3. Jaguar 2020

Kon­ven­tio­nell, wie ich nun mal bin, wün­sche ich allen Besu­chern des klei­nen Eck­la­dens für 2020 ein biss­chen Frie­den, ein Stück weit Freu­de und ganz vie­le Eier­ku­chen! Zum Wohl­sein! Und immer eine Arm­län­ge Abstand hal­ten, bis der Kli­ma­wan­del zuschlägt und sowie­so alle zu Paa­ren treibt!

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Wie das Gal­gen­kind auch 2020 die Monats­na­men lernt: Jagu­ar, Zebra, Nerz, Mandrill…

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Vor­wärts denn, und nicht vergessen:

Wahn

 
(Netz­fund)

                               

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Die unum­gäng­li­che Sil­ves­ter­par­ty über­stand ich in einem Schwei­zer Schi­cke­ria-Berg­ho­tel (es kommt in „Land der Wun­der” vor), wobei sich wenig Berich­tens­wer­tes eräug­ne­te, die ver­sam­mel­ten ca. 400 Mai­den, Frau­en und Ladys inso­fern aus­ge­nom­men, als nun wirk­lich jede ein­zel­ne, aus­nahms­los und unge­ach­tet der Tat­sa­che, ob sie es sich leis­ten konn­te, betont weib­lich geklei­det und mit so viel nack­ter Haut wie mög­lich vor­stel­lig wur­de, die Mädels also alle­samt den sexis­ti­schen männ­li­chen Blick zu füt­tern ver­such­ten, als habe nie­mals eine femi­nis­ti­sche Pam­phle­tis­tin in die Schreib­ma­schi­nen­tas­ten gegrif­fen. Gut, es war Schi­cke­ria, dem­zu­fol­ge auch vor­wie­gend Schi­cke­riafleisch­be­schau; kein Geld­be­sit­zer ist so irre, dass er eine Send­bo­tin „vom Stern der Unbe­schla­fe­nen” (Slo­ter­di­jk), des­sen kal­tes Licht wahr­schein­lich nur an Uni­ver­si­tä­ten scheint und mit jeder Genera­ti­on ein­mal nahe­zu kom­plett erlischt, in sein Leben hin­ein­stän­kern lässt, aber bei der Jah­res­wech­sel­par­ty des Vor­jah­res ein paar Preis­klas­sen tie­fer sah es kaum anders aus. Annun­tio vobis gau­di­um magnum: habe­mus hete­ro­nor­ma­ti­vi­tatem!

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Nicht ganz so schick, aber viel bun­ter und womög­lich sogar gei­ler rutsch­te man in Tei­len von Stras­bourg ins neue Jahr; die Sil­ves­ter­nacht bei unse­rem letz­ten Ver­bün­de­ten war geprägt von Über­mut und fröh­li­cher Auf­for­de­rung zum Kon­sum­ver­zicht; die Spaß­brem­sen von Poli­zei und Feu­er­wehr wur­den mit Rake­ten geneckt. Vive la Fran­ce! Bien­ve­nue!  

