12. Mai 2020

Zwei­fel­los das The­ma der Woche:

daily 2020.05.11 11 34 37

(Bernd Zel­ler)

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Oder so:

GRD

(Netz­fund)
                           

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Es liegt in der Logik des Glo­ba­lis­mus, dass die natio­na­len Ver­fas­sun­gen ihm im Wege ste­hen und folg­lich durch­lö­chert, in ihrer Gel­tung beschränkt und zuletzt abge­räumt wer­den müs­sen. Das lässt sich hier­zu­lan­de ide­al­ty­pisch an den Anti-AfD-Papie­ren des Ver­fas­sungs­schut­zes seit der Beru­fung des Genos­sen Hal­den­wang an des­sen Spit­ze stu­die­ren, wo jeweils der Men­schen­wür­de-Pas­sus von Arti­kel 1 uni­ver­sa­lis­tisch inter­pre­tiert und gegen ande­re Arti­kel des Grund­ge­set­zes aus­ge­spielt wird, in denen par­ti­ku­la­ris­tisch fixiert ist, dass es sich um das Grund­ge­setz des deut­schen Din­gens han­delt (Art. 20, 56, 116, 146). Der Ver­fas­sungs­schutz unter Mer­kel behan­delt also das Grund­ge­setz als ten­den­zi­ell ver­fas­sungs­feind­li­chen Text, wobei wir den gan­zen Kud­del­mud­del mal bei­sei­te las­sen, dass unser Hl. GG gar kei­ne Ver­fas­sung ist und ihm von Anbe­ginn eini­ge sata­ni­sche Ver­se ein­ge­schrie­ben wurden. 

Dar­aus ergibt sich das necki­sche Bon­mot: Der Tag wird kom­men, an wel­chem das Grund­ge­setz als ver­fas­sungs­feind­lich gilt.

Und sie­he, der Tag ist nah!

PS vom 13. Mai: In Dort­mund soll die Poli­zei eine Grund­ge­setz­ver­tei­lung durch Beschlag­nah­me ver­hin­dert haben, wird hier gemeldet. 

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Wo aber dem Grund­ge­setz Gefahr droht, da wach­sen sei­ne Ret­ter auch bzw. nach:

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Dazu pas­send:

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Glau­ben Sie nie­mals den Verschwörungstheoretikern!

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Ten­den­zi­ell wird der Wunsch, ein guter Mensch sein zu wol­len, für vie­le West­eu­ro­pä­er der letz­te gewe­sen sein.

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Mer­ke: Eine Kau­sa­li­tät besteht nicht zwi­schen Migra­ti­on und Kri­mi­na­li­tät oder Migra­ti­on und Woh­nungs­knapp­heit, son­dern zwi­schen dem Beschwei­gen die­ser Ursa­chen von Kri­mi­na­li­tät und Woh­nungs­knapp­heit und der sozia­len Beloh­nung dafür.

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Mei­ne Schwä­che fürs Apho­ris­ti­sche darf ich unter den Besu­chern des Klei­nen Eck­la­dens als bekannt vor­aus­set­zen, wobei die For­mu­lie­rung Eine Schwä­che für etwas haben die Sache nicht recht trifft; sie stammt ja aus der Sphä­re der Reli­gi­on bzw. der christ­li­chen Moral, die genann­te Schwä­che gilt etwas Sünd­haf­tem, dem Wei­be etwa, dem Wei­ne, dem Glücks­spiel, dem Nasch­werk, über­haupt der Völ­le­rei. Ich habe eine Schwä­che für etwas heißt: Ich kann von einer Sache nicht las­sen, die ent­we­der per se ver­werf­lich ist oder es in der exzes­si­ven Schwä­che wird. 

Wenn man frei­lich genau­er hin­schaut, auf den ers­ten Sün­den­fall, dann ist die Mut­ter aller Schwä­chen jene, die der Mensch für die Erkennt­nis hat – die Schlan­ge macht den Men­schen wis­sen­schaft­lich. Dass der Apho­ris­mus ein Medi­um der Erkennt­nis ist, wer­den auch die­je­ni­gen nicht bestrei­ten, die mit der unaus­weich­li­chen Undif­fe­ren­ziert­heit und apo­dik­ti­schen Pose die­ses Gen­res hadern. Ein guter Apho­ris­mus ist ein Spreng­satz. Er sprengt eine Bre­sche der Evi­denz in eine Zita­del­le aus Kon­ven­tio­nen, Über­zeu­gun­gen und Illu­sio­nen. Außer­dem lässt sich in Sen­ten­zen amü­sant plau­dern, wäh­rend Debat­ten oder Dis­kur­se auf ein end­lo­ses unele­gan­tes Geschwätz hinauslaufen. 

Ich schrei­be das, weil ich auf einen Apho­ris­men­pro­du­zen­ten hin­wei­sen will, auf den ich die­ser Tage auf­merk­sam wur­de. Sein Name ist Arne Kolb, ich weiß nicht, wer er ist, auf der Web­sei­te des online-Maga­zins Anbruch, wo eini­ge sei­ner Sen­ten­zen ver­öf­fent­licht sind, wird er ledig­lich mit den Wor­ten vor­ge­stellt, er sei „dem Müßig­gang erge­ben”. Der jun­ge Mann macht also offen­bar viel rich­tig, nicht nur, wenn er Apho­ris­men schreibt, etwa diese:


Ein gro­ßes Werk ist eines, nach des­sen Lek­tü­re wir in einer ande­ren Welt leben als zuvor. 

