14. April 2020

Deutsch sein heißt, mit Freu­de regiert zu werden.

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Die ein­zig ange­mes­se­ne Wei­se, auf Trump, Boris John­son, Orbán, Gau­land e tut­ti quan­ti zu reagie­ren, ist hier ein­drucks­voll in Sze­ne gesetzt.

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Eine klei­ne ortho­do­xe Kapel­le „in Ai Gior­gis in der Gegend von Moria auf Les­bos.
Sie kom­men fried­lich, sagen wir.”

Olivenhain1

Text: „Rund 5.000 Oli­ven wer­den von den Inva­so­ren, die den Oli­ven­hain von Moria betre­ten haben, aus der Wur­zel geschnit­ten. Das Spek­ta­kel aus nächs­ter Nähe ist hart und ich kann es nicht ertragen !!!”

Olivenhain2

Wenn Sie durch die Kanz­le­rin­nen-Pane­gy­ri­ken bei den Wahr­heits- und Qua­li­täts­me­di­en – beson­ders wede­l­eif­rig war die­ser – ins Unfreie vor­ge­sto­ßen sind, kön­nen Sie hier über die lus­ti­gen Strei­che von Mer­kels künf­ti­gen Gäs­ten weiterlesen.

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Zu mei­nen gest­ri­gen Anmer­kun­gen über Bill Gates (die ich heu­te mor­gen sacht redi­giert und mit einer erklä­ren­den Coda ver­se­hen habe), schreibt Leser ***:

„Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, in der Ver­gan­gen­heit habe ich über die Jah­re wirk­lich mit Ver­gnü­gen Ihren Plau­de­rei­en gelauscht. Eines ist mir jedoch immer wie­der auf­ge­fal­len: Wenn sich die Din­ge von der Ober­flä­che in die fach­li­che Tie­fe bewe­gen, kön­nen Sie nicht mehr mit­hal­ten. Es springt sofort ins Auge: Auf natur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­ge­bie­ten ver­fü­gen Sie nur über ange­le­se­nes Ober­flä­chen­wis­sen. Aber Sie schrei­ben dar­über. Woher neh­men Sie eigent­lich die Kom­pe­tenz und das Selbst­ver­trau­en oder kann Ihr Ego kei­ne Zurück­hal­tung üben? Ken­nen Sie wirk­lich den Dun­ning-Kru­ger-Effekt nicht oder gilt die­ser nur für ande­re und nicht für Sie?

Ihre Inter­pre­ta­ti­on des Gesprä­ches mit Bill Gates zeigt dies lei­der deut­lich. Kön­nen Sie auf irgend­ei­nem rea­len Gebiet auch nur annä­hernd ähn­li­che rea­le Erfol­ge wie Bill Gates vor­wei­sen? Als rea­li­täts­un­ge­prüf­ter Wort­akro­bat soll­ten Sie ein­fach mal zuhö­ren. Die­ser Mann hat­te also in einer Gara­ge eine Idee. Darf ich Sie fra­gen, mit wel­cher hilf­rei­chen Idee Sie sich in die welt­wei­te aktu­el­le Coro­na-Pan­de­mie-Pro­ble­ma­tik ein­brin­gen werden?

Wir lesen die Wor­te eines Wort­akro­ba­ten, der in gott­ähn­li­cher Prä­po­tenz auf Covid 19 und die ihm feh­len­de Kom­pe­tenz schaut. Wir dür­fen lesen, wie er durch­dreht. Eine isrea­li­sche Bekann­te mit rus­si­schen Migra­ti­ons­hin­ter­grund schrieb: ‚Man muss gar nicht lesen, was er schreibt, allein die Akro­ba­tik ver­rät, dass da ein Inkom­pe­ten­ter schreibt.’ Ach was, Inkom­pe­ten­ter – ein … (ich blei­be höflich).”

Drei Anmer­kun­gen.

Ers­tens: Ich mag mei­ne Leser, ja ich bin ein biss­chen stolz auf sie.

