25. September 2019

„Zum Sün­di­gen gehört Geist; ja, recht betrach­tet, ist aller Geist nichts ande­res als Sinn für die Sün­de.„
Tho­mas Mann

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Der Benach­rich­ti­gungs­ka­nal n‑tv hat die Scham­wo­chen eröff­net: „Fürs Flie­gen, Fleisch­essen und Auto­fah­ren müs­sen sich Men­schen inzwi­schen recht­fer­ti­gen. Denn damit belas­ten sie das Kli­ma. Wenig Beach­tung fin­det das Bau­en. Dabei hat gera­de der von der Poli­tik stark ange­kur­bel­te Neu­bau einen gro­ßen Anteil am CO2-Aus­stoß in Deutsch­land.” Zum Bei­spiel der Bau von Asy­lan­ten­un­ter­künf­ten? Nein, der eher nicht. Son­dern der Woh­nungs- und Eigen­heim­bau zu Nutz und From­men derer, die oft schon viel zu lan­ge hier leben. „Nie­mand soll­te stolz dar­auf sein, gebaut zu haben”, zitiert der Kanal einen „Stadt­ent­wick­lungs­ex­per­ten” (künf­tig wahr­schein­lich: Stadt­ab­wick­lungs­ex­per­te), „wegen des Kli­mas kann man sich dafür eben­so schä­men wie für Auto­fah­ren und Fleischessen.” 

Bau­scham also. (Von die­ser Laut­ver­schie­bung hat­te der sprach­ver­lieb­te Hun­de­be­sit­zer Tho­mas Mann doch kei­nen Schim­mer!) Bau­scham, das ist ori­gi­nell, denn bis­lang hat sich noch nie jemand dafür geschämt, gebaut zu haben, von Che­ops (Chu­fu) bis Eif­fel, von Schin­kel bis Gro­pi­us (auch wenn der Grün­de dafür gehabt hät­te). Das kann aber noch lan­ge nicht alles sein. Was ist mit der Tanz­scham? Der Fei­er­scham? Beklei­dungs­scham? Beleuch­tungs­scham? Heiz­scham? Tele­fo­nier­scham? Mobi­li­ar­scham? For­schungs­scham? Kon­zert­be­suchs­scham? Dis­kurs­scham? Tages­zei­tungs­abon­ne­ments­scham? Raum­fahrts­scham? Zeu­gungs­scham? Kin­der­auf­zucht­s­scham? Exis­tenz­scham? Feuerbestattungsscham?

Ganz am Ende wird dann die Grü­nen­wähl­scham ste­hen. Aber bis dahin ist noch eine gewal­ti­ge Schamfrist…

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Leser *** sen­det die­sen sog. Schnappschuss:

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„Dem Maso­chis­ten mit Mani­pu­la­ti­ons­be­dürf­nis reicht es nicht, dass er selbst unglück­lich ist; auch die ande­ren sol­len es sein.„
Michel Hou­el­le­becq

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Wenn eine staat­li­che Insti­tu­ti­on wie die Hes­si­sche Film­för­de­rung, die ihren Etat über das Hes­si­sche Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst und den Hes­si­schen Rund­funk aus Steu­er­gel­dern bezieht, den Geschäfts­füh­rer ent­lässt, weil der sich pri­vat mit dem Vor­sit­zen­den der größ­ten Oppo­si­ti­ons­par­tei getrof­fen hat (und aus der gleich­ge­schal­te­ten Pres­se nicht mal ein Grum­meln zu ver­neh­men ist), dann leben wir nicht mehr in einem Rechts­staat, son­dern in einer Dik­ta­tur. Ter­ti­um non datur. 

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„Die Ideo­lo­gie einer ‚vom Men­schen gemach­ten Kli­ma­ka­ta­stro­phe’ wur­de in den acht­zi­ger Jah­ren gebo­ren, als eng­li­sche Wis­sen­schaft­ler bei der damals regie­ren­den Mar­ga­ret That­cher vor­stel­lig wur­den, um Geld für den Betrieb ihrer teu­ren Com­pu­ter­mo­del­le zu erbit­ten. Sie ver­spra­chen ein schlüs­si­ges Kli­ma­mo­dell zu erar­bei­ten und damit die eng­li­sche Wis­sen­schaft wie­der an die Welt­spit­ze zu füh­ren. Als Grund­la­ge für ihr Kli­ma­mo­dell nah­men sie den seit 1954 regis­trier­ten Anstieg des CO2-Gehal­tes in der Atmo­sphä­re und behaup­te­ten, die­ser Anstieg wäre auf mensch­li­che Akti­vi­tä­ten zurück­zu­füh­ren und wür­de die Mensch­heit in namen­lo­ses Elend stür­zen. Es ist auch nicht ein ein­zi­ger Ansatz zu erken­nen, dass die Mit­glie­der die­ser Grup­pe die Kli­ma­än­de­run­gen der ver­gan­ge­nen Jahr­tau­sen­de ange­se­hen, geschwei­ge denn nach einem Ver­ständ­nis gesucht hätten.

