1. Mai 2019

„Sei­nen Unter­drü­ckern ist man nicht die Wahr­heit schul­dig.„
Char­lot­te Corday über Fake News

                                  ***

Im Zim­mer des Jüngs­ten heu­te früh:

IMG 20190501 WA0002

Was das dar­stellt, dürf­te ziem­lich klar sein (aber Lösung folgt).

                                  ***

Wäh­rend die guten Deut­schen resp. deut­schen Guten in den Tagen zwi­schen den Frei­tags­ge­be­ten noch dar­über uneins sind, ob die necki­sche Pip­pi aus Schwe­den tat­säch­lich die Mes­sia oder nur eine klei­ne knuf­fi­ge Irre oder eben bei­des zugleich ist – „Gre­ta gehört zu den weni­gen, die unse­re Koh­len­di­oxi­de mit blo­ßem Auge erken­nen kön­nen. Sie sieht, wie die Treib­haus­ga­se aus unse­ren Schorn­stei­nen strö­men, mit dem Wind in den Him­mel stei­gen und die Atmo­sphä­re in eine gigan­ti­sche unsicht­ba­re Müll­hal­de ver­wan­deln. Sie ist das Kind, wir sind der Kai­ser. Und wir sind alle nackt” (hier) –, sind in Lon­don schon die Zelo­ten los:

„The group dis­rup­ted Lon­don with 11 days of pro­tests that it cast as the big­gest act of civil dis­obe­dience in recent Bri­tish histo­ry. Ico­nic loca­ti­ons were blo­cked, the Shell buil­ding defa­ced, trains stop­ped and Gold­man Sachs tar­ge­ted. The aim: A rebel­li­on against the poli­ti­cal, eco­no­mic and social struc­tu­re of the modern world in time to avert the worst devas­ta­ti­on out­lined by sci­en­tists stu­dy­ing cli­ma­te change.”

Noch mal zum Mit­schrei­ben: Eine Rebel­li­on gegen die poli­ti­sche, wit­schaft­li­che und sozia­le Ver­fasst­heit der moder­nen Welt. Also qua­si ISIS in grün. Einst­wei­len noch ohne bewaff­ne­ten Arm. Es sei eine „Revol­te gegen das Aus­ster­ben der Arten, unse­re eige­ne inbe­grif­fen”, sagt eines die­ser gars­ti­gen Green­hör­ner. „One acti­vist glued her bre­asts to the road out­side Gold­man Sachs Euro­pean head­quar­ters on Fleet Street.” Auch das noch mal zum Mit­schrei­ben: Eine Akti­vis­tin kleb­te aus Pro­test ihre Brüs­te an der Stra­ße fest. Pat­tex gibt dir Kraft! Also so etwas gab es im Mit­tel­al­ter nicht. Danisch hat völ­lig recht, wenn er meint, die­se Zivi­li­sa­ti­on gehe gera­de kaputt. Was der­zeit statt­fin­det, ist ein Angriff auf die west­li­che Zivi­li­sa­ti­on – für den Betrei­ber des klei­nen Eck­la­dens gibt es übri­gens kei­ne ande­re –, von innen und von außen zugleich. Sie wird in die Zan­ge genom­men von den Lin­ken auf der Stra­ße und in den Par­la­men­ten, den glo­ba­lis­ti­schen Gau­nern in den Büro­tür­men und den Post­hu­ma­nis­ten in den Smart Eco­no­my-Labo­ren, von reli­giö­sen Rein­heits­voll­stre­ckern, die aus dem Ori­ent ein­strö­men oder sich längst schon hier aus­ge­brei­tet haben, und dem depra­vier­ten Mob der Vorstädte.

