5. Oktober 2019

Die Lin­ke ent­stand ursprüng­lich dort, wo es Men­schen sehr schlecht ging. Grü­ne Par­tei­en ent­ste­hen über­all dort, wo es Men­schen zu gut geht.

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„War­um dis­ku­tie­ren Sie auf Ihrer Web­sei­te nicht detail­lier­ter den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del?” – Weil ich mei­ne, dass Glau­bens­fra­gen Pri­vat­an­ge­le­gen­hei­ten sind. 

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„Migra­ti­on ist per se etwas Wirt­schaft­li­ches. Men­schen ver­las­sen ihre Hei­mat und gehen in ein frem­des Land, um dort bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen vor­zu­fin­den und so an Wohl­stand zu gelan­gen, den zu erwirt­schaf­ten Zuhau­se nicht mög­lich ist. Daß sie in der neu­en Hei­mat deren Spiel­re­geln und das dort herr­schen­de all­ge­mei­ne So-Sein adap­tie­ren, ist ein Neben­pro­dukt und selbstverständlich.

In Deutsch­land ist die­ses simp­le Prin­zip bis ins Krank­haf­te per­ver­tiert. Men­schen ver­las­sen ihre Hei­mat und gehen in ein frem­des Land, um den Wohl­stand der dor­ti­gen Ein­woh­ner mit­tels beklopp­ter Geset­ze, einer künst­li­chen Büßer­mo­ral und mit Hil­fe einer spe­zi­ell für sie abge­stell­ten Para­si­ten­ar­mee für sich zu reklamieren.”

Wo der klei­ne Akif recht hat, hat er eben recht.

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Im Kiosk sah ich im Vor­über­ge­hen eine stern extra-Aus­ga­be mit dem Titel „Zeit für Hel­den” lie­gen. Auf dem Cover: Udo Lin­den­berg, die Kapi­tä­nin Racke­te, Jesa Gre­ta und der Bas­ket­bal­ler Dirk Nowitzki. 

Hel­den? Ich wähn­te bis­lang, ein Held müs­se für eine außer­ge­wöhn­li­che Tat Mut auf­brin­gen, oder eine außer­ge­wöhn­li­che Lebens­leis­tung vor­zu­wei­sen haben. Letz­te­res ist bei den Abkon­ter­fei­ten, außer Udo, des­sen lebens­lan­ger Alko­hol- und Ziga­ret­ten­kon­sum womög­lich ans Heroi­sche grenzt,  aus­zu­schlie­ßen. Für Mut steht auch kei­ner der Vier, weder die Schlep­per­kö­ni­gin, die den gesam­ten pro­gres­sis­ti­schen Polit‑, Medien‑, Kir­chen- und NGO-Klün­gel inclu­si­ve deut­scher Kanz­le­rin, Außen­mi­nis­ter und Bun­des­prä­si­dent hin­ter sich weiß, noch die schwe­di­sche Welt­kli­ma­hei­län­din (wenn wir das Por­ti­ön­chen Mut nicht mit­rech­nen, wel­ches es braucht, um vor ein Publi­kum zu tre­ten und abzu­le­sen, was die erwach­se­nen Füh­rungs­of­fi­zie­re einem auf­ge­schrie­ben haben), der Udo sowie­so nicht, und den Korb­wer­fer las­sen wir mal außen vor. 

Ich könn­te jetzt sagen, ein Mar­tin Sell­ner hat zehn­mal mehr Mut als die abkon­ter­fei­er­ten phan­tas­ti­schen Vier, aber das wäre ja immer noch Null. 

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War­um, wun­dert sich Hen­ryk M. Bro­der, bekommt die Bun­des­kanz­le­rin den Theo­dor-Herzl-Preis? Aber war­um soll­te die­se bedeu­ten­de deut­sche Anti­se­mi­ten­im­port-Spe­di­teu­rin nicht einen Preis bekom­men, der nach einem Mann benannt ist, der woll­te, dass mög­lichst vie­le Juden nach Isra­el auswandern?

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„Nie­mand käme auf die Idee, sich von einem Tee­nie Bör­sen­tips geben zu las­sen, Kauf­emp­feh­lun­gen für ein Auto oder auch nur Rat­schlä­ge zum Boh­nen­zie­hen im hei­mi­schen Gar­ten. Aber wenn es um die Ret­tung des Pla­ne­ten geht, ist das natür­lich etwas ganz ande­res.” So Karl­heinz Weiß­mann in sei­ner dies­wö­chi­gen „Gegenaufklärungs”-Kolumne, aus der jede Bemer­kung zita­bel wäre. Etwa auch:

„Die bri­ti­sche Regie­rung hat erklärt, daß sie kein Gesetz gegen den Ver­zehr von Hun­den und Kat­zen erlas­sen wer­de. Auf eine ent­spre­chen­de Nach­fra­ge im Par­la­ment ant­wor­te­te ein Spre­cher des Kabi­netts, daß man Kla­gen wegen feh­len­der ‚kul­tu­rel­ler Sen­si­bi­li­tät’ fürch­te; aus Ost­asi­en ein­ge­wan­der­te Bevöl­ke­rungs­grup­pen könn­ten sich dis­kri­mi­niert fühlen.”

