10. Juli 2019

Mei­ne unlängst hier anzi­tier­te Rede vor der Jun­gen Alter­na­ti­ve – „Fast alles, was ich has­se, ist deutsch” – ist jetzt online. Wer es nicht las­sen kann – der Vor­trag dau­ert eine Drei­vier­tel­stun­de, und ent­ge­gen mei­ner anfäng­li­chen Ver­hei­ßung, nun begin­ne der Enter­tain­ment-Teil die­ses mol­lig hei­ßen Nach­mit­tags, han­delt es sich um eine durch­aus kon­zen­tra­ti­ons­er­hei­schen­de Mate­rie –: hier. (Was mein Ange­kün­digt­wer­den angeht: Ich arbei­te nicht seit 2016, son­dern seit 2018 für Gauland.)

                                    ***

Man liest in letz­ter Zeit Erfreu­li­ches vom Kampf gegen Hass und Het­ze im deut­schen Herr­gotts­win­kel des Welt­net­zes. Eine „Initia­ti­ve” namens „Ver­fol­gen statt nur Löschen” fei­ert wah­ren Berich­ten zufol­ge nicht mehr nur sich, son­dern auch ers­te Tri­um­phe (hier oder hier, wenn auch noch nicht ganz klar wird, wel­che). Der im Fel­de des Has­ses unbe­sieg­te Süd­deut­sche Beob­ach­ter hat die­ser Tage einen Staats­an­walt abge­passt, der in besag­ter Sache ermüd­lich tätig ist – die Bet­ten­aus­las­tung in den Knäs­ten schrammt ja dank des Gol­des aus den Schif­fen an der Kapa­zi­täts­gren­ze –, und ihn pein­lich genau befragt. „Die Beschul­dig­ten sind extrem”, lau­tet die Über­schrift, es geht aber noch wei­ter: „erstaunt, wenn die Poli­zei vor der Tür steht.” Denn damit hat­ten die­se Het­zer nie und nim­mer gerech­net! Sie dach­ten wohl, in einem Land, des­sen Gerich­te über­las­tet sind, für gewis­ser­ma­ßen ech­te Delin­quen­ten kei­ne Zeit haben, die nicht­vir­tu­el­len Täter lau­fen und sich von Clans vor­füh­ren las­sen, kämen sie mit ihrem Ver­bal­ge­fur­ze unbe­hel­ligt durch! Da haben sie sich geschnit­ten! An Falsch­par­kern und Het­zern trai­nie­ren unse­re Staats­die­ner Här­te für kom­men­de gro­ße Auf­ga­ben. (Außer natür­lich, wenn die Het­zer und Par­ker Ara­bisch spre­chen, doch das soll nicht unser The­ma sein.)

Aber was genau ist eigent­lich Het­ze, und wohin soll die gemei­ne Kar­tof­fel mit ihrem Hass? Wer das Inter­view-Auf­ma­cher­bild des Beob­ach­ters ansieht und sich vom Rücken der zumin­dest sym­bol­haft gegen „rechts” foto­gra­fie­ren­den Beob­ach­te­rin los­reißt, erkennt dort lau­ter Postings, die alles Mög­li­che sein mögen, nur eben in den deut­schen Gren­zen von 2019 sel­ten straf­bar. „Gute Heim­rei­se!”, „Gren­zen dicht!”, „Schluss mit Über­frem­dung”, das sind nor­ma­le Mei­nungs­äu­ße­rung, deren direk­tes Gegen­teil zwar Regie­rungs­han­deln, aber einst­wei­len eben­falls nicht straf­bar ist. Man erfährt lei­der aus dem Zwie­ge­spräch mit kei­ner Sil­be, was nun kon­kret im Netz ver­folgt wird – und mit wel­chem Resul­tat für den am Ende über­führ­ten Het­zer. Und wie vie­le die­ser Schwei­ne schon hin­ter Schloss und Rie­gel gesetzt wur­den, zu den Gold­stü­cken qua­si, den Leben­den zur Mah­nung. Ist die Bilanz etwa gar nicht so doll? Liegt’s an den all­zu heik­len Juris­ten? An der Rechts­la­ge gar?

