30. August 2019

Mei­nungs­frei­heit ist eine Sache für den ein­ma­li­gen Gebrauch.

                                 ***

„Wir haben uns nicht über Poli­tik unter­hal­ten. Über Poli­tik gibt es nichts zu reden. Es ist ohne­hin alles klar.„
Freund ***

                                 ***

Man soll­te regel­mä­ßig dar­an erin­nern, dass Femi­nis­mus, Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und der soge­nann­te Anti­ras­sis­mus, sofern er jeg­li­che Unter­schie­de zwi­schen Kol­lek­ti­ven leug­net, Res­sen­ti­ments sind. Anschei­nend zieht jede legi­ti­me For­de­rung nach Chan­cen­gleich­heit auto­ma­tisch das Res­sen­ti­ment nach sich, das sie ver­dirbt und die Gesell­schaft nicht kor­ri­giert, son­dern vergiftet.

                                  ***

Der Pro­zess, des­sen Zeit­ge­nos­sen wir sind, heißt Zer­stö­rung der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on und Kul­tur. Sie haben bereits zer­stört bzw. sind im Begrif­fe, es zu tun: die Spra­che, die Fami­lie, die Manie­ren, die Male­rei, die bil­den­de Kunst, die Musik, das Bil­dungs­sys­tem, die Frei­heit des Wirt­schaf­tens, die Frei­heit des For­schens, die Frei­heit des Mei­nens, die Kon­ver­sa­ti­on, die Land­schaft, die Wäh­rung, das Geschlech­ter­ver­hält­nis, die Ener­gie­ver­sor­gung, den öffent­li­chen Raum als res publi­ca, den öffent­li­chen Raum als ästhe­ti­schen Ort, den öffent­li­chen Raum als siche­ren Ort, die Klei­der­mo­de, die Kir­che, das Theater.

Alles machen sie häss­lich – der Begriff ist ety­mo­lo­gisch eng ver­wandt mit dem Hass –, die Wind­rä­der sind häss­lich, die Thea­ter­in­sze­nie­run­gen sind häss­lich, der Ritus ist häss­lich, die Kunst­wer­ke sind häss­lich, die Denk­mä­ler sind häss­lich, die reprä­sen­ta­ti­ven Bau­ten sind häss­lich, der sozia­le Woh­nungs­bau ist häss­lich, die Innen­städ­te sind häss­lich, die dort­hin ver­pflanz­ten und zum Her­um­lun­gern bestell­ten „Grup­pen” sind häss­lich, Men­schen in Ano­rak und Wolfs­haut sind häss­lich, der Exhi­bi­tio­nis­mus der sexu­ell Befrei­ten ist häss­lich, die gesam­te Pro­le drift, die­se inten­dier­te Ver­mas­sung und Zer­stö­rung des Geschmacks der Men­schen, das Ver­kau­fen von Pier­cing, Tatoo und Nackt­heit als „Authen­ti­zi­tät”, all das ist häss­lich, die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel und Bahn­hö­fe sind häss­lich, die öffent­lich gespro­che­ne Spra­che ist häss­lich, der geheu­chel­te Sün­den­stolz und die zele­brier­te Zer­knir­schung sind häss­lich, die gesell­schaft­lich erwünsch­ten Zukunfts­träu­me sind hässlich…

Nach­dem Kom­mu­nis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus es nicht geschafft haben, erle­ben wir den fina­len Angriff der Lin­ken auf Zivi­li­sa­ti­on und Schön­heit, dies­mal unter­stützt von glo­ba­lis­ti­schen Eli­ten, unter Zuhil­fe­nah­me „revo­lu­tio­nä­rer Sub­jek­te” aus Afri­ka und dem Orient.

                                ***

Es ist gott­lob nur ein Gerücht, dass die nächs­te Kolum­ne von Sybil­le Berg wegen einer Über­do­sis Bal­dri­an nicht erschei­nen werde.

                                ***

Die Zeit­geistschrott­sam­mel­stel­le Wiki­pe­dia ist immer mal wie­der für einen Lacher gut. Schau­en Sie doch, wie ori­gi­nell die­se moder­nen Enzy­klo­pä­dis­ten den Kehr­reim der alten Teu­fels­bal­la­de „Ah! Ça ira” über­set­zen.