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Ich bin dafür, dass Deutsch­land isla­mi­scher wird. Frau­en sol­len Kin­der bekom­men und nicht arbei­ten. Gen­der-Lehr­stüh­le sol­len abge­schafft wer­den. Gen­der ist gegen Allah. 
Wer will mich jetzt wegen „Hass­re­de” drankriegen?

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Ist es nicht erstaun­lich, dass eine so wider­wär­ti­ge, krum­me Krea­tur wie der Mensch so schö­ne Din­ge schaf­fen kann wie das Negli­gé, die Kathe­dra­le, das Ölge­mäl­de, das Cem­ba­lo, die Réca­mie­re, den Jagu­ar E‑Type, den Eisen­bahn-Salon­wa­gen, das Dry-Aged-Toma­hawk-Steak, das Schach­spiel, den Caber­net-Sau­vi­gnon, den Tiger II und die Mondrakete?

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„Wenn sich der Mensch nur zurück­leh­nen und über sein bevor­ste­hen­des Ende oder sei­ne erschre­cken­de Bedeu­tungs­lo­sig­keit und Ein­sam­keit im Kos­mos nach­grü­beln wür­de, so wür­de er mit Sicher­heit den Ver­stand ver­lie­ren oder dem läh­men­den Gefühl sei­ner Nich­tig­keit erlie­gen. Wozu, so könn­te er sich fra­gen, wozu soll er sich abmü­hen, eine gro­ße Sym­pho­nie zu kom­po­nie­ren oder auch nur sei­nen Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen oder auch einen ande­ren Men­schen zu lie­ben, wenn er doch nur für einen Augen­blick das Leben einer Mikro­be auf einem Staub­korn fris­ten darf, das durch die unvor­stell­ba­ren Wei­ten des Raums wir­belt?„
Also frug Stan­ley Kubrick anno ’68 in einem Inter­view mit aus­ge­rech­net dem Play­boy, also einem Maga­zin, dass sich wie kein ande­res an der Beant­wor­tung sei­ner Fra­ge abarbeitete. 

Pas­cal rät bekannt­lich, der Mensch möge sich unbe­dingt zer­streu­en, damit ihn genau sol­che Gedan­ken nicht beschlei­chen. St. Mar­tin emp­fiehlt, sich am Wun­der aller Wun­der zu erbau­en, näm­lich dass über­haupt Sei­en­des ist, und wir die­ses Wun­der immer­hin und womög­lich als ein­zi­ge Gegen­sei­te wahr­zu­neh­men ver­mö­gen. Die meis­ten Men­schen trös­ten sich mit reli­giö­sen Ver­hei­ßun­gen, die ihnen eine per­sön­li­che Unsterb­lich­keit ver­spre­chen, über die ver­gleichs­wei­se beschis­se­ne Gesamt­gat­tungs­si­tua­ti­on hin­weg, am drol­ligs­ten jene from­men Wüs­ten­söh­ne, deren Para­dies exakt so beschaf­fen ist wie ein gut kli­ma­ti­sier­tes west­li­ches Bor­dell außer­halb der west­li­chen Gesetz­ge­bung (Jung­frau­en!), wobei sie das­sel­be Eta­blis­se­ment um der Fröm­mig­keit wil­len hinie­den aus­zu­räu­chern gehal­ten wären bzw. sind. Das Men­schen­bild der Alten mit ihrem untrüg­li­chen Gespür für die Tra­gik der Exis­tenz ist mir ungleich sym­pa­thi­scher, wenn ich auch den Gedan­ken nicht tei­len mag, dass es für den Men­schen das Bes­te wäre, gar nicht erst gebo­ren zu wer­den, wie der wei­se Sile­nus zu König Midas sprach (wir wis­sen alle nicht, wie qual­voll und jäm­mer­lich es endet; erst dann erfährt jeder die Ant­wort, ob es tat­säch­lich bes­ser gewe­sen wäre, oder ob das Leben sich gelohnt hat). 

Mich per­sön­lich depri­miert die­se huma­no­ide Nich­tig­keit null. Ich fin­de sie amü­sant, sogar ein biss­chen ent­las­tend. Zur Tra­gik gehört ja die Komik. Die Fried­hö­fe der Welt sind voll von Men­schen, die sich für unent­behr­lich hiel­ten (Cle­men­ceau). Ich mache bekannt­lich gern Wit­ze, und ich muss nei­disch akzep­tie­ren, dass mei­ne gesam­te Exis­tenz Bestand­teil des umfas­sends­ten und vor allem bes­ten Wit­zes ist, der sich über­haupt den­ken lässt. Allein die Kaprio­len, die Men­schen anstel­len, um sich ihre Rol­le in die­sem Gro­ßen Jokus nicht ein­zu­ge­ste­hen! Das gro­tes­ke Schau­spiel ihrer Bedeu­tungs­hu­be­rei! Ich fin­de, man soll­te dank­bar sein, einen Logen­platz erwischt zu haben, wenn man nicht gera­de sel­ber auf­tre­ten muss. Der Augen­blick ist die Ewig­keit. Was gibt’s zu essen? 

                                

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