Schau­en wir zu. Am 5. Dezem­ber 2016 ver­öf­fent­lich­te der Wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bun­des­ta­ges ein Gut­ach­ten „Hass und Het­ze im Straf­recht” (Nr. 28/16), aus dem ich hier bereits zitiert habe. Der Gut­ach­ter ver­weist auf den Volks­ver­het­zungs-Para­gra­phen (130) des StGB sowie die erwünsch­te Ein­be­zie­hung ras­sis­ti­scher und frem­den­feind­li­cher Beweg­grün­de eines Täters in das Urteil gemäß des ergänz­ten Para­gra­phen 46, Absatz 2, womit „Hass- und Vor­ur­teils­kri­mi­na­li­tät” stär­ker bekämpft wer­den sol­len, und führt aus:

„Hass wird in die­sem Zusam­men­hang sei­tens der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung defi­niert als ‚eine gestei­ger­te, über die blo­ße Ableh­nung oder Ver­ach­tung hin­aus­ge­hen­de feind­se­li­ge Hal­tung gegen den betref­fen­den Bevöl­ke­rungs­teil’ (vgl. nur Bun­des­ge­richts­hof, NJW 1994, S. 1421). Die Grenz­zie­hung, ab wel­cher Schwel­le ein sol­ches Auf­sta­cheln zum Hass vor­liegt, bedarf einer genau­en Betrach­tung des jewei­li­gen Einzelfalles.”

Als Bei­spiel für Volks­ver­het­zung wird ein Urteil des OLG Frank­furt genannt, wel­ches „ein Auf­sta­cheln zum Hass” beim Ver­brei­ter einer Schrift erkann­te, „die sich ‚gegen alle Asyl­be­wer­ber in der Bun­des­re­pu­blik’ rich­tet und jene ‚pau­schal als Schma­rot­zer, Betrü­ger und Straf­tä­ter’ dar­stellt, ‚die sich über die dum­men Deut­schen lus­tig machen’ (NJW 1995, S. 143). Denn ‚die Ver­un­glimp­fung der Asyl­be­wer­ber’ sol­le hier dazu die­nen, ‚in der Bevöl­ke­rung vor­han­de­ne Vor­be­hal­te und Ängs­te gegen­über den bei uns leben­den Migran­ten in Frem­den­feind­lich­keit und Frem­den­hass zu verwandeln’.”

Kei­ne Volks­ver­het­zung im Sin­ne einer „Auf­sta­che­lung zum Ras­sen­hass” indes, so habe das Ver­wal­tungs­ge­richt Regens­burg fest­ge­stellt, sei „die For­de­rung nach sofor­ti­ger Aus­wei­sung ‚kri­mi­nel­ler Aus­län­der’ und ‚Asyl­be­trü­ger’. (…) Im rechts­wis­sen­schaft­li­chen Schrift­tum wird betont, dass eine sach­li­che, wahr­heits­ge­mä­ße Bericht­erstat­tung in kei­nem Fall als Auf­sta­cheln zum Hass ange­se­hen wer­den kön­ne, auch wenn sie in ten­den­zi­el­ler Absicht erfol­ge und geeig­net sei, ein feind­se­li­ges Kli­ma gegen einen Teil der Bevöl­ke­rung zu schaffen.”

Hört hört! Hoho!

„Das gel­ten­de Straf­recht als Tat­straf­recht knüpft die Straf­bar­keit stets an Hand­lun­gen, nicht allein an Mei­nun­gen, Über­zeu­gun­gen oder die Täter­per­sön­lich­keit, was oft schlag­wort­ar­tig dahin­ge­hend benannt wird, das gel­ten­de Straf­recht sei kein ‚Gesin­nungs­straf­recht’. Gedan­ken, Über­zeu­gun­gen und Mei­nun­gen kön­nen für sich genom­men nicht straf­recht­lich rele­vant sein. Hass an sich mag also etwa aus mora­li­schen Grün­den abge­lehnt wer­den, ist jedoch nicht straf­bar. Auch die Qua­li­fi­ka­ti­on einer Äuße­rung als ‚Het­ze’ besagt noch nichts über deren straf­recht­li­che Rele­vanz. Erfor­der­lich für eine Straf­bar­keit ist viel­mehr gemäß dem Grund­satz nullum cri­men sine lege (kei­ne Stra­fe ohne Gesetz, Arti­kel 103 Absatz 2 Grund­ge­setz sowie § 1 StGB), dass sämt­li­che Tat­be­stands- und Straf­bar­keits­vor­aus­set­zun­gen eines bestimm­ten Delikts in Bezug auf Hand­lung und Täter vorliegen.”

