29. April 2020

Was inzwi­schen gegen die Face­book-Gemein­heits­stan­dards verstößt:

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Aus einer bestimm­ten Per­spek­ti­ve fie­len die Toten des „Gro­ßen Sprungs nach vorn” nicht Mao, son­dern dem Hun­ger zum Opfer. So unge­fähr stellt sich auch die Sta­tis­tik der an Covid-19 Gestor­be­nen dar. Eine befreun­de­te Ärz­tin (Not­auf­nah­me) frozzel­te, wenn bei ihr ein durch einen Unfall Schwer­ver­letz­ter auf dem OP-Tisch stür­be, bei dem zugleich das Virus fest­ge­stellt wur­de, er gin­ge wahr­schein­lich als Coro­na­to­ter in die Sta­tis­tik ein. Der Direk­tor des Insti­tuts für Rechts­me­di­zin am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg-Eppen­dorf, des­sen Team seit Beginn der Pan­de­mie 140 Ham­bur­ger Tote obdu­zier­te, gibt nun bekannt, dass alle (!) Ver­stor­be­nen min­des­tens an einer Vor­er­kran­kung labo­rier­ten, allein etwa 80 Pro­zent an Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen. Das Durch­schnitts­al­ter der Toten lag bei 80 Jahren. 

Offen­bar geht es andern­orts ähn­lich zu:

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Neben dem Alter sind Herz-Keis­lauf-Erkran­kun­gen in sämt­li­chen west­li­chen Gesell­schaf­ten die Todes­ur­sa­che Num­mer eins. Wer wird jemals Dis­kus­si­ons­or­gi­en dar­über anstel­len, wie vie­le Men­schen aus die­sem Per­so­nen­kreis den Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men – also dem erzwun­ge­nen Kon­takt- und Bewe­gungs­man­gel – indi­rekt zum Opfer fie­len? Ich fra­ge mich auch, war­um man offi­zi­ell so wenig über Fäl­le häus­li­cher Gewalt hört, wäh­rend der Busch­funk trom­melt, an den Not­te­le­fo­nen, in den Frau­en­häu­sern und Not­fall­kli­ni­ken wer­de rich­tig viel gebo­ten fürs ver­gleichs­wei­se weni­ge Geld (gab es Richt­li­ni­en aus dem Din­gens­amt?). Und wie vie­le ohne­hin Depres­si­ve wer­den bis zum Ende der Iso­la­ti­on Hand an sich gelegt haben?*

„Die Sams­tag­nach­mit­ta­ge habe ich immer als eine für alle sehr gefähr­li­che Zeit emp­fun­den. (…) Die meis­ten Men­schen sind an ihre und an irgend­ei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeit, Beschäf­ti­gung gewöhnt, setzt sie aus, ver­lie­ren sie augen­blick­lich den Inhalt und das Bewußt­sein und sind nichts wei­ter als ein krank­haf­ter Ver­zweif­lungs­zu­stand. (…) Im Grun­de ist der Sams­tag ein gefürch­te­ter Tag, noch viel gefürch­te­ter als der Sonn­tag, denn am Sams­tag weiß jeder, daß noch der Sonn­tag bevor­steht (…) Der Sams­tag ist fürch­ter­lich, der Sonn­tag furcht­bar, der Mon­tag bringt die Erleich­te­rung. (…) die Men­schen leben in Wahr­heit und in Wirk­lich­keit lebens­läng­lich nur mit ihrer Arbeit zusam­men, sie haben in Wahr­heit und in Wirk­lich­keit nur ihre Beschäf­ti­gung, sonst nichts. Kein Mensch kann einem ande­ren die Beschäf­ti­gung ersetzen.”

Also schrieb Tho­mas Bern­hard in „Der Kel­ler” (S. 74–77), auto­bio­gra­phi­schen Erin­ne­run­gen an sei­ne frü­he Jugend in der pre­kä­ren Scherz­hauser­feld­sied­lung am Ran­de Salz­burgs, und hier hat der Rohr­spatz ein­mal recht. Was die meis­ten Men­schen der­zeit erle­ben, ist ein auf Dau­er gestell­ter Sams­tag, wobei sich bei vie­len noch der dro­hen­de finanzielle/geschäftliche Zusam­men­bruch zum erzwun­ge­nen Nichts­tun gesellt – für sie eine weit rea­le­re Gefahr als das Virus.

