„Wer stoppt den Klimawandel?”

Zur Gesprächs­run­de „mal ehr­lich…”, SWR 3, 18.09.19 in der Alten Feu­er­wa­che in Mann­heim, „Wer stoppt den Kli­ma­wan­del?„
Den fol­gen­den Bericht fand ein Leser im Netz und sand­te ihn mir zu; ich ver­öf­fent­li­che ihn unkommentiert

„Vor­ab, dar­auf (auf die titel­ge­ben­de Fra­ge – M.K.) gab es eigent­lich so gut wie kei­ne ver­nünf­ti­ge Ant­wort. Von Dis­kus­si­on kei­ne Spur. Bereits in der ers­ten Minu­te der straff mode­rier­ten Sen­dung war für jeden ersicht­lich, wohin die Rei­se nur gehen konn­te. Die ein­ge­spiel­ten Trai­ler lie­ßen kei­nen Zwei­fel, – eine Hor­ror-Pic­tu­re-Show! Die gela­de­nen Gäs­te, „Politiker*innen und Experten*innen“ und natür­lich Gre­ta Jünger*innen nutz­ten die Platt­form für eige­ne poli­ti­sche Propaganda.

Ein Ober-Förs­ter aus dem pfäl­zi­schen Wald beklag­te, der Wald sei krank und müs­se geret­tet wer­den. Die anhal­ten­de Tro­cken­heit auf­grund des Kli­ma­wan­dels und wie­der der Bor­ken­kä­fer sei­en schuld dar­an. Dass Nadel­baum-Mono­kul­tu­ren und weni­ger der Misch­wald betrof­fen sei­en, wur­de zumin­dest bei­läu­fig erwähnt. Hät­te ger­ne gefragt, wie es zuge­gan­gen ist, dass wir heu­te über­haupt noch Wald haben. Der soll­te doch schon im Jahr 2000 aus den glei­chen vor­ge­nann­ten Grün­den bereits ver­schwun­den sein.

Ein Land­wirt in 7. Genera­ti­on und beken­nen­der Umwelt­schüt­zer beklag­te Ern­te­aus­fäl­le auf­grund  2‑malig auf­ge­tre­te­ner Tro­cken­heit in Fol­ge in einem sonst regen­rei­chen Gebiet. Hät­te ger­ne gefragt, ob es die ers­ten tro­cke­nen Jah­re in der 7 Genera­tio­nen lan­gen Wet­ter­erfah­rung sind. Hät­te ger­ne gefragt, ob vor 2 oder 3 Genera­tio­nen, oder 6–7 Genera­tio­nen, falls über­lie­fert, auch kei­ne nas­sen Jah­re mit noch dras­ti­sche­ren Ern­te­ein­bu­ßen auf­ge­tre­ten sind. Hät­te ger­ne gefragt, ob der Land­wirt in 7. Genera­ti­on den Spruch kennt: Kräht der Hahn auf dem Mist,…. Hät­te ger­ne gefragt, ob der Land­wirt weiß, dass bei stei­gen­dem CO2 Gehalt in der Luft Pflan­zen weni­ger Was­ser brau­chen und auch bes­ser gedei­hen. Hät­te ger­ne gefragt, ob sich die ‚Dis­ku­tan­ten’ bewusst sind, dass mit Pflan­zen­wachs­tum unter 200 ppm CO2  Schluss und Exitus ist.

