17. Januar 2020

„Die Krea­ti­vi­tät Cice­ros, wenn es dar­um ging, sich unbe­liebt zu machen, soll­te uns allen als Vor­bild dienen.”
Roger Scruton

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Ich begrü­ße es außer­or­dent­lich, dass die Münch­ner Stra­ßen­um­be­nen­nungs­kom­mis­si­on auch den Namen von Franz Josef Strauß ent­fer­nen will. Stra­ßen soll­ten nur noch nach Men­schen hei­ßen, deren CO2-Bilanz aus­ge­gli­chen war.

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Bald wer­den deut­sche Kom­mu­nen stolz ver­mel­den: „Unse­re Stadt ist klimaleugnerfrei!”

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Hüpfen

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Noch ein Nach­trag zum Lokal­ver­bot im „Cin­que” (Acta vom 10. Janu­ar). Sol­che Geschich­ten kom­men schon als Lügen auf die Welt. Wie man hier lesen kann, sol­len „sexis­ti­sche Bemer­kun­gen in Gegen­wart einer Mit­ar­bei­te­rin” der Grund für den Bann gewe­sen sein. Das ist, wie gesagt, eine Lüge. In die­ser lang­wei­li­gen Tisch­run­de fiel an besag­tem Mit­tag kei­ne ein­zi­ge Bemer­kung, die man in eine sol­che Rich­tung hät­te miss­ver­ste­hen oder ver­dre­hen kön­nen (wofür ich als Sexist reins­ten Frucht­was­sers, der Kell­ne­rin­nen gewohn­heits­mä­ßig schon bei der Vor­spei­se im For­tis­si­mo anharft und beim Des­sert zärt­lich an die Wäsche geht, um Par­don bit­te, aber mei­ne Tages­form ist auch nicht immer kon­stant). Sol­che Schutz­be­haup­tun­gen haben Metho­de, denn pein­lich ist der Vor­fall für das jäh ins Unma­nier­li­che abge­schwirr­te Lokal am Ende doch. Nor­ma­ler­wei­se fol­gen der­glei­chen vom wah­ren Anlass ablen­ken­de Erklä­run­gen, nach­dem Links­ex­tre­me die Lokal­be­trei­ber unter Druck gesetzt haben, wor­auf­hin die­se sich in angeb­li­che Grün­de flüch­ten, die den Gast für sie plötz­lich als untrag­bar erschei­nen las­sen. Das ist in unse­rem Fall zwar aus­zu­schlie­ßen, aber es mag sein, dass sich Abge­ord­ne­te oder Mit­ar­bei­ter der demo­kra­ti­schen, fort­schritt­li­chen und tole­ran­ten Bun­des­tags­frak­tio­nen beschwert haben, weil das Restau­rant es mit der Nach­sicht gegen die Gesin­nung man­cher Gäs­te doch übertreibe.

Damit ist die Ange­le­gen­heit aber immer noch nicht vom Tisch, denn mir wur­de von ver­schie­de­ner Sei­te zum Vor­wurf gemacht, dass ich mit dem Ver­gleich zum Juden­boy­kott 1933 zu weit gegan­gen sei. Dazu gestat­te ich mir die Fra­ge, war­um unser­eins sich mit sol­chen Ver­glei­chen bezäh­men soll, wäh­rend alle Nase lang ein Tole­ran­ter einen AfD­ler als Nazi bezeich­net. Außer­dem und im Wesent­li­che­ren habe ich kei­nes­wegs die Situa­ti­on der AfD mit jener der Juden im Drit­ten Reich gleich­ge­setzt, ich bin ja nicht stumpf­sin­nig, son­dern ich habe die Men­ta­li­tät der jewei­li­gen Aus­schlie­ßer, Zeit­geist-Mit­läu­fer und Gleich­schritt­hal­ter ver­gli­chen. Und erklärt, dass sol­che Leu­te mir beim Ver­ständ­nis his­to­ri­scher Pro­zes­se durch­aus hilf­reich sei­en. Bei den heu­ti­gen Anti­na­zis lernt man eini­ges über die ech­ten Nazis.

Sela, Psal­me­nen­de.

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„Mess­er­ge­walt immer schlim­mer”, volks­ver­hetz­te Bild, ich glau­be, es war am Mitt­woch, auf der Titel­sei­te, aber der für die Sto­ry inter­view­te Innen­mi­nis­ter des Mes­ser­ste­cher-Vor­zei­ge­lands NRW, Her­bert Reul, CDU, fand die pas­sen­den Wor­te (Bezahl­schran­ke; ich hab’s in der Print­aus­ga­be gele­sen): „Der typi­sche Mes­ser­an­grei­fer ist männ­lich, erwach­sen und deutsch.” Nehmt das, Rechts­po­pu­lis­ten! Es gab ins­ge­samt 6736 Tat­ver­däch­ti­ge, von denen 2645 nicht die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit haben. Knapp 40 Pro­zent. Eine kla­re Min­der­heit. Der Anteil der Zuwan­de­rer – Asyl­be­wer­ber, Schutz- und Asyl­be­rech­tig­te, Gedul­de­te – an die­ser Grup­pe beträgt 39,8 Pro­zent (1052).