* „Wie mir ein befreun­de­ter Pati­ent und höchst­ran­gi­ger Offi­zier der Poli­zei bestä­tig­te, haben die Fäl­le von häus­li­cher Gewalt seit dem Shut­down mas­siv zuge­nom­men, aber auch die Sui­zid­ra­te hat sich ver­drei­facht, was aber nicht medi­al auf­be­rei­tet wer­den darf, andern­falls Zwei­fel an der ‚Unfehl­bar­keit’ unse­rer Regie­rung auf­kom­men könn­ten.”
(Leser ***)

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Gleich­wohl (und aus Grün­den der Ausgewogenheit):

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Das mel­de­te die Washing­ton Post.

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Mit Miss­ver­ständ­nis­sen muss leben, wer den Hals in die Öffent­lich­keit reckt. Leser ***, Dr. med., schreibt: 

„Preis­fra­ge: Ist das Opfer selbst schuld, wenn es stirbt, weil es doch vor­er­krankt = schwach war? Die Fra­ge ist doch nichts Neu­es. Z. B. im Fall Brun­ner 2010, Herz­in­farkt bei S‑Bahn Schlä­ge­rei in Mün­chen. Im Extrem: Ist ein Ach­zig­jäh­ri­ger, dem eine Kugel den Kopf zer­fetzt nun gestor­ben, weil er erschos­sen wur­de, oder an sei­nen viel­leicht zehn Vor­er­kran­kun­gen des Herz-Kreis­lauf­sys­tems und/oder der Nie­ren, der Lun­ge, des Hirns, der gro­ßen Gefä­ße oder weil er ver­mut­lich dem­nächst an Krebs ver­stor­ben wäre? 

Weni­ger extrem: Ist der Poly­mor­bi­de, der Alte, der das Fie­ber einer Infek­ti­on, die Ein­schrän­kung des Sauer­stoff­trans­ports durch die infek­tö­se Lun­gen­ent­zün­dung nicht mehr aus­ge­hal­ten hat, nun an sei­ner ange­schla­ge­nen Gesund­heit oder an der Infek­ti­on ver­stor­ben? Und in Kon­se­quenz ein wenig Sozi­al­dar­wi­nis­mus? Ist das alte, ver­brauch­te, beschä­dig­te Leben weni­ger wert? Ab wann ? Wo ist die Gren­ze? Von den 80jährigen haben schät­zungs­wei­se nahe­zu 100 Pro­zent irgend­ei­ne, viel­fach meh­re­re poten­ti­ell lebens­ver­kür­zen­de Vor­er­kran­kung. Sie sind alt!”

Wenn ich die­se Sta­tis­tik anfüh­re, geehr­ter Herr ***, dann natür­lich nicht, weil ich es befür­wor­te, dass älte­re Men­schen vor der Zeit ster­ben sol­len, son­dern weil ich mich fra­ge, ob es sinn­voll ist, ein Virus, wel­ches offen­bar recht selek­tiv tötet, damit zu bekämp­fen, dass man die gesam­te Bevöl­ke­rung als Risi­ko­grup­pe behan­delt. Ich habe die Aus­füh­run­gen des Ham­bur­ger Patho­lo­gen aus­schließ­lich als einen Hin­weis dar­auf zitiert, dass sich das töd­li­che Risi­ko für die meis­ten in Gren­zen hal­ten dürfte. 

Am Ran­de und noch dazu: Bei sei­ner letz­ten Bun­des­tags­re­de hat Alex­an­der Gau­land (Schwe­fel­par­tei) unter ande­rem sepa­ra­te Ein­kaufs­zei­ten für Senio­ren und Ange­hö­ri­ge soge­nann­ter Risi­ko­grup­pen voge­schla­gen. Reak­tio­nen dar­auf: null. Dif­fe­ren­zie­rung ist gar nicht erwünscht.

