18. Dezember 2019

„Han­nah Arendt hat­te an einer aka­de­mi­schen Ver­an­stal­tung in Hei­del­berg teil­ge­nom­men und war beim Betre­ten der Aula durch ein Spa­lier grö­len­der, auf­ge­bracht toben­der Stu­den­ten gegan­gen. Sie wol­le sich mit ihren Pani­k­emp­fin­dun­gen nicht auf­spie­len, sag­te sie. Aber die Gesich­ter und die auf­ge­ris­se­nen Mün­der, die da ganz nahe an sie her­an­ge­kom­men sei­en, hät­ten sie an die SA-Ben­gels von damals erinnert.”

Joa­chim Fest im Han­nah Arendt-Kapi­tel sei­nes Buchs „Begeg­nun­gen. Über nahe und fer­ne Freun­de” (2004); wir befin­den uns in der glor­rei­chen Zeit der 1968er „Stu­den­ten­be­we­gung”

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„Ange­sichts der gegen­wär­ti­gen Flucht­sucht (Schus­ter, Fried­man) fragt man sich, war­um sich nicht zur Abwechs­lung auch mal ein Mos­lem mit die­ser Absicht mel­det.„
Leser ***

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Ger­hard, quatsch: Peter Frey, ZDF-Chef­re­dak­teur, hat auf die Fra­ge, ob Björn Höcke für das ZDF noch ein mög­li­cher Talk­show­gast wäre, mit „Nein” geant­wor­tet und erklä­rend hin­zu­ge­fügt: „Wir müssen zei­gen, wo die Gren­zen demo­kra­ti­scher Gesin­nung verlaufen.”

Der Chef einer steu­er­fi­nan­zier­ten TV-Anstalt erklärt sei­nen Auf­trag. In einem Land, das sei­ne Gren­zen nicht schützt, fühlt sich immer­hin ein Vogt für die Gren­zen der demo­kra­ti­schen Gesin­nung zustän­dig. Letz­te­re gel­ten spe­zi­ell für Men­schen, die nach dem Schutz der Ers­te­ren verlangen.

War­um mag das dem ZDF-Appa­rat­schik gera­de jetzt über die Lip­pen gehen? Immer­hin hat der thü­rin­gi­sche Schlepp­fuß sich seit Mona­ten nicht mehr inkri­mi­nier­bar geäu­ßert, im Gegen­teil, er hat sogar Aus­sa­gen bedau­ert und sei­nen Rück­zug ins zwei­te oder drit­te Glied in Aus­sicht gestellt. Dar­an kann es nicht lie­gen. Wor­an also dann?

Als deut­scher Ted Tur­ner ohne Unter­neh­mens­fi­nanz­ho­heit und Markt­taug­lich­keits­zwang unter­steht Frey letzt­lich dem Kanz­ler­amt. Dort wur­de längst beschlos­sen, der AfD den Regie­rungs­schutz auf den Hals zu het­zen, und da hat ein Staats­sen­der mit­zu­zie­hen. Der Bett­vor­le­ger aus Bay­ern hat folg­sam ange­kün­digt, er wer­de den „Flü­gel” und die „Jun­ge Alter­na­ti­ve” und damit prak­tisch auch Franz Josef Strauß künf­tig unter „Rechts­ex­tre­mis­mus” rubri­zie­ren las­sen. Alle Inha­ber des Flü­gel-Pas­ses, der Flü­gel-Mit­glieds­num­mer und des Flü­gel-Tatoos gel­ten hier­mit als prak­tisch vogel­frei. Mit einer ein­zi­gen Grenz­wert­sen­kung ist die Zahl der Rechts­ex­tre­men in Kein-schö­ner-Land um ein Drit­tel gestiegen. 

Das „kann nur der Anfang sein”, tropft einer schö­nen See­le bei der Frank­fur­ter Rund­schau der Zahn. Die Nazi-Men­ta­li­tät auf Nazisuche… 

PS: Im Nach­bar­land ist die Brand­mar­kung eines Oppo­si­ti­ons­trüpp­chens als angeb­lich extre­mis­tisch, scheint’s, in die Hose gegan­gen; Sell­ner und die IB haben vor Gericht gegen ihre Ver­teu­fe­ler gesiegt. „Vor­wür­fen gegen Iden­ti­tä­re fehlt Grund­la­ge” (hier, in öffent­lich­keits­kom­pa­ti­bler Lücken­haf­tig­keit hier).

