8. Februar 2020

Geht doch:

Facebooktrödeltnicht

Face­book trö­delt nicht und hat mei­ne Sei­te gesperrt. Der Grund: Ich habe zwei­mal den Namen „Mar­tin Sell­ner” geschrie­ben. Sie sper­ren für die Erwäh­nung eines Namens ohne jeden Kon­text. He who must not be named. (Ich weiß sel­ber, dass ich kla­gen soll­te; schaun mer mal.)

PS: Also nicht dass Sie glau­ben, ich hät­te mir irgend­wann eine Face­book-Sei­te geschaf­fen, das tat wei­land ein Ver­eh­rer mei­ner Schreib­küns­te, indem er recht will­kür­lich Sachen von mir hin­ein­ko­pier­te, und da die Sei­te den Ein­druck erweck­te, sie stam­me von mir, rück­te ich nolens volens in die vor­be­rei­te­te Stel­lung ein, ver­lor aber bald den Geschmack dar­an und mach­te die Bude dicht. So stand sie denn seit ca. zwei Jah­ren online, und es ist mir recht, wenn sie von Face­book gelöscht wird. Ich lege kei­nen Wert auf einen Stell­platz auf die­sem Jahr­markt, und nun, da die Ver­wal­tung tota­li­tär wird, erst recht nicht.

Lie­ber neben Sell­ner am Pran­ger als dort gelitten.

                                 *** 

Freund­li­che Men­schen schi­cken mir unent­wegt Fund­stü­cke aus ihren Net­zen zu. Etwa dies:

Dreitigkanzler

Guterhirte

Der Raus­schmiss des guten Hir­ten dür­fe aber nur ein Anfang sein, for­dert lüs­tern ein klei­ner Sozi­al­adolf namens Kevin, sei­nen frü­he­ren Ent­eig­nungs­phan­ta­sien nun noch Säu­be­rungs­tag­träu­me hinzusabbernd:

Kevinskühn

 
Ich weiß nicht, wer so etwas wählt. Ich weiß nur, wer so etwas als Kan­di­da­ten auf­stellt. Aber das Publi­kum fällt das pas­sen­de Urteil.

                                 ***

Ronny

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Auch schön:

SEDNSDAP

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Was in Thü­rin­gen pas­siert ist, fin­det sich treff­lich vor­for­mu­liert in Tol­ki­ens „Herr der Rin­ge”, Teil drei, wo der Hexen­kö­nig von Angmar spricht: 

„Kom­me nicht zwi­schen die Kar­tell­par­tei­en und ihre Beute!” 

Das ist die Lek­ti­on, die Tho­mas Kem­me­rich ler­nen muss­te, der im Hand­um­dre­hen vom Otto-Nor­mal-Frei­de­mo­kra­ten zum Nazi-Steig­bü­gel­hal­ter und zur Unper­son nobi­li­tiert, mit Belei­di­gun­gen, Dro­hun­gen und Erpres­sun­gen über­schüt­tet wur­de, sei­ne poli­ti­sche, beruf­li­che, über­haupt sozia­le Exis­tenz aufs Spiel gesetzt sah und des­sen Kin­der mit Per­so­nen­schüt­zern in die Schu­le gehen muss­ten (der­glei­chen erle­ben AfD­ler übri­gens ganz­jäh­rig). Kom­me nicht zwi­schen die Fas­sa­den­de­mo­kra­ten und ihre Beu­te!, rief es aus rasch orches­trier­ten „Spon­tan­de­mons­tra­tio­nen”, in deren Hin­ter­grund das Rumo­ren der Neo­fa erklang. (Wie Éowyn konn­te Kem­me­rich zwar ant­wor­ten: „Ich bin kein Mann!”, aber schwert­los, mut­los, rück­grat­los, galgenhumorlos.)

Und nie­mals ver­ges­sen: 1989 war Hel­mut Kohl der Björn Höcke der Lin­ken und der Medi­en. Sie wer­den uns immer einen Nazi vor­set­zen, vor dem sie das Land zu schüt­zen ver­spre­chen, wäh­rend sie den nächs­ten Sozia­lis­mus vorbereiten. 

Tho­mas Schmid, bis zu den Haar­spit­zen in der 1968er Mari­na­de ein­ge­legt und bis in die Band­schei­ben­schä­den von ihr durch­säu­ert, in der Welt: „Das gan­ze Manö­ver von FDP und CDU war von kei­ner ein­zi­gen zukunfts­wei­sen­den Idee getrie­ben, son­dern nur von einem abge­stan­de­nen, aus der Zeit gefal­le­nen Antikommunismus.”

Die­ser Bra­ten­rie­cher­ver­ein nann­te sich mal bür­ger­li­che Presse.

                                    ***

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(Bernd Zel­ler)

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