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Wer von Stras­bourg redet, soll von Leip­zig-Con­ne­witz nicht schwei­gen. „Auch die eska­lie­ren­de Ein­satz­tak­tik zu Sil­ves­ter am #Con­ne­witzer Kreuz ging für vie­le Betei­lig­te, auch für die ein­ge­setz­ten Beamt*innen, nach hin­ten los”, twit­ter­te ein­fühl­sam die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der dor­ti­gen SPD, nach­dem ein Beam­ter bei „Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Poli­zei und Ange­hö­ri­gen der links­al­ter­na­ti­ven Sze­ne”, wie die Wahr­heits- und Qua­li­täts­pres­se uni­so­no for­mu­lier­te, mehr oder weni­ger schwer ver­letzt wur­de. – Genos­sen Medi­en­ver­tre­ter, bei der nächs­ten Ran­da­le in Chem­nitz will ich aber von Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Poli­zei und rechts­al­ter­na­ti­ver Sze­ne lesen! – Der Süd­deut­sche Beob­ach­ter mel­det heu­te, dass der Cop gar nicht sooo schwer ver­letzt wor­den sei, wie zunächst aus der (ohne­hin von Rechts­ex­tre­men unter­wan­der­ten) Poli­zei bzw. deren Umfeld oder aus dem Netz gehetzt wur­de, er muss­te nicht mal rich­tig not­ope­riert wer­den. Auch sei im ers­ten Poli­zei­be­richt noch die Rede davon gewe­sen, dass eine „Grup­pe von Gewalt­tä­tern” ver­sucht hät­te, „einen bren­nen­den Ein­kaufs­wa­gen mit­ten in eine Ein­heit der Bereit­schafts­po­li­zei” zu schie­ben, wäh­rend in der kor­ri­gier­ten Ver­si­on der Wagen nur „in Rich­tung” der Beam­ten roll­te. Da muss man dif­fe­ren­zie­ren! Wie unlängst, als der Bür­ger­meis­ter von Alte­na von einem „mut­maß­lich” rechts­ex­tre­mis­ti­schen frem­den­feind­li­chen Neo­na­zi­fa­schis­ten, der weni­ger mut­maß­lich bloß ein Arbeits­lo­ser mit abge­stell­ter Trink­was­ser­ver­sor­gung war, „nie­der­ge­sto­chen” wur­de, was der Süd­deut­sche Beob­ach­ter noch bis zum Pro­zess exklu­siv ver­brei­te­te, als andern­orts längst die ver­harm­lo­sen­de Ver­si­on kano­ni­siert wor­den war, der Kom­mu­nal­po­li­ti­ker habe ledig­lich einen Krat­zer am Hals davon­ge­tra­gen, wes­halb der Mes­ser­ban­dit ohne Knast davon­kam (ob wei­ter­hin ohne Was­ser, ist mir nicht bekannt). 

Zuletzt „schal­te­te sich” die SPD-Vor­sit­zen­de Saskia Esken „ein” und tat kund: „Im Sin­ne der Poli­zei­be­am­ten muss jetzt schnell geklärt wer­den, ob die Ein­satz­tak­tik ange­mes­sen war.” 

Wie man sich tak­tisch ange­mes­sen ver­hält, kön­nen die Poly­pen 2020 anhand des fröh­li­chen Durch­marschs der SPD in die Ein­stel­lig­keit studieren. 

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Die ers­te fro­he Bot­schaft für 2020 ist der Koali­ti­ons­ver­trag zwi­schen ÖVP und Grü­nen an der etwas weni­ger über­ge­schnapp­ten deutsch­spra­chi­gen Peri­phe­rie. Sebas­ti­an Kurz hat das Welt­pro­blem Nr. 1 – es heißt Völ­ker­wan­de­rung – neu­er­lich zur Chef­sa­che erklärt und den Grü­nen dafür den Kno­chen der Welt­kli­ma­ret­tung über­las­sen, an dem sie viel­leicht freu­dig, aber erfolg­los nagen wer­den, denn es wird, außer Kos­ten, ohne­hin nichts dar­aus ent­ste­hen, und irgend­wann mer­ken es die Wäh­ler. Nicht nur einen rus­ti­ka­len Umgang mit ille­ga­len Asyl­for­de­rern, sogar Steu­er­sen­kun­gen müs­sen die grü­nen Umver­tei­ler schlu­cken. Der Wink mit dem Zaun­pfahl FPÖ-Koali­ti­on hat famos funk­tio­niert. Bedau­er­li­cher­wei­se ist die CDU zu fei­ge, zu dumm, zu kor­rum­piert, zu ent­ei­ert dafür. 

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Len­ken wir also den Blick auf die Spin­ner nörd­lich der Ost­mark. Die Gro­ko berei­tet „Wind­müh­len-Prä­mi­en” vor, um den Wider­stand gegen Wind­rä­der vor der eige­nen Haus­tür zu bre­chen. „Die SPD will errei­chen, dass die­je­ni­gen, die Wind­rä­der in ihrer Nach­bar­schaft akzep­tie­ren und damit den Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gie ermög­li­chen, belohnt wer­den”, erklär­te der renom­mier­te SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Mat­thi­as Miersch. 

Frü­her ließ man das Pre­ka­ri­at oder „Pack” (S. Gabri­el) neue Gebäu­de „tro­cken­woh­nen”, heu­te sol­len sie sich in Wind­parknä­he ihre Nut­zen stif­ten­den Krank­hei­ten ein­fan­gen. Man stel­le sich vor, die CDU ante Mer­kel hät­te der­glei­chen für die Anwoh­ner von Atom­kraft­wer­ken vor­ge­schla­gen, am bes­ten noch für Ein­wan­der­fa­mi­li­en! Wobei, das sage ich Ihnen als Schle­ma­er, also als Her­künft­ling aus dem ehe­dem ver­strahl­tes­ten Ort der Erde, die Gesund­heits­ge­fähr­dung durch AKW-Nähe unbe­wie­sen ist, jene durch Wind­rä­der indes inzwi­schen unbestritten. 

