26. September 2018

Ich hat­te hier am 12. Juni den Anfang vom Ende der Ära Mer­kel ange­kün­digt. Die Hon­ecke­ret­ten­däm­me­rung ver­läuft zäher als gedacht – die CDU ist ja unge­fähr so prä­zi­se ent­ei­ert wor­den wie die SPD ent­hirnt –, aber immer­hin hat es sich jetzt schon mal aus­ge­kau­dert, und nicht nur die inter­na­tio­na­le, son­dern sogar die deut­sche Pres­se wit­tert Lun­te. Stür­ze dau­ern im Land der Mit­läu­fer und Unter­ta­nen immer etwas länger…

                                  ***

Die Zei­ten, in denen sich Juden in Deutsch­land prak­tisch alles erlau­ben durf­ten, sind all­mäh­lich vor­bei: „Die AfD mit unge­klär­tem Ver­hält­nis zu Geschichts­re­vi­sio­nis­mus und Anti­se­mi­tis­mus kann kein guter Ort für Men­schen jüdi­schen Hin­ter­grun­des sein”, sta­tu­iert die schles­wig-hol­stei­ni­sche Bil­dungs­mi­nis­te­rin Karin Prien, CDU. Wenn sich Men­schen jüdi­schen „Hin­ter­grun­des” an schlech­ten Orten tref­fen, muss die Spre­che­rin des Jüdi­schen Forums in der bedeu­ten­den Anti­se­mi­ten-Import­spe­di­ti­on CDU sie natür­lich zur Räson rufen.

Was ist geschehen?

Am 7. Okto­ber wird sich, so Allah und die Anti­fa wol­len, zu Offen­bach die Grup­pe „Juden in der AfD” (JAfD) kon­sti­tu­ie­ren. Wenn im „Kampf gegen rechts” die Fron­ten der­art ver­rut­schen, ist gera­de der auf ein­deu­ti­ge Direk­ti­ven ange­wie­se­ne deut­sche Links­mi­chel per­plex, aber auch „Ver­tre­ter jüdi­scher Gemein­den” reagier­ten „irri­tiert” (ARD). Sie ver­ste­he nicht, wie „jüdi­sche Men­schen ihre Mit­glied­schaft in einer sol­chen Par­tei vor sich selbst recht­fer­ti­gen kön­nen”, sag­te etwa die frü­he­re Vor­sit­zen­de des Zen­tral­rats der Juden, Char­lot­te Knob­loch. „Die AfD ist und bleibt eine Par­tei, in der Anti­se­mi­ten sich pudel­wohl füh­len kön­nen.” Elio Adler vom Ber­li­ner Ver­ein „Wert­e­Initia­ti­ve” warf der Schwe­fel­par­tei vor, Juden als „Fei­gen­blatt für plum­pen AfD-Ras­sis­mus” zu benut­zen. Ihre „ver­meint­li­che” Juden- bezie­hungs­wei­se Israel­freund­schaft die­ne den fröh­li­chen Rechts­po­pu­lis­ten doch bloß „zur Legi­ti­ma­ti­on, um gegen Mus­li­me zu agi­tie­ren”. Der ehe­ma­li­ge – war­um gleich noch mal ehe­ma­li­ge? – Vize­prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, Michel Fried­man, bezeich­ne­te die AfD als „men­schen­ver­ach­ten­de, demo­kra­tie­feind­li­che Par­tei” und emp­fahl: „Nie­mand soll­te in die AfD ein­tre­ten, ein Jude erst recht nicht.” Also Odys­seus wäre schon mal drin.

