27. März 2019

Eine Pho­bie, von wel­cher tat­säch­lich gro­ße Tei­le der deut­schen Gesell­schaft befal­len sind, heißt Dexio­pho­bie bzw. Dex­tro­pho­bie.

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Jetzt gibt es mei­ne Ascher­mitt­wochs­re­de in einer sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Samis­dat-Knei­pe bei Göp­pin­gen auch auf you­tube, näm­lich hier.

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Die Empö­rung, die der Chef der Jun­gen Uni­on aus­ge­löst hat, weil er das Wort „Gleich­schal­tung” auf die Uni­on anwen­de­te, um am trü­ben rech­ten Rand zu fischen, als ob inner­halb der CDU nicht zwi­schen der „Mer­kel­treu­en Volks­front” und der „Volks­front der Getreu­en Mer­kels” leb­haft und frei gestrit­ten und um immer neue Euro­ret­tungs­pa­ke­te oder Migra­ti­ons­pak­te oder die Dekar­bo­ni­sie­rung der Täter­volks­wirt­schaft demo­kra­tisch gerun­gen wor­den wäre, bis bei­de Frak­tio­nen auf dem Par­tei­tag zu elf­mi­nü­ti­gen stan­ding ova­tions zusam­men­fan­den, um jene Frau zu ehren, die ober­halb aller inner­par­tei­lich-demo­kra­ti­schen Wil­lens­bil­dungs­zer­würf­nis­se mit gut­mü­ti­gem Brum­men das Recht schützt… –, die­se Empö­rung, sage ich, war berech­tigt. Die CDU ist natür­lich nicht gleich­ge­schal­tet wor­den. Sie hat es sel­ber und frei­wil­lig getan – mal abge­se­hen von dem Gerücht, dass der Kau­der sich jeden ein­zel­nen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten ein­be­stellt haben soll, der im Herbst 2015 den offe­nen Brief an die Kanz­le­rin gegen hoch­de­ro sogen. Flücht­lings­po­li­tik unter­schrie­ben hat­te und von denen, mit Aus­nah­me der Direkt­man­da­tis­ten, kei­ner mehr im aktu­el­len Bun­des­tag sitzt. Sie sol­len, heißt es, ver­kau­dert wor­den sein.

Bei­sei­te: Kau­dern heißt übri­gens laut Grimm­schem Wör­ter­buch: Zwi­schen­han­del trei­ben, mäkeln (abkau­dern, ver­kau­dern), aber auch „kol­lern wie der wel­sche Hahn”:
„ein volk bei dem noch sonst wort und gedan­ken zweck­ten,
bölkt jetzt ein kau­der­welsch in zwan­zig dia­lek­ten.”
(Lich­ten­berg)

Ich gestat­te mir, nach die­ser Abschwei­fung neu anzu­set­zen und zu wie­der­ho­len: Im Wesent­li­chen ist die CDU nicht gleich­ge­schal­tet wor­den, son­dern sie tat es selbst und aus frei­en Stü­cken. Es soll schließ­lich kein Zwang im Glau­ben sein, wie ein berühm­tes Neu­mit­glied der Uni­on emp­fahl. Das kor­rek­te Wort heißt also: Selbst­gleich­schal­tung. Das soll sich der JU-Laf­fe hin­ter die unge­wa­sche­nen Ohren schreiben!

Als ein his­to­risch-kri­tisch end­auf­ge­klär­ter Mensch darf man Begrif­fe mit NS-Pedigree nicht ein­mal dann auf die aktu­el­len Ver­hält­nis­se über­tra­gen, wenn sich kein bes­se­rer Ver­gleich anbie­tet, son­dern aus­schließ­lich in Fäl­len, wo sie ein­fach stim­men. Dass es sol­che Fäl­le gibt, kann nur bestrei­ten, wer das deut­sche Volk von sei­nen Ver­bre­chen rein­wa­schen will. Selbst­ver­ständ­lich ist das deut­sche Volk ein Kon­strukt, doch die­ses Kon­strukt ist böser als ande­re Kon­struk­te, es trägt in sich das Nazi-Gen und die Nazi-Eigen­schaf­ten, und wer das deut­sche Volk sei­nem berech­tig­ten Schick­sal zufüh­ren will, muss sich die­se sin­gu­lä­ren Eigen­schaf­ten zunut­ze machen. Eine Gleich­schal­tung oder Selbst­gleich­schal­tung ist ja nicht per se schlecht. Es kömmt dar­auf an, wer und wohin gleich­ge­schal­tet wird, und dass man ande­re Begrif­fe dafür erfindet.