PPS: Vie­le Mona­te bevor er Höcke zur Unper­son erklär­te, hat der Gevat­ter Frey mir vor viel­hun­dert­köp­fi­gem Publi­kum ver­si­chert, so lan­ge er ZDF-Chef sei, wer­de ich nim­mer­mehr in eine der dor­ti­gen Plau­schrun­den ein­ge­la­den. Dar­aus kann ich zwei Schlüs­se zie­hen. Ers­tens: Ich gel­te bei den Main­zel­männ­chen anschei­nend als ein schlim­me­rer Schwe­fel­bru­der als der thü­rin­gi­sche Meis­ter Uri­an. Zwei­tens: Geht Frey, kommt Rat. Oder um mei­nen alten SED-Kum­pel Her­mann Kant, Prä­si­dent des DDR-Schrift­stel­ler­ver­bands, zu zitie­ren: Kommt Zeit, ver­geht Unrat.

PPPS: Das (heu­ti­ge) Schluss­wort zum Lügen-TV soll Danisch spre­chen.

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Zum soge­nann­ten „Krie­ger-” oder MAO-A-Gen (Acta vom 13. Dezem­ber und 31. Juli) haben mir meh­re­re Leser geschrie­ben; lei­der war bis­lang kein Gene­ti­ker oder Evo­lu­ti­ons­bio­lo­ge unter ihnen, so dass sich die Zuschrif­ten meist in Fra­gen erschöp­fen, etwa:

Wenn die­ses Gen bei Euro­pä­ern sel­te­ner vor­kommt als bei Ara­bern, war­um haben Euro­pä­er in den ver­gan­ge­nen 500 Jah­ren so vie­le Krie­ge geführt? Wenn die­ses Gen bei Chi­ne­sen kaum mess­bar sei, wie erklä­re ich mir die vie­len Grau­sam­kei­ten der jün­ge­ren chi­ne­si­schen Geschich­te (Tai­ping-Auf­stand, Bür­ger­krieg, Kul­tur­re­vo­lu­ti­on)? Lese­rin *** ver­weist auf die inter­na­tio­na­le Sta­tis­tik der Tötungs­ra­ten, wo süd- und mit­tel­ame­ri­ka­ni­sche sowie schwarz­afri­ka­ni­sche Län­der die Spit­zen­plät­ze mit Wer­ten bele­gen, neben denen die ara­bi­schen Län­der gera­de­zu fried­fer­tig wir­ken. In Sau­di-Ara­bi­en lie­ge die Mord­ra­te bei 1,5 pro 100.000 Ein­woh­ner, in Deutsch­land bei 1,2, das sei kei­ne beson­ders erheb­li­che Dif­fe­renz, wenn man sehe, dass sie in Russ­land 10,8 und in den USA 5,4 betra­ge. Wie ver­tra­ge sich das alles mit dem angeb­li­chen „Krie­ger-Gen”? Kön­ne ich das viel­leicht erklären?

Ich kann’s ansatz­wei­se ver­su­chen, und wahr­schein­lich wer­de ich mich noch mehr in den Fuß­an­geln der bei Kol­lek­ti­ven gel­te­nen Dif­fen­zie­rungs­ver­bo­te verheddern.