Ein ‚BUND-Ver­tre­ter’ kün­dig­te an, die Bun­des­re­gie­rung wegen Untä­tig­keit in Sachen Kli­ma­schutz zu ver­kla­gen. Hät­te ger­ne gefragt, bis wann er mit einem Urteil rech­nen wür­de, bei der Geschwin­dig­keit mit der die deut­schen Gerich­te arbei­ten. Hät­te ger­ne gefragt, ob das ZDF lügt, wenn es behaup­tet, die­ser Som­mer sei der dritt­wärms­te seit dem letz­ten Jahr­hun­dert und war­um ich ihm jetzt glau­ben soll­te, wir hät­ten gera­de jetzt die 2 hei­ßes­ten Som­mer erlebt. Hät­te ger­ne gefragt, wer fest­ge­stellt hat und auch bele­gen kön­ne, wel­che Unwet­ter, wo ver­mehrt auf­tre­ten. Hät­te ger­ne gefragt, ob sich der Ober­bür­ger­meis­ter von Hei­del­berg schon ein­mal die Jah­res­zah­len an den Hoch­was­ser­mar­ken an der alten Brü­cke sei­ner Hei­mat­stadt ange­se­hen hat, bevor er den Kli­ma­not­stand aus­ge­ru­fen hat und was man mit sei­nem Haus­ver­stand dar­aus schlie­ßen könne.

Pas­send zur Unter­maue­rung der Erd­er­wär­mung wird der Trai­ler eines Wet­ter­froschs, der in der Ant­ark­tis Wet­ter­da­ten sam­melt, ein­ge­spielt. Nach aus­führ­li­cher Beschrei­bung sei­ner Tätig­keit, ver­kün­det der Frosch aus der Ant­ark­tis, dass die Glet­scher schmel­zen. Hät­te ger­ne gefragt, was mit Glet­schern und den Pol­kap­pen übli­cher­wei­se in Warm­zei­ten und in Kalt­zei­ten pas­siert. Hät­te ger­ne gefragt, ob ihm die Defi­ni­ti­on Warm‑, Kalt­zeit bewusst ist.

Aus Kon­stanz ange­reis­te Fri­days-for-Future Kin­der rie­fen zusam­men mit einem Mann­hei­mer FFF-Akti­vis­ten zu wei­te­ren Pro­test­ak­tio­nen auf und erhiel­ten dafür Bei­fall. Hät­te ger­ne gefragt, woher die Kids ihr Wis­sen über Kli­ma haben. Hät­te ger­ne gefragt, wie es zugeht, dass ein Lehr­ling dem Meis­ter sagen kann, was er falsch macht und die gan­ze Zeit falsch gemacht hat. Hät­te ger­ne gefragt, was die Kids von ihren Eltern hal­ten, die ihnen angeb­lich die Zukunft steh­len und wie­so sie bei sol­chen Eltern nicht sofort aus­zie­hen und sich nicht sofort in die Obhut des Jugend­amts begeben.

Der Lei­ter der ‚SWR-Redak­ti­on Umwelt’ Wer­ner Eckert als ‚Exper­te’ ließ nicht den gerings­ten Raum für Zwei­fel, dass der Mensch allein fürs Kli­ma ver­ant­wort­lich sei. Der rasan­te Anstieg des men­schen­ge­mach­ten CO2 Aus­sto­ßes sei allein am Kli­ma­wan­del schuld, aus, fer­tig, bas­ta! Hät­te ger­ne gefragt, ob er weiß, dass der Kli­ma­papst Micha­el Mann von einem kana­di­schen Gericht wegen Betrugs ver­ur­teilt wur­de, weil er genau die Kli­ma­da­ten gefälscht hat, auf die der IPCC das Mär­chen vom men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del auf­ge­baut hat und – war­um er die hier immer noch wei­ter ver­brei­tet. Hät­te ger­ne gefragt, ob er den ARD-Bericht aus 2007 kennt, wo bereits berich­tet wird, dass der Kli­ma-Schwin­del auf­ge­flo­gen sei. Hät­te ger­ne gefragt, wel­che Inseln bereits abge­sof­fen sind. Hät­te ger­ne gefragt, war­um es nach der mit­tel­al­ter­li­chen Warm­zeit mit höhe­rem CO2-Gehalt in der Luft wie­der käl­ter gewor­den ist. Hät­te ger­ne gefragt, ob er die Kli­ma­schäd­lich­keit von CO2 nach­wei­sen kann. Hät­te ger­ne gefragt, ob er als Prof. Lech 2.0 die phy­si­ka­li­schen Eigen­schaf­ten von CO2 kennt. Hät­te ger­ne gefragt, ob er den Unter­schied von Kon­sens  bei Mei­nun­gen  und einem wis­sen­schaft­li­chen Beweis kennt. Hät­te ger­ne gefragt, ob er weiß, was bei einem läp­pi­schen Vul­kan­aus­bruch so an CO2 frei­ge­setzt wird.