Zwei­tens: Der Vor­zug des Dilet­tan­tis­mus besteht dar­in, dass man sich mehr Welt aneig­nen kann als ein Exper­te, der nur sein Fach­ge­biet und die­ses dann sehr intim kennt. Egon Frie­dell, mit dem ich mich weder mes­sen kann noch will, hat zum Lob des Dilet­tan­tis­mus alles Nöti­ge gesagt. Der in alle Rich­tun­gen aus­schwär­men­de Dilet­tant mag zuwei­len eine Pla­ge sein, aber er ist ein frei­er Mensch. Der Preis des Dilet­tan­tis­mus besteht natur­ge­mäß dar­in, dass man grau­en­haft (oder pein­lich) dane­ben­lie­gen und es sel­ber lei­der nicht ein­mal beur­tei­len kann, wann eine Kri­tik dar­an zutrifft und wann nicht.
Ich wüss­te aller­dings – mit einer Aus­nah­me – nicht, wo ich mich zu natur­wis­sen­schaft­li­chen The­men inkom­pe­tent geäu­ßert habe, weil ich mich zu sol­chen The­men gemein­hin über­haupt nicht äuße­re, denn ich ver­ste­he davon nichts. Wenn ich über Din­ge wie Atom­ener­gie oder das MAOA-Gen schrei­be, refe­rie­re ich die Ansich­ten von Leu­ten, die sich damit aus­ken­nen, oder argu­men­tie­re, was das „Krie­ger-Gen” betrifft, aus der Logik und der all­ge­mei­nen Empi­rie. Auch alles, was ich zum Kli­ma­wan­del geschrie­ben habe, war poli­tisch, nicht wis­sen­schaft­lich konnotiert.

Drit­tens: Ich habe mich poli­tisch oder mei­net­we­gen ästhe­tisch gegen Gates geäu­ßert, nicht fach­lich. Was kei­nes­wegs heißt, dass ich nicht trotz­dem irren könn­te. Hier ist übri­gens die deut­sche Über­set­zung des bereits ver­link­ten Arti­kels von Robert F. Ken­ne­dy Jr.; man könn­te, wenn die Anga­ben von Ken­ne­dy über die ent­setz­li­chen Neben­wir­kun­gen der Impf­kam­pa­gnen zutref­fen, glatt den Ein­druck gewin­nen, dass Herr Gates weder poli­tisch noch ästhe­tisch noch fach­lich, son­dern kri­mi­nal­po­li­zei­lich bewer­tet wer­den muss.

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„Bei Bill Gates haben Sie sich ver­rannt”, meint Leser ***. „Ich rate Ihnen drin­gend, wenn Sie etwas Zeit haben, sich Robert F. Ken­ne­dy ein­mal etwas genau­er anzu­se­hen. Von der Aus­bil­dung her Poli­to­lo­ge und Jurist, ist er ein fana­ti­scher Umwelt­ak­ti­vist. Er steht der alter­na­ti­ven Medi­zin nahe, freund­lich aus­ge­drückt. Rea­lis­ti­scher aus­ge­drückt wäre: Das ist ein Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker und Spin­ner par excel­lence. Selbst rela­tiv ein­fach nach­zu­prü­fen­de Fak­ten ver­dreht und fälscht er, etwa über den Zusam­men­hang von Imp­fun­gen und Autismus. 
Ich habe natür­lich nicht alle Behaup­tun­gen von Ken­ne­dy in dem ver­link­ten You­tube-Clip über­prüft, nur die wil­des­ten. Aber das reich­te schon. Wenn wir nicht davon aus­ge­hen, dass Bill Gates fast die gesam­te indi­sche Pres­se auf­ge­kauft hat, müs­sen wir davon aus­ge­hen, dass die Kern-Behaup­tun­gen von Ken­ne­dy purer Bull­shit sind. Was nicht aus­schliesst, dass er auch punk­tu­ell eini­ge Fak­ten kor­rekt wiedergibt.”

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Noch zum Vorigen:
 
Bill Gates „has been using a loo­p­ho­le that allows health orga­niz­a­ti­ons to appe­ar to be government agen­ci­es but are not inde­pen­dent and have been actual­ly con­trol­led by Gates. You will see that 80% of the fun­ding of WHO is not from governments, but from dona­ti­ons. Then you see that Gates is the lar­gest donor after coun­tries lis­ted on their web­site. Behind the curtain, the WHO has been bul­lied and pushed around by Bill Gates accord­ing to various sources one who is even wri­ting a book on the domi­na­ti­on of the WHO by Gates.” (Wei­ter hier.)
Was auch immer da läuft: Mir ist jeder Glo­ba­list und one orld-Tumul­tant suspekt. Immer­hin scheint Gates das Haupt­ro­blem Afri­kas in der Bevöl­ke­rungs­ex­plo­si­on zu sehen. Als Rechts­po­pu­list bin ich frei­lich der Ansicht, dass ein Kon­ti­nent sei­ne Pro­ble­me schon allei­ne in den Griff bekom­men muss und dass jede Hil­fe, die man von außen leis­tet, Hil­fe zur Selbst­hil­fe zu sein hat (also, um das bekann­te Gleich­nis auf­zu­grei­fen: nicht Fische lie­fern, son­dern die Anlei­tung für den Bau von Angeln). Und natür­lich muss der Migran­ten­strom gestoppt wer­den; wenn sich das klei­ne Euro­pa als Über­lauf­be­cken für den afri­ka­ni­schen Bevöl­ke­rungs­über­schuss anbie­tet, ist das in etwa so erfolg­ver­spre­chend, als wenn ein See sich anschickt, das Meer aufzunehmen. 