Mit dem Fort­schrei­ten der Glo­ba­li­sie­rung wird die Xeno­pho­bie zur ein­zi­gen Wäch­te­rin des Pluralismus. 

Die Klug­heit gebie­tet, dass die letz­ten sozia­lis­ti­schen Regime zu Anschau­ungs­zwe­cken erhal­ten werden. 

Wenn man sieht, wel­chen Unfug die Men­schen trei­ben, sowie sie zu Geld kom­men, scheint es vor­treff­lich, dass der gesell­schaft­li­che Reich­tum von einer klei­nen Min­der­heit okku­piert wird. 

Wer an Gott glaubt, hat kei­nen Grund sich zu bekla­gen; wer nicht an ihn glaubt kei­nen Anlass. 

Sei­en wir unver­nünf­tig: Wer ratio­na­le Moti­ve hat, wird sofort entlarvt. 

Der Nihi­lis­mus ist schlicht Man­gel an Talent: Da wir sterb­lich sind, kann jeder Trot­tel die umfas­sen­de Nich­tig­keit bewei­sen, doch nur ein Genie das Gegenteil. 

„Patri­ar­chat” ist das femi­nis­ti­sche Wort für Kultur. 

(Auf den letz­ten bin ich regel­recht neidisch.)

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Wer Zusam­men­hän­ge zwi­schen den fol­gen­den Mel­dun­gen auf der Web­sei­te der Welt erkennt, soll­te sich gegen Ver­schwö­rungs­theo­rien imp­fen lassen:

200511 WELT

Die Spa­ni­er seh­nen sich nei­disch nach Mer­kel, weil die per­sön­lich das Virus in Schach hält, indem sie nach lan­gem Zögern eine Qua­ran­tä­ne ver­häng­te, was in kei­nem ande­ren Land vor­stell­bar wäre – alles fai­led sta­tes –, wes­halb der­zeit nur 2,1 Mil­lio­nen ihrer Mün­del vor jenem Ruin ste­hen, der bei Trump und John­son jedem droht, froh­lockt über Ban­de die Wis­sen­schafts­kanz­ler­kreml­pres­se.
Und nun freue dich, Berlin! 

PS: Leser *** emp­fiehlt, sich ein­mal die durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung der Euro­pä­er anzu­schau­en. Aye aye!
(Die Zah­len sind von 2018, aber da an Covid-19 dank v.a. Mer­kel nicht mehr Men­schen ster­ben als an einer Grip­pe, dür­fen wir sie als halb­wegs reprä­sen­ta­tiv nehmen.) 

Screenshot 2020 05 12 11.42.56

Die gan­ze Lis­te ist zu lang; Deutsch­land folgt auf Platz 18 mit 81 Jah­ren, was übri­gens auch EU-Durch­nitts­wert ist. Es scheint sich um ein ähn­li­ches Para­do­xon zu han­deln wie jenes, dass unser bekannt­lich „bes­tes Deutsch­land, das es jemals gab” (Gauck, Stein­mei­er e tut­ti quan­ti) gegen­über allen schlech­te­ren Deutsch­län­dern vor­her deut­lich weni­ger Kin­der pro­du­ziert, was ich aus einer Lau­ne her­aus ein­mal als den Ver­such cha­rak­te­ri­sier­te, die Ein­zig­ar­tig­keit die­ses bes­ten Deutsch­lands, das es ja gab, nicht durch Fort­be­stand zu gefähr­den.

Ange­sichts die­ser Zah­len fragt sich Leser ***, „wo eigent­lich etwas schief läuft?  Bei uns, mit unse­rem ach so toĺ­len Gesund­heits­sys­tem, oder im Knob­lauch­gür­tel mit deren so maro­den? Natür­lich kommt einem sofort Kli­ma, Ernäh­rungs- und Lebens­wei­se in den Sinn. Das wie­der­um wider­spricht der The­se der Kli­ma­hys­te­ri­ker, daß war­mes Wet­ter Tau­sen­de von Opfern for­dert. Und daß die Genann­ten die Eig­ner rei­ner Bio­gär­ten sind, wäre mir auch neu – spa­ni­sches Obst und Gemü­se hat in unse­ren Super­märk­ten ein eher zwei­fel­haf­tes Ranking. 
Ich emp­fin­de längs­te Lebens­ar­beits­zeit, nied­ri­ge Ren­ten, höchs­te Ener­giepei­se, höchs­te Steu­er­quo­te, unter­durch­schnitt­li­che Eigen­tums­quo­te, zwangs­ge­pam­per­ten Staats­funk und dazu eine eine im Ver­gleich beschei­de­ne Lebens­er­war­tung als ziem­lich unge­recht. Viel­leicht sind die oben genann­ten Para­me­ter Ursa­che für unser Frü­her­ab­le­ben. In die­sem Fal­le soll­te aber in Bäl­de die ger­ne von Mer­kel ver­folg­te ‚Euro­päi­sche Lösung’ einer ver­ein­heit­lich­ten Lebens­er­war­tung gezo­gen wer­den. D.h. fran­zö­si­sche Strom­prei­se, iri­sche Steu­er­sät­ze, ita­lie­ni­sches Ren­ten­ein­tritts­al­ter etc.
Ich bin ver­wirrt – ein Wirr­kopf quasi…”

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