Noch­mals: Hoho! Ja hojo­to­ho! Hass ist nicht straf­bar, schön dass hin und wie­der jemand die­se Tat­sa­che in Erin­ne­rung ruft – war­um auch, der gute alte Hass gehört zum huma­nen Stan­dard­ge­fühls­re­per­toire, er ist prak­tisch ein Men­schen­recht, der Mensch darf has­sen, er muss bis­wei­len has­sen, Nazis zum Bei­spiel oder Grü­ne, Trump oder Mer­kel, Pino­chet oder Pinoc­chio, was macht das für einen Unter­schied? Frei­lich, wenn sich der Hass in der Het­ze ent­lädt, muss dann eine Zivi­li­sa­ti­on bzw. Zivil­ge­sell­schaft nicht Gren­zen set­zen, egal von wel­chen Clowns sie gera­de regiert wird? Wie kommt das Straf­recht zur Geltung?

„Wäh­rend das Straf­recht als schärfs­te Sank­ti­ons­mög­lich­keit des Staa­tes mit­hin dazu die­nen kann, als ulti­ma ratio bestimm­te Erschei­nungs­for­men von Het­ze als Sym­ptom von Hass zu bekämp­fen, erscheint es als grund­le­gen­des Mit­tel gegen Hass und sei­ne Ursa­chen kaum geeig­net”, schließt der Bun­des­tags­gut­ach­ter und macht also wenig Hoff­nung im Sin­ne eines Mund­werk­stä­ter­volks­ge­richts­hofs. Zugleich erfah­ren wir, dass gegen Has­ser und Het­zer durch­aus ermit­telt wird, dass sogar Haus­durch­su­chun­gen statt­fin­den – wäh­rend man im trau­ten Heim von Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gern an der Gegen­sprech­an­la­ge Halt macht – und die Staats­an­walt­schaf­ten Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­lei­ten. Vor Gericht enden die­se Ver­fah­ren anschei­nend sel­ten; jeden­falls liest man sel­ten von Ver­ur­tei­lun­gen. Ich ver­mu­te, dass die Gerich­te öffent­lich­keits­wirk­sa­me Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit halb­wegs intel­li­gen­ten Leu­ten scheu­en, die sich einen guten Anwalt leis­ten kön­nen, weil jeder nor­ma­le, d.h. nicht sozia­lis­tisch sozia­li­sier­te Jurist weiß, wel­che juris­ti­sche Moor­land­schaft er auf wes­sen Geheiß betre­ten soll; es wer­den wahr­schein­lich nur ein paar Hohl­bir­nen oder arme Würst­chen ange­klagt und abge­straft, damit man irgend­wel­che Erfol­ge vor­wei­sen und im Ein­schüch­te­rungs-Schlepp­netz noch ein paar Dum­me oder Nai­ve mit­fan­gen kann.

Zwei Exem­pel für die­se The­se ver­ein­te ein Arti­kel der Augs­bur­ger All­ge­mei­nen: Ein im Netz aus Alters­grün­den nur mit Wor­ten her­um­mes­sern­der Rent­ner, der oben­drein ver­fas­sungs­feind­li­che Sym­bo­le gepos­tet hat­te, erhielt eine Bewäh­rungs- und Geld­stra­fe; ein psy­chisch kran­ker 32jähriger, der immer­hin mit Anwalt und Betreu­er vor Gericht erschien, der Gazet­te zufol­ge wegen jah­re­lan­gen Alko­hol- und Dro­gen­kon­sums „an Depres­sio­nen und einem Angst­syn­drom” labo­riert, „Angst vor Tages­licht” hat (wie fast alle Rech­ten), aber auch „vor gro­ßen Plät­zen und vor vie­len Men­schen”, der sei­nen Beruf als Alten­pfle­ge­hel­fer nicht mehr aus­üben kann und im Suff ange­le­gent­lich einer Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung, von wel­cher er ledig­lich erfah­ren hat­te, Geflüch­te­te bzw. Schutz­su­chen­de als „Unter­men­schen” bezeich­ne­te, wur­de zu einer mil­den Geld­stra­fe in Höhe von 900 Euro ver­ur­teilt, weil die Rich­te­rin sowohl der Aus­sa­ge eines Volks­po­li­zis­ten Glau­ben schenk­te, bei dem Ange­klag­ten sei­en kei­ne Hin­wei­se auf eine rech­te Gesin­nung gefun­den wor­den, als auch dem Urteil des psych­ia­tri­schen Gut­ach­ters folg­te, der Mann  sei ver­min­dert schuld­fä­hig. Die Rich­te­rin sprach von einer „spon­ta­nen Ein­zel­tat”. Deutsch­land erzielt den Ehrentreffer!

Freun­de der Het­ze, sofern ihr euch einen Anwalt leis­ten könnt und intel­li­gent genug seid, von Kol­lek­tiv­zu­schrei­bun­gen abzu­se­hen, bleibt standhaft!