Soeben hat Donald Trump übri­gens ver­kün­det, die USA stel­le die Zah­lun­gen an die WHO ein, weil die­ser Laden unse­ri­ös arbei­te. Trump hat gute Grün­de, nach der UNESCO jetzt auch aus der WHO aus­zu­stei­gen. Deren aktu­el­ler Vor­sit­zen­der Tedros Adha­nom Ghe­breye­sus, ein Äthio­pi­er, hat­te Robert Muga­be zum „UN-Good­will-Bot­schaf­ter” beru­fen – stel­len Sie sich vor, wir hät­ten gera­de einen WHO-Chef aus Guya­na, und der berie­fe Augus­to Pino­chet in die­ses Amt, also stel­len Sie sich vor, was dann los­wä­re –, und nun rudert er zurück. Dass er’s über­haupt wag­te, den Dik­ta­tor in eine sol­che Posi­ti­on zu gau­nern, führt mich zu der Ver­mu­tung von Leser ***, er kom­me „offen­bar aus dem sel­ben Stall wie Hon­eckers äthio­pisch-mar­xis­ti­scher Kum­pel Men­ge­stu Hai­le-Mari­am, erin­nern Sie sich noch an die Berich­te der Aktu­el­len Kame­ra? (bzw. hier, bei 4:05).” Auch sei­ne „brü­der­li­che Soli­da­ri­tät mit Chi­na” (hier) erin­ne­re an die gute alten bipo­la­re Welt. 

 
„Es ist wohl an der Zeit”, fährt *** fort, „dass auch wir über die extrem teu­re Mit­glied­schaft in solch erlauch­ten Clubs der ’soge­nann­ten Welt­ge­mein­schaft’ (in dem Fall kann man Claus Kle­ber mal zitie­ren, obwohl er es sicher genau anders­rum meint) nach­den­ken. Man sehe sich die poli­ti­schen, geo­stra­te­gi­schen (und reli­giö­sen!) Mehr­heits­ver­hält­nis­se in UN, WHO, UNESCO, Men­schen­rechts­rat, Kli­ma­rat usw. genau an.”

Eine gute Idee, aber sehr unwahr­schein­lich, dass sie so schnell Wirk­lich­keit wird; darf ich dar­an erin­nern, aus wel­chem Stall die aktu­el­le deut­sche Regie­rungs­chefin stammt…

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Nach­dem uns zwei ARD-Jour­na­lis­tin­nen dar­über auf­klär­ten, dass in ’schland täg­lich im Schnitt ca. 679 ras­sis­tisch moti­vier­te Kör­per­ver­let­zun­gen ver­schwie­gen wer­den, und ein Exper­ten­for­schungs­spit­zen­spe­zia­list namens Mat­thi­as Quent als Grund für das Schwei­gen der Läm­mer das hier­zu­lan­de herr­schen­de Kli­ma bei­steu­er­te, wel­ches nicht dazu ermun­te­re, „sol­che Vor­fäl­le zu berich­ten, um sie gesell­schaft­lich zu pro­ble­ma­ti­sie­ren und damit auch ein Zei­chen zu set­zen”, wand­te ich mich hil­fe­gu­gelnd an die EU. Wäh­rend sich in Kalt­land nie­mand, kei­ne Par­tei, kei­ne Kir­che, kein Thea­ter, kei­ne Uni, kei­ne NGO, kei­ne Stif­tung, kei­ne Initia­ti­ve, kein Medi­um um den all­täg­li­chen Ras­sis­mus küm­mert, tut sich wenigs­tens dort etwas.

