28. Februar 2020

Wenn das Coro­na-Virus so wei­ter­macht, lässt am Ende noch die zivil­ge­sell­schaft­li­che Wach­sam­keit gegen den Rechts­po­pu­lis­mus nach. Zum Höcke! 

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Ich habe ein­mal geschrie­ben: Wenn ein Geist so reich ist, dass er mich beschenkt, erlischt in mir jeder Neid. Ich soll­te noch hin­zu­fü­gen: Wenn ein Geist so arm ist, dass er buch­stäb­lich nichts Eige­nes anzu­bie­ten hat (aber den­noch sei­nen Gel­tungs­drang nicht bezäh­men kann), erlischt in mir jede Missgunst.

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Auf die Jedi-Rit­ter müs­sen wir wohl noch ein Weil­chen war­ten, aber die IM keh­ren end­lich zurück:

Stasidierückkehr

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Bei einem Vor­trag in klei­ner Run­de spricht der Ost­eu­ro­pa-His­to­ri­ker Jörg Babe­row­ski über die Bedeu­tung Niki­ta Chruscht­schows für die Ent­sta­li­ni­sie­rung der Sowjet­uni­on. Nament­lich sei­ne soge­nann­te Geheim­re­de sei ein unge­heu­er­li­cher, his­to­risch sin­gu­lä­rer Vor­gang gewe­sen, denn da habe ein Täter vor ande­ren Tätern über ihre gemein­sa­men Ver­bre­chen gespro­chen und mit ihnen abge­rech­net. Babe­row­ski fin­det auch eine prä­gnan­te For­mel zur Erklä­rung, wel­che enor­me Rol­le der Sieg im Krieg gegen Deutsch­land für die natio­na­le Iden­ti­tät der UdSSR damals und heu­te Russ­lands spielt: Die Gesell­schaft war nach Sta­lins Tod gespal­ten in Täter und Opfer. Aber sie konn­ten sich gemein­sam als Sie­ger füh­len. Die Opfer konn­ten Sie­ger sein – ein Ange­bot, das sich nicht ableh­nen lässt.

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„Sie schrei­ben zur­zeit ein Buch, in dem Sie auch auf die poli­ti­sche Situa­ti­on in Deutsch­land ein­ge­hen. Was ist die The­se?”
„Dar­win schlägt Kant.”

Frank Urba­ni­ok, deutsch-schwei­ze­ri­scher foren­si­scher Psych­ia­ter und lang­jäh­ri­ger Chef­arzt des Psych­ia­trisch-Psy­cho­lo­gi­schen Diens­tes Zürich, im Inter­view in der aktu­el­len Welt­wo­che

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Vor­schlag zur Güte, BKA! Als soge­nann­ter Zwi­schen­schritt auf dem Weg in eine gen­der­ge­rech­te Kri­mi­nal­sta­tis­tik soll­te künf­tig wenigs­tens fol­gern­der­ma­ßen auf­ge­schlüs­selt werden:

Tötungs­de­lik­te m/w/d

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Wie jeder treue Kun­de der Wahr­heits- und Qua­li­täts­me­di­en weiß, ist Neu­fünf­land fest in den Hän­den von gewalt­tä­ti­gen Dun­kel­deut­schen, gera­de auch der wil­de Nor­den. In Schwe­rin ist nun der aus Ber­lin stam­men­de Boxer Abud Abu Lub­deh von drei­en die­ser Ker­le beschimpft und in eine Schlä­ge­rei ver­wi­ckelt wor­den. Der Halb­schwer­ge­wicht­ler paläs­ti­nen­si­scher Abkunft weil­te dort im Rah­men eines Trainingsaufenthaltes.

Ber­lins Box­prä­si­dent Hans-Peter Mies­ner sag­te: „Abud woll­te sich in einer Trai­nings-Pau­se auf dem Mari­en­platz etwas kau­fen und trug sei­ne Natio­nal­mann­schafts­ja­cke mit der Auf­schrift ‚Deutsch­land‘. Er wur­de von drei Syrern als ‚Scheiß Deut­scher‘ belei­digt. Es kam zur Prügelei.”

Das muss man sich min­des­tens zwei­mal ver­ab­rei­chen: In einer Welt­ge­gend, in die sich Aus­län­der angeb­lich aus Angst vor ein­ge­bo­re­nen Frem­den­fein­den nicht hin­ein­trau­en, wird ein Boxer – Halb­schwer­ge­wicht reicht von 75 bis 81 Kilo, die kön­nen rich­tig zuhau­en – von drei Schutz­fle­hen­den ange­grif­fen, weil er eine Trai­nings­ja­cke mit der Auf­schrift „Deutsch­land” trägt und als „Scheiß-Deut­scher” beschimpft. Was mag für eine Men­ta­li­tät dahin­ter­ste­cken? Ich habe es hier schon mehr­fach beschrie­ben: Es ist die schie­re Ver­ach­tung. Das Land, das sie auf­nimmt und ali­men­tiert, ist für sol­che Buben ein Beu­te­ge­biet, die Bewoh­ner sind Idio­ten, die sie finan­zie­ren und ihnen alles nach­se­hen, und Schwäch­lin­ge, die sich als Aggres­si­ons­ob­jek­te anbieten. 