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Der Kli­ma­wan­del kommt so oder so, der deut­schen­ge­mach­te Anteil dar­an ist nahe­zu unmess­bar, aber wäh­rend man sich in ande­ren Welt­ge­gen­den mit den Ver­än­de­run­gen arran­gie­ren wird, wer­den die maso­chis­ti­schen deut­schen Gesin­nungs­stre­ber ihre Wirt­schaft dafür rui­nie­ren, ihre Land­schaf­ten wei­ter mit Wind­müh­len und dem dar­aus ent­ste­hen­den Son­der­müll schän­den und „Leug­nern” zumin­dest sym­bo­lisch, viel­leicht aber auch da und dort tat­säch­lich den Schä­del ein­schla­gen. Spe­zi­ell die eigent­li­chen Umwelt­säue, die mit dem Kon­tra­bass, wer­den bei der Beob­ach­tung der einst bewun­der­ten Deut­schen Schwie­rig­kei­ten bekom­men, ihr Grin­sen zu kontrollieren. 

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Debo­rah Lipstadt, „Exper­tin für Anti­se­mi­tis­mus” (Spie­gel online), appel­liert im Inter­view an die Juden in Deutsch­land, sich nach Hal­le und über­haupt „nicht ein­schüch­tern” zu las­sen: „Zu mir kamen Bekann­te und erzähl­ten, sie hät­ten ihre Kin­der gebe­ten, kei­ne Hals­ket­te mit einem David­stern mehr zu tra­gen. Ich wür­de ihnen den Rat­schlag geben: Zeigt euer Jüdisch­sein! Aber ich habe leicht reden, ich lau­fe nicht mit einer Kip­pa die Stra­ße ent­lang. Und außer­dem kann ich ja mor­gen mit dem Flug­zeug wie­der nach Hau­se fliegen.”

Nach Hau­se meint: Dort­hin, wo es den Juden bes­ser geht als in Kein-schö­ner-Land, wie man in die­sem Video stu­die­ren kann. 

Frau Lipstadt ist eine der hells­ten Ker­zen auf der Menorah.

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Säch­si­sche Schü­ler, lese ich, sei­en zwar in Sachen Bil­dung Spit­ze, aber bei der „Poli­ti­schen Bil­dung” lie­ge Sach­sen ganz hin­ten – Par­al­le­li­tät oder Kausalität?

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Die gül­ti­ge Maß­ein­heit für Gesin­del hat nichts mit Geld zu tun; auf der Gesin­del-Ska­la wird ein­zig Indo­lenz gemessen.

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Es mag Zufall sein, aber jedes­mal, wenn ich mich abends durch das TV-Pro­gramm zap­pe, läuft irgend­wo ein Film, der die „Wir schaf­fen das!”-Propaganda der Nazis verhöhnt.

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Apro­pos: Ein weit­läu­fi­ger Bekann­ter berich­tet, sei­ne Mut­ter habe ges­tern in Bre­men das Neu­jahrs­kon­zert besucht, wobei der Diri­gent „sich poli­tisch zu Fri­days for Future ein­ließ”. Sie habe dar­auf­hin spon­tan den Saal ver­las­sen und Streit mit ihrer Freun­din bekom­men. „Von drau­ßen hat sie star­ken Applaus für den Bei­trag gehört. Ihre Freun­din erzähl­te ihr, dass das älte­re Publi­kum wohl etwas betre­ten war, wohin­ge­gen die jün­ge­ren Leu­te laut­stark geklatscht hät­ten. Über Poli­tik wer­den die bei­den wohl nicht mehr spre­chen… Mei­ne Mut­ter (80) fühl­te sich an das Drit­te Reich erin­nert, wo die herr­schen­de Ideo­lo­gie auch alle Lebens­be­rei­che durch­drun­gen hat.”

