21. April 2019

Neue Redens­art: Der lügt wie ein Faktenchecker.

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Die Oster­bot­schaft der necki­schen klei­nen Schwe­din mit den Nazi-Zöpfen:

Klimagretl

Von eini­gen Kre­tins unter ihren Fans nicht hun­dert­pro­zen­tig kapiert:

Wahlwerbung Gruene

Sei’s drum: Eine Gesell­schaft, die seit Jah­ren poli­tisch infan­ti­li­siert, auf „Bunt­heit”, „Viel­falt”, „Offen­heit”, „Gen­der”, „Kli­ma­ret­tung” und ähn­li­che Hirn­er­wei­chungs­pa­ro­len gedrillt wird, folgt zuletzt eben einem när­ri­schen Kind…

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Eine soge­nann­ten „See­brü­cke Olden­burg”, die nichts zu tun hat mit den häss­li­chen, über­flüs­si­gen, men­schen­ver­ach­ten­den See­brü­cken bei­spiels­wei­se in Herings­dorf oder Ahl­beck, woselbst meist alte wei­ße Män­ner logie­ren, spei­sen und sich am pro­blem­be­wusst­seins­lo­sen Blick aufs Meer erbau­en, son­dern eine See­brü­cke, die von einer Grals­rit­ter­schar für Schlep­per- und Schleu­ser­diens­te gebil­det wird, von Lohen­gri­nen des Migran­ten­im­ports sozu­sa­gen, wel­che bereit ste­hen, zumin­dest einen Teil ihres Lebens der Demo­lie­rung von Klings­ors deut­schem Zau­ber­gar­ten zu wei­hen, die­se Bri­ga­de edler See­len ver­öf­fent­licht auf ihrer Face­book­sei­te einen Auf­ruf, in dem ein Berufs­ver­bot für einen Mit­ar­bei­ter des Bun­des­amts für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) gefor­dert wird, weil er dem Klings­or-Detache­ment ange­hört. Pikant dabei ist, aber nur als Peti­tes­se, dass es sich bei dem Unrei­nen um einen Juden handelt. 

Nach „einem öffent­li­chen Kandidat*innenduell” sei bekannt gewor­den, heißt es in der Peti­ti­on, „dass Dr. Jaros­law Pol­jak, Ober­bür­ger­meis­ter­kan­di­dat der AfD Wil­helms­ha­ven, seit min­des­tens drei Jah­ren in Ihrer Behör­de in der Posi­ti­on des Ent­schei­ders tätig ist”. Herr Dr. Pol­jak ver­tre­te „das ras­sis­ti­sche Nar­ra­tiv der AfD” und kön­ne „nicht als neu­tra­le und sach­li­che Instanz für Asyl­ver­fah­ren ange­se­hen wer­den”, sonst gehör­te er ja zur „See­brü­cke” oder zum „Zen­trum für poli­ti­sche Schön­heit” oder zur „Anti­fa Zecken­biss”. Statt­des­sen stel­le der Ekle „eine Gefahr für recht­mä­ßi­ge Ent­schei­dun­gen dar”, denn wo Krieg Frie­den ist, kann Frei­heit nur Skla­ve­rei sein. Wes­halb die muti­gen Unter­zeich­ner cou­ra­giert for­dern, den „Herrn Dr. Pol­jak aus sei­ner Posi­ti­on schnellst­mög­lich zu entheben”.

Darf der­einst geschrie­ben wer­den: Tragt ihn mit Stolz, den blau­en Fleck?

Die­ser Gedan­ke rausch­te augen­schein­lich sogar den Amts­ent­he­bungs­for­de­rern sel­ber durch ihre wohl­vor­sor­tier­ten Gedan­ken­fä­cher, denn sie ver­sa­hen das Schrei­ben mit dem Zusatz: „Kom­men­ta­re mit NS-Ver­glei­chen und ähn­li­chem wer­den gelöscht.” Immer­hin schei­nen die­se schö­nen See­len zu ahnen, wem sie habi­tu­ell glei­chen und wo ihr Meu­ten­be­ha­gen sei­nen Anfang nahm.