In den sen­sa­ti­ons­gei­len Gazet­ten lesen wir aber nur Sto­rys wie die­se (bei Bild hin­ter der Bezahl­schran­ke, des­halb hier etwas aus­führ­li­cher zitiert):

„Bis heu­te kön­nen weder Schü­ler Simon noch sei­ne Eltern fas­sen, was da pas­siert ist. Flücht­ling Ab­dulrahman M. (26) hat­te man bereit­wil­lig auf­ge­nom­men. Von Anfang an enga­gier­te sich die Fami­lie in der Flücht­lings­hil­fe. Der Eri­tre­er war nicht ein­fach. Das stand schnell fest. Nun muss sich der Asyl­be­wer­ber vor dem Land­ge­richt Pas­sau verantworten.

Der Täter beschul­digt Simons Mut­ter, ein ver­se­hent­lich ver­öf­fent­lich­tes Nackt-Video von ihm auf Face­book gese­hen zu haben: ‚Es geht nicht, dass eine Frau einen Mus­lim nackt sieht, das muss mit dem Tod bestraft wer­den’, sag­te er. Mit einer 15 Zen­ti­me­ter lan­gen Klin­ge ging er auf den Jun­gen los, schnitt ihm die Keh­le auf, stach auf ihn ein, ver­folg­te ihn nach drau­ßen, brüll­te ‚Stirb, stirb, stirb!’. Der 12-Jäh­ri­ge über­lebt dank Flucht, gilt seit­her als tief traumatisiert.”

Die Mel­dung ist zwar schon ein hal­bes Jahr alt und inzwi­schen sind hier­zu­lan­de Hun­der­te Mes­ser gezückt wor­den und in Lei­ber geflutscht, deren organ­spen­de­taug­li­che Besit­zer ent­we­der schon län­ger oder eben noch nicht so lan­ge hier oder auch nicht mehr leben, aber die­ses Bei­spiel hat­te ich mir auf­ge­ho­ben, wahr­schein­lich aus laten­ter Afro- oder Eri­treo­pho­bie. So etwas setzt das Bou­le­vard­blatt also sei­nen Lesern vor, halb­wegs ver­steckt, aber immer­hin, und auch in den loka­len Medi­en, mit­un­ter sogar in der Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se, lesen wir stän­dig von Afgha­nen oder Syrern oder Schwarz­afri­ka­nern, die ihre Schei­dung mit dem Mes­ser voll­zo­gen oder anders­wo hin­ge­schnit­ten haben, etwa ihrem Kind durch die Keh­le, aber nie sind die Mes­ser­män­ner, über die berich­tet wird, blond und biodeutsch.

Medi­en­ver­sa­gen auf gan­zer Linie also. Vor­ur­teils­be­richt­erstat­tung. Wahr­schein­lich doch Lügenpresse.

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Aber wo Gefahr im Ver­zug ist, naht das Ret­ten­de auch. Wie die Welt berich­tet, wer­den auch die meis­ten der­je­ni­gen Asyl­be­wer­ber, die kei­nen Asyl­grund haben, am Ende doch deut­sche Staats­bür­ger. Und dar­um geht es schließ­lich. Irgend­wann beträgt der Anteil der Deut­schen bei sämt­li­chen Straf­ta­ten 100 Pro­zent. Und alles ohne Umvolkung!

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Es ver­hält sich mit den deut­schen Mes­ser­ste­chern unge­fähr wie mit einer ande­ren mun­te­ren Kli­en­tel: Immer mehr Deut­sche wer­den Analpha­be­ten, lesen wir in den Medi­en. Tat­säch­lich ist es umgekehrt.

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Noch zum Vorigen.
Wenn 40 Pro­zent der irgend­wie mit dem Mes­ser öffent­lich tätig Gewor­de­nen kei­nen deut­schen Pass haben, blei­ben 60 Pro­zent „Deut­sche” übrig. Ich wet­te, dass von die­sen Deut­schen über die Hälf­te auf den berühm­ten daseins­ver­edeln­den Hin­ter­grund zurück­blickt. Ich wet­te über­dies, dass bei wirk­lich schwe­ren Straf­ta­ten unter Zuhil­fe­nah­me von Stich­waf­fen, also Tötung und schwe­re Kör­per­ver­let­zung, der Anteil sogar bei 90 Pro­zent liegt. Frie­den, Segen, Glück und 1000,- Euro Beloh­nung für den­je­ni­gen, der mich von die­sem schlim­men Vor­ur­teil erlöst und mir das Gegen­teil beweist.

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Debili

Die Kom­men­ta­re sind aber lesens­wert.