Kön­nen Sie, geneig­te Lese­rin, mit den Kür­zeln EUMC und ECRI etwas anfan­gen? Falls nicht: Die „Euro­päi­sche Stel­le zur Beob­ach­tung von Ras­sis­mus und Frem­den­feind­lich­keit” (EUMC, Euro­pean Moni­to­ring Cent­re on Racism and Xeno­pho­bia – Xeno­pho­bie heißt übri­gens Frem­den­furcht, nicht ‑feind­lich­keit) war eine Agen­tur der EU mit Sitz in Wien, die „Ras­sis­mus und Aus­län­der­feind­lich­keit” bekämpf­te und sich vor allem durch ihr Enga­ge­ment gegen die „Isla­mo­pho­bie” her­vor­tat, und zwar so enga­giert, dass sie auch der The­ma­ti­sie­rung des mus­li­mi­schen Anti­se­mi­tis­mus tap­fer wehr­te. Im  Febru­ar 2007 ging die EUMC in der Agen­tur der EU für Grund­rech­te auf. 

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on gegen Ras­sis­mus und Into­le­ranz (Euro­pean Com­mis­si­on against Racism and Into­le­ran­ce, ECRI) ist eine unab­hän­gi­ge 😉 Kom­mis­si­on des Euro­pa­rats zur „Bekämp­fung von Ras­sis­mus, Dis­kri­mi­nie­rung, Frem­den­feind­lich­keit, Anti­se­mi­tis­mus und Into­le­ranz”, also pak­tisch eine Agen­tur zur Durch­set­zung des „Wan­der-Main­strea­mings” (Václav Klaus). Seit 2013 behan­delt sie auch Dis­kri­mi­nie­rung und Into­le­ranz gegen­über schwu­len, les­bi­schen, bise­xu­el­len und trans­se­xu­el­len Men­schen, belehrt uns Wikipedia.

Die schö­nen See­len von ECRI geben regel­mä­ßig Reports über den Pegel­stand von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung in den EU-Mit­glieds­staa­ten her­aus. Im März erschien ein Lage­be­richt über Deutsch­land. In der Zusam­men­fas­sung – ich habe lei­der kei­ne Zeit, die­ses aus­ge­wo­ge­ne, geist­rei­che und lite­ra­ri­sche anspruchs­vol­le Papier zur Gän­ze zu lesen – heißt es über bestehen­de Pro­ble­me unter anderem:

„The stan­dards on human rights edu­ca­ti­on are not suf­fi­ci­ent­ly imple­men­ted and tea­chers do not feel ade­qua­te­ly pre­pa­red to teach in a diver­se environment.”

Ich neh­me mir zuerst den Vor­schlag von Dou­glas Mur­ray zu Her­zen und stel­le die Fra­ge: Ver­gli­chen womit? Mit der Tür­kei? Dem Iran? Süd­afri­ka? Polen? Außer­dem: Die Grün­de, war­um vie­le Leh­rer inzwi­schen nicht mehr in der Lage sind, ihre „diver­sen”, also kaum mehr von deut­schen Kin­dern besuch­ten Klas­sen zu unter­rich­ten, haben lei­der nichts, aber auch gar nichts mit angeb­lich man­geln­den Men­schen­rechts­er­zie­hungs­stan­dards zu tun (allen­falls in den Fami­li­en der Schü­ler), son­dern mit der edlen Will­kom­men­stor­heit und stil­len Bil­dungs­re­form­ein­falt des deut­schen poli­ti­schen Estab­lish­ments. Kor­rekt müss­te die­ser Satz also lau­ten: Auf­grund der hohen Zahl von Migran­ten­kin­dern durch die, mil­de gespro­chen, illu­so­ri­sche Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung und die feh­len­de, weil auch nicht gefor­der­te Inte­gra­ti­ons­lust vie­ler Migran­ten kön­nen Leh­rer oft kei­nen nor­ma­len Unter­richt anbieten.

„The draft act on gen­der reco­gni­ti­on severely restricts the right to self-deter­mi­na­ti­on of trans­gen­der persons.”

Das darf natür­lich nicht feh­len. Wie­der­ho­len wir die Fra­ge: Ver­gli­chen mit wel­chen Ländern?

„The­re are high levels of Isla­mo­pho­bia and the public dis­cour­se has beco­me incre­a­singly xeno­pho­bic. Racism is par­ti­cu­lar­ly bla­tant in two sub­or­ga­ni­sa­ti­ons of a new poli­ti­cal par­ty and the con­stant Isla­mo- and xeno­pho­bic dis­cour­se from the extre­me right also has an impact  on the main­stream poli­ti­cal discourse.”