                                 ***

Deutsch­land ist das ein­zi­ge Land der Welt, in dem öffent­li­che Figu­ren ihre osten­ta­ti­ve Zustim­mung zur Regie­rungs­pro­pa­gan­da als mutig ver­kau­fen kön­nen, ohne vom Publi­kum aus­ge­lacht zu wer­den. „Hal­tung”: ande­res Wort für Oppor­tu­nis­mus, unge­fähr wie „Viel­falt” ein ande­res Wort für Gleich­ma­che­rei ist oder „See­not­ret­tung” ein anders Wort für Menschenschleuserei.

                                 ***

Auch mir gibt ein Gott Halt: Bacchus.

                                 ***

Wer zufäl­lig eine der 20 Jah­re alten Tages­schau­en sieht, die abends in den, glau­be ich, drit­ten Pro­gram­men lau­fen, dem fällt auf, wie sach­lich damals berich­tet wor­den ist. Das war kein Erzie­hung­fern­se­hen und Welt­erklä­rungs-Kika für Erwach­se­ne, da wur­den tat­säch­lich Mel­dun­gen vor­ge­le­sen und kei­ne Kom­men­ta­re. Viel­leicht hören sie bes­ser auf, das zu sen­den; die Leu­te könn­ten wie­der auf den Geschmack an der alten Bun­des­re­pu­blik kommen.

                                 ***

Freund *** sen­det lus­ti­ge Schnapp­schüs­se aus der uns offen­bar in punc­to Daseins­ge­stimmt­heit nach wie vor über­le­ge­nen k. u. k. Ost­mark. Om bes­ten g’follt mer des:

IMG 4417

                                 ***

Wer Unfrei­heit hin­neh­men muss, will wenigs­tens tech­nisch befrie­digt wer­den. Das chi­ne­si­sche Eisen­bahn­netz funk­tio­niert minu­ten­ge­nau, die Züge sind hoch­mo­dern und kom­for­ta­bel. Unter­neh­men wie die Deut­sche Bahn dürf­ten nor­ma­ler­wei­se nur in einem Land von schran­ken­lo­ser Libe­ra­li­tät existieren.

                                 ***

„Die­ses Land wird, wie jedes, kei­ne Rebel­li­on oder gar Revo­lu­ti­on zer­stö­ren. Auch Ein- und Unter­wan­de­rung nicht. Eher Igno­ranz. Und Indo­lenz. Der­ge­stalt, daß die Fun­da­men­te morsch wur­den, da alle es mäh­lich für ent­behr­lich hiel­ten, sie instand zu hal­ten. Der duld­sa­me, behä­bi­ge Bau­grund, die gut dar­auf gewach­se­nen Wer­te und bewähr­ten Men­ta­li­tä­ten müs­sen allen gleich­gül­tig oder gar pein­lich gewor­den sein (in unse­rem Fall: abend­län­disch-christ­li­che Ethik, Treue, Pünkt­lich­keit, Streb­sam­keit, Bil­dungs­fleiß, Nächs­ten­lie­be, Kin­der­wunsch, Gering­ach­tung von Reich­tum, Dis­zi­plin, Demut, Scham­haf­tig­keit und all der Krem­pel – hin­weg damit!), und dann erfolgt aus min­de­rem Anlaß der ahnungs­lo­se Zusam­men­bruch. Die direkt dar­auf fol­gen­den Gemet­zel gehen in direk­ter Linie auf die ehe­dem Gut­mei­nen­den und sons­ti­ge Per­mis­sio­na­re zurück.„
Also schwan­te dem treff­li­chen Tho­mas Kapiel­ski bereits anno 2009 („Misch­wald”)

                                  ***

Leser *** sen­det mir den Abschnitt „Nazis­mus” aus der soeben erschie­ne­nem „Magyar poli­ti­kai enci­klo­pé­dia” (Unga­ri­sche poli­ti­sche Enzy­klo­pä­die). Ich gestat­te mir, dar­aus zu zitieren: 