Wie Sie lesen, geneig­ter Besu­cher und mit Ver­beu­gung begrüß­te Besu­che­rin mei­nes klei­nen Eck­la­dens, macht sich zumin­dest beim all­zu staats­from­men um nicht zu sagen staats­na­hen deut­schen Juden­tum die Nähe zur Kanz­le­rin auch sprach­lich-intel­lek­tu­ell bemerk­bar. Aber wer will schon über das Kanz­le­rin­nen- und Kanz­ler­amt hin­aus­ra­gen (wie einst der Reichs­tag über das Preu­ßen­schloss), wenn er von ihm abhän­gig ist (und drin­nen kein tole­ran­ter Mon­arch sitzt, son­dern eine huma­ni­tä­re Amok­läu­fe­rin)? Am bes­ten gefällt mir in der Zita­ten­le­se natür­lich das „Fei­gen­blatt für plum­pen AfD-Ras­sis­mus” – man darf ihn näm­lich nicht ver­wech­seln mit dem total hip­pen, tren­di­gen, zeit­ge­mä­ßen Ras­sis­mus z.B. der Grü­nen –, wel­ches, direkt im Gar­ten Eden der Weg­werf-Meta­phern gepflückt, die mäch­ti­ge Blö­ße der AfD gleich­wohl nahe­zu kom­plett deckt. Aber mal unter uns dun­kel­deut­schen Bet­sch­wes­tern: Wenn hier etwas plump ist, dann selbst­re­dend der Ver­such, die Ableh­nung eines all­zu oft into­le­ran­ten, die bür­ger­li­chen Frei­hei­ten bedro­hen­den, in sei­nem Herr­schafts­ge­biet stets ins Theo­kra­ti­sche abschwir­ren­den und oben­drein vino­pho­ben Glau­bens in Ras­sis­mus zu verwandeln. 

Apro­pos Blö­ße decken: Mar­tin Schulz, SPD, rest­be­kannt als Mis­ter 100 Pro­zent, hat unlängst bei Anne Will erklärt, er sei „bereit, obwohl ich kein Jude bin, eine Kip­pa auf­zu­set­zen”, um gegen den wach­sen­den Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land ein Zei­chen zu set­zen. Nach Iris Ber­bens Ankün­di­gung, sie wer­de zum Juden­tum über­tre­ten, wenn die Exis­tenz Isra­els gefähr­det wäre – „eine Dro­hung, die offen­bar bis jetzt gewirkt und die Ara­ber davon abge­hal­ten hat, Isra­el von der Land­kar­te zu wischen” (Hen­ryk M. Bro­der) –, war das die zweit­ein­drucks­volls­te Über­sprungs-Iden­ti­fi­ka­ti­on eines deut­schen Gojs in der Geschich­te jüdi­schen Fremd­schä­mens. So sehr es optisch zu begrü­ßen wäre: Wür­de Gevat­ter Schulz denn auch mit die­ser Kip­pa und ohne Leib­wäch­ter durch den Wed­ding oder Neu­kölln fla­nie­ren? Der weid­li­che Wür­se­le­ner kommt hier übri­gens nur des­halb ins Spiel, weil unser Mis­ter „Ich den­ke komplex/ bis abends um sechs” dem AfD-Vor­sit­zen­den Alex­an­der Gau­land im Bun­des­tag beschei­nigt hat, er, also Gau­land, redu­zie­re „kom­ple­xe poli­ti­sche Sach­ver­hal­te auf ein ein­zi­ges The­ma”, näm­lich die Mas­sen­ein­wan­de­rung, und das sei „ein tra­dier­tes Mit­tel des Faschi­mus”. Hier geht nun wirk­lich alles durch­ein­an­der, und des­halb will Schul­zens Mar­tin als zumin­dest theo­re­ti­scher Kip­pa­trä­ger bekun­den, dass er zu den­je­ni­gen gehört, die lich­te Scha­ren von tra­dier­ten Juden­fein­den impor­tie­ren, um die Juden­feind­schaft ihrer Vor­fah­ren zu süh­nen. Ja wenn das nicht kom­plex ist! Dar­auf wäre doch ein Sim­pel wie Juli­us Strei­cher nie gekommen!

„Am Ende”, sekun­diert aus dem Lager des Koali­ti­ons­part­ners die eben erwähn­te Frau Prien, „sind Anti­se­mi­tis­mus und Islam­feind­lich­keit zwei Sei­ten der glei­chen Medail­le” – unge­fähr wie Will­kom­mens­kul­tur und Bür­ger­krieg oder Phi­lo­se­mi­tis­mus und Dschi­had. Wie lan­ge mag die won­ni­ge Maid noch wäh­nen, dass sie beim Wäh­ler­pu­bli­kum mit sol­chen Kom­ple­xi­täts­for­cie­run­gen durchkommt?

