15. November 2018

Sie: „M., die­ser selbst­er­nann­te Schriftsteller!”
Er: „Aber wer ernennt Schrift­stel­ler? Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um? Die Reichsschrifttumskammer?”
Sie: „Das Finanzamt.”

***

Beim Bezah­len eines Wie­ner Schnit­zels, für wel­ches in Münch­ner Gast­wirt­schaf­ten heu­er 20 Euro­nen fäl­lig sind, erin­ner­te ich mich an einen Wirt­schafts­sach­buch­au­tor, der vor der Ein­füh­rung des Euro pro­phe­zeit hat­te, die neue Wäh­rung wer­de, obwohl angeb­lich dop­pelt so viel wert, genau eins zu eins umge­tauscht und die­ne den Staa­ten nur zur indi­rek­ten Schul­den­til­gung. Inzwi­schen ist ein Euro weni­ger wert als eine Mark, nicht nur bei Tische; für mei­ne ers­te Münch­ner Woh­nung, drei Zim­mer mit Rie­sen­bal­kon in Schwa­bing, zahl­te ich 1.700 Mark kalt, für 850 Euro bekommt man heu­te dort kaum ein Appar­te­ment. Aber auf die Ver­gess­lich­keit der Unter­ta­nen kann sich die Poli­tik immer verlassen.

***

Die vor­nehms­te Auf­ga­be der christ­li­chen Kir­chen und ihrer Spit­zen­pfaf­fen Marx, Wöl­ki, Bed­ford-Strom besteht heu­te dar­in, im Namen des tole­ran­ten Vaters, des mut­maß­li­chen Soh­nes und des hei­li­gen Din­gens die Chris­ten­ver­fol­gung der Gegen­wart zu beschwei­gen und in kul­tur­sen­si­bler Stumm­heit zu erdulden.

 

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