21. September 2019

Neue Redens­art: Das ist so sicher wie der nächs­te Messerangriff.

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„Ers­ter Wiesn-Eklat schon vor dem Anstich”, mel­det die Münch­ner Bou­ler­vard­pres­se. Beim tra­di­tio­nel­len Ver­kos­ten der Okto­ber­fest-Bie­re hat­te der Pau­la­ner- und Hacker-Pschorr-Chef Andre­as Steinf­att gesagt, die­ses „Vor­glü­hen” sei ihm „ein inne­rer Reichs­par­tei­tag”. Der Vor­fall habe Kon­se­quen­zen: „Wie die AZ berich­tet, hat jetzt ein Gas­tro­nom mit zwei Loka­len in Mün­chen die Koope­ra­ti­on mit Pau­la­ner gekün­digt. Die Ent­glei­sung ist nicht der ein­zi­ge Grund. Auch Sti­che­lei­en Steinf­atts gegen­über Kli­ma­ak­ti­vis­ten hät­ten den Lokal­be­sit­zer laut des Berichts geärgert.”

Geschäfts­part­ner, über deren Gesin­nung sich irgend­wel­che Fun­da­men­ta­lis­ten „ärgern”, wer­den gekün­digt, Gäs­te mit fal­schen Ansich­ten nicht mehr bedient. Mit jedem Tag wächst die Zahl der Wor­te, die man nicht aus­spre­chen darf, die Zahl der Gedan­ken, die man bes­ser für sich behält, und par­al­lel dazu das Fähn­lein derer, die sich für einen Witz ent­schul­di­gen müs­sen oder exkom­mu­ni­ziert wer­den. Was für eine klem­mär­schi­ge, was für eine kon­for­mi­täts­gei­le, was für eine kusch­be­rei­te, was für eine gott­be­spei­en­s­wür­di­ge Gesellschaft! 

Es wird mir gleich­wohl ein „inne­rer Grü­nen­par­tei­tag” (Alex­an­der Wendt) sein, auf die Wies’n zu gehen und mit nor­ma­len Leu­ten anzustoßen.

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„Mei­nungs-Eutha­na­sie„
Peter Slo­ter­di­jk

„Ethi­sche Säu­be­run­gen„
Frank Lis­son

„Idio­tur”
(Leser ***)

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Lus­tig: Unse­re Umwelt­ja­ko­bi­ner gehen jetzt schon den Weg allen revo­lu­tio­nä­ren Flei­sches, d. h. sich gegen­sei­tig ans Leder. Eine sol­che Bewe­gung schreit ja gera­de­zu nach einem Ther­mi­dor. Hof­fen wir das Spalterischste!

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„Man könn­te zu die­sen Fri­days for Brain­wa­sh-Auf­mär­schen und über die Bericht­erstat­tung dazu natür­lich ver­dammt viel sagen. Aber das Wider­wär­tigs­te an die­sen maro­die­ren­den Revo­lu­ti­ons­gar­den, die das Leben in vie­len Städ­ten heu­te teil­wei­se lahm gelegt haben, ist das Ver­ständ­nis die­ser Radi­ka­len von dem Ver­hält­nis zwi­schen Bür­gern und Staat. Da mar­schie­ren Men­schen auf, die den Staat dazu auf­ru­fen, Steu­ern zu erhö­hen, Ver­bo­te zu ver­hän­gen und in die per­sön­li­che Lebens­wei­se der Bevöl­ke­rung bis ins kleins­te Detail ein­zu­grei­fen. Ein sol­ches Aus­maß des Wun­sches nach tota­li­tä­rer Staats­füh­rung und Unfrei­heit ist schlicht­weg beängs­ti­gend.”
(Face­book-Fund)

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Ver­schwö­rungs­theo­rien gel­ten zu recht als unse­ri­ös. Kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie könn­te erklä­ren, war­um so vie­le Deut­sche Mer­kel wählen.

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