Zu die­ser Fra­ge gesellt sich mit einer gewis­sen Logik die nächs­te, näm­lich: Wie lan­ge wol­len sich deut­sche Juden noch zu nütz­li­chen Idio­ten jener gesell­schafts­zer­stö­ren­den Will­kom­mens­kul­tur resp. ‑bar­ba­rei machen las­sen, von deren Neben­wir­kun­gen sie sel­ber am meis­ten betrof­fen sind? In vie­len deut­schen Städ­ten musst du dir als Jude heu­te über­le­gen, ob du dich als ein sol­cher kennt­lich machst – davon raten deut­lich mehr jüdi­sche Gemein­den ab, als der­zeit bei Hofe gelit­te­ne jüdi­sche Funk­tio­nä­re gegen die AfD agi­tie­ren –, oder ob man es aus Grün­den des sozia­len Frie­dens und der eige­nen Gesund­heit bes­ser lässt. Tät­li­che Angrif­fe auf Juden gehen inzwi­schen fast aus­schließ­lich von Men­schen aus, die noch nicht beson­ders lan­ge hier leben und sich in den Koor­di­na­ten eines Glau­bens­sys­tems bewe­gen, neben dem sogar das unauf­ge­räum­te Gedan­ken­fach des Mar­tin Schulz wie eine Zita­del­le der Kom­ple­xi­tät wirkt. „Du Jude” ist an deut­schen Schu­len ein so gän­gi­ges Schimpf­wort wie „Du Kar­tof­fel”, und wehe, du bist einer. Womit zumin­dest ein ver­bin­den­des Motiv zwi­schen AfD-Wäh­lern und deut­schen Juden her­ge­stellt wäre.

Nach Ein­schät­zung des „Rechts­po­pu­lis­mus-For­schers” Mat­thi­as Quent ist die geplan­te Ver­ei­ni­gung „Juden in der AfD” vor allem par­tei­tak­tisch moti­viert, was sie bei­spiels­wei­se vom „Arbeits­kreis mus­li­mi­scher Sozi­al­de­mo­kra­tin­nen und Sozi­al­de­mo­kra­ten” unter­schei­det, der womög­lich reli­gi­ons­tak­tisch oder am Ende über­haupt nicht moti­viert ist. „Man nutzt sowohl die Juden in Deutsch­land als auch den Staat Isra­el, um anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus mit Ver­weis auf den isla­mi­schen Anti­se­mi­tis­mus zu recht­fer­ti­gen”, sag­te Quent. Der nächs­te Dum­men­fän­ger ver­sucht uns ein­zu­re­den, dass Mus­li­me eine Ras­se sei­en, um dann mit dem all­seits geschätz­ten Vor­wurf Nr. 1 zu Stel­le zu sein. Die­ser staats­a­li­men­tier­te Men­schen­freund lei­tet übri­gens das „Insti­tut für Demo­kra­tie und Zivil­ge­sell­schaft” bei der „Thü­rin­ger Doku­men­ta­ti­ons- und For­schungs­stel­le gegen Men­schen­feind­lich­keit”, eine außer­uni­ver­si­tä­re For­schungs­ein­rich­tung in Trä­ger­schaft der Ama­deu Anto­nio Stif­tung. Falls Sie nicht wis­sen, wohin Ihre Steu­er­gel­der wan­dern, geneig­ter Leser, sie neh­men ihren nur mäßig und ganz unnö­ti­ger­wei­se über­haupt ver­schlun­ge­nen Weg in den Kampf gegen Menschen‑, womög­lich sogar Menschheitsfeindlichkeit.

Was nun Frau Knob­loch betrifft und all die ande­ren Über­le­ben­den der Sho­ah, die der­zeit als Kron­zeu­gen gegen die AfD durch die Medi­en­are­na gelenkt wer­den, so soll­ten sie viel­leicht ein biss­chen acht­ge­ben, dass sie sich nicht ver­se­hent­lich auf der Sei­te der neu­en Ver­fol­ger wie­der­fin­den. Ein Jude, der den Holo­caust über­lebt hat, weiß alles über die ent­setz­li­chen Meu­ten­in­stink­te, wel­che sogar inner­halb der Kro­ne der Schöp­fung wal­ten, er weiß mehr über das Tier im Men­schen als die meis­ten ande­ren, er ver­dient Respekt und Anteil­nah­me, aber eine beson­de­re Exper­ti­se als poli­ti­scher Ana­lyst besitzt er des­we­gen nicht. Ein Holo­caust-Über­le­ben­der kann genau so gro­ßen poli­ti­schen Unsinn reden wie jeder ande­re, natür­lich mit Aus­nah­me von Clau­dia Kip­ping-Eckardt. Holo­caust-Über­le­ben­den soll man auf­merk­sam zuhö­ren, wenn sie über den Holo­caust spre­chen, aber nicht zwin­gend, wenn sie sich zur AfD äußern. 

