9. März 2020

Ges­tern war der 8. März, und die Fra­ge aller Fra­gen lau­te­te: „Soll­te ich als Frau Rosen am Welt­frau­en­tag ableh­nen?” Eine teils for­sche, teils sogar for­schen­de Sozi­al­psy­cho­lo­gin erteil­te dem Maga­zin jetzt dar­über Auskunft:

„Das liegt ganz an der jewei­li­gen Frau.”

Stimmt. Gera­de aus Sicht des Rosenkavaliers.

„Wenn sie die Blu­men in die­sem Moment als sexis­ti­sches Sym­bol ver­steht, soll­ten sie auf jeden Fall abge­lehnt wer­den. Ist es jedoch eine star­ke, selbst­be­wuss­te Frau, die eine Strauß als Aus­zeich­nung für ihre Tätig­kei­ten auf­fasst, dann soll­te die­ser ange­nom­men werden.”

Die Blu­men gibt es immer als Aus­zeich­nung für ihre Tätig­kei­ten. Wofür denn sonst?

„Wür­de mei­ne Che­fin mir bei­spiels­wei­se Blu­men als Zei­chen ihrer Aner­ken­nung geben, wür­de ich die­se annehmen.”

Die Che­fin, die der Unter­ge­be­nen Blu­men schenkt, hät­te sogar sel­ber wel­che ver­dient. Aber den Blu­men­han­del wür­den die War­te­zei­ten in den Ruin treiben.

„Jedoch wer­den Geschen­ke am Welt­frau­en­tag von den Sender*innen noch all­zu oft mit den weib­li­chen Ste­reo­ty­pe wie weich, zart und schutz­be­dürf­tig verbunden.”

Nun geht aber alles durch­ein­an­der. Sender*innen? Also es gibt Frau­en, die am Welt­frau­en­tag ande­re Mai­den mit ihren Geschen­ken auf weib­li­che Ste­reo­ty­pe redu­zie­ren? Ist die­se Behaup­tung nicht min­des­tens les­bo­phob, also prak­tisch kreuz­wei­se frauenfeindlich?

„Ganz klar gilt, wenn ich die Ges­te als nega­tiv emp­fin­de, soll­te sie abge­lehnt werden!”

Das gilt immer, galt immer und wird immer gelten.

„Ich fra­ge mich eher, ob Blu­men die rich­ti­ge Wahl sind? War­um bekom­men Män­ner immer Bier geschenkt und Frau­en Rosen? Hier zeigt sich eine enor­me geschlechts­spe­zi­fi­sche Prägung.”

Und des­halb schenkt der moder­ne sen­si­ble Mann sei­ner Frau am 8. März eine Kis­te Bier.

***

Noch zum Vorigen:

being feminin

                                 ***

Immer noch zum Vorigen:

vivalavulva

 

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Ich möge nicht dau­ernd unter­stel­len, die DDR keh­re auf Tau­ben­fü­ßen zurück, emp­feh­len mir in peri­odi­schen Abstän­den Leu­te, die das real­so­zia­lis­ti­sche Arbei­ter- und Bau­ern­pa­ra­dies gar nicht erle­ben durf­ten, und sie emp­feh­len es meis­tens mit einem bösen, ja dro­hen­den Unter­ton – wenn­gleich nicht so glaub­wür­dig dro­hend wie etwa ein from­mer Din­gens, der aus­ruft: „Wenn du noch ein­mal behaup­test, mei­ne Reli­gi­on sei aggres­siv, bring’ ich dich um!” –, und so will ich heu­te in mich gehen und mich zurück­zie­hen auf die Behaup­tung: Alles ist gut, ein­zig und allein der DDR-Humor kehrt wieder…

Zonengrenze

***

Nie­mand hat die Absicht, die DDR zu reanimieren!

FDJ Zwicke

(Mehr hier.)

Vor­an­ge­stell­ter Ein­schub bzw. update vom 12. März: Ein Leser meint, der nach­fol­gen­de Tweet von Frau Kip­ping sei eine Fäl­schung, er kön­ne ihn auf ihrem Account nicht fin­den. Ich habe eben ver­sucht, mich durch­zu­scrol­len, aber bei der Fre­quenz, mit wel­cher die Hol­de ihren Senf abson­dert, müss­te ich bis mor­gen scrol­len, um zum Febru­ar 2017 zu gelan­gen. Das wei­ter­ge­lei­te­te Ori­gi­nal sieht übri­gens so aus, ist also kein Fake:

Linksjugend kipping

Indes: Sogar, wenn es sich bei der geteil­ten Ver­si­on um einen Fake han­del­te, so wäre es immer­hin einer, der die Ansich­ten die­ser Dame ziem­lich exakt wie­der­gibt. – Eben hat sie eine Gra­tis-Bahn­card für jeder­mann und Zutritt zur Ers­ten Klas­se für alle gefor­dert; aber es gibt nichts auf der Welt „gra­tis”, son­dern es muss dann halt ein ande­rer bezah­len, der meis­tens gar nicht will, also s. u.:

Einteignungskatja

Ob die won­ni­ge Maid wenigs­tens ahnt, dass die­se Leu­te Aber­tau­sen­de Arbeits­plät­ze geschaf­fen und Men­schen zu Wohl­stand ver­hol­fen haben, von deren Steu­ern unter ande­rem auch eine Nichts­nutzin wie sie, Kip­ping, lebt?

