braun­lands wei­ter voran. 

> In Frank­furt (Oder) grif­fen „Män­ner” eine Dis­co an. „ ‚Die Höl­le brach über uns her­ein’, for­mu­liert es der Tür­ste­her. Mit Mes­sern, Stei­nen und Stan­gen hät­ten die Angrei­fer gedroht. Er habe sei­ne Gäs­te in den Club gedrängt und von innen die Tür zuge­hal­ten. Dass nie­mand ver­letzt wur­de, bezeich­net er als ein Wun­der” (hier). Aus­führ­li­cher heißt es an ande­rer Stel­le (hier): „ ‚Es waren Kriegs­sze­nen – jeder der bereit war, sich zu weh­ren, war in aku­ter Lebens­ge­fahr’, so der Club­be­trei­ber: ‚Men­schen wur­den von Stei­nen am Kopf getrof­fen und am Boden lie­gend getre­ten – es war deut­lich zu erken­nen, dass die Angrei­fer bewaff­net waren. Es war eine ganz erns­te Gefah­ren­si­tua­ti­on’. Die ara­bi­schen Asyl­su­chen­den began­nen sofort Stei­ne auf die Gäs­te zu wer­fen, die sich im Hof des Clubs auf­hiel­ten.” Angeb­lich rie­fen sie „Allah, wir ste­chen euch alle ab!” Allah woll­te es so, aber Mer­kel wird uns hel­fen – bzw. umgekehrt.

> In Bad Kro­zin­gen hat am ver­gan­ge­nen Sonn­tag­abend ein unbe­kann­ter Mann eine 63-jäh­ri­ge Frau „bru­tal ver­ge­wal­tigt. Er zerr­te sein Opfer unter die Nepo­muk-Brü­cke mit­ten in der Innen­stadt und ver­ging sich dort im aus­ge­trock­ne­ten Bach­bett des Neu­ma­gens an der Frau.” Der Täter soll Ras­sis­ten zufol­ge eine dunk­le Haut­far­be haben. „Die Tat 200 Meter vom Stadt­kern ent­fernt erschüt­tert ein­mal mehr das Sicher­heits­ge­fühl in der Kur­stadt: Seit Febru­ar haben Rat­haus und Kur­ver­wal­tung in der Stadt als Fol­ge einer Rei­he von sexu­ell moti­vier­ten Über­grif­fen im Kur­park im Win­ter 2017/2018 einen pri­va­ten Sicher­heits­dienst auf Patrouil­le geschickt. Nun denkt man im Rat­haus dar­über nach, die­sen Strei­fen­dienst bis in die Innen­stadt aus­zu­deh­nen” (hier).

>Am Ran­de eines Fes­ti­vals in Ober­hau­sen „geriet in 27-jäh­ri­ger Esse­ner beim Streit von zwei Grup­pen zwi­schen die Fron­ten. Er bekam drei Mes­ser­sti­che ab” (hier). In Chem­nitz waren es fünf, und kein Hahn kräht danach!

> „Bru­tal soll es laut Bun­des­po­li­zei bei einer Schlä­ge­rei in der Regio­nal­bahn zwi­schen Frei­burg und Basel zuge­gan­gen sein: Bis zu 20 Men­schen prü­gel­ten sich über meh­re­re Wagen hin­weg” (hier). Mut­ma­ßun­gen, dass es sich um zwei riva­li­sie­ren­de Schach­ver­ei­ne han­del­te, konn­te die Bun­des­po­li­zei bis­lang nicht bestätigen. 

Wenn sie die Hit­ler­grü­ße in Chem­nitz auf­ge­ar­bei­tet und bewäl­tigt haben, wer­den die Qua­li­täts­me­di­en dar­über berichten. 

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Zum Vori­gen:

„Im Nach­bar­haus, in dem eini­ge ‚betreu­te’ Per­so­nen unter­ge­bracht sind, hält sich regel­mä­ßig ein abge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber aus Nige­ria auf. Am Abend des 21.03.2018 wur­de unse­re Mit­ar­bei­te­rin ohne Grund von die­sem Mann schwer atta­ckiert, wobei die­ser unter Todes­dro­hun­gen ver­sucht hat, sich Zugang zum Haus zu ver­schaf­fen und dabei auch Türen ein­ge­tre­ten und wei­te­re Sach­be­schä­di­gun­gen ver­ur­sacht hat. Viel schlim­mer als die­se waren aller­dings die kör­per­li­chen Fol­gen der Aus­ein­an­der­set­zung, denn unse­re Mit­ar­bei­te­rin muss­te sich mit Kno­chen­brü­chen im Kran­ken­haus behan­deln las­sen. Sei­tens der Poli­zei, die den Mann und des­sen Lebens­ge­fähr­tin schließ­lich fest­neh­men konn­te, wur­de ange­sichts des äußerst aggres­si­ven Ver­hal­tens des Pär­chens geäu­ßert, dass ohne das zeit­na­he Ein­tref­fen der Ein­satz­kräf­te unse­re Mit­ar­bei­te­rin, deren Schwie­ger­mut­ter sowie die klei­ne Toch­ter, den Angriff wohl nicht über­lebt hätten.