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Wäh­rend sie, sei’s aus guten und rich­ti­gen oder schlech­ten und fal­schen Grün­den, sei’s teils-teils und kreuz­wei­se, mit ihrem undif­fe­ren­zier­ten Vor­ge­hen die deut­sche Wirt­schaft lahm­legt, kün­digt die Bun­des­kanz­le­rin ein „umfas­sen­des Maß­nah­men­pa­ket” mit Inves­ti­tio­nen in kli­ma­freund­li­che Infra­struk­tu­ren und eine „ange­mes­se­ne CO2-Beprei­sung” an, um beim Kli­ma­schutz – das Esels­wort nicht nur des Jah­res, son­dern womög­lich des Äons – vor­an­zu­kom­men (Wie wäre es mit der Berufs­be­zeich­nung „Kli­ma­guard”?). Dazu passt, dass Leser ***, wahr­schein­lich gefan­gen in der Schlei­fe der Ewi­gen Sams­tags­wie­der­kehr, „ein­mal Lust auf gro­ße Zah­len” bekam und ein „Rechen­ex­em­pel” anstellte:

„Die Ver­schul­dung Deutsch­lands beträgt, wenn man die aktu­el­len Zusa­gen Deutsch­lands an die EU, die ‚Target2’-Salden und die ohne­hin schon vor­han­de­ne Staats­ver­schul­dung betrach­tet, etwa € 4.000.000.000.000, ent­spre­chend im Schnitt ca. € 50.000 pro Kopf, der schon län­ger hier ist. Der durch­schnitt­li­che Pro-Kopf-Besitz im Land Hit­lers und Mer­kels liegt eben­falls bei ca. € 50.000.
Unter Abzug von Ver­bind­lich­kei­ten liegt der Pro-Kopf-Besitz des teu­to­ni­schen Durch­schnitts­un­ter­ta­nen also unge­fähr bei null – für Sie auf bay­risch: nix. Oder habe ich mich verrechnet?”

Ich habe es hier schon mehr­fach zitiert und tu’ es ungern-gern wie­der: Ott­mar Eden­ho­fer, Direk­tor des Pots­dam-Insti­tuts für Kli­ma­fol­gen­for­schung, bekann­te im Novem­ber 2010 gegen­über der Neu­en Zür­cher Zei­tung: „Wir ver­tei­len durch die Kli­ma­po­li­tik de fac­to das Welt­ver­mö­gen um. (…) Man muss sich von der Illu­si­on frei­ma­chen, dass inter­na­tio­na­le Kli­ma­po­li­tik Umwelt­po­li­tik ist. Das hat mit Umwelt­po­li­tik, mit Pro­ble­men wie Wald­ster­ben oder Ozon­loch, fast nichts mehr zu tun.”

Und wo umver­teilt wird, muss etwas genom­men wer­den. Bis unse­re Kli­ma­guards ganz vie­le Body­guards brau­chen (sie ahnen heu­te noch nicht ein­mal, gegen wen).

PS: „Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, das Rechen­bei­spiel ent­hält einen Feh­ler: Der Leser ver­wech­selt Medi­an und Durch­schnitt. Der Medi­an, der die Gesell­schaft in zwei Hälf­ten zu je 50% teilt, gilt als die aus­sa­ge­kräf­ti­ge­re Maß­zahl, da der Durch­schnitt durch weni­ge sehr hohe Ver­mö­gen stark ver­zer­rend wirkt. Das sieht dann so aus, als gehör­te der durch­schnitt­li­che Heil­bron­ner zu den reichs­ten Deut­schen. In Wahr­heit hat die Stadt Heil­bronn aber nur des­halb das höchs­te Durch­schnitts­ein­kom­men, weil hier der Mul­ti­mil­li­ar­dar Die­ter Schwarz (LIDL) sein Ver­mö­gen ver­steu­ert (so zumin­dest die Aus­sa­ge der SWR Doku ‚Im Land der Lügen’ von 2016). Das Durch­schnitts­ver­mö­gen liegt dort mit etwa 200000 € pro Kopf etwa vier­mal höher. Dass Medi­an und Durch­schnitt bei uns so stark aus­ein­an­der­lau­fen, zeigt, dass es in Deutsch­land rela­tiv vie­le Super­rei­che geben muss. 