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„Anti­fa ist Faschis­mus mit gutem Gewis­sen.”
(Netz­fund)

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Wie aus einer Anfang August 2018 erteil­ten Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der AfD her­vor­geht, leb­ten aus­weis­lich des Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ters Ende Juni 689.970 Per­so­nen in Deutsch­land, „deren Asyl­an­trag rechts- oder bestands­kräf­tig abge­lehnt wur­de”. Eben­falls geht aus der Ant­wort her­vor, dass all­mo­nat­lich etwa 100 Per­so­nen nach Deutsch­land ein­rei­sen, obwohl sie mit einer Wie­der­ein­rei­se­sper­re belegt sind. Nach Anga­ben des Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ters hiel­ten sich Ende Juni 6.723 Per­so­nen in Deutsch­land auf, obwohl eine Wie­der­ein­rei­se­sper­re gegen sie bestand. Zudem leb­ten hier­zu­lan­de 34.089 Aus­län­der, die – nach­dem ihr Asyl­an­trag rechts­kräf­tig abge­lehnt wor­den war – die Bun­des­re­pu­blik ver­las­sen hat­ten, dann seit dem 1. Janu­ar 2015 aber wie­der nach Deutsch­land ein­ge­reist waren.

An die­ser, wie man es bis vor kur­zem in all­ge­mei­nem Unver­stand noch nann­te, Herr­schaft des Unrechts hat­te des BAMF erheb­li­chen Anteil, und nicht nur die legen­dä­re Bre­mer Zweig­stel­le, die­ses Fort Lara­mie der Will­kom­mens­jun­ta, des­sen ille­ga­les Trei­ben längst von den Genos­sen der Gesin­nungs­pres­se und dem Links­scheit­lern der Wiki­pe­dia in die Kate­go­rie Lega­li­tät über­führt wur­de, wie es die Kanz­le­rin gebot. Erin­nern wir uns: Nach­dem am 17. Sep­tem­ber 2015 der BAMF-Prä­si­dent Man­fred Schmid in einem ver­ant­wor­tungs­lo­sen Akt der Will­kom­men­kraft­zer­set­zung zurück­ge­tre­ten war, nobi­li­tier­te der Chef des Bun­des­kanz­ler­am­tes, ein küh­ner Mann namens Peter Alt­mai­er, gleich tags dar­auf den Chef der Bun­des­agen­tur für Arbeit, Frank-Jür­gen Wei­se, als vor­über­ge­hen­den Lei­ter des BAMF (die „See­brü­cke” samt ihres erst­klas­si­gen Per­so­nals exis­tier­te wei­land noch nicht). Auf Publi­co konn­te man damals und kann man skan­da­lö­ser­wei­se bis heu­te lesen, wie es fort­ging: „Wei­ses ers­te und eigent­li­che Hand­lung bestand dar­in, zum einen meist gering qua­li­fi­zier­te neue Mit­ar­bei­ter mit Teil­zeit­ver­trä­gen in das BAMF zu holen, und zum ande­ren die Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der Behör­de prak­tisch an die Bera­tungs­fir­ma McK­in­sey zu über­tra­gen. Auf der Per­so­nal­ver­samm­lung der BAMF-Mit­ar­bei­ter am 12. Dezem­ber 2015 frag­te der Vor­sit­zen­de des Ört­li­chen Per­so­nal­rats Ger­not Hüter rhetorisch:

‚Bevor­zugt man im Bun­des­amt viel­leicht neu­er­dings die Per­so­nal­ge­win­nung von Betriebs­wirt­schaft­lern und Con­trol­lern, weil man das Asyl­ver­fah­ren per­spek­ti­visch mehr nach betriebs­wirt­schaft­li­chen Grün­den denn recht­li­chen Nor­men aus­rich­ten will?’

Genau so kam es: Für ein Hono­rar von 42,6 Mil­lio­nen Euro struk­tu­rier­ten die McK­in­sey-Leu­te das Amt völ­lig um. Im Mit­tel­punkt stand nicht mehr die Prü­fung von Iden­ti­tä­ten und Asyl­be­grün­dun­gen, son­dern die schnel­le Abar­bei­tung der Fäl­le durch posi­ti­ve Beschei­de – also per Durch­wink-Ver­fah­ren. Als bes­te Abtei­lun­gen und Außen­stel­len im BAMF gal­ten nun die­je­ni­gen, die am effi­zi­en­tes­ten Aner­ken­nun­gen erteilten.”