Gute anti­fa­schis­ti­sche Anfän­ge gab es bereits vor Jahren.

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Aber, ach:

„Von zwei Mil­lio­nen blie­ben
Nur eine Hand­voll grad,
Es hat sie auf­ge­rie­ben
Gor­bat­schows Ver­rat.”
(Peter Hacks)

Nach­dem sich drei Jahr­zehn­te lang der völ­ki­sche Natio­na­lis­mus, Ras­sis­mus, Sexis­mus und Geschichts­re­vi­sio­nis­mus unge­hin­dert in Deutsch­land aus­brei­ten konn­ten, haben die Kul­tur­schaf­fen­den nun end­lich ihren Schneid wie­der­ent­deckt. Mit der „Erklä­rung der Vie­len” stel­len sie sich end­lich kol­lek­tiv dem völ­ki­schen Natio­na­lis­mus, Ras­sis­mus, Sexis­mus und Geschichts­re­vi­sio­nis­mus entgegen!

Als „Grund­text” gilt die Ber­li­ner Erklä­rung, auf die ich hier gleich ver­linkt habe, und die birst so vor Bunt­heit und Gedan­ken­schär­fe, dass die Mani­fes­t­an­ten in den ande­ren Gau­en und Bezir­ken sie meist ein­fach wort­gleich über­nom­men haben; man braucht sei­ne Kräf­te ja für den Kampf und nicht fürs Resolutionstextevariieren.

„Als Akti­ve der Kul­tur­land­schaft in Deutsch­land ste­hen wir nicht über den Din­gen, son­dern auf einem Boden, von dem aus die größ­ten Staats­ver­bre­chen der Mensch­heits­ge­schich­te began­gen wur­den”, hebt das Mani­fest stolz an. Schon der ers­te Satz zeigt uns, dass es nicht nur um die Vie­len, son­dern um Alles geht. Hier wer­den kei­ne Kom­pro­mis­se gedul­det und kei­ne Gefan­ge­nen gemacht; dafür ist die Lage zu ernst. Die reli­giö­se Zukunft Deutsch­lands steht auf dem Spiel. Auf die Peti­tes­se, dass in der Preis­ka­te­go­rie „Größ­te Staats­ver­bre­chen aller Zei­ten” (GröS­t­aZ) durch­aus har­te Kon­kur­renz exis­tiert, kann eine sol­che Erklä­rung schwer­lich ein­ge­hen, denn die Kon­kur­ren­ten gehö­ren zum eige­nen poli­ti­schen Fami­li­en­stamm­baum, wie bas­tar­disch (Slo­ter­di­jk) der auch immer beschaf­fen sein mag, und sie hat­ten die bes­ten Absich­ten; das kann man doch nicht vergleichen.

„In die­sem Land wur­de schon ein­mal Kunst als ent­ar­tet dif­fa­miert und Kul­tur flä­chen­de­ckend zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken miss­braucht.” Kul­tur wur­de zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken miss­braucht – aber wie­so wur­de? „Mil­lio­nen Men­schen wur­den ermor­det oder gin­gen ins Exil, unter ihnen auch vie­le Künstler*innen.” Und das droht heu­te wie­der! Damals übri­gens noch ohne *, aber letzt­lich galt der Kampf die­ser damals noch ohne * leben­den und weben­den Künst­ler der Ein­füh­rung des *, wäh­rend die AfD offen die End­lö­sung der Gen­der­fra­ge anstrebt und zur Aus­mer­zung von Mil­lio­nen lebens­un­wer­ten Gen­der­stern­chen aufruft.