Der Begriff „Krie­ger-Gen” ist all­zu pla­ka­tiv gewählt, das ist gewis­ser­ma­ßen Bou­le­vard­pres­se. Er führt mehr in die Irre, als dass er ein Phä­no­men erhellt. Es geht nicht um Kriegs­taug­lich­keit oder ‑lüs­tern­heit, son­dern um Aggres­si­vi­tät und ein­ge­schränk­te Affekt­kon­trol­le. Ich hat­te in mei­nem letz­ten Ein­trag schon ange­deu­tet, dass die­se Eigen­schaf­ten die Eig­nung zum Krie­ger, zumin­dest in höher orga­ni­sier­ten Trup­pen, wo Dis­zi­plin und tak­ti­sche Koope­ra­ti­on die wich­tigs­te Rol­le spie­len, eher behin­dern. Für moder­ne Krie­ge spielt die­ses Gen kei­ne Rol­le (mehr); hier führt man­geln­de Affekt­kon­trol­le zuver­läs­sig ins Ver­der­ben. Man kann, seit es Fern­waf­fen gibt, Krie­ge bis­wei­len sogar rela­tiv ruhi­gen Bluts füh­ren. Die Orga­ni­siert­heit in fes­ten Kampf­ver­bän­den zwingt auch den völ­lig unag­gres­si­ven Sol­da­ten ins Gefecht. Als Napo­le­ons Infan­te­rie­kar­rees 1798 in der Schlacht bei den Pyra­mi­den die Mam­lu­cken-Kaval­le­rie des Murad Bey nie­der­mach­ten, war dies ein Sieg der kal­ten Orga­ni­sa­ti­on (und Bewaff­nung) über Ver­we­gen­heit und wil­de Lei­den­schaft. Nie habe er todes­mu­ti­ge­re Kämp­fer gese­hen als die­se mus­li­mi­schen Rei­ter, sag­te ein fran­zö­si­scher Augen­zeu­ge nach der Schlacht, und doch lagen die Ver­lus­te bei 1 zu 1000. Ich wage die The­se, dass auch das MAO-A-Gen auf bei­den Sei­ten sehr ungleich ver­teilt war. 

Mit einem Satz: Kriegs­ver­ur­sa­cher­sta­tis­ti­ken sagen wenig bis nichts über die Aggres­si­vi­tät der ver­schie­de­nen Völ­ker aus. Das gilt sogar für Völ­ker­mor­de; man muss nur die „End­lö­sung” der Nazis, den Mas­sen­mord an den Arme­ni­ern und die Mas­sa­ker der Hutu an den Tut­sis in Rela­ti­on zur dabei aus­bre­chen­den bzw. in den Dienst genom­me­nen indi­vi­du­el­len Aggres­si­vi­tät set­zen. Die Krie­ge der Zukunft wer­den, zumin­dest sei­tens der tech­nisch fort­ge­schrit­te­nen Län­der, voll­kom­men frei von indi­vi­du­el­len Aggres­sio­nen geführt.

Was wie­der­um die Gewalt­kri­mi­na­li­täts­sta­tis­ti­ken betrifft, ste­hen wir vor der Fra­ge, was sie zu unse­rem The­ma über­haupt aus­zu­sa­gen ver­mö­gen (davon abge­se­hen, dass ich ara­bi­sche Sta­tis­ti­ken als unge­fähr so ver­bind­lich betrach­te wie ara­bi­sche „fünf Minu­ten”). Zunächst ein­mal gehen ver­schie­de­ne Staa­ten oder Gesell­schaf­ten auf recht unter­schied­li­che Wei­se gegen Gewalt­tä­ter vor. Dass vie­le ara­bi­sche bzw. isla­mi­sche Län­der nach wie vor bru­ta­le Kör­per­stra­fen für unver­zicht­bar hal­ten, deu­tet zumin­dest auf eine gewis­se Grund­ag­gres­si­vi­tät ihrer Bewoh­ner hin (übri­gens auch sei­tens der Voll­stre­cker sol­cher Stra­fen), die bereits prä­ven­tiv sank­tio­niert wer­den muss; man stel­le sich nur vor, was in ’schland los­wä­re, wenn hier jemand öffent­lich aus­ge­peitscht wer­den soll­te (außer der Höcke natür­lich, da kämen sie alle begeis­tert her­bei­ge­lau­fen). War­um ver­ste­cken denn ori­en­ta­li­sche Gesell­schaf­ten ihre Frau­en unter Nikab, Tscha­dor und Bur­ka? Um sie zu schüt­zen natür­lich. Wovor? Die­se Lek­ti­on wird neu­er­dings auch auf nächt­li­chen deut­schen Stra­ßen gelehrt. West­li­che Zeit­ge­nos­sen, die in Afgha­ni­stan waren, haben ver­si­chert, sie ver­stün­den jetzt, war­um die Mädels sich dort voll­ver­schlei­er­ten. Der Schutz der Frau­en ist in die­sen Welt­ge­gen­den die Sache der männ­li­chen Ver­wand­ten. Gerät eine Frau in sexu­el­le Schwie­rig­kei­ten, bekommt der Vater oder der Bru­der oder der Ehe­mann ein Pro­blem, meis­tens eines, das mit Rache, Wie­der­her­stel­lung der Ehre und Mes­sern zu tun hat. Des­halb wer­den die Frau­en daheim kaser­niert, des­halb dür­fen sie nicht allein in die Öffent­lich­keit gehen und wenn, dann gut verpackt.