„Als Ideo­lo­gie ein aus der Kri­se des Marx­schen uni­ver­sa­len Sozia­lis­mus gesuch­ter Aus­weg, die deut­sche Ver­si­on der nicht inter­na­tio­na­lis­ti­schen Sozia­lis­men (ita­lie­ni­scher Faschis­mus, Aus­tromar­xis­mus etc.). Er ist in vie­ler Hin­sicht der Erbe des Jugend­kul­tes der 1920er-1930er Jah­re, aber es mün­de­ten in ihn auch ande­re geis­ti­ge Bewe­gun­gen, zum Bei­spiel die aus dem angel­säch­si­schen Kul­tur­kreis über­nom­me­ne Ras­sen­theo­rie, die Atti­tü­de der Auf­leh­nung gegen die deka­den­te bür­ger­li­che Gesell­schaft, der mys­ti­sche Umwelt­schutz, der bzw. die heid­nisch gefärb­te Idea­lis­mus und Christenfeindlichkeit.

Als Bewe­gung war die NSDAP, nach Pro­gramm und Mit­glie­dern eine sozia­lis­ti­sche Arbei­ter­par­tei, der Anti­po­de der inter­na­tio­na­lis­ti­schen (mos­kau­treu­en) KPD. (…) Der Wahl­er­folg war nicht der Ideo­lo­gie, son­dern in ers­ter Linie der Tat­sa­che zuzu­schrei­ben, dass die demo­kra­ti­sche Wei­ma­rer Repu­blik kei­nen Aus­weg aus dem Ver­sail­ler Dik­tat und der von der Welt­kri­se ver­ur­sach­ten gesell­schaft­lich-wirt­schaft­li­chen Kata­stro­phe zei­gen konnte. (…)

Zu den obers­ten Zie­len des NS gehör­te es, die tra­di­tio­nel­le deut­sche Klas­sen­struk­tur abzu­bau­en, die Pri­vi­le­gi­en der herr­schen­den Schich­ten zu been­den und all jenen glei­che Chan­cen zu sichern, die als zur natio­na­len Gemein­schaft gehö­rig betrach­tet wurden. (…)

Das Regime galt welt­weit als akzep­ta­ble Alter­na­ti­ve zum sta­li­nis­ti­schen Ter­ror­sys­tem. Zu sei­nen größ­ten Leis­tun­gen gehör­te es, dass es (unter Anwen­dung des Keynes­schen Rezepts) inner­halb von zwei Jah­ren die Arbeits­lo­sig­keit auf ein Fünf­tel senk­te. (…) Die füh­ren­den Krei­se der NSDAP betrach­te­ten als Vor­bil­der teil­wei­se die sowje­ti­sche Plan­wirt­schaft, teil­wei­se die Wirt­schaft und tech­nisch-indus­tri­el­le Ratio­na­li­tät der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, frei­lich unter Ver­wer­fung des kapi­ta­lis­ti­schen frei­en Wett­be­werbs und der demo­kra­ti­schen Staatsform.

Die zwei­te Pha­se (1939–1945) war cha­rak­te­ri­siert von Krieg und mili­tä­ri­scher Expan­si­on. (…) Hit­lers Bol­sche­wis­mus­geg­ner­schaft und Ras­sen­theo­rie ver­flocht sich mit sei­nem geo­po­li­ti­schen Ziel, Deutsch­land mit­tels der öst­li­chen Expan­si­on zu einer mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten gleich­ran­gi­gen Groß­macht zu gestal­ten. Zwei Drit­tel des Kriegs­bud­gets wur­den von den Bei­trä­gen der erober­ten Staa­ten, der Zwangs­ar­beit und dem beschlag­nahm­ten Ver­mö­gen der euro­päi­schen Juden gedeckt. Die letz­ten Jah­re des Sys­tems sind von den Atro­zi­tä­ten gegen die sla­vi­schen Völ­ker und der plan­mä­ßi­gen Ver­nich­tung der euro­päi­schen Juden­heit (Holo­caust) geprägt. Die Ver­bre­chen der zwei­ten Pha­se blei­ben nicht hin­ter jenen des inter­na­tio­na­len Kom­mu­nis­mus zurück.”

                                  ***

Ber­lin, Füh­rer­bun­ker, 29. April 1945. Die zur Ehe­schlie­ßung Erschie­ne­nen erklä­ren auf die Fra­ge des Stan­des­be­am­ten, dass sie rein ari­scher Abstam­mung sei­en. Hät­te Hit­ler die Fra­ge ver­neint, schreibt Cior­an, es wäre die wohl merk­wür­digs­te Ant­wort der Welt­ge­schich­te gewesen.