„Heu­te begrei­fen wir die Kunst und ihre Ein­rich­tun­gen, die Muse­en, Thea­ter, Ate­liers, Clubs und urba­nen Orte als offe­ne Räu­me, die vie­len gehö­ren.” Aber nur den #vie­len, die die­se Erklä­rung unter­zeich­nen! Wer nicht, wird sehen, was ihm blüht. Sicher­heits­hal­ber haben bereits Inten­dan­ten im Namen ihrer gesam­ten Beleg­schaft unter­schrie­ben, ohne die Ange­stell­ten erst zu fra­gen; Basis­de­mo­kra­tie ist in Zei­ten des geis­ti­gen Bür­ger­kriegs nur etwas für Rechtspopulisten.

„Unse­re Gesell­schaft ist eine plu­ra­le Ver­samm­lung. Vie­le unter­schied­li­che Inter­es­sen tref­fen auf­ein­an­der und fin­den sich oft im Dazwi­schen. Demo­kra­tie muss täg­lich neu ver­han­delt wer­den – aber immer unter einer Vor­aus­set­zung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vie­len Möglichkeiten!”

Inter­es­sen fin­den sich im Dazwi­schen; nun macht sich die Hand­schrift her­ren­lo­ser Geisteswissenschaftler*innen bemerk­bar. Es geht um jede*n Einzeln*n – die Aus­nah­men wer­den gleich benannt –, also prak­tisch um alle Men­schen auf die­sem Pla­ne­ten, deren jede*r als Teilnehmer*in der gro­ßen täg­li­chen Neu­ver­hand­lung der Demo­kra­tie in Deutsch­land will­kom­men ist. Wer die gan­ze Choo­se bezahlt? Fra­gen Sie ihre*n grü­nen Abschnittsbevollmächtigte*n!

„Der rech­te Popu­lis­mus, der die Kul­tur­ein­rich­tun­gen als Akteu­re die­ser gesell­schaft­li­chen Visi­on angreift, steht der Kunst der vie­len feind­se­lig gegenüber.”

Aber nein, der „Kunst der vie­len”, die man gar nicht klein genug schrei­ben kann, ste­hen so pro­fa­ne Din­ge wie die Intel­li­genz, der Geschmack, die Bil­dung, das Kön­nen und die Meis­ter­schaft nicht wirk­lich feind­se­lig, jedoch etwas indi­gniert bzw. ange­wi­dert gegenüber.

„Rech­te Grup­pie­run­gen und Par­tei­en stö­ren Ver­an­stal­tun­gen, wol­len in Spiel­plä­ne ein­grei­fen, pole­mi­sie­ren gegen die Frei­heit der Kunst und arbei­ten an einer Rena­tio­na­li­sie­rung der Kultur.”

Die­se Umkehr der Aggres­si­ons­rich­tung gehört zur Psy­cho­mo­to­rik der Cou­ra­ge-Simu­lan­ten bei ihrem Ver­such, die zwei­te deut­sche Repu­blik in eine drit­te deut­sche Dik­ta­tur zu ver­wan­deln, und zwar unter dem Vor­wand, gera­de eine Dik­ta­tur ver­hin­dern zu wol­len, was immer­hin für einen durch­schnitt­li­chen IQ der Mani­fest- und Tumul­tan­ten um 110–115 spricht (das ist der IQ-Raum der klas­si­schen Problembären).

„Ihr” – der Rechts­po­pu­lis­ten näm­lich – „ver­ächt­li­cher Umgang mit Men­schen auf der Flucht, mit enga­gier­ten Künstler*innen, mit allen Anders­den­ken­den ver­rät, wie sie mit der Gesell­schaft umzu­ge­hen geden­ken, sobald sich die Macht­ver­hält­nis­se zu ihren Guns­ten ver­än­dern würden.”

Wie das aus­se­hen wür­de oder wird, das kann ich Ihnen, geneige*r Leser*in, in aller Unschuld ver­ra­ten: Die Rechts­po­pu­lis­ten den­ken gar nicht nicht ver­ächt­lich, son­dern im Gegen­teil sehr hoch­her­zig von „Men­schen auf der Flucht, enga­gier­ten Künstler*innen und allen Anders­den­ken­den”, so hoch­her­zig näm­lich, dass sie es mit deren Eman­zi­pa­ti­on völ­lig ernst mei­nen (eman­ci­pa­re heißt: „einen Skla­ven in die Selbst­stän­dig­keit ent­las­sen”) und dar­auf bestehen, dass ins­be­son­de­re enga­gier­te Künstler*innen aus der ali­men­tier­ten Staats­skla­ve­rei ent­las­sen wer­den, um sich ihren Unter­halt sel­ber ver­die­nen zu kön­nen. Alles ande­re wäre doch eine Belei­di­gung ihrer künst­le­ri­schen Freiheit!