Außer­dem wer­den der­glei­chen Sta­tis­ti­ken nach Län­dern erho­ben, nicht nach Eth­ni­en. Was die Rate der Tötungs­ver­bre­chen in den USA betrifft muss man, um zu belast­ba­ren Aus­sa­gen zu kom­men, erst ein­mal unter­schei­den, wie sich die Delik­te auf die dort leben­den Eth­ni­en ver­tei­len – die ame­ri­ka­ni­schen Behör­den tun es*–, und das wäre in Deutsch­land schon wie­der: Hui Buh! In mei­nem Ein­trag vom 31. Juli habe ich einen kur­zen Pas­sus zur Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik in Viel­völ­ker­staa­ten zitiert, wo sich die eth­nisch-kul­tu­rel­len Dif­fe­ren­zen auch in die­sem Bereich niederschlagen. 

Das ers­te euro­päi­sche Land auf der Lis­te der Pro-Kopf-Tötun­gen befin­det sich übri­gens vor­ur­teils­ge­mäß im Süden bzw. auf dem Bal­kan, Mon­te­ne­gro mit 4,5, weit vor Alba­ni­en (2,7). In Bel­gi­en als ers­tem west­eu­ro­päi­schen Land im Ran­king beträgt die Mord­ra­te 2,0. In West­eu­ro­pa ver­lie­ren sol­che Erhe­bun­gen frei­lich ihren Aus­sa­ge­wert, da die rela­ti­ve eth­ni­sche Homo­ge­ni­tät die­ser Län­der täg­lich ein biss­chen mehr schwin­det. Man müss­te also neben der Staats­bür­ger­schaft auch die eth­ni­sche Zuge­hö­rig­keit in die Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik ein­flie­ßen las­sen, was spe­zi­ell hier­zu­lan­de kaum schwie­ri­ger sein dürf­te, als woll­te man in Sau­di-Ara­bi­en Korankri­tik als regu­lä­res Stu­di­en­fach etablieren.

In Chi­na liegt die Tötungs­ra­te übri­gens bei 0,6 (die staat­li­chen Hin­rich­tun­gen wer­den wohl kaum mit­ge­zählt), in Japan bei 0,3.

Der Traum der Pro­gres­sis­ten ist die Eine Welt mit einer mög­lichst uni­ver­sell durch­misch­ten Bevöl­ke­rung, also einer glo­ba­len Ein­heits­eth­nie mit Ein­heits­kul­tur und Ein­heits­spra­che. Dann wären die ver­fluch­ten kol­lek­ti­ven Dif­fe­ren­zen end­lich ver­schwun­den. Der kür­ze­re, pro­ba­te­re Weg dort­hin – „Doch guter Freund, die Zeit kommt auch heran/ Wo wir was Gut’s in Ruhe schmau­sen mögen” – führt über die Errich­tung macht­vol­ler Tabus, also das Beschwei­gen der Unter­schie­de. Wenn alle seit 2012 zu uns Her­ein­ge­schnei­ten die deut­sche Staats­bür­ger­schaft erhiel­ten, wäre die Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik end­lich ein Doku­ment nach links­grü­nem Gusto.

Doch zurück zu unse­rem Krie­ger- oder Aggres­si­vi­täts-Gen. So sehr ich dar­auf ver­traue, dass die Gene­tik im Lau­fe der nächs­ten Jah­re noch weit mehr Dif­fe­ren­zen zwi­schen den mensch­li­chen Groß­grup­pen ent­deckt und damit die so evi­den­ten wie ver­pön­ten Erkennt­nis­se der Völ­ker­psy­cho­lo­gie bestä­tigt – sofern man sol­che ket­ze­ri­schen For­schun­gen nicht kur­zer­hand ver­bie­tet (dann füh­ren die Asia­ten sie allein wei­ter) –, genügt doch, wenn man sich auf sei­ne All­tags­er­fah­run­gen ver­lässt. Oder sich die Exem­pel auf you­tube anschaut. Da gibt es eben wel­che, die sofort aus­ras­ten, wenn man ihnen die Vor­fahrt nimmt, ihre Ehre ver­letzt, ihre Reli­gi­on belei­digt oder die Treue ihrer Frau bezwei­felt, und zu den viel­fach bezeug­ten Eigen­tüm­lich­kei­ten die­ses Aus­ras­tens gehört, dass es so schnell kein Ende fin­det und durch dro­hen­de Kon­se­quen­zen nicht ein­zu­he­gen ist; Sie lesen dar­über in den Medi­en jeden Tag unter „Ver­misch­tes”. Nein, das gilt kei­nes­wegs für alle Men­schen die­ses Schla­ges, ledig­lich für signi­fi­kant vie­le. Und wenn Sie mich fra­gen, gehört sogar das Wein­ver­bot in die­sen Kon­text, denn der Pro­phet Moham­med, durch des­sen Mund Allah es aus­sprach, war ein sehr prag­ma­ti­scher Mann.