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Wla­di­mir Putin, Trumps Stell­ver­tre­ter im Feuil­le­ton, macht der­zeit, wie man sagt, Schlag­zei­len im Zusam­men­hang mit der Bewer­tung des Hit­ler-Sta­lin-Pakts. Eine US-Diplo­ma­tin hat die Bin­se aus­ge­plau­dert, dass Sta­lin am Aus­bruch des Zwei­ten Welt­kriegs, sagen wir: nicht ganz unbe­tei­ligt war, was Wla­di­mir Wla­di­mi­ro­witsch bestrei­tet, denn der Sieg im Zwei­ten Welt­krieg über die bes­te Armee der dama­li­gen Welt ist für die Rus­sen unge­fähr das, was für den FC Liver­pool das 4:0 im Rück­spiel gegen Bar­ce­lo­na war; das lässt man sich nicht durch nach­träg­li­che Klug­schei­ßer, umstrit­te­ne Schieds­rich­ter­ta­ten, Video­be­wei­se etc. madig machen. Die deut­sche Pres­se hält sich dezent zurück, sogar mit der Mel­dung an sich, denn unse­re täg­li­che Schuld gib uns heu­te etc. pp. Ich gestat­te mir, Fol­gen­des klarzustellen: 

1. Im gehei­men Zusatz­pro­to­koll zum Hit­ler-Sta­lin-Pakt haben sich die bei­den Dik­ta­to­ren zur Tei­lung Polens ver­ab­re­det. Sta­lin war schlau genug, Hit­ler den Vor­tritt zu las­sen und alle Auf­merk­sam­keit bzw. Reak­tio­nen auf ihn zu len­ken. Frank­reich und Eng­land erklär­ten Deutsch­land sofort den Krieg; als Sta­lin 14 Tage spä­ter in Polen ein­mar­schier­te, schwie­gen die bei­den künf­ti­gen Ver­bün­de­ten von „Onkel Joe” diskret.

2. Die Sowjets hol­ten sich 1939 jene Gebie­te zurück, die Polen im pol­nisch-sowje­ti­schen Krieg 1919–1921 okku­piert hat­te. Frei­lich hat­ten die Rus­sen ihrer­seits den Polen die­se Gebie­te wäh­rend der drei pol­ni­schen Tei­lun­gen 1772–1795 weggenommen.

3. Die Rus­sen begrün­den ihren Ein­marsch heu­te damit, sie hät­ten sich nur ihr Land zurück­ge­holt und des­halb mit dem Aus­bruch des Zwei­ten Welt­kriegs nichts zu tun. Frei­lich besetz­te die Rote Armee danach auch das Bal­ti­kum (die Rus­sen wür­den auch hier sagen, sie hol­ten es sich zurück; das Bal­ti­kum war im des 18. Jahr­hun­dert vom Zaren­reich annek­tiert wor­den) und bra­chen einen Krieg gegen Finn­land vom Zaun.

4. 1941 ließ Sta­lin die größ­te Armee der Welt­ge­schich­te* an der sowje­tisch-deut­schen Gren­ze in offen­si­ver Dis­lo­zie­rung auf­mar­schie­ren. Ich schwö­re bei Gott oder Lenin: Aber nur um den Frie­den zu sichern, wie gegen­über sei­nen ande­ren Nachbarn.

* Was mei­nen Sie, war­um in fast allen hier­zu­lan­de erhält­li­chen Büchern über den Angriff der Wehr­macht auf die Sowjet­uni­on nur erwähnt wird, mit wie­viel Mann, Pan­zern, Flug­zeu­gen etc. die Deut­schen angrif­fen, aber nicht, was auf der ande­ren Sei­te stand?

PS und zurück in die Gegen­wart: Polen rüs­tet mas­siv auf, bald hat der Nach­bar mehr moder­ne Pan­zer als Frank­reich und ’schland zusam­men, schreibt die Welt. Die­se Hin­ter­wäld­ler glau­ben noch an Waf­fen, wo doch künf­ti­ge Krie­ge mora­lisch und durch Bunt­heit gewon­nen wer­den! (And­rer­seits: Aus heu­ti­ger Per­spek­ti­ve gewinnt der 1939 von pol­ni­schen Heiß­spor­nen erträum­te Marsch auf Ber­lin eine unge­ahn­te Plau­si­bi­li­tät; viel­leicht wer­den die Polen der­mal­einst in die deut­sche Haupt­stadt ein­rü­cken, um dort das christ­li­che Kreuz wie­der­auf­zu­rich­ten, nach­ei­fernd dem wacke­ren Sobieski…) 

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In der Ver­flu­chung der Bre­x­i­ti­ans durch Euro­kra­ten aller Coleur haben wir ledig­lich den Neid­hass derer zu erbli­cken, die vom sin­ken­den, wenn auch noch hell erleuch­te­ten Schiff auf die davon­ru­dern­de Besat­zung des Ret­tungs­boo­tes bli­cken und den Rude­rern ein paar schlech­te Wün­sche in Gestalt von Unwet­ter­pro­gno­sen hinterhersenden. 