                                  ***

Meh­re­re Ober­bür­ger­meis­ter „schla­gen Alarm” wegen der „mas­si­ven Zunah­me einer geziel­ten Migra­ti­on in das deut­sche Sozi­al­sys­tem”, vor allem durch aus­län­di­sche Kin­der­geld­emp­fän­ger, wird gemel­det. Nach Anga­ben der Bun­des­re­gie­rung wur­de im Juni 2018 für 268.336 Kin­der, die außer­halb von Deutsch­land in der EU oder im Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum leben, Kin­der­geld gezahlt.

Städ­te mit nied­ri­gen Mie­ten lock­ten gera­de Men­schen aus Ost­eu­ro­pa an, klagt Fürths OB Tho­mas Jung (SPD). Sein Duis­bur­ger Amts- und Par­tei­ge­nos­se Sören Link „sprach von einer zuneh­men­den Anzahl von Sin­ti und Roma in sei­ner Stadt, die womög­lich alle unbe­rech­tig­ter Wei­se Kin­der­geld bezö­gen. Er sehe kri­mi­nel­le Ener­gie und viel Betrug durch gefälsch­te Doku­men­te am Werk, oft wis­se man gar nicht, ob die gemel­de­ten Kin­der über­haupt existierten.”

Wie­der wer­den Men­schen wegen ihrer Zuge­hö­rig­keit zur Grup­pe der ehe­dem so geschol­te­nen Zigeu­ner dis­kri­mi­niert, wahr­schein­lich sogar sol­che, die gar nicht exis­tie­ren! Bei der Baye­ri­schen Poli­zei weiß man, wie das Pro­blem im Hals­um­dre­hen zu lösen wäre. Deren Inspek­teur Harald Pickert hat sei­ne Beam­ten die Ver­wen­dung der Begrif­fe „Sin­ti” und „Roma” sowie „jeg­li­che Art von Ersatz­be­zeich­nun­gen (z. B. ‘mobi­le eth­ni­sche Min­der­heit’)” grund­sätz­lich unter­sagt. Das ein­zi­ge Pro­blem ist, dass ohne­hin jeder vor­ur­teils­ge­stähl­te Erfah­rungs­ras­sist ahnt, wor­um es geht, wenn von betrü­ge­ri­schen Mit­bür­gern aus Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en die Rede ist.

                                  ***

Eine alter­na­ti­ve For­mu­lie­rung für das eigent­li­che Oxy­mo­ron „kri­mi­nel­le Migran­ten” ist den Stutt­gar­ter Nach­rich­ten gelun­gen: „Ban­den mit noch sehr jun­gen impul­si­ven und kaum eta­blier­ten Mit­glie­dern”. Für das „noch” wäre eigent­lich ein Jour­na­lis­ten­preis fäl­lig. Aber auch die Über­schrift ist beson­ders geglückt: „Ein blu­ti­ger Ban­den­krieg im Mal­mö scho­ckiert die Schwe­den. Die Kri­mi­no­lo­gen war­nen vor einem hei­ßen Herbst. Was ist los in dem skan­di­na­vi­schen Land?”

Ja, was ist los in Schwe­den? Fra­gen über Fra­gen… (Danisch wür­de wohl schrei­ben: Gelie­fert wie bestellt.)

Total
0
Shares
Vorheriger Beitrag

29. August 2019

Nächster Beitrag

31. August 2019

Ebenfalls lesenswert

5. Januar 2019

Seit­dem die Chris­ten­heit der Geschich­te ein Ziel ver­hieß, nis­tet die­se Idée fixe in den Gehir­nen des Wes­tens. In…

3. Mai 2019

Das dümms­te aller Pla­ka­te zur Euro­pa­wahl, was ange­sichts der bärin­nen­star­ken Kon­kur­renz durch Grü­ne und SPD beacht­lich ist: Jetzt wer­den…

31. Mai 2019

Wäre es nicht eine gran­dio­se hegel­sche List der Ver­nunft, wenn nach dem Ende der Frei­tags­de­mons­tra­tio­nen als deren Resul­tat…

25. Februar 2021

„Deutsch sein heißt, ger­ne auf Frei­heit zu ver­zich­ten, um wenigs­tens den Nach­barn anschwär­zen zu können.” Leser *** (ein…