Dar­an mit­zu­wir­ken, dass die­ser Bruch des alten, dis­kri­mi­nie­ren­den, deutsch­tü­meln­den, das Grund­ge­setz für sakro­sankt erklä­ren­den Unrechts auf Dau­er gestellt und Deutsch­land von einem mono­eth­ni­schen, mono­kul­tu­rel­len Unrechts­staat in eine mul­ti­eth­ni­sche, mul­ti­kul­tu­rel­le Men­schen­rechts­ge­sell­schaft umge­wan­delt wird – wobei bis zum Abschluss der Trans­for­ma­ti­on die Füh­re­rin das Recht schützt, danach braucht es eh kei­ner mehr –, die Teil­nah­me an die­sem ein­zig­ar­ti­gen Expe­ri­ment ist seit­dem die eigent­li­che Auf­ga­be des BAMF. Genau dage­gen arbei­tet Herr Pol­jak. Dar­um muss die­ser schlech­te Mensch und Jude amts­ent­ho­ben wer­den, und er sei ver­flucht bis ins sieb­te Glied!

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Das Wort zum Oster­fest spricht Pfar­rer *** aus ***, ein regel­mä­ßi­ger Besu­cher des klei­nen Eckladens:

„Die gegen­wär­ti­gen Main­stream-Chris­ten haben es nicht so sehr mit Gren­zen. ‚Wir müs­sen Brü­cken bau­en statt Mau­ern’, ruft der Papst voll­mun­dig und kin­der­gar­ten­taug­lich aus sei­nem Vati­kan­staat. Dort waren wir mit der Fami­lie Ostern 2018 in einem wun­der­ba­ren Oster­got­tes­dienst. Und zum Glück hat der Papst sich bei die­sem Event nicht an sei­ne eige­nen Wor­te gehal­ten: Gro­ße Mau­ern um den Vati­kan­staat her­um, eine Schwei­zer Gar­de und eine hoch­mo­der­ne Sicher­heits­fir­ma haben Mes­ser, Spreng­stoff, Regen­schir­me und ande­re gefähr­li­che Gegen­stän­de drau­ßen gehal­ten. Durch all die­se Abwehr­maß­nah­men der Fes­tung Vati­kan­staat konn­ten wir uns in der gro­ßen Mas­se der Oster­mes­se sicher füh­len und mit gan­zem Her­zen den tol­len Got­tes­dienst feiern.

Dan­ke, dass selbst der Papst jen­seits von sei­nen simp­len Paro­len nicht die Rea­li­tät aus dem Auge ver­lo­ren hat – zumin­dest im eige­nen Bereich. Es wäre auch zu scha­de um die Kunst­schät­ze der Vati­ka­ni­schen Muse­en, wenn der Papst die Mau­ern nie­der­rei­ßen wür­de und statt des­sen lau­ter unge­si­cher­te Brü­cken ins Muse­um bau­en wür­de. Schnel­ler als der Papst auf das ach­te Gebot ver­wei­sen könn­te, wür­den dann sei­ne Kunst­schät­ze Bei­ne bekom­men und sich auf Basa­ren und in Tre­so­ren wiederfinden.

Auch auf evan­ge­li­scher Sei­te schließt man Kir­chen­tü­ren ab, damit Leu­te in unge­si­cher­ten Kir­chen nicht uri­nie­ren oder klau­en, wie oft genug in mei­ner eige­nen Kir­che gesche­hen. Aber auf der Ebe­ne der Poli­tik hält auch die offi­zi­el­le evan­ge­li­sche Kir­che nicht so viel von Gren­zen. Je offe­ner, um so bes­ser. Je bun­ter, um so dol­ler. Je glo­ba­lis­ti­scher, um so christlicher.