Auch die deut­sche Jus­tiz hat das Pro­blem erkannt, indem sie bei sol­chen lei­den­schafts­fern­ge­steu­er­ten Räb­chen regel­mä­ßig grö­ße­re Mil­de zeigt als bei­spiels­wei­se bei deut­schen Rechts­ex­tre­mis­ten, die vor­sätz­lich, schuld­haft und kei­nes­wegs nur im Affekt Böses tun.

* „Hui Buh! In den USA wei­sen die Ras­sis­ten vom FBI tat­säch­lich Mör­der und Mord­op­fer getrennt nach Ras­sen aus”, schreibt Leser ***. „So waren 2018 38,7 % der Mör­der ‚Black or Afri­can Ame­ri­can’ und nur 29,9% ‚White’. Da 29,5 % der Mör­der ‚Unknown’ waren, ist davon aus­zu­ge­hen, dass mehr als die Hälf­te der Mord­ta­ten von ‚Black or Afri­can Ame­ri­can’ began­gen wur­den – und dies bei einem Anteil von nur 12,6% an der Gesamt­be­völ­ke­rung (laut Volks­zäh­lung 2010). Das ist natür­lich kein Zei­chen höhe­rer Aggres­si­vi­tät, son­dern von man­geln­der Inte­gra­ti­on,  Unter­drü­ckung usw. (hier). Auf der ande­ren Sei­te waren auch mehr als die Hälf­te der Mord­op­fer ‚Black or Afri­can Ame­ri­can’ (hier). In den Fäl­len mit ein­zel­nen Opfern und ein­zel­nen Mör­dern wur­den mehr als 90% der Opfer bei ‚Black or Afri­can Ame­ri­can’ von Mör­dern der ‚Black or Afri­can Ame­ri­can’ umge­bracht (hier).”

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Molekulargenetikerin

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Noch zum Vori­gen: Die Zahl der Mes­ser­at­ta­cken in Deutsch­land ist seit den Tagen des freund­li­chen Gesichts der Kanz­le­rin immer wei­ter gestie­gen, wird gemel­det. Die Grün­de blei­ben noch rät­sel­haf­ter als jene für das freund­li­che Gesicht.

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Immer noch irgend­wie zum Vorigen:

„Fami­li­en aus Ost­eu­ro­pa erhiel­ten in Kre­feld für rund 90 Kin­der Kin­der­geld, die gar nicht in der Stadt leb­ten – und das mög­li­cher­wei­se jah­re­lang. Der Scha­den geht in die Mil­lio­nen”, mel­det Focus online

Die „Fami­li­en” stam­men aus Rumä­ni­en und Bul­ga­ri­en… Nen­nen Sie mir bit­te ein Vor­ur­teil, das nicht stimmt.

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Eine aus Donezk stam­men­de jun­ge Frau, Rus­sin, erzählt – ich gebe das hier unkom­men­tiert wie­der –, dass vor dem Bür­ger­krieg ukrai­ni­sche Behör­den Lis­ten über den Besitz der im Don­bas leben­den Rus­sen erstellt hät­ten, wor­auf­hin man in deren Häu­ser ein­ge­drun­gen sei und gezielt Wert­ge­gen­stän­de, Bar­geld und Wert­pa­pie­re beschlag­nahmt habe; in ihrer eige­nen Fami­lie sei­en auf die­se Wei­se zwei klei­ne selb­stän­di­ge Unter­neh­men in den Bank­rott getrie­ben worden.