Schluss­fol­ge­run­gen: Das durch­schnitt­li­che Pro Kopf-Ver­mö­gen ist nach den Mer­kel­schen Schen­kun­gen nicht bei Null, son­dern, um 50.000 € pro Kopf ver­min­dert, bei 150.000 €. Was das im Detail bedeu­tet, hängt von der Art der Abga­be ab. Soll­te es eine für alle Men­schen glei­che ‚Kopf­steu­er’ geben, (eben die­se 50.000 €), müss­ten alle in den unte­ren 50%  der Ver­mö­gens­ska­la Kre­di­te auf­neh­men, die sie im Lau­fe der Jah­re abstot­tern. Die aus der obe­ren Hälf­te hät­ten jeweils 50.000 € ihres mehr oder weni­ger gro­ßen Ver­mö­gens ver­lo­ren. Eben­so könn­te man jedem Unter­ta­nen ein Vier­tel sei­nes Ver­mö­gens weg­neh­men. Dem Rei­chen abso­lut mehr, dem Armen weni­ger. Der Gesamt­ef­fekt wäre derselbe.

  1. Auf jeden Fall ist noch genug da für eine zwei­te Schenkungsorgie…”

PPS: „Der zwei­te Leser ver­wech­selt nicht nur Durch­schnitt und Medi­an, son­dern auch Heil­bronn und Deutsch­land. Der Medi­an bezieht sich auf eine Stich­pro­ben­er­he­bung, wäh­rend das Durch­schnitts­ver­mö­gen und die Durch­schnitts­ver­schul­dung auf einer Voll­erhe­bung beru­hen. Je grö­ßer die Stich­pro­be des­to näher kommt der Medi­an­wert dem Durch­schnitts­wert.”
(Leser ***)

PPPS (und pars pro toto für wei­te­re Zuschrif­ten): „Sehr geehr­ter Herr Klo­n­ovs­ky, (auch) der drit­te Kom­men­tar zum The­ma Ein­kom­mens­ver­tei­lung ent­hält einen Feh­ler. Die Aus­sa­ge, dass der Medi­an bei einer hin­rei­chend gro­ßen Stich­pro­be sich dem Durch­schnitt der Popu­la­ti­on annä­hert, ist falsch. Das wäre nur der Fall, wenn das Ein­kom­men nor­mal­ver­teilt ist, da in dem Fall bei­de Wer­te iden­tisch sind. Das Ein­kom­men aber immer schief ver­teilt, ver­mut­lich auch im bes­ten der kom­mu­nis­ti­schen Para­die­se. In einer sol­chen Ver­tei­lung ist der Durch­schnitts­wert immer grö­ßer als der Medi­an, ein­fach weil es beim Ein­kom­men eine abso­lu­te Unter­gren­ze gibt, jedoch kei­ne abso­lu­te Ober­gren­ze. Ob der Reichs­te in der Ver­tei­lung 10 Mio oder 10 Mrd besitzt, hat kei­nen Ein­fluss auf den Medi­an, aber sehr wohl auf den Durch­schnitt, ganz gleich wie groß oder klein die Stich­pro­be. Der zwei­te Kom­men­tar hat das m.E. rich­tig erfasst, der letz­te ist aber verwirrend.” 