                                ***

Hören wir also lie­ber den Juden zu, die einer durch­aus zwin­gen­den Logik fol­gend und trotz allem – Miss­trau­en ist immer gebo­ten, gera­de bei poli­ti­schen Zusam­men­schlüs­sen – in der AfD gelan­det sind. In der Grund­satz­er­klä­rung der JAfD heißt es unter anderem:

„Die AfD ist die ein­zi­ge Par­tei der Bun­des­re­pu­blik, die sowohl eine red­li­che Ideo­lo­gie­kri­tik betreibt, wel­che die Unver­ein­bar­keit isla­mi­scher ‚reli­giö­ser’ Dog­ma­ta mit dem Grund­ge­setz nicht zu ver­schlei­ern ver­sucht, als auch in die­sem Rah­men mus­li­mi­schen Juden­hass the­ma­ti­siert, ohne die­sen zu verharmlosen.”

„Nicht nur die unkon­trol­lier­te Mas­sen­ein­wan­de­rung jun­ger Män­ner aus dem isla­mi­schen Kul­tur­kreis ist jüdi­schem Leben abträg­lich auf­grund einer anti­se­mi­ti­schen Sozia­li­sa­ti­on … Eben­so gefähr­lich sind jedoch die seit Jahr­zehn­ten zu beob­ach­ten­den und von der Regie­rung Mer­kel, ange­sichts der durch Prä­si­dent Trump gekürz­ten US-Zah­lun­gen, wei­ter erhöh­ten Unmen­gen deut­schen Steu­er­gelds, die an links­ra­di­ka­le und isla­mis­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen in Isra­el flie­ßen. Die UNRWA, das exklu­siv den sog. Paläs­ti­nen­sern vor­be­hal­te­ne Flücht­lings­hilfs­werk der UN, befin­det sich fest in den Hän­den der Hamas, wel­che in Arti­kel 7 ihrer Char­ta, in Anleh­nung an isla­mi­sche Glau­bens­grund­sät­ze, die rest­lo­se Ver­nich­tung aller Juden welt­weit for­dert. Ange­sichts die­ses Vor­ha­bens, das mit der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen ‚End­lö­sung’ iden­tisch ist, erscheint es als schlicht­weg höh­nisch, davon zu schwa­dro­nie­ren, dass ‚Isra­els Sicher­heit’ ‚deut­sche Staats­rä­son’ sei.”

Über­dies sei „ein reli­giö­ser oder auch nur nach den ethi­schen Grund­sät­zen sei­ner Reli­gi­on leben­der Jude eben­so wenig wie ein reli­giö­ser Christ dazu imstan­de, der durch Gen­der-Main­strea­ming und Früh­se­xua­li­sie­rung betrie­be­nen Zer­stö­rung der tra­di­tio­nel­len, mono­ga­men Fami­lie gelas­sen zuzusehen.”

Der Blick über die theo­re­tisch noch exis­tie­ren­den Lan­des­gren­zen zei­ge, „dass eine Alli­anz der Rechts­kon­ser­va­ti­ven in Euro­pa mit dem Juden­tum äußerst nahe­liegt. Am Bei­spiel Frank­reichs wird die­ser Umstand beson­ders deut­lich; nicht nur wan­der­ten in den letz­ten zehn Jah­ren ca. 50.000 fran­zö­si­sche Juden nach Isra­el aus. Dar­über hin­aus ist seit eini­gen Jahr­zehn­ten eine zuneh­men­de Anzahl an Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen jüdi­scher Intel­lek­tu­el­ler zuguns­ten der poli­ti­schen Rech­ten zu beob­ach­ten, etwa von­sei­ten Alain Fin­kiel­krauts oder Éric Zémmours.”

