1. Februar 2020

Heu­te Nacht haben die Bri­ten die EU ver­las­sen. Eng­land ist frei, und die fei­len Skla­ven­see­len toben – sie­he auch hier – (wie sich die Pro­pa­gan­da damals und heu­te ähnelt):

stegnervichypropaganda

(Ich dan­ke Leser *** für die rei­zen­de Gegenüberstellung.)

Zum sel­ben The­ma und aus der Rei­he „Ihre GEZ-Gebüh­ren bei der Arbeit”:

Eat this

                                 ***

Eine pikan­te und vor allem unter­halt­sa­me Ent­wick­lung nimmt der Fall des Lin­ken-Nach­wuchs­po­li­ti­kers Tom Rad­tke. Der Teen­ager hat­te den CO2-Aus­stoß zum „Kli­ma-Holo­caust” nobi­li­tiert (Acta vom 29. Janu­ar) und damit auch unter Genos­sen und ande­ren Hüp­fern gewis­se einst­wei­len noch gül­ti­ge Tabus gebro­chen, wor­auf­hin sich jene, also die Hüp­fer und Genos­sen, nicht die Tabus, von ihm distan­zier­ten. Stracks leg­te der Bub nach, droh­te mit Ent­hül­lun­gen über pädo­phi­le, ja päd­eras­ti­sche Vor­fäl­le („dre­cki­ge Geheim­nis­se”) inner­halb der „Fri­day for Future”-Gang Ham­burg und twit­ter­te zudem, ein Ham­bur­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter möge „auf­pas­sen, sonst ergeht es ihm wie sei­nem ehe­ma­li­gen Frak­ti­ons­kol­le­gen Edathy”; er, Rad­tke, ken­ne die „Namen eini­ger sei­ner Opfer”. 

Dar­auf­hin wur­de ein sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Schrei­hals unruhig:

Kahrsfick

Sieh an, der Herr Kahrs. Da es unstatt­haft ist, die Phy­sio­gno­mie zu den Ankla­ge­un­ter­la­gen zu neh­men (wie es wei­land Mira­beau zu sei­ner Selbst­ent­las­tung vor­schlug), muss hier ein Ver­weis auf einen Arti­kel in der FAZ vom April 2009 hin­rei­chen, wo über das Frücht­chen zu lesen ist:

„Um Leu­te zu fin­den, die ihm erge­ben sind, baut er Ende der neun­zi­ger Jah­re eine Juso-Orga­ni­sa­ti­on mit ganz jun­gen Leu­ten auf. Sie sind 15, 16 Jah­re alt. Wer sich für die SPD inter­es­siert, wird zur Schü­ler-Juso-Grup­pe ein­ge­la­den. Die trifft sich im drit­ten Stock des Kurt-Schu­ma­cher-Hau­ses, gleich neben dem Büro von Kahrs. Wer zum ers­ten Mal dabei ist, wird von einem der Erfah­re­nen ange­spro­chen, ob er das nächs­te Mal wie­der­kom­me. Wer nicht wie­der­kommt, wird ange­ru­fen, zum Kaf­fee ein­ge­la­den. Nach weni­gen Tref­fen wird ein Prak­ti­kum im Büro von Kahrs ange­bo­ten. Man­che kön­nen zum Prak­ti­kum nach Ber­lin gehen, in der Woh­nung des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten über­nach­ten. Die Rei­se nach Ber­lin ist für 15, 16 Jah­re alte Jugend­li­che eine reiz­vol­le Erfah­rung. Man­cher ist nach weni­gen Wochen im Vor­stand der Schü­ler-Jusos. Wei­te­re Kar­rie­re­schrit­te, etwa der Juso-Kreis­vor­stand, wer­den in Aus­sicht gestellt für die, die neue Leu­te werben.”