Ich habe über die­sen erpres­se­ri­schen Non­sens hier schon so oft geschrie­ben, dass ich’s nicht wie­der tun mag. Nicht nur der Ver­fas­sungs­schutz, auch die­se EU-Kom­mis­si­on äußert sich im sel­ben Duk­tus wie hier­zu­lan­de die Grü­nen oder die Lin­ken. Frem­den­feind­lich­keit ent­steht – auch – durch die Ein­wan­de­rung feind­li­cher Frem­der. Xeno­pho­bie – Frem­den­furcht – liegt in den mensch­li­chen Genen, wes­halb man eine Auf­nah­me­ge­sell­schaft nicht über­for­dern soll­te. Man darf von ihr nicht ver­lan­gen, dass sie die Frem­den ali­men­tiert. Man muss kri­mi­nel­le und ter­ro­ris­ti­sche Aus­län­der aus­wei­sen. Inte­gra­ti­on ist eine Bring­schuld der Ein­wan­de­rer. Mit Aus­nah­me eini­ger Hart­hir­ne hat nie­mand in Kein-schö­ner-Land etwas gegen Men­schen, die hier­her kom­men, um auf eige­ne Rech­nung zu leben.

Ich schla­ge des­halb als Defi­ni­ti­on tat­säch­li­cher Isla­mo­pho­bie vor: eine so star­ke Angst vor den Anhän­gern des Scha­ria-Islam, dass sich der Betrof­fe­ne jeder Kri­tik ent­hält, so sehr sei­ne eige­nen Bräu­che und Gepflo­gen­hei­ten auch dis­kre­di­tiert wer­den; vor­aus­ei­len­de Unter­wer­fungs­ges­te, meis­tens beglei­tet von Selbst­be­zich­ti­gun­gen und Tole­ranz­be­kun­dun­gen. Bei man­chen Vor­stu­fe der Konversion.

Rei­zend ist auch die­ser Passus:

„The poli­ce of the Fede­ra­ti­on and the Län­der should com­mis­si­on and par­ti­ci­pa­te in a stu­dy on racial pro­filing with the aim of eli­mi­na­ting this form of insti­tu­tio­nal racism.”

Also das Ergeb­nis einer Stu­die über racial pro­filing, die hier gefor­dert wird, steht schon fest: Ras­sis­mus! Abschaf­fen! Nicht mehr nur die juve­ni­len schwar­zen Män­ner bzw. „Grup­pen” im Gör­lit­zer Park nach Dro­gen kon­trol­lie­ren – wobei: machen die das im „Reichs­hauptslum“ (Don Alp­hon­so) über­haupt noch? –, son­dern auch die wei­ßen Omas!

PS: „Soll­te man”, fragt Leser ***, „statt von Isla­mo­pho­bie nicht rich­ti­ger von Isla­mo­de­i­mie spre­chen? Als Ama­teu­r­or­ni­tho­lo­ge habe ich ein Ver­hal­ten von Els­tern (Pica pica) ent­deckt, das hübsch zum Ver­hal­ten schwarz­rot­blut­rot­grü­ner Gut­men­schen passt. ‚Läßt sich ein im oder nahe beim Nist­baum ruhen­der Mäu­se­bus­sard (Brut­nach­bar) selbst durch mehr­ma­li­ges Schwanz­zup­fen nicht ver­trei­ben, reagiert das ansäs­si­ge Paar sei­ne Erre­gung durch Über­sprung­hand­lun­gen bis hin zum Has­sen gegen eine wei­ter ent­fern­te Aas­krä­he  als Ersatz­ob­jekt ab.’ (Hand­buch der Vögel Mit­tel­eu­ro­pas. Her­aus­ge­ge­ben von Urs N. Glutz von Blotz­heim, Band 13/III. Pas­se­ri­for­mes (4. Teil). Cor­vi­dae-Sturni­dae. Wies­ba­den 1993, S. 1503).”

Man begreift, war­um Dar­win gera­de von den Vögeln und ihrem bei­na­he schon kul­tu­rel­len Ver­hal­ten so ange­tan war.

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„Nur ganz weni­ge Wir­te gaben zu Zusam­men­künf­ten mit größ­ter Heim­lich­keit ihre Loka­le her, weil sie poli­zei­li­che Maß­re­ge­lung zu gewär­ti­gen hat­ten. Jah­re­lang sind poli­ti­sche Bespre­chun­gen klei­ne­rer Krei­se als Land­par­tien im Wald auf­ge­zo­gen wor­den. Klei­ne Grup­pen fan­den sich auch als Pfei­fen­klub, Spar­ver­ein und unter ande­ren Ver­hül­lun­gen zusam­men. Das Spit­zel­we­sen war stark.”