Im Jahr 1990 stell­te das 1988 gegrün­de­te IPCC sei­nen ers­ten Welt­kli­ma­be­richt vor, der in ein­hun­dert Jah­ren eine Kata­stro­phe pro­phe­zei­te. Zwar muss­te das IPCC sei­ne Aus­sa­gen in den Fol­ge­jah­ren abmil­dern, doch hat­te das IPCC inzwi­schen über­na­tio­na­le Macht erlangt, die es aus­zu­bau­en galt. Das Geld spiel­te kei­ne Rol­le mehr, seit man sich auf die poli­ti­sche Büh­ne bege­ben hat­te und eine immer grö­ße­re Zahl von ‚Wis­sen­schaft­lern’ dem IPCC zuar­bei­te­ten. Noch­mals und in aller Deut­lich­keit: Das IPCC ist ent­ge­gen den Sta­tu­ten eine poli­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on und kei­ne naturwissenschaftliche.

Inzwi­schen hat die ‚Kli­ma­ka­ta­stro­phe’ auch die letz­te Regie­rung der Erde erreicht. Das ‚Kyo­to-Pro­to­koll’ wur­de gebo­ren, die unsin­nigs­te Geld­ver­nich­tungs­ma­schi­ne, die Poli­ti­ker erfin­den konn­ten. Vor allem die deut­schen Regie­run­gen began­nen, die Wirt­schaft des Lan­des ‚öko­lo­gisch’ aus­zu­rich­ten, ohne auf die War­nun­gen jener Natur­wis­sen­schaft­ler zu hören, die der ‚Kli­ma­ka­ta­stro­phe’ noch nicht erle­gen waren. Das Ergeb­nis der ’nach­hal­ti­gen öko­lo­gi­schen Aus­rich­tung’ wird eine ste­te Ver­ar­mung der heu­te noch rei­chen Indus­trie­län­der mit Deutsch­land als Vor­rei­ter zur Fol­ge haben. Sie mutier­te inzwi­schen zur schlimms­ten Selbst­ver­stüm­me­lung, die sich Men­schen aus­den­ken konn­ten, weil sie unwei­ger­lich in eine welt­um­span­nen­de Kli­ma­dik­ta­tur mün­den wird. Wann das Unheil sein Ende fin­det, ver­mag nie­mand zu sagen.

Wird es irgend­wann ein­mal käl­ter, wer­den die glei­chen Geis­ter auf­ste­hen und wie­der­um behaup­ten, die­se neue ‚Kli­ma­ka­ta­stro­phe’ wäre von Men­schen gemacht. Unzäh­li­ge For­scher wer­den bereit sein, das durch ‚wis­sen­schaft­li­che’ Unter­su­chun­gen zu bestätigen.”

West­fern­se­hen? Nein, das stand vor gar nicht mal so lan­ger Zeit in der FAZ. Der Autor die­ses Tex­tes war übri­gens Inge­nieur und hielt meh­re­re eige­ne Paten­te; das käme im heu­ti­gen Jour­na­lis­musch (Tipp­feh­ler, aber schön) nicht mehr in die Wundertüte!

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Es bestehe „kein Zwei­fel dar­an, dass der Kli­ma­wan­del men­schen­ge­macht sei”, erklär­te Frau Mer­kel beim New Yor­ker Kli­ma­gip­fel. Das ist eine glat­te Lüge. Soeben wur­de ein viel­hun­dert­fa­cher Zwei­fel publik. Knapp 500 Wis­sen­schaft­ler aus aller Her­rin­nen Län­der (mit Aus­nah­me derer, in denen auch sonst kein Zwei­fel herrscht) haben in einem Brief an UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res der The­se vom men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del wider­spro­chen. „Die Kli­ma­mo­del­le, auf denen die inter­na­tio­na­len Poli­tik­an­sät­ze der­zeit auf­bau­en, sind unge­eig­net”, heißt es in dem Schrei­ben, das über­ti­telt ist es mit der Fest­sel­lung: „Es gibt kei­nen Klimanotstand.” 