Die­se Dis­kus­si­on führt frei­lich immer wei­ter vom eigent­li­chen The­ma weg. Deutsch­land, des­sen Bevöl­ke­rung beim Pro-Kopf-Ver­mö­gen im EU-wei­ten Ver­gleich einen der letz­ten Plät­ze belegt (hier, hier), wird auch in Zukunft, mun­ter die Paro­le „Wir sind ein rei­ches Land!” aus­schrei­end, die Steu­er­ein­nah­men (und was an Zwangs­ab­ga­ben dazu­kommt) für die Kli­ma­ret­tung, die Afri­ka­ret­tung, die Euro­ret­tung, die För­de­rung der glo­ba­len Migra­ti­on – die nur eine Rich­tung kennt – sowie das Spon­so­ring von Exper­ten für west­li­che Selbst­be­zich­ti­gung ver­pul­vern, ohne mit der Zim­per zu wucken, wäh­rend par­al­lel dazu durch die Migra­ti­on der ein­zi­ge wirk­li­che Reich­tum des Lan­des all­mäh­lich demo­liert wird: 

„Die Indus­trie­län­der ver­ste­hen sich häu­fig als ‚reich’, doch zeigt eine nähe­re Betrach­tung, daß sie dies nicht sind. Das gesam­te Ver­mö­gen der BRD beträgt gera­de ein­mal das Drei­fa­che des BIP. Die fort­ge­schrit­te­nen Indus­trie­län­der sind nicht reich, son­dern sie sind leis­tungs­fä­hig! Die­se Leis­tungs­fä­hig­keit beruht auf einer Viel­zahl von (bis­lang kaum ver­stan­de­nen) insti­tu­tio­nel­len und kul­tu­rel­len Bedin­gun­gen. Zer­stört man die­se, schwin­det die Pro­spe­ri­tät”, sta­tu­ier­te Rolf Peter Sie­fer­le (R.I.P.) in sei­nem Buch „Das Migrationsproblem”.

„Reich­tum kann man kon­fis­zie­ren und umver­tei­len, Leis­tungs­fä­hig­keit aber nicht. Wel­ches genau die Bedin­gun­gen und Grund­la­gen der öko­no­mi­schen Leis­tungs­fä­hig­keit sind, weiß aber nie­mand. Es kann sich um Ele­men­te tra­dier­ter Kom­pe­tenz und evol­vier­ter Struk­tu­ren han­deln, zu denen Infra­struk­tur, Inves­ti­tio­nen, Kapi­tal gehö­ren. Hin­zu kom­men aber auch ‚wei­che­re’ Ele­men­te, wie ‚Human­ka­pi­tal’ (Aus­bil­dung), Rechts­si­cher­heit, Ver­trau­en (‚kul­tu­rel­les Kapi­tal’) und Leis­tungs­be­reit­schaft. Hier kann es sich um ein Paket han­deln, das nicht ohne wei­te­res auf­ge­schnürt wer­den kann und das leicht zu beschä­di­gen ist.”

Die Kanz­le­rin ist kin­der­los, also ten­den­zi­ell nächs­ten­los, zukunfts­los (das hat sie, neben dem Wag­ne­ris­mus und dem spä­ten Dad­de­rich, mit einem legen­dä­ren Amts­vor­gän­ger gemein), sie kann mit Deutsch­land und den Deut­schen ersicht­lich nichts anfan­gen (dito), und auf der Suche nach einem Sinn für ihr poli­ti­sches Leben ist sie Glo­ba­lis­tin gewor­den, was sich mit ihrer pro­tes­tan­tisch-sozia­lis­ti­schen Her­kunft bes­tens ver­trägt. Ihre Nero-Befeh­le lau­fen auf eine schritt­wei­se Umver­tei­lung des deut­schen Ver­mö­gens und der deut­schen Gebie­te hin­aus, natür­lich zum Woh­le der Welt. Des­we­gen ver­steht sie sich nicht nur so gut mit Oba­ma, den Clin­tons, Zucker­berg, Soros, den Brüs­se­ler Spit­zen, Macron e tut­ti quan­ti, son­dern des­we­gen lie­ben sie auch die post­na­tio­na­len Lin­ken, jene Möch­te­gern-Any­whe­res vom aka­de­mi­schen Kat­zen­tisch, denen die Rech­nung noch prä­sen­tiert wird, des­we­gen sitzt sie mit den Gewin­nern der Glo­ba­li­sie­rung an einer Tafel…