                                    ***

Lie­be Kin­der, heu­te wol­len wir über den Schwar­zen Kanal sprechen.

Der frü­he­re Schlapp­hut-Chef Hans-Georg Maaßen hat die wahr­haft frei­heit­li­che, im Sin­ne der Bunt­heit gegen deren Fein­de total plu­ra­lis­ti­sche rest­deut­sche Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se mit den Medi­en der DDR ver­gli­chen, was bekannt­lich uner­laubt ist, unter ande­rem weil sich der Schwar­ze Kanal und sei­ne einst­mals von der DDR aus ope­ri­ern­den roten Kri­ti­ker ja längst erfolg­reich wie­der­ver­ei­nigt haben. Zahl­rei­che Fach­kräf­te der DDR-Wahr­heits­me­di­en die­nen heu­te den füh­ren­den Genos­sen GEZ-finan­ziert. Bei­spiels­wei­se die an der Jour­na­lis­tik-Sek­ti­on der Uni­ver­si­tät Leip­zig (wei­land weit­be­schreit als „Rotes Klos­ter”) aus­ge­bil­de­te May­b­ritt Ill­ner, die heu­te ihr kreis­för­mi­ges Tri­bu­nal genau­so rou­ti­niert lei­tet wie die im Wes­ten sozia­li­sier­te und an der FU bzw.als Sti­pen­dia­tin der Fried­rich-Ebert-Stif­tung womög­lich noch soli­der hirn­ge­wa­sche­ne Anne Will ihren eher recht­ecki­gen Pran­ger. 1989 wech­sel­te Genos­sin Ill­ner in die Aus­lands­re­dak­ti­on des Deut­schen Fern­seh­funks (DFF). 1986, noch wäh­rend ihres Stu­di­ums, war sie in die SED ein­ge­tre­ten, „ver­ließ die Par­tei aber 1989 wie­der”, belehrt uns Wiki­pe­dia. Ich tip­pe auf einen Aus­tritt zum Jah­res­en­de, denn:

„Von zwei Mil­lio­nen blie­ben
Nur eine Hand­voll grad.
Es hat sie auf­ge­rie­ben
Gor­bat­schows Ver­rat.”
(Peter Hacks)

„Was frü­her der ‚kla­re Klas­sen­stand­punkt’ war”, notiert Leser ***, „nennt sich heu­te ‚Hal­tungs­jour­na­lis­mus’. Und wer hät­te sich zur Wen­de­zeit vor­stel­len kön­nen, dass eine begeis­ter­te Kom­mu­nis­tin, die mit 18 Jah­ren in die SED ein­trat, es im Jahr 2016 gleich zur ARD-Che­fin brin­gen konn­te?” Leser *** meint Karo­la Wil­le. Über jene Dame trug ich am 20. Dezem­ber 2017 dem Eck­la­den-Publi­kum Fol­gen­des vor:

