9. November 2018 (18. Brumaire)

Heu­te vor 29 Jah­ren fiel auf­grund einer Marot­te Kli­os jene Mau­er, von wel­cher sämt­li­che Poli­ti­ker hüben wie drü­ben gesagt hat­ten, sie stün­de noch für eine mitt­le­re Ewig­keit. Dar­an möge sich jeder erin­nern, der, absichts­voll oder ver­se­hent­lich, den Zukunfts­pro­gno­sen des heu­ti­gen poli­ti­schen Per­so­nals lauscht. 

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„Coman­da­re è meglio che fot­te­re.„
Ita­lie­ni­sche Weiberweisheit

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„Abends im King Lear gele­sen, bestürzt bei dem Gedan­ken, wie viel Zeit ich bei der Lek­tü­re von weni­ger guten Autoren ver­tan habe.„
Noch­mals Sloterdijk.

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Ist Fremd­heit eine der mensch­li­chen Grund­er­fah­run­gen? Ach was! Aus einer Bro­schü­re der Aus­län­der­be­auf­trag­ten der Stadt Mün­chen 1995: „Was einem fremd ist und was jemand als fremd wahr­nimmt, hängt mit der eige­nen Situa­ti­on, den eige­nen Wün­schen, Sehn­süch­ten und Ängs­ten oder Befürch­tun­gen zusam­men und nicht mit der Beson­der­heit der anderen.”

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femen protest vor der botschaft des iran

Nichts was wir wahr­neh­men, stammt von außen. In der mar­xis­ti­schen Klipp­schu­le der DDR nann­te man das „sub­jek­ti­ver Idea­lis­mus” oder, mit Lenin, „Empi­rio­kri­ti­zis­mus”. Erfah­run­gen sind „Kon­struk­te”, also ist auch Fremd­heit ein Kon­strukt, im Reich der Lüge darf nie­mand mehr fremd sein. The­rau­peu­ti­sche Mon­go­len­ein­fäl­le sind nicht bzw. nur auf Raten zu befürch­ten. „Wenn sie mit Flei­scher­mes­sern durch eure Schlaf­zim­mer geht, wer­det ihr die Wahr­heit wis­sen”, sprach Sus­an Atkins, eine der Mör­de­rin­nen von Sharon Tate (Hei­ner Mül­ler ließ mit die­sem Satz sei­ne „Ham­let­ma­schi­ne” enden). Mes­ser, Schlaf­zim­mer, Wahr­heit, Kon­struk­te über Konstrukte…

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Zu mei­nem gest­ri­gen bzw. ewig­gest­ri­gen Geschreibs über den Glo­bal Gau­ner­com­pact for Migra­ti­on ergänzt Leser ***: „Die Debat­te erin­nert mich frap­pie­rend an jene über die Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on aus dem Jahr 2006. Auch  hier kön­nen Staa­ten selbst ent­schei­den, nichts ist bin­dend. De fac­to lei­ten Gut­men­schIn­nen dar­aus die Pflicht zur Inklu­si­on recht­lich zwin­gend ab und damit ein­her­ge­hend u.a. das Schlei­fen der Gymnasien.”

So funk­tio­niert soft law in den Zei­ten der glo­ba­lis­ti­schen Wohl­mei­nen­s­gue­ril­la. Die „Imple­men­tie­rung”, wie es im Plas­tik­zeit­al­ter-Rot­welsch heißt, sprich also: Ein­nis­tung des Gen­der-Okkul­tis­mus in den Uni­ver­si­tä­ten, der als sozi­al­wis­sen­schaft­li­ches Theo­rie­an­ge­bot auf Kat­zen­pföt­chen daher­kam und heu­te sei­ne Kräll­chen nicht nur in die staat­li­chen Geld­töp­fe und uni­ver­si­tä­ren Stel­len­an­ge­bo­te streckt, son­dern vom dem sich inzwi­schen sogar Natur­wis­sen­schaft­ler zer­krat­zen las­sen müs­sen, sofern sie männ­lich oder weib­lich und kom­pe­tent sind, ist ein wei­te­res Exem­pel dafür.

Leser **** ergänzt: „War­um drückt Mer­kel den Pakt auf Teu­fel-komm-raus durch? Weil – ich ver­mu­te stark – sie einen inter­na­tio­nal hoch ange­häng­ten Per­sil­schein für 2015 braucht.”

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Quel­le hier.

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Was ist rechts­po­pu­lis­tisch? Die Reak­ti­on auf die mora­li­sche Über­deh­nung der Poli­tik. Trump sagt: Jeder keh­re wie­der zuerst vor sei­ner Haus­tür. Das Spit­zen­per­so­nal des Olymps schau­te sich ges­tern die Bun­des­tags­de­bat­te an und sah klei­ne, graue Män­necken ans Pult tre­ten, wel­che die deut­sche Kehr­wo­che für Afri­ka ver­kün­de­ten,
„Und ein lan­ges Geläch­ter erscholl bei den seli­gen Göt­tern”.
(Odys­see, Ach­ter Gesang, Vers 326, Voss’sche Übersetzung)

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Bei­sei­te gespro­chen: Es lässt sich durch­aus eine Per­spek­ti­ve den­ken, aus wel­cher kei­nes­wegs das Wort „Umvol­kung” ver­fas­sungs­feind­lich wäre, son­dern die Tatsache.

(Hier befand sich kurz­zei­tig eine Gra­fik, die angeb­lich Arti­kel 6 der UN-Char­ta zitier­te, aber tat­säch­lich Arti­kel 6 einer Ent­schlie­ßung der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on der UN von 1998 zeig­te. Man muss eben alles sel­ber überprüfen.)

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„Unser poli­ti­sches Sys­tem ist so auf­ge­baut, daß es sich nicht an die Her­aus­for­de­run­gen adap­tie­ren kann/will”, notiert wie­der­um Leser *****. „In den Par­la­men­ten (Bun­des­tag, Land­ta­ge) haben wir eine hohe Dich­te an Zivil­ver­sa­gern (Stu­di­en­ab­bre­cher, Per­so­nen ohne jeg­li­che Aus­bil­dung, oft ohne Berufs­er­fah­rung), die in der frei­en Wirt­schaft schwer unter­kom­men wür­den und sich des­we­gen hoch­gra­dig oppor­tu­nis­tisch an ihre Posi­tio­nen klam­mern (Berufs­po­li­ti­ker­tum). Im chi­ne­si­schen Volks­kon­greß bei­spiels­wei­se haben mehr als 85% der Abge­ord­ne­ten einen MINT-Abschluß (Berufs­er­fah­rung). Auf der ande­ren Sei­te haben wir eine Bevöl­ke­rung, bei der mehr­heit­lich der seit drei Genera­tio­nen stei­gen­de Lebens­stan­dard zu hoher Träg­heit des Den­kens und Han­delns geführt hat (im Osten Deutsch­lands mit Zeit­ver­schie­bung, des­we­gen noch Res­te poli­ti­schen Bewußt­seins). In die­ser Kon­stel­la­ti­on (plus der Spe­zi­fik einer autis­ti­schen, kin­der­lo­sen und des­we­gen zukunfts­ver­wei­gern­den Kanz­le­rin und via GEZ gekauf­ten Medi­en) ist der Unter­gang Deutsch­lands im Sin­ne eines pro­gres­si­ven, zukunfts­ori­en­tier­ten Staats­we­sens besiegelt.”

Aber eine Komö­die wird man wohl noch dar­über schrei­ben können!

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