Und die ver­stor­be­ne evan­ge­li­sche Halb-Hei­li­ge Doro­thee Söl­le posaunt voll­mün­dig aus ihren Büchern – als Mischung aus Gebet und Revo­lu­ti­ons­auf­ruf an alle guten Chris­ten­men­schen: ‚Eines Tages wird die Erde allen Men­schen gehö­ren und die Men­schen wer­den frei sein, so wie du, Gott, es gewollt hast, von Anfang an.’ Hört sich ja ganz schön fromm an! Aber beim Blick in die Kir­chen­ge­schich­te graut es mir vor den Chris­ten, die mit reli­giö­ser Inbrunst alle Besitz­ver­hält­nis­se über­win­den und die gesam­te Mensch­heit mit einer neu­en Frei­heit beglü­cken wol­len. Und die dabei das gan­ze noch als Got­tes ein­deu­ti­gen Wil­len ver­kau­fen, den wir hier und jetzt als Para­dies auf Erden zu ver­wirk­li­chen haben. Gegen die­se fun­da­men­ta­lis­ti­sche Auf­dring­lich­keit solch ver­meint­lich christ­li­cher Paro­len wün­sche ich mir sehn­lichst ein paar Gren­zen und Mau­ern, hin­ter denen ich mich und mei­ne Frei­heit schüt­zen kann.

Genau bei die­sem Wunsch nach Abgren­zung kommt mir mein über alles gelieb­ter Jesus Chris­tus zur Hil­fe. Der weiß von gren­zen­lo­ser Lie­be. Aber nur gegen­über Gott! ‚Du sollst Gott lie­ben von gan­zem Her­zen, von gan­zer See­le und mit all dei­ner Kraft.’ Aber gegen­über unse­ren Nächs­ten begrenzt Jesus die Lie­be: ‚Lie­be dei­nen Nächs­ten WIE DICH SELBST.’ Also kei­ne gren­zen­lo­se Lie­be in der Mit­mensch­lich­keit, son­dern nur soviel Nächs­ten­lie­be wie Eigenliebe.

Peter Slo­ter­di­jk bringt das phi­lo­so­phisch auf den Punkt: ‚Es gibt kei­ne mora­li­sche Pflicht zur Selbst­zer­stö­rung’, indem wir durch eine unbe­grenz­te Will­kom­mens­kul­tur unse­re Sozi­al­sys­te­me, unse­re inne­re Sicher­heit und unse­re eige­ne Kul­tur gefähr­den. Auch in der Flücht­lings­hil­fe gilt eben: ‚Lie­be die Asyl­su­chen­den, aber nicht mehr als dich selber.’

Damit ist Peter Slo­ter­di­jk näher dran an dem jüdisch-christ­li­chen Dop­pel­ge­bot der Lie­be als man­che Theo­lo­gen und Päps­te, die das Gespür für die Selbst­zer­stö­rung ver­lo­ren haben. Kein Wun­der, wenn Kir­chen in ihrem unbe­grenz­ten Lie­bes­ei­fer dem Burn-Out = der Selbst­zer­stö­rung nahe sind. So weh­re ich mich dage­gen, wenn Jesus Chris­tus von bei­den Groß­kir­chen als reli­giö­ser Garant der ein­sei­ti­gen kos­mo­po­li­ti­schen Ideo­lo­gie miss­braucht wird.

Dar­um hat­te ich frü­her mei­nen drei­jäh­ri­gen Kin­dern gegen alle ein­sei­ti­gen Kin­der­gar­ten­sprü­che bei­gebracht: ‚Manch­mal muss man Mau­ern bau­en. Manch­mal muss man Brü­cken bau­en. Bei­des hat sei­ne Zeit (Pre­di­ger Salo­mo 3,1ff). Möge Gott uns gute Gesprä­che schen­ken, in denen wir dis­ku­tie­ren und strei­ten, was jeweils dran ist…’ Ein­fa­cher geht es lei­der nicht.

In die­sem Sin­ne wün­sche ich Ihnen ein geseg­ne­tes Osterfest.

Ostern steht für das Leben und nicht für die Selbzerstörung!

Ostern steht für die gren­zen­lo­se Lie­be Got­tes und für unse­re sehr wohl begrenz­te mensch­li­che Liebe!”

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