Die deut­sche Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se folg­te bis­lang ein­hel­lig der Richt­li­nie der Füh­re­rin. Da es kei­nen Zwei­fel gibt, wird auch kei­ner gemel­det. Rührt euch!

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Kor­rekt muss die Regie­rungs­pa­ro­le Mer­kel­deutsch­lands hei­ßen: „Wir schaf­fen das ab.” Näm­lich: das deut­sche Staats­ge­biet, die deut­sche Indus­trie, das deut­sche Par­la­ment (als einen Ort, wo über die Geschi­cke die­ses Lan­des bestimmt wird), den deut­schen Sou­ve­rän (des Grund­ge­set­zes), den deut­schen Rechts­staat, die Mei­nungs­frei­heit, die Frei­heit des Wirt­schaf­tens, die Frei­heit des Kon­sums, die Frei­heit des Rei­sens, das Bar­geld, und ganz zuletzt auch die­ses deut­sche Din­gens, äh Volk (wel­ches in ande­rer Zusam­men­set­zung schon irgend­wie fortbesteht)…

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Ich hat­te vor ein paar Tagen hier eine Gra­fik über die Ver­tei­lung der frü­her Ras­sen genann­ten Eth­ni­en bei Tötungs­de­lik­ten in Über­see ver­öf­fent­licht, die etwas nebu­lös ska­liert und nicht ganz kor­rekt war. Hier ist die kor­rek­te Ver­si­on. Die für den von mir gewähl­ten Kon­text wich­tigs­te Zahl lau­tet: Für 2491 schwar­ze Todes­op­fer wur­den 2245 schwar­ze und 189 wei­ße Täter ermit­telt. Aber wie gesagt: Irgend­ei­ne von Wei­ßen geschaf­fe­ne Struk­tur wird schon dahinterstecken. 

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„Ange­la Mer­kel ist berühmt für ihre vul­gä­re, nichts­sa­gen­de und kon­fu­se Spra­che, die allen Regeln der Gram­ma­tik und der Seman­tik trotzt. Béren­gè­re Vien­not über­setzt ihre Reden und Bei­trä­ge ins Fran­zö­si­sche und ist dabei mit einem Uni­ver­sum kon­fron­tiert, das sie fas­sungs­los und wütend macht. In ihrem bril­lan­ten Essay geht sie dem Phä­no­men der Mer­kel-Spra­che auf den Grund: Wie flie­ßend ist der Über­gang von der wir­ren Bana­li­tät ihrer Wor­te zu ihrer Poli­tik? Was sagt die Ver­wahr­lo­sung ihrer Spra­che über den Zustand Deutsch­lands aus? Und war­um geht uns das alle etwas an?„
Dem­nächst gibt es das viel­leicht in Ihrem gut sor­tier­ten Buch­la­den. Einst­wei­len nur das.

PS: Viel span­nen­der wäre eine Unter­su­chung des Zusam­men­hangs zwi­schen der vor soge­nann­ter Mensch­lich­keit trie­fen­den Spra­che Oba­mas mit sei­ner außen­po­li­ti­schen Blut­spur. Aber dass die der­zeit regie­ren­de Frie­dens­tau­be etwas rup­pig spricht, ist natür­lich „des­to schlim­mer für die Wirklichkeit”.

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Skan­dal­ur­teil in Pots­dam! Ein Nazi hat einem Poli­zis­ten ins Gesicht und auf den Kopf geschla­gen und aus einer auf­ge­heiz­ten Nazi­meu­te her­aus Nazipflas­ter­stei­ne direkt auf die Schei­ben eines mit Asy­lan­ten besetz­ten Bus­ses gewor­fen. Nach­dem der Nazi­pro­zess von Nazier­mitt­lern fast vier Nazi­jah­re ver­schleppt wur­de, bestraf­te der Nazi­rich­ter den Nazisch­lä­ger mit acht Mona­ten Nazi­be­wäh­rung. Was für eine Nazi­pos­se!