Und:

„Auch Stra­te­gen machen Feh­ler. Kahrs macht einen gro­ßen 1992. Die damals 22 Jah­re alte Sil­ke Dose, lin­ke Geg­ne­rin von Kahrs im Ham­bur­ger Juso-Vor­stand, erhält nachts anony­me Anru­fe, in denen der Anru­fer teils auf­legt, teils schweigt oder sie mit Sät­zen wie ‚Ich krieg dich, du Schlam­pe’ bedroht. Die jun­ge Frau bean­tragt eine Fang­schal­tung. Im Mai 1992 tappt der damals 28 Jah­re alte Kahrs zwei­mal in die Fal­le, als er gegen drei Uhr mor­gens sei­nen Tele­fon­ter­ror aus­übt. (…) Im August 1992 for­dern 50 in Ham­burg bekann­te Sozi­al­de­mo­kra­ten Kahrs auf, von sämt­li­chen Ämtern zurück­zu­tre­ten und sei­nen Ver­bleib in der SPD zu über­den­ken. Doch die Affä­re ver­läuft im Sand. ‚Völ­lig furcht­los kann er Men­schen ein­schüch­tern’, sagt ein bekann­ter Ham­bur­ger Sozi­al­de­mo­krat über Kahrs.”

Das ist der Typ, der heu­te im Bun­des­tag die „rechts­ra­di­ka­len AfD-Arsch­lö­cher” beschimpft – von „hei­ßen Ärschen” ver­steht er was – und die Oppo­si­ti­on ver­bie­ten las­sen möch­te. Wie man am Bei­spiel der Her­ren Fried­man und Edathy stu­die­ren konn­te, nei­gen gera­de cha­rak­ter­ver­gam­mel­te Figu­ren aus wahr­schein­lich halb- oder unter­be­wuss­ten Kom­pen­sa­ti­ons­grün­den zur exal­tiert ten­denz­kon­for­men poli­ti­schen Zei­ge­fing­erwe­de­lei, und der Oppo­si­ti­ons­be­spei­er Kahrs wür­de ja zumin­dest habi­tu­ell in die­se Gale­rie pas­sen wie Krenz ins Politbüro.

PS: 
Tom1

Tom2 

Ob da viel­leicht gera­de ein A… auf Grund­eis geht?

                                  ***

Aus der Serie Neue Begrif­fe: „Ther­mo­kra­tie” (Leser ***).

                                 ***

 
Leser *** teilt mir mit, er habe in den Acta diur­na eine Stel­lung­nah­me zu Alex­an­der Gau­lands „Steu­er­an­ge­le­gen­heit” vermisst:
 
„Sie und die AfD monie­ren doch zu Recht, dass die Medi­en über Straf­ta­ten von Aus­län­dern nur sehr spär­lich berich­ten. Hier hät­te die AfD ein­mal zei­gen kön­nen, wie man offen und ehr­lich mit einer – mut­maß­lich – began­ge­nen Straf­tat medi­al umgeht. Sie schüt­zen Ihren Kli­en­ten und die links­grü­nen Medi­en schüt­zen ihr Kli­en­tel. Wo ist der Unterschied?”

Davon abge­se­hen, dass hier ein pri­va­tes, sach­li­ches, aus­ge­wo­ge­nes, bun­des­prä­si­den­ten­haft objek­ti­ves, exzes­siv neu­tra­les Netz­ta­ge­buch mit einer Par­tei­ver­laut­ba­rungs­in­stanz ver­wech­selt wird, sind rus­ti­ka­le Straf­ta­ten gegen Leib und Leben doch etwas ande­res als ein Feh­ler in der Steu­er­erklä­rung – zu schwei­gen von der unsitt­li­chen Höhe und oft­mals ver­nunft­wid­ri­gen Ver­wen­dung der Steu­ern. Ich gestat­te mir, mit Joa­chim Stein­hö­fel zu antworten:

Steuerfehler

Apro­pos Ver­wen­dung der Steu­ern: „Die Bun­des­re­gie­rung hat im ver­gan­ge­nen Jahr mehr als eine hal­be Mil­li­ar­de Euro für exter­ne Bera­ter aus­ge­ge­ben. Das geht aus Ant­wor­ten des Finanz­mi­nis­te­ri­ums auf Anfra­gen des Lin­ken-Abge­ord­ne­ten Mat­thi­as Höhn her­vor”, mel­det das Han­dels­blatt. Und dann regen sich Regie­rungs­po­li­ti­ker dar­über auf, dass ihr Anse­hen in der Bevöl­ke­rung immer schlech­ter wird. 