Immer­hin schließt das Mani­fest mit den Wor­ten: „Soli­da­ri­tät statt Pri­vi­le­gi­en. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!”

Jawohl! Es lebe die freie deut­sche Kunst! Heil Vielfalt! 

PS: Der „rech­te” Cel­list Mat­thi­as Moos­dorf (die Cel­li befin­den sich immer rechts vom Diri­gen­ten!), ein enga­gier­ter Künst­ler und Anders­den­ken­der, wenn­gleich noch nicht auf der Flucht, sen­det auf sei­ner Face­book-Sei­te so etwas wie ein Dia­log­si­gnal an die „Vie­len”. Wahr­schein­lich hat er das Prin­zip nicht verstanden.

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Die „Erklä­rung der Vie­len” in ein­fa­cher Spra­che: Die Sub­ven­tio­nier­ten bekämp­fen den poli­ti­schen Auf­stieg der Subventionskürzer.

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Wie­der­vor­la­ge aus aktu­el­lem Anlass (Bre­x­it!). Der bri­ti­sche Kunst­his­to­ri­ker Neil Mac­Gre­gor, lang­jäh­ri­ger Direk­tor des Bri­tish Muse­ums und von 2015 bis 2018 Inten­dant des Ber­li­ner Hum­boldt­fo­rums, hat auf eine Beson­der­heit deut­scher Denk­mal­kul­tur auf­merk­sam gemacht. Im Buch zu sei­ner Aus­stel­lung „Deutsch­land. Erin­ne­run­gen einer Nati­on” schrieb er, er ken­ne „kein ande­res Land, das in der Mit­te sei­ner Haupt­stadt ein Mahn­mal der eige­nen Schan­de errich­tet hätte”.

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Leser *** erin­nert an die Geschich­te der Bar­ba­res­ken­krie­ge, die heu­te „weit­ge­hend igno­riert” wer­de. „Eine der sel­te­nen Aus­nah­men”, schreibt *** in einer Mail vom 22. März, war „die ZDF-Sen­dung ‚Ter­ra X – Frei­beu­ter der Mee­re, Die Kor­sa­ren’ (ges­tern Abend). Hier kom­men die Prak­ti­ken der mus­li­mi­schen Pira­ten im Mit­tel­meer und im Atlan­tik zur Sprache. 

Die Öko­no­mie der Hohen Pfor­te hing von die­ser Pira­te­rie ab. Von vie­len euro­päi­schen Staa­ten, aber auch den jun­gen USA wur­den gegen Ende des 18. Jhdts. hohe Geld­zah­lun­gen erpresst, damit ihre Schif­fe nicht geka­pert und deren Mann­schaf­ten nicht ver­sklavt wür­den. Erst als die Fran­zo­sen in Alge­ri­en 1830 ein­mar­schier­ten, befrei­ten sie dort die letz­ten euro­päi­schen Skla­ven (s. dazu auch Paul Baep­ler, ‚White Slaves, Afri­can Mas­ters, An Antho­lo­gy of Ame­ri­can Bar­ba­ry Coast Cap­ti­vi­ty Nar­ra­ti­ves’, 1999). Bei­spiel­haft kann man die Schick­sa­le der Ame­ri­ka­ner James Lean­der Cath­cart und Richard Hen­ry O’Bri­en (s. Wiki-Ein­trä­ge; der ers­te wur­de spä­ter Diplo­mat, der zwei­te war Schiffs­ka­pi­tän) betrachten. 

In ganz Euro­pa und auch in den neu gegrün­de­ten USA gab es zu die­ser Zeit in den Küs­ten­or­ten häu­fig all­ge­mei­ne Geld­samm­lun­gen, oft von den Kir­chen orga­ni­siert, die dem Zweck dien­ten, die eige­nen See­leu­te, Euro­pä­er und Ame­ri­ka­ner, aus der unmensch­li­chen nord­afri­ka­ni­schen Skla­ve­rei frei­zu­kau­fen. (s. dazu z.B. Mar­tha Ele­na Rojas, ‚Insults Unpu­nis­hed – Bar­ba­ry Cap­ti­ves, Ame­ri­can Slaves, and the Nego­tia­ti­on of Liber­ty’, in: ‚Ear­ly Ame­ri­can Stu­dies’ 2/2003.) 

