1. November 2019

„Zei­chen der Vor­nehm­heit: nie dar­an den­ken, uns­re Pflich­ten zu Pflich­ten für Jeder­mann herabzusetzen.”
Nietz­sche, „Jen­seits von Gut und Böse”, 272

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„Die Gat­ten­ge­walt wird mit jedem Tag wackliger.”
Mao Tse-tung, „Unter­su­chungs­be­richt über die Bau­ern­be­we­gung in Hun­an”, März 1927

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Kein düm­mer Land in die­ser Zeit:

20190814 A0408 Landkreis Greiz Demokratiebus 8

Beson­ders nied­lich ist die Auf­he­bung des Rechts durch die Gna­de – gna­de uns Allah, wenn es tat­säch­lich ein­mal so weit und das Recht zur Opti­on her­ab­ge­stuft ist, denn dann wer­den alle die­se hirn­lo­sen Parol­chen ein­fach nach und nach umgedreht.

Die harm­los klin­gen­de Negie­rung der Ein­sam­keit soll­te man durch­aus als Dro­hung ver­ste­hen. Sozia­lis­ten sind Kol­lek­ti­vis­ten, sie wol­len die Men­schen sozia­li­sie­ren, und das geht nur in der Her­de. „Micha­el schließt sich vom Kol­lek­tiv aus”, stand in jeder zwei­ten mei­ner Schul­be­ur­tei­lun­gen. Ein­sam­keit ist der ein­zi­ge Schutz vor der all­ge­gen­wär­ti­gen Pro­pa­gan­da und dem all­ge­gen­wär­ti­gen Geschwätz. Die Dik­ta­tu­ren des 20. Jahr­hun­derts haben ihre Men­schen­skla­ven mög­lichst rund um die Uhr betreu­en und kon­trol­lie­ren wol­len. „Big bro­ther is watching you”, das heißt: Du bist nie allein. Allein könn­test du auf eige­ne Gedan­ken kom­men. Heu­te trei­ben sie der Nutz­tier­her­de im Gat­ter der „Team­fä­hig­keit” und von #Initia­ti­ven der Vie­len die eige­nen Gedan­ken aus, vom Alp­traum des elek­tro­nisch über­wach­ten Amei­sen­staa­tes nach chi­ne­si­scher Rezep­tur zu schwei­gen (Mehr über die Imbe­zi­len­bus­se hier.)

***

Die 17-jäh­ri­ge Gym­na­si­as­tin Benigna Mun­si ist das neue Nürn­ber­ger Christ­kindl. Wenn man Bild Glau­ben schen­ken darf, und das tu’ ich in die­sem Fall, dann spricht die gebür­ti­ge Nürn­ber­ge­rin neben Deutsch auch Eng­lisch, Por­tu­gie­sisch und Spa­nisch, ist Minis­tran­tin, singt im Jugend­chor der Nürn­ber­ger Kir­chen­ge­mein­de St. Boni­faz und spielt Oboe (übri­gens das anspruchs­volls­te Holz­blas­in­stru­ment). Ihr Vater ist Inder, die Mut­ter Deut­sche. So funk­tio­niert Ein­wan­de­rung, wenn sie denn funktioniert.

Anders als diver­se Medi­en jetzt schlag­zei­len, hat nicht „die AfD” gegen die­se Wahl „gehetzt”, son­dern zwei aus­ge­mach­te Trot­tel in der AfD teil­ten mit, dass nach ihrer Ansicht das Christ­kindl so blond und bio­deutsch zu sein hat wie der Hei­land bzw. jeder anstän­di­ge Chris­ten­mensch. Man darf die Nürn­ber­ger Wahl nicht ver­wech­seln mit der auf­dring­li­chen Mul­ti­kul­ti-Pro­pa­gan­da eines Kar­di­nal Woel­ki oder der Deut­schen Bahn (die eini­ge ihrer Kam­pa­gnen-Model­le ja klamm­heim­lich aus­ge­tauscht und das Gesam­bild ins Rea­lis­ti­sche zurück­ver­wan­delt hat). Nie­mand will bei­spiels­wei­se das Christ­kindl in eine Lich­ter­fest­g­re­tel umfor­ma­tie­ren. Die jun­ge Frau macht einen sym­pa­thi­schen Ein­druck, sie ist hübsch, gebil­det, Deut­sche und vor allem: Chris­tin. Was spricht also gegen ihre Nominierung?

