21. August 2019

Nein, immer die­se Sach­sen (V = Vogtlandkreis):

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Im Gegen­satz zum „Egotronic”-Video über einen von Nazis hal­lu­zi­nier­ten Anschlag auf Matu­s­seks Geburts­tags­par­ty (sie­he auch Acta vom 15. August) ist das natür­lich ekel­haft, men­schen­ver­ach­tend und fällt wahr­schein­lich dem­nächst unter das (bzw. dem) Straßennetzwerksdurchsetzungsgesetz.

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Mein gest­ri­ges bzw. ewig­gest­ri­ges Sin­nie­ren über die DDR im Lich­te der spä­ten Bun­des­re­pu­blik ver­lei­tet Lese­rin *** zu fol­gen­der Aussage:

„In der DDR wuss­te man, in gro­ßen Grup­pen ist sicher­lich einer bei der Sta­si und man ver­trau­te nicht jedem alles an. Heu­te ist kei­ner mehr bei der Sta­si, den­noch ist der Druck geblie­ben, bei poli­ti­schen Äuße­run­gen vor­sich­tig zu sein. Ähn­lich wie Sie sehe ich, dass wäh­rend der DDR-Zeit in den Betrie­ben, in denen ich arbei­te­te, nicht alles, aber recht viel offen bespro­chen und dis­ku­tiert wer­den konn­te. Heu­te ist im Betrieb die Poli­tik ein so gut wie völ­li­ges Tabu­the­ma. Nie­mand – aber wirk­lich nie­mand – traut sich, dar­über zu reden.”

Es ist eben ein Unter­schied, ob man die hin­ter­fot­zi­ge Sta­si gegen sich hat oder die offe­ne Zivilgesellschaft.

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Leser *** schreibt aus Paris: „Das Hotel Pla­za Athé­née, einst der abso­lu­te Gip­fel fran­zö­si­scher Hotel­kul­tur, ein­ge­rich­tet mit den schöns­ten Möbeln und kost­bars­ten Gemäl­den, ist nur noch ein vul­gä­rer  7‑S­ter­ne-Dubai-Hyper­lu­xus-Schup­pen mit plü­schig-glit­ze­ri­ger Arsch­ge­weih-Orna­men­tik und ent­spre­chen­dem Publi­kum: Nach Geschlech­tern getrennt her­um­lun­gern­de Ara­ber­hor­den, die Frau­en in Schlei­ern, die Män­ner in Shorts, schwerst ein­par­fü­miert, gelang­weilt glot­zend oder schwät­zend, die über­füt­ter­ten Kin­der an Dad­del­ge­rä­ten, alle Sitz­ge­le­gen­hei­ten okku­pie­rend, unbe­küm­mer­te Über­heb­lich­keit, gepaart mit offen­sicht­lich völ­li­ger Unbil­dung und Des­in­ter­es­se an allem, was nicht Luxus­kon­sum ist. 
 
Ich bin mit mei­nen Eltern  damals mit dem dun­kel­grau­en Fami­li­en-Mer­ce­des 600 nach Paris gefah­ren, da war ich viel­leicht 10 oder 12. Man muss­te die gan­ze Fahrt über Kratz­ho­se, Bla­zer und Kra­wat­te tra­gen, aber man wuss­te wes­halb. Nach fünf Stun­den Fahrt ange­kom­men ging’s die Champs-Ely­sées hin­un­ter. In die Ave. Mon­tai­g­ne ein­ge­bo­gen, schweb­ten wir ange­mes­sen vor dem Pla­za Athé­née ein. Es eröff­ne­te sich eine nie gese­he­ne Wun­der­welt der Fein­heit, Vor­nehm­heit und Ele­ganz, jedes Fens­ter mit eige­ner Mar­ki­se, der Innen­hof mit Efeu, Aubus­son-Tep­pi­che, Lou­is-Sei­ze-Möbel, Kon­so­len­paa­re mit Ming-Vasen, Alte Meis­ter, Beau­vais-Tapis­se­rien, ver­gol­de­te Bron­zen, Mosai­ke und Tafel­par­k­ett. All die­se Din­ge nicht ken­nend, ahn­te selbst ein Sex­ta­ner, womit man es hier zu tun hat­te. Rings­um­her höf­lichs­tes Per­so­nal, lie­bens­wür­dig und auf­merk­sam, gewohnt an gebil­de­tes und groß­zü­gi­ges Publi­kum. Ein dis­kre­tes Fla­neurschau­spiel von sehen und gese­hen wer­den mit unsicht­ba­rer Regie. Dezen­tes Par­fum der Damen, zitro­ni­ges Rasier­was­ser der Her­ren, die Damen in Cha­nel Kos­tü­men mit Tages­schmuck, die Her­ren in per­fek­ten Maß­an­zü­gen, unver­gess­li­che Ein­drü­cke von über Jahr­hun­der­te kul­ti­vier­ter, unauf­dring­li­cher Ele­ganz, wie sie in die­ser Voll­endung nur in Paris und Lon­don zu beob­ach­ten war. 
 
Eine Rei­se nach Paris und Woh­nen im Cril­lon oder Pla­za war für uns durch­aus gebil­de­te und halb­wegs ver­mö­gen­de Pro­vinz­ler so etwas wie eine Wall­fahrt… Und nun: Ende, aus, vor­bei. Temps per­du! Alles unwie­der­bring­lich zer­stört und erstickt in einer vul­gä­ren Zuhäl­te­rei von Geld und Bestechlichkeit.”

Ich kann dar­auf, geehr­ter Herr ***, nur mit Don Nicolás ant­wor­ten: „Es ist mir nie­mals wie­der wich­tig gewor­den, wo ich lebe, seit ich die geräu­mi­gen, gro­ßen und bau­fäl­li­gen Häu­ser ster­ben und die wei­ten ein­sa­men Fel­der mei­ner Kind­heit sich mit indus­tri­el­lem und mensch­li­chem Unrat bede­cken sah.”

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Apro­pos Zivil­ge­sell­schaft im Kampf­mo­dus: Hier kommt jeman­dem die tref­fen­de Asso­zia­ti­on. An die­sen Film fühlt sich in letz­ter Zeit man­cher erinnert. 

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Nach­trag zu den Mas­sa­kern von Day­ton und El Paso: Die meis­ten Amok­schüt­zen sind Schwar­ze. „Loo­king at the data from the Mass Shoo­ting Tra­cker, wide­ly uti­li­zed by the media, as of this wri­ting, of the 72 mass shoo­ters, per­pe­tra­tors in shoo­tings that kil­led or woun­ded 4 or more peop­le, who­se race is known, 21 were white, 37 were black, 8 were Lati­no, and 6 were mem­bers of other groups. ’51% of mass shoo­ters in 2019 were black, 29% were white, and 11% were Lati­no.’ — Boyd Cathey, Unz Review, August 13, 2019” (hier).

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