11. September 2019

Sei­nen Rang nicht zu ken­nen, ist eigent­lich ein Makel. Man hat ihn zum Men­schen­recht erhoben.

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„Muss es nicht Sau­gen­de hei­ßen statt Säug­lin­ge?”
(Leser ***)

 

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Es lohnt sich immer wie­der, den Reden von Alex­an­der Gau­land mit Auf­merk­sam­keit zu lau­schen – was der durch­schnitt­li­chen Abge­ord­ne­ten zur Lin­ken des Red­ners lei­der ver­wehrt ist, denn vie­le die­ser Mädels müs­sen immer affek­tiv ins Audi­to­ri­um plär­ren, was ihnen gera­de so unsor­tiert durch die nur spär­lich innen­be­leuch­te­te Rübe rauscht –; heu­te, in der soge­nann­ten Gene­ral­de­bat­te, sag­te der Haupt­mann der Schwe­fel­brü­der unter anderem: 

„Wir glau­ben, der gest­ri­gen Haus­halts­re­de von Olaf Scholz ent­neh­men zu dür­fen, dass ein Para­dig­men­wech­sel in der Regie­rung statt­ge­fun­den hat. Der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter hat erklärt, war­um es rich­tig ist, dass Deutsch­land aus der Koh­le­ver­stro­mung aus­steigt und mit­tel­fris­tig dem Ver­bren­nungs­mo­tor Adieu sagt, obwohl anders­wo das exak­te Gegen­teil pas­siert: ‚Weil wir es kön­nen.’ Das ist jetzt wahr­schein­lich die neue offi­zi­el­le Paro­le: Nicht mehr ‚Wir schaf­fen das!’, son­dern: ‚Wir kön­nen das!’ – War­um ist Napo­le­on nach Mos­kau mar­schiert? Weil er es konn­te! War­um hat Wal­ter Ulb­richt die Mau­er gebaut? Weil er es konn­te! Wir verstehen.

Deutsch sein heißt bekannt­lich, eine Sache um ihrer selbst wil­len zu tun; Herr Scholz hat es ein­mal mehr bestä­tigt. Denn was bedeu­tet sei­ne Aus­sa­ge ande­res als: Wir wür­den auch dann aus­stei­gen, wenn es nichts bringt. Aber was soll es eigent­lich brin­gen? Für das Welt­kli­ma ist Deutsch­land kei­ne beson­ders rele­van­te Grö­ße. Es geht hier offen­bar um Sym­bo­lik. 1945 waren wir die Teu­fel der Welt. Heu­te wol­len wir die kli­ma­neu­tra­len Engel des Pla­ne­ten sein. Das leuch­ten­de Vorbild.”

Und in Anspie­lung auf die Ener­gie­po­li­tik Chinas:

„Sie ken­nen alle den Spruch: Das inter­es­siert mich unge­fähr, als wenn in Chi­na ein Sack Reis umfällt. Im Reich der Mit­te könn­te sich der kom­ple­men­tä­re Spruch ein­bür­gern: Das inter­es­siert mich so, als wenn in Deutsch­land ein Koh­le­kraft­werk vom Netz geht.”

In einer his­to­ri­schen Kurz­re­mi­nis­zenz führ­te der AfD-Vor­sit­zen­de unter ande­rem aus, dass heu­te, wie in der DDR, wie­der „Erge­ben­heits­adres­sen der Kul­tur­schaf­fen­den an die Regie­rung” statt­fän­den – er kann die­se Ver­glei­che ein­fach nicht las­sen! Haus­halts­pos­ten wie der Etat der Bun­des­kanz­le­rin sei­en vor den Wah­len in Dun­kel­deutsch­land auf­ge­bläht wor­den, um aus die­sem Rep­ti­li­en­fonds Orga­ni­sa­tio­nen mit Steu­er­gel­dern zu beschen­ken, deren Mis­si­on die Oppo­si­ti­ons­be­kämp­fung sei (also die Bekämp­fung sol­cher Rep­ti­li­en wie die wütend besorg­ten Motiv­kra­wat­ten­fa­schos): „Zum Bei­spiel ver­vier­fach­te sich der Etat des ‚Bun­des­ver­ban­des Freie dar­stel­len­de Küns­te e.V.’ auf wun­der­sa­me Wei­se. Die Füh­rung die­ses Ver­ban­des ist maß­geb­lich betei­ligt an der ‚Erklä­rung der Vie­len’, einer bun­des­wei­ten Initia­ti­ve vor allem staat­lich geför­der­ter Büh­nen und Insti­tu­tio­nen, die sich pri­mär gegen die AfD rich­tet. Die­ses Bei­spiel hier nur als Pars pro toto. Die Bun­des­re­gie­rung finan­ziert die Spal­tung der Gesell­schaft ent­lang ihrer will­kür­lich ein­ge­zo­ge­nen Lini­en. Die inter­es­san­te Fra­ge lau­tet: Darf sie das überhaupt?” 