„Mit sol­chen Aktio­nen stüt­zen unter­be­lich­te­te AfD-Funk­tio­nä­re den lin­ken Vor­wurf der gene­rel­len Aus­län­der­feind­lich­keit in die­ser Par­tei”, schreibt Leser ***. Genau so ist es – auch wenn „Funk­tio­nä­re” zu hoch gegrif­fen ist (der Münch­ner Mer­kur nobi­lier­te einen der bei­den, einen IT-Ange­stell­ten, stracks zum MdB).

Wie Don Nicolás bemerk­te, sind Par­tei­en Kon­den­sa­to­ren der Dumm­heit, das gilt für alle, wobei sich nicht der Grad, wohl aber der Inhalt der Dumm­heit von Par­tei zu Par­tei unter­schei­den mag. Wäh­rend bei den Grü­nen und den Lin­ken expo­nier­te Knall­köp­fe behaup­ten, es exis­tier­ten kei­ne eth­ni­schen und kul­tu­rel­len Unter­schie­de zwi­schen den Men­schen, ver­sam­meln sich am Ran­de einer kon­ser­va­ti­ven Par­tei natur­ge­mäß auch Leu­te, die mei­nen, dass allein Abstam­mungs­kri­te­ri­en über die Staats­volks­zu­ge­hö­rig­keit ent­schei­den soll­ten. (Beson­ders pikant wird es, wenn sol­che Leu­te weni­ge oder kei­ne Kin­der haben, nicht oder nur noch ein biss­chen christ­lich sind und über ele­men­ta­re Kennt­nis­se der abend­län­di­schen Kul­tur kaum mehr ver­fü­gen; dass sie an der Fort­füh­rung Let­ze­rer arbei­ten, wird man ja nicht ver­lan­gen kön­nen.) Ich hal­te das, allein schon aus per­sön­li­chen Grün­den, für aus­sichts­los und töricht. Natür­lich kann jeder bevor­zu­gen, wen oder was er will, und sich auch öffent­lich dar­über aus­las­sen. Aber wer einem gebür­ti­gen Nürn­ber­ger Chris­ten­mä­del die Eig­nung abspricht, das Nürn­ber­ger Christ­kindl zu ver­kör­pern, weil der Vater zwar Ari­er ist, aber kein gebür­ti­ger Deut­scher, der soll­te sich bes­ser zur NPD trollen.

PS: Natür­lich fra­ge ich mich bei sol­chen Posts jedes Mal, ob das insze­niert ist, ob da nicht heim­lich Geld fließt, oder ob die wirk­lich so drauf sind.

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Kein AfD-Mit­glied, alles paletti:

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Irgend­wie noch zum Vorigen.

Spit­zel hei­ßen jetzt „kri­ti­sche Jour­na­lis­ten”. Das online-Por­tal Über­me­di­en beklagt, dass der Ber­li­ner Chris­toph-Links-Ver­lag von einer „Abmahn­wel­le von rechts” über­zo­gen wer­de. Es geht um ein Buch namens „Völ­ki­sche Land­nah­me”, geschrie­ben von zwei „Jour­na­lis­tIn­nen” und „lang­jäh­ri­gen Beob­ach­te­rIn­nen der deut­schen Neo­na­zi-Sze­ne”. Die bei­den anti­völ­ki­schen Beob­ach­ter beschrei­ben dar­in, „wie Rechts­ex­tre­me sich oft­mals unbe­merkt im länd­li­chen Raum breit machen. Wie sie dörf­li­che Struk­tu­ren unter­wan­dern, öko­lo­gi­sche Land­wirt­schaft betrei­ben, sich für natio­na­les Brauch­tum und völ­ki­sche Kin­der­er­zie­hung stark machen. Im Ram­pen­licht wol­len die wenigs­ten sol­cher Neo­na­zis ste­hen. Doch genau dafür haben Röp­ke und Speit gesorgt.”

Unge­fähr so, geschätz­te Lese­rin, als wenn Sie in Ihrem Gar­ten einen Stein umdre­hen und Tages­licht in das Gewim­mel dar­un­ter bringen.