Am bekann­ten Dog­ma wur­de fest­ge­hal­ten. Ein­zig der Ein­wand, Deutsch­land sei nur mit 2 % Aus­stoß an CO2 welt­weit betei­ligt, war man bereit gel­ten zu las­sen.
Ein gela­de­ner Gast stellt die Sinn­haf­tig­keit der Bemü­hun­gen Deutsch­lands in Fra­ge, wo doch alle ande­ren Län­der nichts unter­näh­men. Damit wür­de doch nur der Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land zer­stört, wäh­rend ande­re wei­ter wach­sen. Die­ser ernst­zu­neh­men­de Ein­wand wird, wie auch nicht anders zu erwar­ten war, abgeschmettert.

Der Wis­sen­schaft­ler, der an Metho­den zur Bin­dung von CO2 arbei­tet, rech­net vor, dass 50 mal 2 auch 100 ergibt. Deutsch­land müs­se eine Vor­rei­ter­rol­le ein­neh­men und als Vor­bild in der Welt bei der Ein­spa­rung von CO2 vor­an­ge­hen. Dass bis­her kei­ner der 129 betei­lig­ten Staa­ten, nicht ein­mal 50 minus 1 gleich 49, dem deut­schen Bei­spiel fol­gen woll­ten, ist für ihn uner­heb­lich. Wir müs­sen Vor­bild blei­ben. Kein Wun­der, hängt sei­ne der­zei­ti­ge beruf­li­che Exis­tenz doch von dem Dog­ma der Kli­ma­schäd­lich­keit von CO2 ab. Hät­te ger­ne gefragt, wor­in der Sinn liegt, in Deutsch­land ein paar Kraft­wer­ke abzu­schal­ten, wäh­rend welt­weit 1700 neue Kraft­wer­ke gebaut wer­den oder bereits geplant sind. Hät­te ger­ne gefragt, ob er den Aus­stei­gern aus dem inter­na­tio­na­len Kli­ma­ab­kom­men Selbst­mord­ab­sich­ten unter­stellt, immer­hin sind dar­un­ter die größ­ten Volks­wirt­schaf­ten der Erde, USA, Chi­na, Indien.

Der tro­cken­heits­ge­schä­dig­te Land­wirt setzt auf Hybrid-Samen für tro­cken­heits­re­sis­ten­te Pflan­zen, wenn man will, kann man da Wer­bung von Mon­s­an­to her­aus­hö­ren. Immer­hin bricht er sei­ne Äcker nicht mehr um, dass kein CO2 mehr aus dem Boden ent­wei­chen könne.

Der Hei­del­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter, der für Hei­del­berg schon den Kli­ma­not­stand aus­ge­ru­fen hat, will hel­fen, das Kli­ma mit Null-Ener­gie-Häu­sern zu ret­ten, wie bereits in der Hei­del­ber­ger Bahn­stadt schon umge­setzt wor­den sei.

Ein CDU-Poli­ti­ker, im Neben­be­ruf Wald­be­sit­zer, und der grü­ne Förs­ter aus der Pfalz den­ken an die Anpflan­zung tief wur­zeln­der Bäu­me, die die zu erwar­ten­den Dür­re­pe­ri­oden bes­ser über­ste­hen könn­ten. Hät­te ger­ne gefragt, wie die Anwach­sen sol­len, wenn Was­ser fehlt. Hät­te ger­ne gefragt, ob man mit Anpflan­zun­gen nicht war­ten sol­le, bis es wie­der regnet.