PS: „Ergän­zend zu dem von Frau Kip­ping ver­brei­te­ten Blöd­sinn, die zehn reichs­ten Deut­schen könn­ten doch für die Flücht­lings­kos­ten auf­kom­men, könn­ten Sie viel­leicht erwäh­nen, dass deren Geld dann Ende 2018 bereits ‚alle, alle’ gewe­sen wäre. Von den Neben­wir­kun­gen, dass deren Ver­mö­gen – bestehend aus Unter­neh­mens­be­tei­li­gun­gen und ande­ren Anla­gen – zunächst ein­mal hät­te liqui­diert wer­den müs­sen, ein­mal abge­se­hen. Denn wenn allein auf Bun­des­ebe­ne pro Jahr 50Mrd. EUR für Flücht­ling ‚abfal­len’, reicht der dar­ge­stell­te, kom­mu­nis­ti­sche Fol­ter­auf­ruf rein rech­ne­risch für drei Jah­re und zwei­ein­halb Monate.
Die Vor­stel­lung der Lin­ken, dass jemand oder eine Fami­lie, die bei For­bes (oder wo auch immer) mit einem Ver­mö­gen von 20 Mrd. EUR gelis­tet ist, die­sen Betrag mal eben ‚cash-on-hand’ hat, ist so lächer­lich wie offen­bar gefährlich.”
(Leser ***)

***

„Links­ex­tre­mis­ti­sche Par­tei darf Lenin-Sta­tue in Gel­sen­kir­chen auf­stel­len”, mel­det der­weil die Pres­se. Ja war­um denn nicht? Irgend­wo­hin muss die Gegen­sei­te doch die Haken­kreu­ze guten Gewis­sens und im Bewusst­sein his­to­risch-kau­sa­ler Legi­ti­mi­tät sprü­hen können!

***

Nein, wirk­lich nie­mand hat die Absicht, die DDR wie­der­zu­be­le­ben. Es geht nur um Ver­ge­sell­schaf­tung und Öko-Sozia­lis­mus. Der Unter­schied zu dem Irren von Hanau besteht dar­in, dass sie – noch – nicht schießen.

***

Ein FAZ-Redak­teur bekommt einen Anruf. Ein Stu­dent hat ein paar Fra­gen für sei­ne Bache­lor-Arbeit im Fach Journalismus.

„Der freund­li­che Inter­view­er woll­te wis­sen, ob es denn rich­tig sei, dass wir für gewis­se Arti­kel im Inter­net Geld ver­lan­gen. Er sei auf unse­rer Web­site gewe­sen und habe nicht alles lesen kön­nen. Was denn dar­an falsch sei, bekam er dar­auf­hin als Gegen­fra­ge. Jour­na­lis­ti­sche Arbeit habe ihren Preis, genau wie ein Bröt­chen beim Bäcker oder Nudeln im Super­markt. Der Stu­dent ver­stand das nicht. Es schien, als sei ihm eine staat­li­che Finan­zie­rung lie­ber, wenn die Men­schen dafür alle Inhal­te kos­ten­los bekä­men. Jour­na­lis­ti­sche Unab­hän­gig­keit und ein kri­ti­scher Blick auf die staat­li­chen Akteu­re? War ihm offen­bar nicht so wichtig.

Als nächs­tes woll­te der Stu­dent wis­sen, ob das The­ma Nach­hal­tig­keit nicht im Pres­se­ko­dex ver­an­kert wer­den soll­te. Ob Jour­na­lis­ten also ermahnt oder ver­pflich­tet wer­den soll­ten, häu­fig und vor allem posi­tiv über Kli­ma­schutz und ver­gleich­ba­re The­men zu berich­ten. Beden­ken, dass eine sol­che Vor­ga­be mit der Pres­se­frei­heit kol­li­die­ren wür­de, hat­te der Fra­ge­stel­ler wohl nicht.