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Das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz soll zur Bekämp­fung des Rechts­ter­ro­ris­mus (sic !) 300 zusätz­li­che Stel­len bekom­men, froh­lo­cken die Tisch­feu­er­wer­ker von Spie­gel online. Künf­tig soll sich das Amt auch um „rechts­ex­tre­mis­ti­sche Umtrie­be im öffent­li­chen Dienst” kümmern. 

Viel­leicht fan­gen die Schlapp­hü­te mit ihren Ermitt­lun­gen in Ber­lin an? Irgend­ei­ne Behör­de muss die­ses Kon­zert ja geneh­migt haben.

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Auf die Eröff­nung die­ser Front – dass es in Hol­land geschieht, ist nicht über­ra­schend – war­te ich schon lange:

„Mäd­chen und Jun­gen dür­fen sich nicht anse­hen, ‚Klei­der von Ungläu­bi­gen’ tra­gen, und Allah ver­ab­scheut Homo­se­xua­li­tät. Das ler­nen Kin­der an isla­mi­schen Grund­schu­len in den Nie­der­lan­den. Die Lek­tio­nen ste­hen im Unter­richts­buch für Sexu­al­kun­de ‚Hil­fe! Ich wer­de erwach­sen’, das von der Isla­mi­schen Schul-Dach­or­ga­ni­sa­ti­on ISBO für 44 ange­schlos­se­nen Grund­schu­len ent­wi­ckelt wurde.

Dies geschah offen­bar als Reak­ti­on dar­auf, dass im Jahr 2013 alle Schu­len in den Nie­der­lan­den ver­pflich­tet waren, auf sexu­el­le Viel­falt zu achten. […] 

Im Lehr­buch erfah­ren Kin­der etwa unter Bezug­nah­me auf einen Text im Koran, dass Allah ein gan­zes Volk wegen Homo­se­xua­li­tät zer­stört habe. In die­ser Geschich­te beru­he das Ver­bot im Islam für Geschlechts­ver­kehr mit jeman­dem des glei­chen Geschlech­tes, wird näher erläu­tert. Im Leh­rer­hand­buch ist aller­dings ange­merkt, auf eine Pas­sa­ge beson­ders zu ach­ten, in der es heißt, dass Mus­li­me selbst kei­ne Gewalt gegen Homo­se­xu­el­le anwen­den dürfen.

Auch auf Trans­gen­der-Per­so­nen wird Bezug genom­men: ‚Geschlechts­um­wand­lung ist nicht erlaubt’, heißt es und ‚Allah ver­fluch­te’ Buben, die wie Mäd­chen aus­se­hen wol­len und umgekehrt.

Buben und Mäd­chen ler­nen auch, dass sie sich in der Puber­tät von­ein­an­der fern­hal­ten und selbst Augen­kon­takt ver­mei­den sol­len. Gene­rell gel­te Augen­kon­takt als eine Form von ‚Zina’ (Ehe­bruch) und es gebe dafür eine gro­ße Bestra­fung im Jen­seits. Dar­über hin­aus wer­den stren­ge Ver­hal­tens- und Klei­dungs­re­geln, ins­be­son­de­re für Mäd­chen, erwähnt. Als Übungs-Auf­ga­be sol­len Kin­der im Inter­net nach Bil­dern von Mäd­chen suchen, die nicht rich­tig ange­zo­gen sind – zum Bei­spiel weil sie zu enge Klei­dung oder kein Kopf­tuch tra­gen.” (Hier.)

Mit einer gewis­sen Vor­freu­de erwar­tet man den Tag, an wel­chem unse­re Schwu­len, Les­ben und Femi­nis­tin­nen zum End­kampf gegen die mus­li­mi­schen Machos antre­ten. (Selbst­zi­tat, um 2008)

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Vor sol­chem ver­häng­ten Hin­ter­grund bekommt die­se Schleich­wer­bung – nein, das ist kei­ne Aston-Mar­tin-Kam­pa­gne, son­dern ein Fake!* – etwas gera­de­zu Klassen‑, nein Rassen‑, quatsch: Kulturkämpferisches:

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Freun­de aus dem Ori­ent: Vier Frau­en, das ist ver­dammt wenig…

(Womit sich der Span­nungs­bo­gen zum Ein­gangs­zi­tat geschlos­sen haben sollte.)

* Hier distan­ziert sich die Fir­ma von der „Mar­ken­ver­let­zung”, die Aston Mar­tin „in Ver­ruf bringt” resp. „dif­fa­miert”.

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