Meh­re­re Per­so­nen, die in dem Buch als Rechts­ex­tre­me und „völ­ki­sche Sied­ler” mit vol­lem Namen und hal­ber Adres­se genannt wer­den, ver­su­chen nun, sich auf juris­ti­schem Weg gegen die­se uner­wünsch­te Auf­merk­sam­keit zu weh­ren. Der Ver­le­ger und die bei­den AutorIn­nen hal­ten die Abmah­nun­gen für einen Angriff auf die freie Mei­nungs­äu­ße­rung. Behaup­ten sie zumindest.

Die Sache ist sim­pel: Grund­rech­te sind Abwehr­rech­te, eigent­lich gegen den Staat, aber auch gegen die Zudring­lich­keit ande­rer. Die­se Men­schen wol­len, gut epi­ku­rä­isch, auf ihre Art im Ver­bor­ge­nen leben. Ich weiß nicht, ob es wirk­lich Neo­na­zis sind, das ist in die­sem Kon­text sowie­so einer­lei; auch Nazis haben ein Recht auf Pri­vat­sphä­re, auch Nazis haben das Recht, pri­vat in Ruhe gelas­sen zu wer­den. Die soge­nann­ten völ­ki­schen Sied­ler bege­hen offen­sicht­lich kei­ne Straf­ta­ten. Es ist hier­zu­lan­de zwar ver­bo­ten, Pro­pa­gan­da für den Natio­nal­so­zia­lis­mus zu trei­ben – Pro­pa­gan­da für den Kom­mu­nis­mus ist unein­ge­schränkt erlaubt –, aber was einer in sei­nen vier Wän­den macht, ist (noch) sei­ne Sache, Kin­der zum Brauch­tum zu erzie­hen eben­falls, und gefloch­te­ne blon­de Zöp­fe set­zen neu­er­dings wie­der iko­no­gra­fi­sche, ja ido­la­tri­sche Stan­dards. Gefähr­lich kön­nen die „Sied­ler” über­dies nicht sein; ein Wich­tel wie Andre­as Speit lie­ße sich sonst kaum bei ihnen blicken.

Wo soll ein Pri­vatim-Nazi eigent­lich hin? Was soll er tun? Da zie­hen sie sich schon aufs Land in dünn besie­del­te Regio­nen zurück, ver­ste­cken sich in the midd­le of nowhe­re, aber sie wer­den ans Licht gezerrt – mit wel­chem Ziel eigent­lich? Frei­wil­li­ge Aus­wan­de­rung? Ver­trei­bung? Umer­zie­hung? Staat­li­che Kin­des­weg­nah­me? Staats­bür­ger­schafts­ent­zug? Suizid?

Zwei Zwe­cke sehe ich. Ers­tens den bana­len mora­li­schen Sur­plus für die Steineum­dre­her. Zwei­tens, apro­pos Sui­zid, geht es womög­lich gezielt dar­um, die „Rech­ten” bei allen Gele­gen­hei­ten so sehr unter Druck zu set­zen, sie zu stig­ma­ti­sie­ren, zu schmä­hen und zu ver­fol­gen, bis end­lich einer durch­dreht und man tri­um­phie­rend aus­ru­fen kann: Wir haben es doch gewusst! Wir habe sie zu recht ver­folgt! Sie sind gefähr­lich! Besei­tigt sie!

Die­ser Impuls ist totalitär.

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***

Immer noch zum Vorigen.

Das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz hat, ent­we­der auf Drän­gen der Frem­den­füh­re­rin oder ihr bloß „ent­ge­gen­ar­bei­tend” (frei nach Ian Kershaw), eine Hot­line ein­ge­rich­tet, auf wel­cher der wach­sa­me Bür­ger Mel­dung erstat­ten kann, wenn er in sei­nem Umfeld „rech­te Umtrie­be” bemerkt. Oder mut­maßt. Oder ahnt. Wört­lich geht es um:

„Hin­wei­se zu Rechts­ex­tre­mis­mus, Rechts­ter­ro­ris­mus, Reichs­bür­ger und Selbst­ver­wal­ter”. Sol­che Hin­wei­se „wer­den rund um die Uhr ver­trau­lich aufgenommen”.