So der SPD-Poli­ti­ker Gus­tav Noske über die Zeit der Sozia­lis­ten­ge­set­ze in sei­ner Auto­bio­gra­phie: „Erleb­tes aus Auf­stieg und Nie­der­gang einer Demo­kra­tie”, Offen­bach 1947

Sem­per idem. 

                                 ***

„Viel­leicht”, schreibt Leser ***, „ver­bin­det uns, dass uns bei­den eine (eini­ger­ma­ßen) demo­kra­ti­sche, libe­ra­le poli­ti­sche Ord­nung nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Sie waren hin­ter der Mau­er ein­ge­sperrt, mei­ne Eltern kamen 1965 als Gast­ar­bei­ter nach West­deutsch­land. Natür­lich muss­te ich mir dum­me Sprü­che über Kana­cken anhö­ren, aber am Ende konn­te ich in die­sem Land vom Gast­ar­bei­ter­kind immer­hin zum ein­fa­chen Diplom-Phy­si­ker avancieren.
 
Mag sein, dass am Ende Blut dicker ist als Was­ser, und ich fürch­te die­sen Tag, an dem er in Deutsch­land Rea­li­tät wer­den soll­te, mehr als den jüngsten. 
 
Ich bin vor kur­zem auf ein Video des ehe­ma­li­gen kana­di­schen Geheim­dienst­mit­ar­bei­ters Tom Quig­gin gesto­ßen, der sich mit der isla­mis­ti­schen Bedro­hung des Wes­tens befasst. Nach­dem ich die ers­ten 20 Minu­ten die­ses Vide­os gese­hen hat­te, ver­schlug es mir glatt die Spra­che (und das kommt wirk­lich sel­ten vor, glau­ben Sie mir.) Auch in Kana­da ist die offi­zi­el­le Posi­ti­on der Regie­rung und der staat­li­chen Medi­en, dass die größ­te poli­ti­sche Bedro­hung für die frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung dort von ‚XRWs’ aus­ge­he, den ‚eXtre­me Right Win­gers’, wäh­rend isla­mis­ti­sche Atten­ta­te stets Ein­zel­fäl­le geis­tig ver­wirr­ter Indi­vi­du­en sei­en, die weder etwas mit dem Islam noch mit sonst irgend etwas zu tun haben. Es ist wie hier: Guckt man eine Epi­so­de der ‚Tages­schau’, muss man fürch­ten, dass der rechts­ex­tre­me Umsturz vor der Tür ste­he, und eigent­lich jeder Zuschau­er weiß, dass es rei­ne Fik­ti­on ist.
 
Aber war­um die­sel­be Pro­pa­gan­da in Kana­da? Hier in Deutsch­land kann man es auf­grund der nicht mehr ganz so jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit nach­voll­zie­hen, auch in Öster­reich. Aber Kana­da? Was hat­te Kana­da mit dem Drit­ten Reich zu schaf­fen, außer mit eini­gen Divi­sio­nen unter Mon­ty in der Nor­man­die gelan­det zu sein? Herr Klo­n­ovs­ky, was geht hier vor? Ist die iden­ti­sche Pro­pa­gan­da rein zufäl­lig oder orchestriert?
 
Haben Sie von den ‚Qatar Papers’ gehört, denen zufol­ge Qatar mit hun­der­ten Mil­lio­nen Dol­lars den isla­mi­schen Extre­mis­mus und Ter­ro­ris­mus för­dert? Hat­ten die Mil­lio­nen Syrer das Geld für die Schlep­per aus Qatar erhalten?
 
Spoi­ler Alert, wie man auf Neu­deutsch sagt: Es gibt die­se rechts­ex­tre­me Bedro­hung auch in Kana­da nicht. Am Ende muss man kon­sta­tie­ren, dass 87% der deut­schen Wäh­ler, die im Sep­tem­ber 2017 zu den Urnen geschrit­ten sind, die Poli­tik Ange­la Mer­kels rati­fi­ziert haben. Hat nicht einst Hit­ler vom Islam geschwärmt und gemeint, wäre Deutsch­land isla­misch gewe­sen, hät­te es längt die Welt beherrscht? Viel­leicht wer­den hier tota­li­tä­re Träu­me der Heu­chel­de­mo­kra­ten end­lich wahr.”

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