Ist es nicht drol­lig, dass kei­nes­wegs nur eine ehe­ma­li­ge FDJ-Sekre­tä­rin für Agi­ta­ti­on und Pro­pa­gan­da die­sem Land vor­steht, son­dern auch eine ehe­ma­li­ge SED-Genos­sin, stu­dier­te DDR-Juris­tin, die 1986 mit einer Arbeit über den „Rechts­ver­kehr in Straf­sa­chen zwi­schen den sozia­lis­ti­schen Staa­ten” pro­mo­viert wur­de, danach an der Uni­ver­si­tät Leip­zig, dem sog. „Roten Klos­ter” Medi­en­recht lehr­te, und zwar am Insti­tut für Inter­na­tio­na­le Stu­di­en, einem Ort, an dem West­deutsch­land unge­fähr jene Rol­le spiel­te, die im Vati­kan dem Anti­christ zufällt, und die mit einem DDR-Mili­tär­staats­an­walt ver­hei­ra­tet war, ist es nicht nied­lich, sage ich, dass jene Per­son, die über­dies, wie die Schrott­sam­mel­stel­le Wiki­pe­dia infor­miert, „zusam­men mit einem Geheim­dienst­of­fi­zier im beson­de­ren Dienst”, also einem Sta­si-Mann, einen Bericht über eine Inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz zum Revan­chis­mus (= Wie­der­ver­ei­ni­gungs­for­de­rung) in der BRD schrieb, wor­in u.a. zu lesen sei: „Im poli­ti­schen und ideo­lo­gi­schen Arse­nal der aggres­sivs­ten und reak­tio­närs­ten Kräf­te des Mono­pol­ka­pi­tals nimmt der Revan­chis­mus einen gewich­ti­gen Platz ein”, was eine der übli­chen ost­zo­na­len Pro­pa­gan­da­flos­keln gewe­sen ist, unge­fähr wie man heu­te „Bunt­heit” und „Viel­falt” trö­tet, um sich bei den Bon­zen beliebt zu machen… – ist es, sage ich also, nicht sau‑, ja gera­de­zu säu­isch komisch, dass die­se klas­sen­kämp­fe­ri­sche Maid heu­te nicht nur die Inten­dan­tin des MDR, son­dern zugleich die Vor­sit­zen­de der ARD ist und über ihre dor­ti­ge Auf­ga­be – Bekämp­fung des Revan­chis­mus! – sagt, sie bestehe dar­in, „den Posi­tio­nen der AfD den Boden zu ent­zie­hen”? Karo­la Wil­le heißt die Genos­sin, und sie sag­te es im Inter­view mit dem Süd­deut­schen Beob­ach­ter, das lei­der hin­ter der Bezahl­schran­ke (hier) bzw. in der Print­aus­ga­be steht, also an hoch­ge­hei­men Orten, und sie sagt des­wei­te­ren, dass die „Men­schen hier im Osten”, also die­je­ni­gen, die dort noch schon etwas län­ger leben, 1989 auf die Stra­ße gegan­gen sei­en – Genos­sin Wil­le wahr­schein­lich mit­ten­mang oder vor­ne­weg –, „damit man nicht mehr des­in­for­miert und vor­mund­schaft­lich behan­delt wird”, und nur der öffent­lich-recht­li­che Rund­funk garan­tie­re, dass der­glei­chen nicht wie­der pas­sie­ren wer­de. Ende des Selbstzitats.

Hier wird es, lie­be Kin­der, mit dem Schwar­zen Kanal etwas unüber­sicht­lich, denn wir wis­sen nicht, ob Karl-Edu­ard theo­re­tisch heu­te eher mit im Boot wäre oder eher nicht, also ob der Rote Kanal im Sin­ne des Urhe­bers noch immer als schwarz gäl­te bzw. göl­te. Noch ver­wir­ren­der wird es ein­ge­denk der pikan­ten Tat­sa­che, dass die SPD-Poli­ti­ke­rin Malu Drey­er zugleich Minis­ter­prä­si­den­tin von Rhein­land-Pfalz, Vor­sit­zen­de der Rund­funk­kom­mis­si­on der Län­der sowie Vor­sit­zen­de des Ver­wal­tungs­ra­tes des ZDF ist. Die­se Malu Drey­er wird im ZDF, dem sie vor­steht, von May­b­ritt Ill­ner inter­viewt, also Ange­stell­te befragt Che­fin, kun­dig-kri­tisch und knallhart: 

IMG 1815

Ihr Dasein als unauf­drö­sel­ba­re unio mys­ti­ca aus SPD-Genos­sin, Genos­sin Lan­des­mut­ter und ZDF-Genos­sin erlaubt es der Gevat­te­rin über­dies, als SPD-Influ­en­ce­rin gegen die poli­ti­sche Kon­kur­renz zu agi­tie­ren und gleich­zei­tig zu fin­gie­ren, es sei kei­nes­wegs die Vor­sit­zen­de der steu­er­fi­nan­zier­ten Öffent­lich-Recht­li­chen, die hier „Hal­tung” gegen einen Teil der Ali­men­tie­rer des von ihr unauf­fäl­lig reprä­sen­tier­ten Staats­funks „zeigt”, des­sen iden­ti­sche „Hal­tung” in sämt­li­chen Redak­ti­ons­stu­ben und Kor­re­spon­den­ten­bü­ros aus selbst­ge­won­ne­ner Ein­heits­ein­sicht resultiert:

IMG 1812

Lie­be Kin­der, wir fas­sen zusam­men: Rich­tig ist Roter Kanal. Aber Schwar­zer Kanal im Sin­ne des seli­gen Karl-Edu­ard trä­fe es womög­lich noch genauer. 

                                     ***

Zum Selbst­zi­tat die Varia­ti­on: „Wenn man sämt­li­che Schöp­fun­gen der Indus­tria­li­sie­rung aus die­sem Land ent­fern­te, besä­ße des­sen Pöbel weder Zeit noch Mit­tel, eine ‚grü­ne’ Par­tei zu grün­den, son­dern wäre damit beschäf­tigt, Fall­obst zu sam­meln und Wur­zeln aus­zu­gra­ben.”
(Leser ***)

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