Dem Stu­den­ten, der am Ende sag­te, er sei auch frei­er Mit­ar­bei­ter für den WDR, schien aber vor allem eins wich­tig zu sein: dass über das in sei­nen Augen Rich­ti­ge aus­rei­chend und posi­tiv berich­tet wird. (…) So ein Gespräch macht nach­denk­lich und ein biss­chen rat­los. Und zwar vor allem, weil sich das Gefühl erhär­tet, der ange­hen­de Jour­na­list steht mit sei­ner Gesin­nung nicht allei­ne da.”

Aber ich sag­te doch: Nie­mand hat die Absicht…

***

Irgend­wie noch zum Vori­gen. Unter dem sol­cher­art anmo­de­rier­ten taz-Arti­kel:

tazzzz

… folgt die­ser Appendix:

tazumsonst

Fin­de den Fehler!

(Die Lösung lau­tet: Die taz wäre bereit, bei direk­ter Finan­zie­rung aus Steu­er­mit­teln auf die ner­ven­de Bet­te­lei zu verzichten.)

***

Ver­ges­sen wir bei all­dem nicht das The­ma Nr. 1!

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Dar­aus folgt z. B. Fol­gen­des: „Ein (grie­chi­scher – M.K.) Poli­zist schil­der­te uns sei­nen Frust: Über Migran­ten, die Frau­en beläs­ti­gen, Schlä­ge­rei­en anzet­teln, Zie­gen steh­len und schlach­ten, den Bau­ern die Ern­te klau­en, aus 500 Jah­re alten Bäu­men Brenn­holz machen und so wei­ter und so fort.”

Die Neo­fa treibt sich dort eben­falls her­um, aber wie es aus­schaut, neh­men immer mehr Ein­hei­mi­sche den Schutz der Gren­zen und des Rechts in die eige­nen Hände.

War­um? Unter ande­rem dar­um: Eine „Grup­pe” von „Män­nern” – es waren derer „bis zu 40”, wie Focus berich­tet – muss­te zwei Will­kom­mens­mä­dels – immer­hin taug­li­che 14 bzw. 15 Jah­re alt – unter sich auf­tei­len, was natur­ge­mäß zu „Ver­wer­fun­gen” (Yascha Mounk) führ­te, zumal sel­ten in solch deli­ka­ten Fäl­len eine Mard­sch­a­na zur Stel­le ist, die weiß, wie man ange­mes­sen mit 40 Trau­ma­ti­sier­ten umgeht.

Oder dar­um: „Ver­ge­wal­ti­gungs­se­rie ver­heim­licht: Poli­zei woll­te ‚Panik’ ver­mei­den.” Denn wir wol­len, dass ihr aus­schließ­lich in die gelenk­te Panik gera­tet! Und nicht bemerkt, was wirk­lich pas­siert.

***

„Für die Opfer, Deut­sche, reichen
Vor­na­men sie zu bezeichnen.”
Marc Pom­me­re­ning, Mikroaggressionen

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Der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Nico­laus Fest (Demo­kra­ten) plau­dert aus dem Brüs­se­ler Näh­käst­chen. Der neu­es­te Bericht von Euro­pol über die Ter­ror­ge­fahr in Euro­pa, den Mit­glie­der des Par­la­ments zwar in einem Sicher­heits­raum ein­se­hen, aber weder kopie­ren noch abfo­to­gra­fie­ren (noch sich Pas­sa­gen her­aus­schrei­ben) dür­fen, denn er ist geheim*, ent­hält Fest zufol­ge drei Kernaussagen.

Ers­tens: Die mit Abstand größ­te Gefahr gehe nach wie vor vom isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus aus.
Zwei­tens: Die zweit­größ­te Gefahr für die euro­päi­schen Län­der sei der Linksextremismus.
Drit­tens: Eine Bedro­hung von rechts gebe es nicht; was als Rechts­ter­ro­ris­mus bezeich­net wer­de, sei­en Anschlä­ge ein­zel­ner ver­wirr­ter Leu­te, oft Waf­fen­nar­ren, Ver­schwö­rungs­geis­ter­se­her und men­tal Gestör­ter, die kei­ner poli­ti­schen Agen­da folgten.

* Meh­re­re Leser ver­wei­sen auf die­se Euro­pol-Web­sei­te, wo man sich den Bericht als PDF her­un­ter­la­den kann (sofern es der Näm­li­che ist; sieht aber ganz danach aus).

PS bzw. update: Fest meint, das es sich um die Vor­gän­ger­stu­die han­delt. „Ich weiß es aber nicht genau, da man sie nur im Sicher­heits­raum ein­se­hen konn­te und ich mir nicht den genau­en Titel gemerkt habe. Doch war­um soll­te die neue Stu­die geheim sein, wenn sie jetzt schon im Netz abruf­bar ist?”

***

„Ein Zei­chen setzen”,
das heißt: geneh­migt hetzen,
das Glück der Meu­te schätzen,
zur Not den Freund verpetzen.

 

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