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Am Diens­tag besuch­te ich die Pre­mie­re von „Kill Me Today, Tomor­row I’m Sick” im Ber­li­ner „Babylon”-Kino. Alex­an­der Wendt, der auch dabei war, beschreibt hier die Hand­lung und die Umstän­de des Films recht detail­liert, so dass ich es mir schen­ken kann. Ich schlie­ße mich sei­ner Emp­feh­lung an. Der Film ist böse, unver­lo­gen, wit­zig, ori­gi­nell und bru­tal – er spielt ja im Koso­vo des Jah­res 1999. Kurz­um: Er ist anders als das, was einem deut­sche Regis­seu­re und Ver­lei­he gemein­hin vor­set­zen (des­we­gen fand er auch kei­nen Ver­leih und erschien sozu­sa­gen im Selbst­ver­lag). Die Lek­ti­on des Fil­mes, den man im bes­ten Sin­ne auf­klä­re­risch nen­nen kann, lau­tet: Wo Mul­ti­kul­ti schei­tert, fließt Blut. Dann ent­schei­det der Ein­zel­ne nicht mehr, wohin er gehört, son­dern sei­ne Eth­nie ent­schei­det über ihn. Dann besteht die ein­zi­ge Über­le­bens­mög­lich­keit dar­in, jener Grup­pe anzu­ge­hö­ren oder Zuge­hö­rig­keit zu simu­lie­ren, die das Ter­ri­to­ri­um domi­niert, in dem man sich gera­de auf­hält. Dann hast du kei­ne Wahl mehr. Die Klug­schei­ßer der tran­s­an­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen und NGOs wer­den dir nicht hel­fen. Dann kannst du dich nur zu dei­nes­glei­chen ret­ten und hof­fen, dass die Gesell­schaft sich all­mäh­lich wie­der entmischt.

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Ein guter Bekann­ter, mit einer Afri­ka­ne­rin liiert, berich­tet über ein Früh­stücks­ge­spräch, wel­ches über Ratz­in­ger, Fran­zis­kus, Kar­di­nal Sarah füh­rend in der Fra­ge kuli­mi­nier­te: „Lieb­ling, was ist ein Nazi?”

Sie: „Ein Nazi ist ein Deut­scher, der nervt.”

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Am Ran­de einer Lesung erklär­te mir ein Ver­wal­tungs­rich­ter in erfri­schen­der Plau­si­bi­li­tät, war­um so vie­le Asyl­be­wer­ber, die eigent­lich kein Anrecht auf Asyl haben, den­noch im Lan­de blei­ben dür­fen. Für einen Ver­wal­tungs­rich­ter bedeu­te eine Ableh­nung immer mehr Zeit- und Arbeits­auf­wand als eine Aner­ken­nung, denn sie müs­se weit umfas­sen­der begrün­det wer­den – das öffent­li­che Inter­es­se ist viel abs­trak­ter als das Inter­es­se eines Migran­ten –, und die Anwäl­te der Gegen­sei­te ver­such­ten natür­lich, den Bescheid anzu­fech­ten. Eine Aner­ken­nung indes flut­sche ein­fach so durch. Man dür­fe zudem nicht ver­ges­sen, dass der beruf­li­che Auf­stieg mit der Zahl der erfolg­reich erle­dig­ten Ver­fah­ren zusam­men­hän­ge und ein Rich­ter, der es sich schwer macht, bald als Hemm­schuh und Que­ru­lant gel­te. Am Ende sie­ge oft das „inne­re Schwei­ne­hund­prin­zip” über das Ethos des Beamten.

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Nicht wahr, Ahmed, 17 (!), aus Afghanistan?

Ahmed

 

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Eng­land hat nach Rother­ham und Tel­ford sei­nen nächs­ten Miss­brauchs­skan­dal; dies­mal geschah es in Man­ches­ter – und wer wagt zu bezwei­feln, dass sol­che Fäl­le noch aus wei­te­ren Städ­ten bekannt wer­den? –, und wie­der ist es das bekann­te Sche­ma: „gangs of men from Asi­an back­grounds” – das bedeu­tet in Eng­land in der Regel, dass die­se Typen aus Paki­stan stam­men – hal­ten sich ein­hei­mi­sche Unter­schichts­teen­ager, fast alle min­der­jäh­rig, als Sex­skla­vin­nen, ver­ge­wal­ti­gen sie ein­zeln und grup­pen­wei­se, der Poli­zei sind die­se Zustän­de weit­ge­hend bekannt, aber aus Angst davor, als ras­sis­tisch zu gel­ten, wer­den kei­ne Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet. Ungläu­bi­ge wei­ße Unter­schichts­mäd­chen haben in den Augen sol­cher Krea­tu­ren den Rang von Vieh, näher­hin von Fick­vieh; ich könn­te jetzt sagen, der Kolo­nia­lis­mus hat sich umge­kehrt, was frü­her die Wei­ßen in ihren Kolo­nien taten, geschieht nun bei ihnen daheim, aber wie die Geschich­te der isla­mi­schen Welt lehrt, hat man dort die Frau­en der christ­li­chen Völ­ker jahr­hun­der­lang als Sex­skla­vin­nen geraubt und geschän­det; die Harems waren voll von ihnen.

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Den­noch:

Nigel

 

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