17. Juli 2019

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Wen die Göt­ter ver­höh­nen wol­len, dem geben sie die Fähig­keit, Bril­lanz zu erken­nen, aller­dings stra­fen sie ihn zugleich mit der Unfä­hig­keit, sel­ber bril­lant zu sein.

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Freund *** mach­te mich heu­te dar­auf auf­merk­sam, dass Bots­wa­na zu den ent­wi­ckelts­ten Län­dern Afri­kas gehört. Im Demo­kra­tie-Index des Eco­no­mist beleg­te Bots­wa­na anno 2016 welt­weit Platz 27, es herrscht weit­ge­hen­de Mei­nungs­frei­heit, die Wirt­schafts­leis­tung wächst, die Kor­rup­ti­on ist ver­gleichs­wei­se gering­fü­gig, das Gesund­heits­sys­tem ziem­lich modern, die Analpha­be­ten­quo­te die nied­rigs­te in Afri­ka, neu­er­dings gibt es sogar eine klei­ne garan­tier­te Ren­te, und die homo­se­xu­el­len­feind­li­che Gesetz­ge­bung wur­de abgeschafft.

Nun müs­sen sie bloß auf­pas­sen, ver­setz­te ich, dass sich kei­ne grü­ne Par­tei konstituiert.

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Deut­sche Kin­der wer­den immer düm­mer. Sie schaf­fen es inzwi­schen sogar nicht mehr, beim Defä­kie­ren die Toi­let­te zu tref­fen. Frei­lich: Dem Rei­nen ist alles rein. 

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Da er wegen sei­ner ame­ri­ka­ni­schen Frau zumeist eng­lisch­spra­chi­ges Fern­se­hen sehe, schrieb Leser *** ges­tern, habe er mehr oder weni­ger zufäl­lig mit­be­kom­men, dass vor 50 Jah­ren Apol­lo 11 zum Mond­flug gestar­tet ist. „Ich schaue gera­de auf einem eng­li­schen TV-Kanal wei­ße Men­schen in der dama­li­gen Zeit an und in den Inter­views dazu, die heu­te mit Zeit­zeu­gen geführt wer­den, fast aus­schließ­lich wei­ße alte Män­ner.” Wahr­schein­lich sei das der Grund, wes­halb die­ses epo­cha­le Ereig­nis hier­zu­lan­de igno­riert wer­de, wegen „der wei­ßen (und last but not least, wie der Latei­ner sagen wür­de, deut­schen…) Meis­ter­leis­tung, die nötig war, um auf den Mond zu fliegen”.

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Dass der soge­nann­te Flynn-Effekt sich umkehrt und die durch­schnitt­li­che Intel­li­genz in der west­li­chen Welt sinkt, ist täg­lich zu beob­ach­ten und sei hier mit ein paar will­kür­li­chen Bei­spie­len illus­triert: Nicht nur Poli­zei­an­wär­ter müs­sen kaum mehr lesen, schrei­ben und rech­nen kön­nen, weil sich sonst kei­ne Kan­di­da­ten mehr fän­den, son­dern Abitu­ri­en­ten kön­nen es auch nicht mehr – und wer bezwei­felt, dass dem Etwas-nicht-mehr-Kön­nen in Tole­ran­zi­en bald ein fle­xi­bles Etwas-nicht-mehr-Müs­sen folgt? Die Abitu­ri­en­ten­pro­tes­te gegen zu schwie­ri­ge Mathe­ma­tik-Prü­fungs­fra­gen waren nur ein Vor­spiel, in Ber­lin müs­sen Medi­zin­stu­den­ten seit eini­ger Zeit kein Phy­sikum mehr absol­vie­ren, in Eng­land schaf­fen sie die Mathe­ma­tik- und Ortho­gra­phie-Tests für ange­hen­de Leh­rer ab, weil die sonst bei der Poli­zei lan­den wür­den, jede Nach­rich­ten­sen­dung, jede Talk­show, jede Frei­tags­de­mo, jeder Kir­chen­tag schafft neue Bele­ge her­bei; wann sah man der­art vie­le dum­me und unfä­hi­ge Men­schen in der Öffent­lich­keit das Wort ergrei­fen? Und überhaupt:

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Oder eben:

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Dass der Flynn-Effekt sich umkehrt, sage ich, sei täg­lich zu stu­die­ren, aber war­um es geschieht, wird noch dis­ku­tiert, hier etwa. Dass es mit dem Ein­bruch der Grü­nen und ande­rer Kul­turm­ar­xis­ten in die Bil­dungs­po­li­tik, in die Kin­der­gär­ten, Schu­len und Unis zusam­men­hän­gen könn­te, die­se Ursa­che spa­ren die befrag­ten Exper­ten aus, womög­lich aus auto­bio­gra­phi­schen oder ‑sug­ges­ti­ven Grün­den. Geschenkt. Dass es mit der Digi­ta­li­sie­rung zusam­men­hän­gen könn­te, zieht der Intel­li­genz­for­scher immer­hin in Erwä­gung, um zu einem ent­schie­den unent­schie­de­nen Urteil zu gelan­gen, sicher ist sicher, und die Lau­en sollst du aus­spei­en (ich wür­de die The­se auf­stel­len, dass die Digi­ta­li­sie­rung sowohl die Dumm­heit der Dum­men als auch die Intel­li­genz der Intel­li­gen­ten ver­stärkt, also ins­ge­samt an der Umkehr betei­ligt ist). 

Zuletzt wirft der Arti­kel das Pro­blem der Migran­ten auf, immer­hin. Dabei ist die Sache klar wie der Him­mel über dem Kanz­ler­amt: Wenn ich eine Sub­stanz per­ma­nent ver­dün­ne, also etwa einem kräf­ti­gen Rot­wein Was­ser zuset­ze, wird er unaus­weich­lich bes­ser, wenn ich zugleich Geschmacks­stof­fe und Tan­ni­ne ent­zie­he, bleibt am Ende ein geschmack­li­ches Wun­der übrig; wenn ich hoch­kom­ple­xen west­li­chen Bevöl­ke­run­gen afri­ka­ni­sche und vor­der­asia­ti­sche Pri­mär- und Sekun­där­an­alpha­be­ten hin­zu­fü­ge, ihnen kei­ner­lei Leis­tung abnö­ti­ge, sie in ihrem Sosein bestär­ke und ali­men­tie­re, dann müss­te es doch mit dem Schai­tan zuge­hen, wenn es zuletzt nicht Paten­te, Nobel­prei­se und Jahr­hun­dert­dich­tun­gen reg­nen würde. 

Die Poin­te ist, dass der zitier­te öster­rei­chi­sche Intel­li­genz­for­scher zumin­dest für sein Land kon­sta­tiert, dass die Migran­ten am Absin­ken des durch­schnitt­li­chen IQ inso­fern völ­lig unbe­tei­ligt sei­en, als deren IQ noch gar nicht in die Sta­tis­tik ein­ge­flos­sen sei. Das ver­wun­dert ein wenig, weil deut­sche Kol­le­gen die gerin­ge­re Bil­dung und den nied­ri­ge­ren IQ der Migran­ten bereits 2015 the­ma­ti­siert haben (hier oder hier; inzwi­schen sind sol­che Unken frei­lich als Ras­sis­ten über­führt – hier, hier – und sediert wor­den), und bedeu­tet letzt­lich: In Wirk­lich­keit ist alles noch viel schlimmer.

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Seit 50 und mehr Jah­ren lang­wei­len Frau­en­zeit­schrif­ten mit der stän­di­gen Wie­der­ho­lung ihrer Saisonthemen:

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Der­weil geht der rech­te Ter­ror gegen demo­kra­ti­sche Poli­ti­ker unver­min­dert wei­ter. Zumin­dest die Sta­tis­tik wird es so sehen, oder?

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Wo bleibt das Posi­ti­ve, Genos­se? Hier.

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