Und die Recher­cheu­re in den Qua­li­täts­me­di­en, die sich peni­bel mit der Her­kunft von AfD-Spen­den in immer­hin sechs­stel­li­ger Höhe beschäf­ti­gen, haben für die Ver­pul­ver­ung sie­ben- bis neun­stel­li­ger Beträ­ge an womög­li­che oder wahr­schein­li­che Vet­tern und Günst­lin­ge der Regie­rung kei­ne frei­en Kapa­zi­tä­ten mehr.

                                 ***

Die reprä­sen­ta­ti­ve Demo­kra­tie ver­hält sich zur Demo­kra­tie wie die Cana­il­lok­ra­tie zur Och­lok­ra­tie.
(Kopie­ren und melden!)

                                 ***

Jugend forscht:

Kinderrrrr

 
Nicht alle Men­schen, die nicht schwan­ger wer­den, haben kei­ne Gebär­mut­ter. Der Kör­per einer Per­son sagt nichts über ihr Gehirn aus.
 

                                 ***

Wie­der­vor­la­ge: Clau­di Roth von den Grü­nen, also der Trup­pe, die das Wort „Alt­par­tei­en” erfun­den hat, die sel­ber im TV-Inter­view von „Alt­par­tei­en” sprach, wirft als Bun­des­tags­prä­si­den­tin dem AfD-Abge­ord­ne­ten Jür­gen Braun vor, er habe „Alt­par­tei­en” gesagt, einen Begriff „aus der dun­kels­ten Geschich­te”, einen Goe­b­bels-Begriff… – Ich fra­ge mich, war­um die­ses köst­li­che Video, in wel­chem sich die dum­me Ver­lo­gen­heit die­ser Per­son in nicht ein­mal einer Minu­te voll­endet offen­bart, so sel­ten ange­klickt wurde.

Hit­ler, Goe­b­bels et al. sprach übri­gens immer von „Sys­tem­par­tei­en”. Von „Alt­par­tei­en” ist indes und wahr­schein­lich erst­mals in der jün­ge­ren BRD-Par­tei­en­land­schaft die Rede in der Prä­am­bel des 1987er Bun­des­tags­wahl­pro­gramms der Grü­nen. Dort lau­tet gleich der ers­te Satz: „2,2 Mil­lio­nen Bundesbürger/innen haben am 6. März 1983 dafür gesorgt, daß im Bun­des­tag eine wirk­li­che Oppo­si­ti­ons­par­tei ver­tre­ten ist, die grund­le­gen­de Alter­na­ti­ve zum zer­stö­re­ri­schen Kurs der Alt­par­tei­en zu bie­ten hat: Die Par­tei DIE GRÜNEN.” Damals bereits mit von der Par­tie: Frau Roth.

                                 ***

Drei Bemer­kun­gen pro domo. Eins: Die Monats­end­fi­gur wird eben­so abge­schafft wie Deutsch­land und der an jedem Monats­en­de umge­hen­de Klin­gel­beu­tel (also der Klin­gel­beu­tel ist noch da, aber der peri­odisch wie­der­keh­ren­de Hin­weis auf sei­ne Exis­tenz endet).

Zwei (und damit zusam­men­hän­gend): Dem klei­nen Eck­la­den steht eine Reno­vie­rung bevor, über die ich die Kund­schaft nicht recht­zei­tig infor­mie­ren wer­de, weil sie mich wahr­schein­lich sel­ber über­ra­schen wird.

Drei: Ja, es wird auch einen sechs­ten Band der Acta diur­na als gedruck­tes Buch geben, ich bin gera­de am Zusammenstreichen. 

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