„Die zu gro­ßen Tei­len abstru­sen Vor­wür­fe, die gegen die AfD vor­ge­bracht wer­den, sind der­art zahl­reich, dass auf sie geson­dert ein­zu­ge­hen zu viel Raum erfor­dern wür­de, zumal sie bevor­zugt von Per­so­nen vor­ge­bracht wer­den, deren Anti­zio­nis­mus kaum mehr vom Anti­se­mi­tis­mus zu unter­schei­den ist und die in der mus­li­mi­schen Bevöl­ke­rung eine Wäh­ler­schaft gefun­den haben, wel­che zah­len­mä­ßig weit­aus attrak­ti­ver ist, als die Juden es auf­grund ihrer gerin­gen Anzahl jemals sein konnten.”

Die Ver­fas­ser leug­nen nicht, „dass sich in den Rei­hen der AfD ein­zel­ne tat­säch­li­che Anti­se­mi­ten fin­den”; nur wer­de deren Ein­fluss in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung „maß­los über­schätzt. Wir sehen in dem Wunsch der AfD danach, dass Deutsch­land wie­der eine selbst­be­wuss­te Nati­on wer­den möge, durch­aus kei­nen Wider­spruch zu jüdi­schen Inter­es­sen. Im Gegen­teil glau­ben wir, dass eine tat­säch­li­che gegen­sei­ti­ge Wert­schät­zung nur mög­lich ist, wenn bei­de Sei­ten selbst­be­wusst auf­zu­tre­ten vermögen.”

„Wir gehen aber nicht davon aus, Unter­stüt­zung von­sei­ten des Zen­tral­rats zu erhal­ten, da die­ses Organ, eben­so wie etwa die Lan­des­kir­chen und Diö­ze­sen, aus staat­li­chen Mit­teln finan­ziert wird und mit­hin eine gewis­se Kon­for­mi­tät zur Schau zu stel­len hat.

Die Stim­mung in den jüdi­schen Gemein­den ist jedoch ein ande­re, als der Zen­tral­rat sug­ge­riert, da inzwi­schen bei­na­he jeder Jude in Deutsch­land zumin­dest aus sei­nem Bekann­ten­kreis von durch mus­li­mi­sche Jugend­li­che ver­üb­ten Drang­sa­lie­run­gen und womög­lich sogar Schlim­me­rem erfah­ren hat.

Auch aus Isra­el erhal­ten wir ganz über­wie­gend posi­ti­ve Reso­nanz. Die dor­ti­ge Gesell­schaft, die um die Finan­zie­rung isla­mi­schen Ter­rors durch die EU weiß und sich im Übri­gen längst von den illu­so­ri­schen Vor­stel­lun­gen der Frie­dens­be­we­gung ver­ab­schie­det hat, beob­ach­tet die aktu­el­le deut­sche Migra­ti­ons­po­li­tik mit Unver­ständ­nis und gro­ßer Sorge.”

Wenn sich unter die besor­gen Bür­ger (= Kryp­to­fa­schis­ten) nun auch noch besorg­te Juden (= ??) mischen, wohin dann mit der gerech­ten anti­fa­schis­ti­schen Empörung?

                                       ***

N – Nicht
A – an
Z – Zuwan­de­rung
I  – interessiert

(Netz­fund)

                                      ***

Falls jemand glaub­te, es gin­ge hier auch nur ein Tag ohne Mes­ser­ste­che­rei­en, Über­fäl­le und Schwer­ver­letz­te vorüber: 

„In der Eich­gas­se in Heil­bronn wer­den zwei min­der­jäh­ri­ge Jugend­li­che bru­tal ange­grif­fen. Die Poli­zei sucht drin­gend Zeu­gen” (hier).
„Die­se Atta­cke bezeich­ne­te der Poli­zei­spre­cher als ‚unge­heu­er­lich’. Völ­lig grund­los wur­de ein Roll­stuhl­fah­rer abends in einem Lini­en­bus von einem frem­den Gewalt­tä­ter atta­ckiert und mehr­mals mit der Faust ins Gesicht geschla­gen” (hier).
„Schie­ße­rei vor Bad Oeyn­hau­se­ner Club. Tür­ste­her schwer ver­letzt” (hier).
„Dra­ma­ti­sche Sze­nen haben sich am Diens­tag an einer Shell-Tank­stel­le in Bre­men-Huch­t­ing abge­spielt. Meh­re­re Per­so­nen atta­ckier­ten einen Mann und ver­letz­ten das 21-jäh­ri­ge Opfer durch Sti­che mit einem Mes­ser lebens­ge­fähr­lich” (hier).