Zwei der Syrer flüch­te­ten, der drit­te wur­de vor­läu­fig fest­ge­nom­men. „Der 20-jäh­ri­ge Mann ist ein­schlä­gig vor­be­straft. Gegen ihn wur­de bereits in mehr als 20 Sach­ver­hal­ten ermittelt.”

Man muss sich wie immer den umge­kehr­ten Fall vor­stel­len: Drei Deut­sche gehen in irgend­ei­nem ara­bi­schen Land auf einen Sport­ler los, weil der das Natio­nal­tri­kot trägt, beschimp­fen ihn als Scheiß-Syrer, Scheiß-Marok­ka­ner oder was auch immer, und einer der drei ist vor­her schon 20mal straf­fäl­lig gewor­den, befin­det sich aber den­noch auf frei­em Fuß.

Geht nicht? Eben.

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Je offe­ner sich die­se Gesell­schaft gibt, des­to ver­steck­ter wird sie mani­pu­liert:

„The stu­dy has found that, out of the 100 jud­ges who have ser­ved on the bench of the Euro­pean Court of Human Rights in the peri­od 2009–2019, near­ly a quar­ter (22) have strong links to Geor­ge Soros’ Open Socie­ty Foun­da­ti­on or to NGOs like Amnes­ty Inter­na­tio­nal and others which are fun­ded by it. Human Rights Watch, for instance, has recei­ved $100 mil­li­on from the Open Socie­ty Foun­da­ti­on sin­ce 2010.” 

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Beim War­ten in der Bahn­hofs­buch­hand­lung stieß ich in einer Zeit­schrift auf die­ses Foto aus den gro­ßen Tagen der Ahnen von Kevin Küh­nert, Kat­ja Kip­ping und Bodo Rameljow:

DDDDDDDDR

Eines muss man den DDR-Kom­mu­nis­ten zubil­li­gen: Von Marx ver­stan­den sie was.

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Es muss hei­ßen: die Kin­der- und Haus­mär­chen der Geschwis­ter Grimm.

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Ges­tern unter­hiel­ten Orit Arfa und der Betrei­ber des klei­nen Eck­la­dens ein Audi­to­ri­um im Sit­zungs­saal des Land­ta­ges von NRW. Gela­den hat­te die Land­tags­frak­ti­on der Schwe­fel­par­tei. Das Mot­to des Abends sehen Sie im Hin­ter­grund; die Podi­um­s­her­um­sit­zer bzw. Red­ner dar­un­ter; ein Video­mit­schnitt wird irgend­wann, so Gott will, online gehen.

Israelbild

Düsseldorf 2702

Die Ver­an­stal­tung begann übri­gens mit einer Schwei­ge­mi­nu­te für die Opfer des Amok­läu­fers in Hanau. Medi­en­ver­tre­ter waren natur­ge­mäß nicht anwe­send; wie Sven Trit­sch­ler, der stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der AfD im deut­schen Gaza­strei­fen, in sei­ner Mode­ra­ti­on lau­nig fest­stell­te, könn­ten die Red­ner auch alle­samt in Unter­wä­sche auf­tre­ten, bei die­sem The­ma wer­de kein Jour­na­list berich­ten, das mache ja das gan­ze schö­ne AfD-Framing kaputt. 

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Unter­hal­tung mit einem aus Char­kow stam­men­den Juden. Beim Gespräch dar­über, wann die Wehr­macht Char­kow ein­ge­nom­men, wie­der ver­lo­ren, zurück­er­obert und schließ­lich end­gül­tig ver­lo­ren hat, offen­bart er leich­te Lücken. Er ken­ne sich in der Geschich­te des Zwei­ten Welt­kriegs nicht beson­ders gut aus, erklärt er; am liebs­ten sei­en ihm Krie­ge, die nur sechs Tage dauern. 

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Ein Bos­ni­er – oder sagt man: Bos­nia­ke?, jeden­falls ein aus Bos­ni­en stam­men­der Mensch* – erzählt im Anschluss einen Witz (also streng­ge­nom­men erzähl­te er einen nach dem ande­ren, aber den habe ich mir gemerkt): 

In isla­mi­schen Län­dern müs­sen die Frau­en in der Regel hin­ter den Män­nern gehen. Nur in Bos­ni­en sei das anders, da müss­ten sie vor den Män­nern lau­fen. Warum?

Wegen der Landminen.

???

* Sofort erfolgt Beleh­rung: Bos­nia­ken sind mus­li­mi­sche Bos­ni­er, und Bos­ni­er sind alle, die aus dem Gebiet stam­men, also auch bos­ni­sche Kroa­ten, bos­ni­sche Ser­ben und bos­ni­sche Juden. Und der Wit­ze­er­zäh­ler sei ein bos­ni­scher Kroate.

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