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… und reagiert unge­hal­ten, wenn ihre Maß­nah­men dis­ku­tiert wer­den sol­len. Die Men­schen sind ja dumm, ego­is­tisch und haben kei­nen Sinn für das Gro­ß­e­gan­ze! Wahr­schein­lich wür­de Mer­kel sogar dem Claim „Lan­des­ver­rat als Staats­rä­son” zustim­men, wenn er etwas umfor­mu­liert wür­de: Es gibt Grö­ße­res als die Völ­ker, Natio­nen und ihre Staa­ten, und wer das ein­mal erkannt hat, muss seuf­zend ein­räu­men: Es gibt Grö­ße­res als die­se läs­ti­gen natio­na­len Demo­kra­tien. An Sar­ra­zins Buch „Deutsch­land schafft sich ab” war kei­nes­wegs die Dia­gno­se als sol­che „wenig hilf­reich”, son­dern dass sie einer aus­plap­per­te; das muss man den Men­schen, die schon län­ger irgend­wo im Wes­ten leben, doch nicht ins Gesicht sagen, das muss man in ihnen in klei­nen Por­ti­ön­chen verabreichen…

                                ***   

Übri­gens: Der Lock­down und die Qua­ran­tä­ne wer­den, je nach Dau­er, auch den ohne­hin sin­ken­den durch­schnitt­li­chen IQ der Deut­schen und ihrer lie­ben Gäs­te um eini­ge Punk­te schrump­fen, so wie jeder Urlaub oder die Schul­fe­ri­en ihn sin­ken las­sen. Par­al­lel oder auch pro­phy­lak­tisch abge­senk­te Stan­dards an den Schu­len, Uni­ver­si­tä­ten und in den Talk­shows wer­den die­se Ent­wick­lung aber sen­si­bel auffangen. 

                                ***

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Seit Mon­tag herrscht Mas­ken­pflicht in Ban­ken. (Bernd Zel­ler? Wo sind Sie?)

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Der Reichs­seu­chen­be­kämp­fer Chris­ti­an Dros­ten scheint pikan­ter­wei­se ein Agent der Phar­ma- bzw. Vac­ci­ne-Lob­by zu sein: 

„Die Schwei­ne­grip­pe-Panik dien­te auch als ein Impf­stoff-PR-Thea­ter, als die Harm­lo­sig­keit im Ver­gleich mit nor­ma­len Influ­en­za-Epi­de­mien schon längst klar war und die Regie­rung zu recht auf gekauf­ten, gefähr­li­chen Impf­stof­fen im Wert von 500 Mil­lio­nen € sit­zen blieb (die spä­ter zum gro­ßen Teil ver­brannt wur­den). Als dies alles schon klar war, leg­te übri­gens ein Viro­lo­ge namens Pro­fes­sor Chris­ti­an Dros­ten im Mai 2010 den Panik­gang ein und riet drin­gend zur Imp­fung. Her­stel­ler des ris­kan­ten Impf­stof­fes war Gla­x­oS­mit­h­Kli­ne. Ein paar Jah­re zuvor hat­te Chris­ti­an Dros­ten den Gla­x­oS­mit­h­Kli­ne-För­der­preis für Kli­ni­sche Infek­tio­lo­gie erhal­ten.” (Mehr hier.) Und wo ein Preis ist, stellt sich gemein­hin auch der nächs­te ein. In allen Ehren natürlich. 

                                 ***

Die Ossis ahn­ten ja 1989 nicht im Ansatz, was das heißt: Bana­nen­re­pu­blik. Ihre Lands­leu­te im Wes­ten aller­dings auch nicht.

                                ***

Das twit­tert übri­gens der Ver­fas­sungs­schutz­chef von Niedersachsen:

Tatortalien

Ob er an die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ke­rin und Prep­pe­rin Sarah Con­nor denkt, die­se ver­früh­te „Reichs­bür­ge­rin” aus der Mit­te der Gesellschaft? 