Es wird all­mäh­lich wie­der Zeit für ein „Kon­zert gegen rechts”. Der Ort ist ja disponibel.

                                     ***

Wenn Men­schen, die kaum in der Lage sind, ihre bereits gebo­re­nen Kin­der zu ernäh­ren, unbe­irrt wei­te­re Kin­der zeu­gen, ist es Wahn­sinn, sie zu ali­men­tie­ren, weil das nur dazu führt, dass sie noch mehr Kin­der in die Welt set­zen werden.

                                    ***

Schlimm: Jetzt redet sogar schon der Dalai Lama wie ein Rechts­po­pu­list! Das haben die Grü­nen nun davon, dass sie Tibet den Tibe­tern über­las­sen wollten…

                                    ***

Der Bari­ton Bernd Wei­kl, der vor allem in der Rol­le des Hans Sachs welt­weit exzel­lier­te und heu­te Regie (ohne ‑thea­ter) führt, schreibt in einem Leser­brief an die FAZ vom 22. Sep­tem­ber: „Im Herbst 2005 habe ich an der japa­ni­schen Natio­nal­oper in Tokio Wag­ners ‚Meis­ter­sin­ger von Nürn­berg’ insze­niert und wur­de nach der Pre­mie­re vom Publi­kum hef­tig aus­ge­buht. Dann fuhr mir ein Team von NHK (ver­gleich­bar mit ARD) bis Deutsch­land nach, um mich zu befra­gen, wes­halb ich eine sol­che – also fal­sche – Pro­duk­ti­on die­ser Oper ange­bo­ten hät­te. Der Direk­tor des Thea­ters wur­de in das Kul­tur­mi­nis­te­ri­um in Tokio ein­be­stellt. Ihm wur­de vor­ge­wor­fen ein sol­ches, weil fal­sches Regie­kon­zept, zuge­las­sen zu haben. Was war gesche­hen? Ich hat­te kei­ne Neo­na­zis auf der Fest­wie­se und auch kei­ne Haken­kreuz­fah­nen gezeigt. Die Ansicht, dass man Wag­ners Büh­nen­wer­ke nur so auf­füh­ren kann und muss, ist bereits eine pan­de­mi­sche Krank­heit geworden.”

                                   ***

Zuwei­len erhal­te ich Zuschrif­ten, die schmer­zen. Etwa diese:

„Lie­ber Micha­el Klo­n­ovs­ky, ich sah gera­de auf You­Tube Ihre Rede vom 28.August im Ham­bur­ger Rat­haus. Das war vor drei Stun­den, ehe ich mich nach zwei Gän­gen in den Wein­kel­ler ermann­te, Ihnen zu schreiben.

Auch ich kom­me aus Ost-Ber­lin. Prenz­lau­er Berg. Mei­ne Eltern waren Ärz­te und obwohl ich nicht bei den Pio­nie­ren oder FDJ gewe­sen war, kam ich auf die ‚EOS’. Nach dem Abitur, 1982, wur­de ich nach sechs Mona­ten Hohen­schön­hau­sen ausgebürgert.

Ich bin Volks­wirt, habe meh­re­re Unter­neh­men, eine schö­ne Frau, drei Kin­der und ein Lati­fun­di­um im ***wald. Trotz­dem wer­den wir Deutsch­land ver­las­sen. Vor zwei Jah­ren kauf­ten wir eine gro­ße Woh­nung in N.Y. In einem Haus aus der Jahr­hun­dert­wen­de, unweit des Trump Towers. 

Wir mögen hier nicht mehr leben. Nicht nur nicht wegen der uns Geschenk­ten. Das geht viel tie­fer. Es ist der Ver­lust an Ver­trau­en in das, was ist. Ich hof­fe zumin­dest, daß Sie ahnen, wor­um es geht.