Ich erin­ne­re noch ein­mal an die Rede, die Donald Trump im Juli 2017 in War­schau vor­trug, für mei­ne Begrif­fe eine der größ­ten Reden, die je ein west­li­cher Staats­mann gehal­ten hat; Alex­an­der Gau­land hat unlängst im Bun­des­tag dar­aus zitiert – wahr­schein­lich wur­de zum ers­ten Male über­haupt Trump im Bun­des­tag zitiert, und die Refle­xe der ver­ste­hen­s­un­be­gab­ten Zivil­sa­ti­ons­mü­den zur Lin­ken waren viel­sa­gend (hier, ab 6.30) –, näm­lich die­sen in Stein zu mei­ßeln­den und in Erz zu gra­ben­den Pas­sus, in Ger­man of cour­se:

„What we have, what we inheri­ted from our ances­tors, has never exis­ted to this extend befo­re, and if we fail to pre­ser­ve it, it will never ever exist again.”

                                  ***

„Ohne Kol­lek­ti­vie­rung ist eine Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus nicht denk­bar.„
Wer hat’s gesagt?

Lenin? Trotz­ki? Gre­gor Stras­ser? Ulb­richt? Ulla Jel­pke?
Die Ant­wort hier.

                                 ***

„Mit mir wird es kei­ne Pkw-Maut geben!„
Wer hat’s gesagt?
Die Ant­wort hier.

                                  ***

„Laut Poli­zei berich­te­ten Zeu­gen, dass der Mann wäh­rend der Zug­fahrt von Bre­men nach Müns­ter schein­bar gezielt Frau­en mit hel­ler Haut belei­digt, beläs­tigt und bedrängt habe. Die Situa­ti­on eska­lier­te kurz nach­dem der Zug im Bahn­hof Osna­brück-Alt­stadt gehal­ten hat­te: Der 23-Jäh­ri­ge­ging auf eine 20 Jah­re alte Frau zu, schlug ihr zwei mal unver­mit­telt mit der Faust mit­ten ins Gesicht und bespuck­te sie dar­über hin­aus auch noch. Zudem beschimpf­te der Mann sein Opfer mit den Wor­ten: ‚Ich has­se alle deut­schen Wei­ber!’ ” (Hier)

Will­kom­men!

                                  ***

„Poli­zei rückt in drei Wochen zu 100 eska­lie­ren­den Hoch­zei­ten aus” (hier).

Will­kom­men! Willkommen!

(Ich fra­ge mich, was pas­siert, wenn es Allah ein­mal gefal­len soll­te, dass ein daseins­frus­tier­ter deut­scher Tru­cker bei einer die­ser Auto­bahn­blo­cka­den ver­gisst, die Brem­se sei­nes Zwan­zig­ton­ners zu betätigen…)

                                  ***

„Weil er sei­ne schwan­ge­re Lebens­ge­fähr­tin im Flug­zeug vor Beschimp­fun­gen und Trit­ten schüt­zen woll­te, wur­de ein Rechts­an­walt als Nazi beschimpft – und die Aggres­so­ren danach von Mit­rei­sen­den ‚um Ver­zei­hung’ gebe­ten – für das ‚Ver­hal­ten’ des Opfers” (hier).

Ich sag­te doch: Willkommen!

                                  ***

Wenn man von sol­cher juris­ti­schen Zeit­geisthu­re­rei liest, ver­steht man immer­hin, wie es mög­lich war, dass nor­ma­le deut­sche Juris­ten nach 1933 ihre Wert­maß­stä­be wider­spruchs­los umjus­tie­ren ließen: 