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„Lie­ber Herr Klo­n­ovs­ky, zu Ihren Bemer­kun­gen zum Umgang mit dem gro­ßen Kom­po­nis­ten in heu­ti­ger Zeit und beson­ders durch deut­sche Kulturstaatsminister*innen möch­te ich Ihnen über ein Erleb­nis berich­ten, das mich – es muss 2015 gewe­sen sein – mit mei­ner zwei­ten Hei­mat, der so gesel­li­gen und fei­er­lus­ti­gen Stadt Mainz (ich bin dort auf’s Gym­na­si­um gegan­gen und habe spä­ter an der Johan­nes Guten­berg-Uni­ver­si­tät stu­diert) so unver­söhn­lich überwarf. 

Die neue Par­tei AfD hat­te sich ange­sagt, man woll­te sich auf dem Guten­berg-Platz vor­stel­len, also war ich ange­reist, um mir die mephis­to­phe­li­schen Damen und Her­ren mal aus der Nähe anzu­se­hen und anzu­hö­ren. Ich muss zuge­ben, ich war gewarnt durch die Lan­des­her­rin Maloo Drey­er, die dazu auf­ge­ru­fen hat­te, die Ver­an­stal­tung von vor­ne­her­ein zu unmög­lich zu machen.

Bereits von wei­tem hör­te ich das Geschrei und Gejoh­le der geschätz­ten meh­re­ren 10.000 AntiFa-Schist*innen, die es unmög­lich mach­ten, auch nur sein eige­nes Wort zu ver­ste­hen. Der Platz war rund­erher­um von einer Hun­dert­schaft Poli­zis­ten in Kampf­an­zug abge­rie­gelt, drum­her­um die von der Lan­des­mut­ter her­bei­ge­ru­fe­ne Meu­te der krei­schen­den, pfei­fen­den, brül­len­den ‚Akti­vis­ten’, so dass eine wei­te­re Annä­he­rung, geschwei­ge denn ein Ver­neh­men der Reden der AfD-Leu­te zwecks demo­kra­tisch-legi­ti­mier­ter Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung unmög­lich gewor­den war. Plötz­lich flo­gen mit­ten im ohren­be­täu­ben­den Lärm die über­gro­ßen Fens­ter des gegen­über­lie­gen­den Staats­thea­ters (man beach­te ‚Staats-‚theaters) auf und ein laut­spre­cher­ver­stärk­ter gemisch­ter Chor aus Thea­ter­be­diens­te­ten kreisch­te dar­aus her­vor die Ode an die Freu­de von Beet­ho­ven, schrill, ato­nal – eine ein­zi­ge Kako­pho­nie der Bos­haf­tig­keit, um die Reden der teuf­li­schen Par­tei zu ersti­cken. Unge­fähr so stell­te ich mir die joh­len­den Meu­ten bei den Bücher­ver­bren­nun­gen wäh­rend der Hit­ler-Zeit oder beim Zer­schmei­ßen der Schau­fens­ter­schei­ben in der Reichs­kris­tall­nacht vor – mit viel­leicht dem ein­zi­gen Unter­schied, dass vor­mals eini­ge Mit­läu­fer in brau­ner Uni­form oder Pas­san­ten zu den Machen­schaf­ten der Rädels­füh­rer eher scham­haf­te Distanz hielten.

Ange­wi­dert ent­fern­te ich mich von der unsäg­lich scham­lo­sen, bar­ba­ri­schen Sze­ne­rie. Ich frag­te mich, was wohl Beet­ho­ven dazu gesagt hät­te. Seit­dem ist Mainz nicht mehr mein Mainz. Die Leu­te, die mir frü­her so sym­pa­thisch waren, sie sind mir zutiefst suspekt gewor­den, ja, ich bin sie leid. Ich kann dort nicht mehr hin­fah­ren, ohne wie­der das kako­pho­ne Gejoh­le zu hören. Die auf­ge­ris­se­nen Mäu­ler in den gehäs­si­gen Frat­zen der Meu­te. Heu­te woh­ne ich weit weg im Aus­land und habe die­sen Schritt fort von dort nie bereut.”

PS: Es gibt sogar ein Thea­ter­stück dar­über, von Tho­mas Bern­hard, „Hel­den­platz”.

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