8. Mai 2019

Zu schön, um nicht ver­brei­tet zu werden: 

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„Droht das Ende der Kra­wat­te?”, fragt die FAZ. War­um das Frank­fur­ter Welt­blatt dar­auf kommt? Weil Spar­kas­sen und Pri­vat­ban­ken die Schlips­pflicht auf­he­ben und die super­fle­xi­blen Betrei­ber der total hip­pen urba­nen Start ups, Trend­bu­den und Sili­con-Val­ley-Inter­net­la­bo­ra­to­ri­en ohne­hin casu­al bis zur Indo­lenz durchs Arbeits­le­ben wuseln. Das ist aber kei­nes­wegs das Ende der Kra­wat­te, son­dern das Ende ihres – meist geschmack­lo­sen – Miss­brauchs zur Uni­for­mie­rung einer in Büro­tür­men frö­nen­den Klon-Armee, die sich jetzt eben anders uni­for­miert. Eine Kra­wat­te trägt der Mann, um sich zu schmü­cken und sei­ne Kon­ver­sa­ti­ons- oder auch Kopu­la­ti­ons­part­ner zu ehren, nicht um die Zuge­hö­rig­keit zu irgend­ei­ner Bran­che zu signa­li­sie­ren. Im Ide­al­fall bin­det er die Kra­wat­te auch dann um, wenn er sich allein daheim befin­det, also in bes­ter Gesell­schaft. Um die Zukunft der Kra­wat­te muss einem nicht ban­ge sein. Sie über­nimmt nur wie­der ihre Rol­le als Distinktions-Accessoire. 

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Was frei­lich immer mehr der Ver­gan­gen­heit ange­hört, ist Ame­ri­ka als the land of the free. Der Spec­ta­tor hat eine ein­drucks­vol­le Lis­te von pro­mi­nen­ten Quer­köp­fen zusam­men­ge­stellt, die in sozia­len Medi­en gesperrt, zen­siert, von der Teil­nah­me aus­ge­schlos­sen, gebannt sind, prak­ti­scher­wei­se jeweils kom­bi­niert mit dem Hin­weis, wo man sie noch resp. statt­des­sen lesen kann. Pri­mus inter pares ist Milo Yianno­pou­los, „ban­ned from: Face­book, Insta­gram, Twit­ter, PayPal, Ven­mo, Event­bri­te, Shopi­fy, Patre­on, Coin­ba­se, Peri­scope, Mail­chimp, Tumb­lr, the nati­on of Australia”.

Wir befin­den uns in einem geis­ti­gen Bür­ger­krieg, und nie­mand soll hof­fen, dass er schon in den nächs­ten Jah­ren endet. 

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Eine erhel­len­der Bei­trag auf ach­gut beschäf­tigt sich mit der neu­en Heil­gen Fami­lie. Die Thun­bergs sind ein wei­te­res Exem­pel in der end­lo­sen Ket­te ver­krach­ter Exis­ten­zen, die ihr eige­nes Leben nicht in den Griff bekom­men und sich statt­des­sen kom­pen­sa­to­risch nase­weis in das der ande­ren ein­mi­schen, die in ihrem pri­va­ten Umfeld auf gan­zer Linie ver­sa­gen, aber vor­ge­ben zu wis­sen, was für die Gesell­schaft und in die­sem beson­ders drol­li­gen Fal­le für das Welt­kli­ma das Bes­te sei. Aus die­sem Men­schen­schlag stammt das Gros der Lin­ken, von denen sich Josef und Maria Thun­berg wenigs­tens inso­fern unter­schei­den, als sie nicht auf ande­rer Leu­te Kos­ten leben, denn Gre­ta-Jesa füllt die Haus­halts­scha­tul­le sehr ordentlich. 

Übri­gens rech­net Jor­dan Peter­son zu sei­nen „12 Rules for Life” jene, erst ein­mal das eige­ne Zim­mer auf­zu­räu­men, bevor man sich den Welt­pro­ble­men wid­met. Wer dort bereits über­for­dert ist, soll­te ein­fach den Mund hal­ten oder aus­ge­lacht werden. 

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