Mit bes­ten Grüßen,

***“

 
Ver­lust an Ver­trau­en: Genau das ist es. Das Gefühl, in einem frei­en, funk­tio­nie­ren­den, siche­ren und vor allem rechts­si­che­ren Land zu leben, schwin­det mit jedem Tag. Der Staats­chefin ist das Volk, auf wel­ches sie ihren Eid ableg­te, gleich­gül­tig. Staats­ge­biet und Staats­gren­zen: Gibt es nicht mehr. Oppo­si­ti­on: zuneh­mend kri­mi­na­li­siert. Poli­zei: ver­heizt zum einen, zahn­los zum ande­ren, bald in vie­len Kom­mu­nen mit den U‑Booten der Clans durch­setzt. Lan­des­ver­tei­di­gung: kei­ne Trup­pen, kein Mate­ri­al. Jus­tiz: Beu­ge­haft für GEZ-Ver­wei­ge­rer, unnach­sich­ti­ge Ver­fol­gung von Steu­er- und Ver­kehrs­sün­dern, sofern sie kei­ne Groß­fa­mi­lie haben, die sie schützt; skan­da­lö­se Nach­sicht gegen ein­ge­wan­der­te Gewalt­ver­bre­cher. Medi­en: gelenkt. Schu­len: Pro­duk­ti­ons­stät­ten von Sekun­där­an­alpha­be­ten, Brut­stät­ten von Gewalt. Uni­ver­si­tä­ten: ver­hetzt wie 1968, ideo­lo­gi­siert wie zu DDR-Zei­ten. Ener­gie­ver­sor­gung: auf län­ge­re Sicht unsi­cher. Rechts­si­cher­heit, Ver­trags­si­cher­heit, Ver­samm­lungs­frei­heit, Rede­frei­heit: Alles steht auf Treib­sand. Immer mehr rechts­freie Räu­me und gekipp­te Stadt­tei­le. Zuwan­de­rung von Unge­bil­de­ten, Abwan­de­rung der Begab­ten. Die durch­schnitt­li­che Intel­li­genz der Bevöl­ke­rung sinkt, der Hass wächst. Die ver­schie­de­nen Bevöl­ke­rungs­grup­pen, Eth­ni­en und Mileus ste­hen sich immer feind­se­li­ger gegen­über. Am Hori­zont Völ­ker­wan­de­rung, eth­ni­sche Kon­flik­te, Ver­tei­lungs­kämp­fe, Ban­den­krie­ge, Ran­da­len, Plün­de­run­gen, Anschlä­ge. Wer klug ist, sorgt vor.

Lie­ber Herr ***, nie­mand kann Ihnen Ihren Ent­schluss ver­den­ken. Viel Glück! Ich indes ver­mag nur mit Dan­ton zu sagen: Ich kann das Vater­land, so sehr es mir oft zuwi­der ist, nicht an den Soh­len mitnehmen. 

                                  ***

„Auch wenn die fol­gen­de klei­ne Beob­ach­tung sicher­lich nichts mit dem anste­hen­den Besuch des tür­ki­schen Staats­chefs zu tun hat”, schreibt Leser ****, „paßt sie doch ganz gut in die­sen Zusam­men­hang. Vor ein paar Tagen sah ich am Haupt­bahn­hof von Wolfs­burg eine jun­ge Kopf­tuch tra­gen­de Frau, die ein Sweat­shirt im Stil des ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­täts-Mer­chan­di­sing (‚Uni­ver­si­ty of …’) trug. Aller­dings stan­den auf dem Ober­teil nur das Wort ‚Istan­bul’ und die Jah­res­zahl ‚1453’. Wahr­schein­lich ist nicht vie­len Pas­san­ten auf­ge­fal­len, wel­che Bot­schaft die gepfleg­te jun­ge Frau vor sich hertrug.”

Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

23. September 2018

Nächster Beitrag

28. September 2018

Ebenfalls lesenswert

14. November 2020

Das Wort zum Sonn­tag bzw. Armageddon. Die­ses State­ment des Schau­spie­lers John Voight war zwi­schen­zeit­lich verschwunden. Ange­sichts der Lösch­prak­ti­ken…

27. Oktober 2018

Es sei absurd, Men­schen in gut oder schlecht zu unter­tei­len, sie sei­en ent­we­der char­mant oder läs­tig, erklär­te Oscar…

27. Februar 2019

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat mit sei­nem gest­ri­gen Beschluss dem Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz unter­sagt, öffent­lich zu äußern oder zu…

Prostituierte gegen Trump

Bra­vo! Ein deut­sches Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men schließt sich der Initia­ti­ve an: Die­ser Oran­ge Man hat einer Cha­rak­ter­bank aber auch prak­tisch jede…