Wer das bezahlt? Na unser Genos­se Hei­ko Maas, er lebe hoch! Hoch! Hoch! Ob auch Skalp­prä­mi­en aus­ge­lobt wer­den, hängt von der Qua­li­tät der ers­ten Anru­fe ab. Natür­lich sind eini­ge Akti­vis­ten bei Wiki­pe­dia, Ama­de­us-Anto­ni­us-Bund und „Stö­rungs­mel­der” ein biss­chen sau­er, dass man sie jetzt umge­hen will.

„Bit­te miss­brau­chen Sie es (das Not­te­le­fon – M.K.) nicht zur Denun­zie­rung von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern”, rufen die Denun­zia­ti­ons­er­mun­te­rer mit unter­drück­tem Kichern. Damit der klei­ne Block­wart 2.0 nicht völ­lig ori­en­tie­rungs­los die Lich­ter und Lau­scher­chen auf­sperrt, bekommt er einen Klick wei­ter ein Fahn­dungs­pro­fil als Handreichung:

„Unter Rechts­ex­tre­mis­mus”, heißt es dort, „wer­den Bestre­bun­gen ver­stan­den, die sich gegen die im Grund­ge­setz kon­kre­ti­sier­te fun­da­men­ta­le Gleich­heit der Men­schen richten…”

Die ist im GG zwar nicht kon­kre­ti­siert, son­dern nur die Gleich­heit vor dem Gesetz, ansons­ten bloß die Rechts­gleich­heit aller deut­schen Staats­bür­ger, denn im Gegen­satz zu ’schland hat der Gel­tungs­be­reich des GG räum­li­che Gren­zen, but „we work on it” (so M. Zucker­berg in ähn­li­chem Kon­text zu A. Merkel).

„… und die uni­ver­sel­le Gel­tung der Men­schen­rech­te ablehnen.”

Das heißt, sämt­li­che mus­li­mi­sche Staa­ten, die die Kai­ro­er Erklä­rung der Men­schen­rech­te unter­zeich­net und besag­te Rech­te samt und son­ders unter Scha­ria-Vor­be­halt gestellt haben, sind rechts­ex­trem. Gut zu wissen.

„Rechts­ex­tre­mis­ten sind Fein­de des demo­kra­ti­schen Ver­fas­sungs­staa­tes, sie haben ein auto­ri­tä­res Staats­ver­ständ­nis, das bis hin zur For­de­rung nach einem nach dem Füh­rer­prin­zip auf­ge­bau­ten Staats­we­sen aus­ge­prägt ist.”

Das wird der mer­kel­from­me Teil der CDU gern hören. Clau­di Roth besucht und emp­fängt übri­gens gern ira­ni­sche Rechtsextremisten.

„Offe­ner oder imma­nen­ter Bestand­teil aller rechts­ex­tre­mis­ti­schen Bestre­bun­gen ist zudem der Antisemitismus.”

Das wird mir all­mäh­lich etwas zu islamophob.

„Indi­vi­du­el­le Rech­te und gesell­schaft­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen tre­ten zuguns­ten kol­lek­ti­vis­ti­scher ‚volks­ge­mein­schaft­li­cher’ Kon­struk­te zurück (Anti­plu­ra­lis­mus).”

Am Ende erscheint sogar die EU auf dem Schirm, ts ts ts…

Die DDR 2.0 – eine BRDDR mit rest­de­mo­kra­ti­schem, rumpf­markt­wirt­schaft­li­chem, mul­ti­kul­tu­rel­lem, zuneh­mend levan­ti­ni­schem Anlitz – naht, wenn selbst der geüb­tes­te Exeget einen Ver­fas­sungs­schutz­text nicht mehr vom Besin­nungs­auf­satz eines taz-Prak­ti­kan­ten unter­schei­den kann.

***

„Hier kom­men die bio­me­cha­ni­schen und phy­sio­lo­gi­schen Vor­tei­le von ost­afri­ka­ni­schen Läu­fern ins Spiel: Sie haben gene­tisch bedingt nicht nur ein etwas län­ge­res Fer­sen­bein und dadurch güns­ti­ge­re Hebel­ver­hält­nis­se. Auch ihre Achil­les­seh­ne, die maß­geb­lich an der Abstoß­be­we­gung betei­ligt ist, ist dicker und län­ger.” Und nicht nur die Achillessehne!
Also schrei­ben ganz unge­rührt die latenz­ras­sis­ti­schen Schel­me von Spie­gel online. Aber bei ande­ren Ras­sen­un­ter­schie­den blei­ben sie an der Ham­bur­ger Relo­ti­us­spit­ze all­zeit wach­sam und verbellbereit.