Rule Bri­tan­nia! Pro­sit Neujahr! 

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Ich bin gebe­ten wor­den, die­se Ver­an­stal­tung anzu­kün­di­gen, und wenn mich ein Medi­um, das sich „Zeit­schrift für Kon­sens­stö­rung” nennt, um etwas bit­tet, dann… 

PS: Ha!

„Lie­ber Herr Klo­n­ovs­ky, das TUMULT FORUM, eine Lese- und Dis­kus­si­ons­rei­he mit Autoren der Vier­tel­jah­res­schrift TUMULT, hat in Dres­den zum zwei­ten Mal einen ver­ein­bar­ten Ver­an­stal­tungs­ort ver­lo­ren: einen Raum im Ling­ner­schloss. Am 9. Janu­ar soll­te Uwe Tell­kamp dort aus sei­nem gro­ßen neu­en Roman lesen, am 13. Febru­ar der His­to­ri­ker Egon Flaig aus sei­nem neu­en Buch ‚Was not­tut. Plä­doy­er für einen auf­ge­klär­ten Konservatismus’.

Heu­te Vor­mit­tag, sechs Tage vor dem ers­ten Ter­min, erhielt ich die fol­gen­de Mit­tei­lung der bei­den stell­ver­tre­ten­den Vor­stän­de des För­der­ver­eins Ling­ner­schloss: 
‚Hier­mit tei­len wir Ihnen mit, dass die von Ihnen beab­sich­tig­te Vor­trags­rei­he in unse­ren Räu­men nicht statt­fin­den kann. Nach unse­rer Über­zeu­gung und dem Neu­tra­li­täts­ge­bot des För­der­ver­eins Ling­ner­schloss ist Ihre beab­sich­tig­te Vor­trags­rei­he für unse­re Ein­rich­tung nicht geeig­net. Wir bit­ten Sie daher, auf Wer­bun­gen in unse­rem Namen zu ver­zich­ten. Alle kurz­fris­tig vor­ge­merk­ten Ter­mi­ne (unse­rer e‑Mail vom 20.12.20) ent­fal­len somit.’

Der für Ver­an­stal­tun­gen zustän­di­ge Mit­ar­bei­ter des För­der­ver­eins hat­te mir am 20. Dezem­ber mit­ge­teilt: ‚Ich habe die o.g. Ter­mi­ne (sechs Ter­mi­ne im ers­ten Halb­jahr 2020 – F. Bö.) für Sie reser­viert. Wie am 20.12.2019 vor Ort bespro­chen, sen­de ich Ihnen Ver­trag und Rech­nung Anfang Janu­ar 2020.‚
Beson­ders merk­wür­dig mutet es an, dass bel­le­tris­ti­sche Wer­ke unter ein ‚Neu­tra­li­täts­ge­bot’ fal­len kön­nen. Und tat­säch­lich ist die Lesung Uwe Tell­kamps bereits über vie­le Medi­en sowie über Blogs und Platt­for­men des Inter­nets ange­kün­digt worden.

Ende Novem­ber hat­ten wir einen Ende Okto­ber ver­ein­bar­ten Ver­an­stal­tungs­ort ver­lo­ren: den Pia­no Salon im Cosel­pa­lais neben der Frauenkirche.

Fazit: Die vor­ei­len­de Unter­wer­fungs­be­reit­schaft gegen­über dem Droh­po­ten­zi­al ‚lin­ker’ Grup­pen bezie­hungs­wei­se soge­nann­ter ‚Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten’ hat – auch in Dres­den – gro­tes­ke Aus­ma­ße angenommen.

Inspi­ra­ti­on und Gelas­sen­heit im neu­en Jahr wünscht
mit unver­dros­se­nen Grü­ßen
Ihr
Frank Böckel­mann”

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