IMG 20190501 WA0001

                                ***

„In die­sem Tages­spie­gel-Inter­view ste­cken 70 Ton­nen Fake”: Alex­an­der Wendt tran­chiert bei publi­co lie­be­voll die Behaup­tun­gen des Kli­ma­for­schers Johan Rock­ström, Vize-Chef am Pots­dam Insti­tut für Kli­ma­fol­gen­for­schung, über die Über­hand­nah­me, Unan­ge­mes­sen­heit, Umwelt­schäd­lich­keit und Unge­sund­heit unse­res Fleisch­ver­zehrs, von denen prak­tisch nicht eine stimmt (der durch­schnitt­li­che Fleisch­kon­sum der Deut­schen geht ste­tig zurück). Nor­ma­ler­wei­se müss­ten Inter­viewe­rin und „Exper­te” nach einer sol­chen Erle­di­gung in die Spree oder in die Pan­ke gehen, aber das wür­de vor­aus­set­zen, dass sie nicht ganz bewusst täu­schen, Fak­ten ver­dre­hen, Ängs­te schü­ren und die Bevöl­ke­rung mani­pu­lie­ren wol­len und ihnen Sta­tis­ti­ken gleich­gül­tig sind.

                                ***

Zu mei­nen Paris-Remi­nis­zen­zen (Acta vom 28. April) schreibt Lese­rin ***: „Ihre Impres­sio­nen möch­te ich mit eini­gen Daten und Fak­ten zu Frank­reich unter­mau­ern, die ich aus eige­ner Ansicht und Betrof­fen­heit erlebt und seit Jahr­zehn­ten zusam­men­ge­tra­gen habe (mein Mann, Fran­zo­se, stammt aus Paris):

1967 (in die­sem Jahr wur­de in Frank­reich die Pil­le erlaubt) hat­te Frank­reich 51 Mio Ein­woh­ner, heu­te sind es 67 Mio. Der Unter­schied von 16 Mio ist allein der Ein­wan­de­rung (und den hohen Geburts­ra­ten die­ser Bevöl­ke­rungs­grup­pen) zuzu­rech­nen, da in Frank­reich – wie in allen west­li­chen Län­dern – der berühm­te Pil­len­knick eher einen Rück­gang der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung zur Fol­ge hat­te als ein Wachs­tum. Die Ein­wan­de­rung erfolg­te aber nicht aus dem euro­päi­schen Kul­tur­kreis, son­dern zunächst aus den nord­afri­ka­ni­schen Län­dern und in jün­ge­rer Zeit ver­stärkt auch aus Schwarz­afri­ka; auf jeden Fall han­delt es sich fast aus­schließ­lich um eine mus­li­mi­sche Ein­wan­de­rung. Seit 50 Jah­ren macht man den Fran­zo­sen aber weis (so 2018 das sonst renom­mier­te Insti­tut Mon­tai­g­ne), daß rund 5 Mio Mos­lems das Land bevöl­kern (es lie­gen kei­ne sta­tis­ti­schen Zah­len zur Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit vor – dies ist staat­lich unter­sagt). 2014 hat Azouz Begag, ehe­ma­li­ger bei­geord­ne­ter Minis­ter von 2005 bis 2007 und alge­ri­scher Abstam­mung, aller­dings in den Raum gestellt, daß in Frank­reich wohl zwi­schen 15 und 20 Mio Mos­lems leben.

Um der gro­ßen Woh­nungs­not in den 1950er und 1960er Jah­ren abzu­hel­fen, zog man in den Pari­ser Ban­lieues (und ande­ren Städ­ten) unzäh­li­ge Sozi­al­woh­nun­gen in die Höhe. Dies bedeu­te­te zunächst für die auto­chtho­ne Bevöl­ke­rung eine erheb­li­che Ver­bes­se­rung ihres Woh­nungs­stan­dards. Doch setz­te dann die mas­si­ve Ein­wan­de­rung aus dem Maghreb ein. Die Fol­ge: die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung wur­de aus die­sem sozia­len Woh­nungs­bau (HLM = habi­ta­ti­ons à loy­er modé­ré) offi­zi­ell ver­drängt, wenn sie die­se nicht schon frei­wil­lig verließ.