Als unse­re Kol­le­gin am nächs­ten Tag schwer trau­ma­ti­siert aus dem Kran­ken­haus nach Hau­se zurück­kehr­te, muss­te Sie dann fest­stel­len, dass der Täter sowie des­sen Kom­pli­zin bereits wie­der mun­ter auf frei­em Fuße wan­del­ten…” (wei­ter hier).

                                    ***

Leser *** sen­det mir die­ses Zitat:

„Es ist nun das natür­li­che Bestre­ben der Macht­ha­ber, den lega­len Wider­stand und selbst die Nicht­an­nah­me ihrer Ansprü­che als ver­bre­che­risch dar­zu­stel­len, und die­se Absicht bil­det beson­de­re Zei­ge der Gewalt­an­wen­dung und ihrer Pro­pa­gan­da aus. Dazu gehört auch, dass sie in ihrer Rang­ord­nung den gemei­nen Ver­bre­cher höher stel­len als jenen, der ihren Absich­ten wider­spricht.”
Ernst Jün­ger, „Der Wald­gang” (§31)

                                    ***

Nach­dem er im Tages­spie­gel fünf Kom­men­tar­sei­ten lang nur empör­te Stel­lung­nah­men zum bekannt­ge­mach­ten Chem­nit­zer Haft­be­fehl gele­sen habe, schreibt wie­der­um Leser ***, „stieß ich auf ff. Juwel (Kapi­tel 10:29 Uhr):
‚Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist das ein­zi­ge Land, was in sei­ner Innen­po­li­tik die gro­ßen Pro­ble­me der EU selbst durch­ma­chen muss. Kön­nen wir die­se innen­po­li­ti­schen Pro­ble­me lösen, wer­den wir das Werk­zeug auch haben die EU zu moder­ni­sie­ren. So, wie wir mit Sach­sen umge­hen, wer­den wir auch mit den ost­eu­ro­päi­schen Län­dern umge­hen.‚
Mit ‚wir’ meint er sicher die Leser­schaft des Tages­spie­gels, so einen homo­ge­nen Hau­fen fin­det man nicht mal bei den PI-Lesern.”

                                    ***

Aber auch die Het­ze von Aug­stein, Lobo und Sto­kow­ski trägt Früch­te und Frücht­chen, sie­he hier.

                                   ***

Das letz­te Wort für heu­te soll Ruth Röcher haben, die Vor­sit­zen­de der Jüdi­schen Gemein­de Chem­nitz. Ein Aus­zug aus ihrem Inter­view mit der Jüdi­schen All­ge­mei­nen:

„JA: Sie haben gesagt, Sie haben den Ein­druck, dass nicht alle Infor­ma­tio­nen rich­tig sind, die die Jugend­li­chen bekom­men. Was muss­ten Sie in dem Gespräch zurecht­rü­cken?
Ich habe gehört, dass man­che Vide­os, die ver­brei­tet wur­den, alte Vide­os sei­en, die wie­der im Netz kur­sie­ren, aber nicht vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag stammen. 

JA: Was sieht man auf den Vide­os?
Auf den Vide­os sieht man Men­schen, die von ande­ren Men­schen ver­folgt wer­den. Ich kann nicht sagen, dass das nicht stimmt. Aber es gibt auch fal­sche Vide­os. Ich höre auch von vie­len Kin­dern, dass sie unzu­frie­den sind mit dem ver­än­der­ten Stadt­bild von Chemnitz. 

JA: Was mei­nen Sie damit?
Ich höre das immer wie­der auch von Erwach­se­nen, auch von »unse­ren Leu­ten«. Chem­nitz war eine sehr ruhi­ge Stadt und eine Stadt, in der man gut leben konn­te, eine Stadt mit viel Kul­tur. Wir als Jüdi­sche Gemein­de sind in Chem­nitz sehr will­kom­men. Aber das ver­än­der­te Stadt­bild, seit die Flücht­lin­ge da sind, gefällt etli­chen Men­schen nicht. Und auch ‚unse­re Leu­te’ haben seit 2015 ganz ein­fach Angst. Denn wir wis­sen, aus wel­chen Län­dern vie­le Flücht­lin­ge stam­men und wel­che Infor­ma­tio­nen man ihnen in ihrer Hei­mat über Isra­el und das Juden­tum ver­mit­telt hat. Wir haben damals eini­ges unter­nom­men, um die Leu­te zu beru­hi­gen. Wir hat­ten Gesprä­che mit der Poli­zei, wir haben die Aus­län­der­be­auf­trag­te ein­ge­la­den, damit sie uns sagt, wie die Situa­ti­on tat­säch­lich ist, wie vie­le Flücht­lin­ge hier sind und aus wel­chen Län­dern sie stammen.”

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