„Hof­fent­lich gibt es kei­ne Fort­set­zung von ‚Ali­en’, die er dann ver­se­hent­lich zu sehen bekommt.”
Leser ***

Oder von „Stei­ner – das eiser­ne Kreuz”!

                                ***

Wenn die­ser Vor­fall sich tat­säch­lich so zuge­tra­gen hat – und es besteht wenig Anlass, dar­an zu zwei­feln –, dann wächst dem Begriff „Scha­ria-Poli­zei” in Mün­chen eine völ­lig neue Bedeu­tung zu.

                                ***

Besserfrauen

(Der Schnitt ist von mir…)

                                ***

Leser *** macht mich auf eine online-Platt­form auf­merk­sam, wo sich jemand gegen mich abar­bei­te, und fragt, ob ich nicht erwi­dern mag. 

Eigent­lich soll man nicht ant­wor­ten (ich habe zwei­mal den Feh­ler gemacht). Es ist unge­fähr, als wenn man sich einen Kau­gum­mi ein­tritt, den man dann lan­ge nicht von der Soh­le abbe­kommt. In der Regel sind das ja nicht die Hells­ten, die sich an einen Expo­nier­ten oder „Umstrit­te­nen” hän­gen; es han­delt sich meist um tris­te Tröp­fe, in deren Schä­deln weder ein ori­gi­nä­rer noch wenigs­tens ein ori­gi­nel­ler Gedan­ke sich jemals ein­stel­len mag; sie ver­su­chen als­dann, man­gels eige­ner Ansich­ten die herr­schen­de Ten­denz beson­ders eif­rig zu voll­stre­cken und gera­ten nahe­lie­gen­der­wei­se in Ver­zü­ckung, wenn ihre Denun­zia­ti­ön­chen vom Adres­sa­ten über­haupt beach­tet wer­den. Wer das Kri­te­ri­um Le style c’est l’hom­me auf sie anwen­de­te, gerie­te ver­dien­ter­ma­ßen in den Ruch des Ableis­mus (auch: Handicapismus). 

Was Ihren kon­kre­ten Fall betrifft: Ich habe mir den Text ange­schaut und wie immer nichts dar­aus ler­nen kön­nen, was mei­ne empi­risch x‑fach bestä­tig­ten Vor­ur­tei­le über gewis­se Meu­ten­in­stink­te und Nie­der­träch­tig­kei­ten über­stie­ge; das ist weder intel­lek­tu­ell noch mora­lisch satis­fak­ti­ons­fä­hig. Klo­n­ovs­ky, steht dort unter ande­rem zu lesen, „uni­ver­sa­li­siert … deut­sche Ver­bre­chen, um sie zu rela­ti­vie­ren: Wenn die Nazis ‚Kin­der in Güter­wag­gons tau­sen­de Kilo­me­ter durch Euro­pa fah­ren’, ist das ‚fai­rer­wei­se mit allen ande­ren Kin­der­mas­sen­mör­dern der Geschich­te’ gleichzusetzen”. 

Das Ori­gi­nal­zi­tat („Lebens­wer­te”, S. 150) lautet:

„Kin­der in Güter­wag­gons tau­sen­de Kilo­me­ter durch Euro­pa zu fah­ren, um sie irgend­wo im Osten heim­lich umzu­brin­gen, das ist zwar nicht unbe­dingt typisch deutsch (noch im 20. Jahr­hun­dert ein deut­sches Spe­zi­fi­kum gewe­sen), doch es ist eine Unge­heu­er­lich­keit und eine Schand­tat son­der­glei­chen, deren Urhe­ber ver­flucht sein sol­len bis ans Ende der Welt, fai­rer­wei­se gemein­sam mit allen ande­ren Kin­der­mas­sen­mör­dern der Geschichte.”

Noch Fra­gen?

 
                                 ***

„Der Rost­schutz schützt vor dem Rost.
Der Frost­schutz schützt vor dem Frost.
Der Ent­las­sungs­schutz schützt vor der Ent­las­sung.
Der Verfassungsschutz…”

(Leser­kom­men­tar auf sezession.de)

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