Die Vor­sit­zen­de des Aus­schus­ses für Umwelt, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit (Bünd­nis 90/Die Grü­nen) setzt auf Bahn­fah­ren und 2 % Wild­nis als Bei­trag zum Kli­ma­schutz. Sie sei aber auch noch gespannt, was die künf­ti­gen Klima‑, Umwelt- und Ver­kehrs­gip­fel bringen.

Die FFF-Kli­ma-Kids for­dern einen Koh­le­aus­stieg schon bis 2030 und dass die Poli­ti­ker das tun soll­ten, was sie schon lan­ge ver­spro­chen hät­ten. Also auch nichts Kon­kre­tes, dafür aber viel Bei­fall aus dem Publi­kum und von den anwe­sen­den Poli­ti­kern. Kei­ne Ahnung, aber davon viel.

Eine mit ihrer Fami­lie aus Stutt­gart ange­reis­te Haus­frau und Archi­tek­tin will das Kli­ma ret­ten, indem sie auf Plas­tik­ver­pa­ckung ver­zich­tet und beim Öko­land­wirt ein­kauft. An den Fas­sa­den der Häu­ser lie­ße sich auch etwas Grü­nes machen. Park­plät­ze für die bösen Autos könn­te man in Grün­flä­chen umwan­deln. Das Prä­di­kat ‚kon­ser­va­tiv’ will sie den Alt­par­tei­en ent­zie­hen und den FFF-Kids zuspre­chen. Was kon­ser­va­tiv bedeu­tet, hat die gute Frau mit­hil­fe ihres in der Schu­le erwor­be­nen klei­nen Lati­nums vor­her aus­führ­lich erklärt. Hät­te ger­ne gefragt, ob sie, immer­hin ist sie aka­de­misch gebil­det, erst Hand­lungs­be­darf in Sachen Kli­ma gese­hen hat, nach­dem sie von ihren Kin­dern dar­auf auf­merk­sam gemacht wurde.

Die gan­ze Sen­dung wur­de als Platt­form zur Ver­brei­tung vor­ge­fer­tig­ter Mei­nun­gen und State­ments genutzt. Eine ech­te Dis­kus­si­on und eine Beach­tung gegen­tei­li­ger Argu­men­te hat der ‚Mode­ra­tor’ durch wie­der­hol­tes Igno­rie­ren von Wort­mel­dun­gen zu ver­hin­dern gewusst. Im Prin­zip eine seich­te Unter­hal­tungs­show mit Ein­spie­lung von Trai­lern, die immer wie­der auf­tre­ten­de ört­li­che Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se zei­gen und den Kli­ma­wahn befeu­ern sol­len. Ein Bild vom Köl­ner Dom unter Was­ser konn­te man­gels Ereig­nis nicht gezeigt wer­den. Ein­zi­ger und wirk­li­cher Zweck der Sen­dung, die Auf­recht­erhal­tung des Mär­chens vom men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del. Sym­pto­ma­tisch auch die stän­di­ge Ein­blen­dung von zustim­men­den Ab-Nickern der Bei­trä­ge. Der Mann­hei­mer FFF-Akti­vist tat sich dabei beson­ders eif­rig her­vor. Eben­so hät­te man immer wie­der einen Wackel­da­ckel ein­blen­den können.

Einig sind sich am Schluss dann alle, dass die Bun­des­re­gie­rung jetzt ganz schnell vie­le Mil­li­ar­den Euro zur Kli­ma­ret­tung bereit­stel­len müs­se. Wenn die Welt bren­ne, müs­se man die Feu­er­wehr rufen und kei­ne Brand­schutz­kom­mis­si­on ein­be­ru­fen. Dass die Welt wirk­lich brennt, sehe man ja jetzt im Regen­wald am Ama­zo­nas. Hät­te ger­ne noch gefragt, war­um denn die Wäl­der am Ama­zo­nas brennen.”

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