***

Leser *** sen­det ein paar Impres­sio­nen von einer Por­tu­gal-Rei­se, die ich den Besu­chern des klei­nen Eck­la­dens nicht vor­ent­hal­ten will:

„Es gibt kaum über­ge­wich­ti­ge Men­schen dort. Das Essen ist ein­fach, aber gut (viel Fleisch und Fisch, alles frisch und lecker, wenig Fast Food)

Eine ein­zi­ge jun­ge Tran­se sah ich in Lis­sa­bon. Das war ein eigent­lich häss­li­cher jun­ger Mann, kein Ver­gleich zu den atem­be­rau­bend schö­nen Lady­boys in Thai­land zum Bei­spiel. Zah­len­mäs­sig also, ver­gli­chen mit Ber­lin, Paris, Lon­don, prak­tisch nix.

Ein­fall der Mau­ren 711, Recon­quis­ta 1147. So wie in Spa­ni­en, das bleibt im Gedächt­nis eines Vol­kes erhal­ten. Sie­he auch z. B. Ser­bi­en oder Russland.

Ein armes Land, das auf­grund sei­ner Schön­heit und viel erhal­te­ner (und in den letz­ten 20 Jah­ren wohl dank unse­rer EU-Trans­fer­gel­der schön reno­vier­ter) his­to­ri­scher Bau­sub­stanz und guter Infra­struk­tur noch Geld im Tou­ris­mus ver­die­nen kann (aber die haben wenigs­tens etwas Ver­nünf­ti­ges mit der Koh­le ange­stellt und es nicht an kul­tur­frem­de Null­num­mern ver­schleu­dert so wie wir).

Es ist fas­zi­nie­rend zu sehen (an einer im Boden ein­ge­las­se­nen gros­sen Welt­kar­te in Lis­sa­bon in Ufer­nä­he, beim Denk­mal für die Ent­de­cker), wie die Por­tu­gie­sen die hal­be Welt ent­deckt haben, von Neu­fund­land oben links über Hor­mus am Per­si­schen Golf in der Mit­te bis nach Macao unten rechts, und das alles in weni­ger als hun­dert Jah­ren. Ein Aus­bruch an Mut und Akti­vi­tät ohne­glei­chen, der zeigt was mög­lich ist, wenn ein klei­nes Volk über­zeugt ist von dem was es tut.

Hei­li­ge Mes­se in einer der unzäh­li­gen Kir­chen, am Sonn­tag­nach­mit­tag: 95% der Gläu­bi­gen (und der Pries­ter und die Dia­ko­ne und die Minis­tran­ten) sind schwar­ze Ango­la­ner, aus­ser mei­ner Frau (Lati­na) und mir (Weiss­brot) zähl­te ich noch drei weis­se Portugiesen.

Die ori­gi­nal­schwar­zen Por­tu­gie­sen (hier gebo­ren oder seit lan­gem hier) sind übri­gens genau­so zivi­li­siert und höf­lich wie Sie und ich, eher noch bes­ser als der durch­schnitt­li­che Bio­deut­sche. Gleich­wohl sah ich auch dort neue Exem­pla­re, dem Gesichts­schnitt nach aus Soma­lia, mit moder­ner und teu­rer und stil­lo­ser (Mar­ken-Trai­nings­an­zug) Klei­dung und dau­ernd am eben­so moder­nen Han­dy beschäf­tigt, die eher nicht auf die alt­her­ge­brach­ten Umgangs­for­men ach­ten (für mich ein wei­te­rer Hin­weis, dass es beim Bevöl­ke­rungs­aus­tausch gar nicht um solch alt­mo­di­sche Din­ge wie Ras­se und Haut­far­be geht, son­dern in der Tat um die Zer­stö­rung unse­rer Lebensform).

Und ja: ich sah eine älte­re (Ende 60?) weis­se Por­tu­gie­sin bet­teln, sie sah nicht abge­ris­sen aus bzw. wie eine Bett­le­rin, eher wie jemand, der mit einer lächer­lich nied­ri­gen Ren­te aus­kom­men muss. Da blüht uns noch Einiges.

Freund­li­che Grüs­se aus Basel”

***

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