Zeig­ten sich die weib­li­chen Ange­hö­ri­gen der isla­mi­schen Reli­gi­on bis in die 1970er und frü­hen 1980er Jah­re in Frank­reich so gut wie nie mit Kopf­tuch, setz­te ab den spä­ten 1980er Jah­ren eine ‚Kopf­tuch­wel­le’ ein, die immer mas­si­ver wur­de. Zum heu­ti­gen Zeit­punkt fällt es einer Mus­li­min sehr schwer, sich ohne Kopf­tuch und ‚züch­ti­ger’ Klei­dung zu prä­sen­tie­ren. Der sozia­le Druck ist ein­fach zu groß.

Nimmt man abends in Paris die Metro, ist man als ‚Wei­ßer’ der Exot. Selbst schon tags­über fällt die gro­ße Anzahl an nord­afri­ka­ni­schen und schwarz­afri­ka­ni­schen Metro-Benut­zern auf. Gewiß gibt es noch eini­ge Vier­tel, in denen es halb­wegs ‚weiß’ zugeht (z. B. im 7. und 16. Arron­dis­se­ment); doch sind man­che Arron­dis­se­ments (z. B. 18. und 19.) fest in der Hand der Zuge­wan­der­ten. Sehr schlimm ist es im Dépar­te­ment 93 (Sei­ne-Saint Denis). 

Um einen Über­blick über die Geburts­ra­te die­ser zuge­wan­der­ten Bevöl­ke­rung zu haben, genügt ein Blick auf die Vor­na­men der Kin­der (doch wehe, wenn man dies offi­zi­ell tut – wie z. B. Robert Ménard, der Bür­ger­meis­ter der Stadt Béziers – die lin­ken Gut­men­schen sind über ihn her­ge­fal­len). Eine wei­te­re Mög­lich­keit zur Infor­ma­ti­on ist eine Sta­tis­tik, die über das Vor­kom­men von Sichel­zel­len­an­ämie bei Säug­lin­gen geführt wird. Die­se Erb­krank­heit ist bei Per­so­nen aus dem süd­li­chen Mit­tel­meer­raum und aus Afri­ka ver­brei­tet. Bis vor weni­gen Jah­ren fand man bei eini­gem Suchen im Inter­net noch dazu sta­tis­ti­sche Anga­ben; so ist die­se Krank­heit vor allem im Dépar­te­ment 93, in Süd­frank­reich, aber auch im Elsaß ver­brei­tet. In jüngs­ter Zeit fin­det man zu die­ser Krank­heit aber so gut wie kei­ne Zah­len mehr. Man könn­te dar­aus wohl die Anzahl der Zuwan­de­rer und ihr Repro­duk­ti­ons­ver­hal­ten ableiten.

Ist das nun der gro­ße Aus­tausch (‚le grand rem­pla­ce­ment’), von dem der fran­zö­si­sche Phi­lo­soph und Schrift­stel­ler Ren­aud Camus schon seit vie­len Jah­ren spricht? Der gro­ße Aus­tausch, der auch Deutsch­land in spä­tes­tens einer Genera­ti­on erfas­sen wird? Vie­les läßt befürch­ten, daß dem so ist.”

                                ***

IMG 20190501 WA0005

Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

30. April 2019

Nächster Beitrag

2. Mai 2019

Ebenfalls lesenswert

15. November 2018

Sie: „M., die­ser selbst­er­nann­te Schriftsteller!” Er: „Aber wer ernennt Schrift­stel­ler? Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um? Die Reichsschrifttumskammer?” Sie: „Das Finanzamt.” ***…

Späterer 22. Juni 2020

Die Par­ty­sze­ne ist auch nicht mehr das, was sie einst war:                                  *** Had­mut Danisch hat in sei­nem Blog…

7. September 2018

Und „wei­ter, wei­ter, immer wei­ter” (Oli­ver Kahn) mit Chem­nitz. Mei­ne Hoff­nung, Mer­kels stur­hei­le Par­tei­nah­me gegen die eige­nen Lands­leu­te,…

10. März 2019

Da bekommt ein klei­ner Stut­zer und Zeit­kor­rek­ter das Muf­fen­sausen, weil er auf einer Juden­par­ty war und nun von…