Und nun zitier­te der schlim­me Bür­ger­lich­keits­si­mu­lie­rer aus dem Schwe­fel-Detache­ment ein Gut­ach­ten des wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Bun­des­tags, wor­in es heißt, dem Staat blei­be es zwar unbe­nom­men, Wert­vor­stel­lun­gen zu ver­brei­ten, solan­ge sie frei­heit­lich-demo­kra­tisch sei­en, der­ar­ti­ge Aktio­nen dürf­ten sich aber nicht gezielt gegen bestimm­te Par­tei­en rich­ten, denn: „Dies wäre ein Ver­stoß gegen die staat­li­che Neutralitätspflicht.”

(Der Mit­schnitt der Rede hier.)

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War­um ich mich dar­über wun­de­re, fragt Lese­rin ***, dass die ehe­ma­li­ge Sta­si-Spit­ze­let­te und nun­mehr mit Geld und Segen der Bun­des­re­gie­rung die Oppo­si­ti­on ver­fol­gen­de Frau Kaha­ne von sich behaup­tet, 1989 für die Besei­ti­gung des SED-Regimes gekämpft zu haben (Acta von ges­tern). „Wenn die Tür­ken Deutsch­land nach dem Krieg wie­der auf­ge­baut haben, dann kann doch auch Sta­si-Kaha­ne mit ihren Kol­le­gen für die Wen­de gekämpft haben. Und Eura­si­en war nie im Krieg mit Ozeanien.”

Ich habe mich ja gar nicht gewun­dert, son­dern eher amü­siert. Eine Zuträ­ge­rin des DDR-Regimes wirft heu­te der kon­ser­va­ti­ven Oppo­si­ti­on vor, sie stre­be einen Staat an, der sich abschot­tet und die Mei­nungs­viel­falt unter­drückt. Kanns­te nicht erfin­den. Soll­tes­te auch nicht.

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Einen „Vor­schlag zu Ihrem Aus­kot­zen über die eige­nen Lands­leu­te” (Acta vom 9. Sep­tem­ber) sen­det wie­der­um Leser ***: „Sich mal unter das ein­fa­che Volk mischen! Wenig bis nichts von dem, was Sie als Ver­tre­ter des deut­schen Bür­ger­tums über Ihre eige­nen Lands­leu­te schrei­ben, ken­ne ich aus dem ech­ten Leben.
 
Was ich bei Ihnen und vie­len ande­ren deut­schen Schein­op­po­si­tio­nel­len ver­mis­se: eine Ent­las­tung der Deut­schen. Erst ges­tern erhielt ich von Gene­ral­ma­jor a. D. Gerd Schult­ze-Rhon­hof eine ‚Erin­ne­rung an das, was vor und wäh­rend dem Angriff der Deut­schen auf Polen tat­säch­lich geschah’, und allei­ne damit hat die­ser gerech­te Mann mehr zur Ent­las­tung sei­nes Vol­kes bei­getra­gen, als manch ande­re Berufs­schwät­zer in ihrem gan­zen Leben.”

Über die­ses The­ma, geehr­ter Herr ***, also die Polo­ni­sie­rung deut­scher Gebie­te nach dem Ers­ten Welt­krieg und die Ver­trei­bung von min­des­tens einer Mil­li­on Deut­scher vor dem Zwei­ten, habe ich in den Acta seit Jah­ren immer wie­der geschrie­ben, die­se Jacke las­se ich mir nicht über­strei­fen. Und wenn Sie das rhe­to­ri­sche Stil­mit­tel, die Deut­schen­feind­lich­keit der Links­grü­nen ein­fach mal gegen die­se selbst zu rich­ten, nicht mögen oder es miss­ver­ste­hen, las­sen Sie ein­fach ab von der Lek­tü­re mei­ner dis­tink­ti­ven Pöbeleien. 

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