8. November 2019, Vorabend von allerlei

Redet Alt­mai­er nun wie Krenz oder wie Mod­row? Ja, der November…

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Es gibt sie schon, die best­sor­tier­te Buchhandlung:

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Fest­ge­hal­ten für alle nähe­ren Zei­ten von Leser *** im polier­ten Zen­trum des „Reichs­hauptslums” (Don Alphonso).

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Im Umklei­d­raum eines Frei­bur­ger Fit­ness­stu­di­os hat ein Rechts­ex­tre­mist einen Juden von hin­ten am Kopf gepackt, ihm die ange­klam­mer­te Kip­pa her­un­ter­ge­ris­sen, mit Prü­gel gedroht, mehr­mals „dre­cki­ger Jude” oder „dre­cki­ge Juden” geschrien sowie „Free Pales­ti­ne!” – ein unter Nazis popu­lä­rer Ersatzslo­gan für „Sieg heil!” –, die erbeu­te­te Kip­pa dabei ange­spuckt und sie schließ­lich, da Ana­to­li­en doch so fern lag, in den Müll­ei­mer ent­sorgt.

Aber es gibt noch Anti­se­mi­tis­mus-Beauf­trag­te in Baden-Würt­tem­berg! Also eigent­lich heißt er Beauf­trag­ter gegen Anti­se­mi­tis­mus, Micha­el Blu­me ist sein Name, und der Herr Blu­me wehrt im Länd­le cou­ra­giert alten und neu­en Anfän­gen. Zum Bei­spiel der DIN-Norm 5009. In Deutsch­land wird näm­lich „noch immer natio­nal­so­zia­lis­tisch buch­sta­biert”, wie der Süd­deut­sche Beob­ach­ter mel­det, und her­aus­ge­fun­den hat es, na wer schon, der Herr Blu­me natür­lich. Wenn der Juden­hass bereits beim Tele­fo­nie­ren All­tag ist, dann darf man sich über all­täg­li­che Tät­lich­kei­ten nicht wun­dern. Zum Bei­spiel, wenn es heu­te noch „N wie Nord­pol” heißt. In der Buch­sta­bier­ta­fel müs­se wie­der wie frü­her, bevor die Nazis, Nobi­le und Nau­ti­lus am Pol auf­tauch­ten, „Nathan” das N abkür­zen, for­der­te Blu­me in einem Brief an das Deut­sche Insti­tut für Nor­mung in Ber­lin. „Nord­pol” ste­he in der NS-Ideo­lo­gie näm­lich für die Her­kunft soge­nann­ter „Ari­er”. Man merkt, der Mann hat stu­diert, Reli­gi­ons­wis­sen­schaf­ten sogar. Die Ari­er wan­der­ten übri­gens von dort nach Indi­en aus und waren gera­de weg, als Robert E. Peary und Fre­de­rick Cook sich dar­um strit­ten, als ers­ter am Nord­zip­fel des Pla­ne­ten gewe­sen zu sein. 

Ein­mal beim gro­ßen Buch­sta­bier­wasch­gang, schlägt die füh­ren­de schwä­bi­sche Anti­se­mi­ten-Scheu­che für das D statt David „Debo­ra” vor, wegen der Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau. Und damit auch der letz­te „Free Palestine”-Nazi lernt, dass es kor­rekt „dre­cki­ge Jüdin­nen und Juden” heißt.

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