Tho­mas Jef­fer­son, Diplo­mat der USA in Paris und spä­te­rer US-Prä­si­dent, beschrieb ein Tref­fen mit dem tri­po­li­ta­ni­schen Gesand­ten, Sidi Had­schi Abdra­ha­man, fol­gen­der­ma­ßen: Ich frag­te den Bot­schaf­ter, wie­so sein Land ein ande­res Land, unse­res, das ihm nie etwas Böses ange­tan hat­te, mit Krieg bedro­he. Der Bot­schaf­ter ant­wor­te­te, dass es in den Geset­zen ihres Pro­phe­ten und im Koran geschrie­ben ste­he, wonach alle Natio­nen, die sei­ne Auto­ri­tät (Allahs und des Pro­phe­ten) nicht aner­kann­ten, Sün­der sei­en. Und dass man das Recht und die Pflicht habe, gegen die­se Sün­der Krieg zu füh­ren, wo immer man sie tref­fe, und dass Gefan­ge­ne zu Skla­ven gemacht wer­den dür­fen. Und dass jeder Musel­ma­ne, der in der Schlacht fällt, ganz sicher ins Para­dies kommt.

Jef­fer­son und Adams waren scho­ckiert. Jef­fer­son hat­te ein Exem­plar des Koran im Rah­men sei­ner Rechts­stu­di­en gele­sen und fand das Buch in sei­nem Wer­te­sys­tem so fremd­ar­tig, dass er es bei den Büchern über grie­chi­sche Mytho­lo­gie plat­zier­te. Als Jef­fer­son sei­ne Toch­ter Mary zu sich nach Paris holen woll­te, instru­ier­te er sei­nen Schwa­ger Fran­cis Eppes in einem Brief, das klei­ne Mäd­chen nur ja aus­schließ­lich in einem bri­ti­schen oder fran­zö­si­schen Schiff zu schi­cken, da nur die­se, auf­grund der hohen Tri­but­z­ah­lun­gen ihrer Hei­mat­län­der, vor Über­fäl­len sicher seien. 

Jef­fer­son unter­schied sich in sei­ner Mei­nung über das bes­te Vor­ge­hen gegen die Nord­afri­ka­ner dabei von sei­nem Diplo­ma­ten-Kol­le­gen John Adams (eben­falls spä­te­rer US-Prä­si­dent); wäh­rend Adams die Kos­ten für ‚Schutz­geld­zah­lun­gen’ nied­ri­ger ansah als die Kos­ten des Auf­baus einer Navy, sah Jef­fer­son dies anders. Den Han­del mit den Süd­eu­ro­pä­ern ein­zu­stel­len, war für die USA kei­ne Opti­on, da die jun­ge Nati­on durch den Unab­hän­gig­keits­krieg schul­den­be­haf­tet war und die­sen Han­del brauch­te. Schließ­lich setz­te sich Jef­fer­son durch und wähl­te den Krieg als Mit­tel zur Her­stel­lung einer Über­ein­kunft. Im ers­ten Bar­ba­res­ken­krieg (1801–1805) gelang es den Ame­ri­ka­nern, die Nord­afri­ka­ner mit Hil­fe von Schif­fen des König­reichs Sizi­li­en und Schwe­dens erst­mals in die Schran­ken zu wei­sen. Der zwei­te Bar­ba­res­ken­krieg (1815) mach­te dann alles klar. 

Es ist erschre­ckend, wie ein­sei­tig heu­te Geis­tes­wis­sen­schaft betrie­ben wird. Über die Geschich­te der wei­ßen Skla­ven in Nord­afri­ka und der Tür­kei fin­det man recht wenig bei His­to­ri­kern, wäh­rend es über schwar­ze Skla­ven ton­nen­wei­se Bücher gibt.”

 

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Es gibt aber auch posi­ti­ve Nach­rich­ten: für Gour­mets und, Allah woll­te es so, für Gour­man­ds.

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