31. Mai 2020

„Bald kommt die zwei­te Coro­na­wel­le – und die zwei­te Sofort­hil­fe.”
(Freund ***, Dirigent)

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Die Post­scrip­ta zu Ernst Jün­gers „Bur­gun­der­sze­ne”, die an die­ser Stel­le stan­den, sind, mit wei­te­ren Nach­schrif­ten ver­se­hen, unter den Text gewan­dert, zu dem sie gehö­ren, hier­hin.

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Die Ras­sen­un­ru­hen in Über­see nach der Tötung eines Schwar­zen durch wei­ße Cops wer­fen eini­ge Fra­gen auf, zunächst jene, wer da eigent­lich zu ran­da­lie­ren begon­nen hat:

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Ja, auch dort gibt es bekannt­lich eine Neo- bzw. Anti­fa. (Das Video kön­nen Sie hier sehen.)

Der Süd­deut­sche Beob­ach­ter meldet:

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Min­nea­po­lis scheint eine Art ame­ri­ka­ni­sches Chem­nitz zu wer­den, in dem ein Mord resp. Tot­schlag die Gemü­ter ein­hei­mi­scher „Deplor­ables” (in halb­wegs ähn­li­chem Zusam­men­hang: H. Clin­ton) erhitzt, die von der Oppo­si­ti­on unter­stützt wer­den. Mög­li­cher­wei­se ging der hie­si­gen Qua­li­täts­pres­se trotz aller Akri­bie das eine oder ande­re High­light der inzwi­schen lan­des­wei­ten Pro­tes­te durch die Lap­pen, etwa: „A man in St. Lou­is was drag­ged and kil­led by a FedEx truck ear­ly Satur­day fol­lowing hours of vio­lent demons­tra­ti­ons that rocked the city” (hier).

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Leser *** sen­det „eine inter­es­san­te Tabel­le vom Daten­lie­fe­ran­ten sta­tis­ta, die zeigt, dass in den USA kon­stant deut­lich mehr wei­ße Kon­struk­te von Poli­zis­ten erschos­sen wer­den als schwarze:

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Ver­mut­lich wür­den die ‚Qua­li­täts­me­di­en’ in die­sem für sie ungüns­ti­gen Fall sofort ein­wen­den, man müs­se die Zah­len natür­lich auf den Bevöl­ke­rungs­an­teil bezie­hen. Das ist ein Gedan­ke, den sie beim täg­li­chen Trump-Bashing wegen Coro­na nicht ein­mal ent­fernt ins Spiel brin­gen, wie der Pan­de­mie-Schnell­über­blick aus dem Spie­gel unten zeigt:

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Es wird beim Spie­gel (wie auch bei der Tages­schau) nur mit abso­lu­ten Zah­len gear­bei­tet, weil die­se Trump schlech­ter daste­hen las­sen. Nimmt man – wie es zum Ver­glei­chen ein­zig ver­nünf­tig ist – die Zah­len pro Kopf, käme ein ganz ande­res Bild zustan­de. Dann wür­den die USA bei den Infi­zier­ten auf Platz 11 hin­ter Län­dern wie Luxem­burg (5) und Spa­ni­en (9) lie­gen. Bei den Toten pro Kopf kämen sie sogar nur auf Platz 12; hin­ter Bel­gi­en, Spa­ni­en, UK, Ita­li­en, Frank­reich, Schwe­den, Nie­der­lan­de, Irland. Bel­gi­en hat sogar mehr als zwei­ein­halb mal so vie­le Tote pro Kopf wie die USA.”

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Der Spie­gel hat­te frü­her die Eigen­art, mit den poli­ti­schen und gesell­schaf­ten Akteu­ren so hoch­nä­sig umzu­ge­hen, dass bei sei­nen Lesern der Ein­druck erweckt wur­de, sie stün­den mit­samt den Spie­gel-Autoren hoch dar­über. Das Blatt wur­de von Herostra­ten gemacht, Ido­la­trie war ver­pönt, Regie­rungs­kri­tik obli­ga­to­risch. Fast alle Arti­kel erschie­nen ohne Autoren­na­men, aber die Hälf­te der Ver­fas­ser erkann­te man doch an ihrem Schreib­stil. Im heu­ti­gen Spie­gel haben sich die Ver­hält­nis­se umge­kehrt. Ido­la­trie und Staats­fröm­mig­keit bil­den die Tri­bü­ne, von wel­cher her­ab die Leser­schaft per­ma­nent belehrt wird, und unter den ein­an­der wie ein Ei oder Eier­kopf dem ande­ren glei­chen­den Arti­keln ste­hen unter­schied­li­che Autoren­na­men, deren Her­den­an­ony­mi­tät (nicht ‑immu­ni­tät!) den­noch gesi­chert ist.

In der aktu­el­len Aus­ga­be sti­li­sie­ren die Genos­sen Jour­na­lis­ten den Ober­seu­chen­be­kämp­fer Chris­ti­an Dros­ten sozu­sa­gen zum Robert Habeck unter den Virologen:

Drosten ikonografisch

„Ein Volk, ein Reich, ein Dros­ten”, läs­tert lust­voll Leser ***. „Aber Respekt, daß der Spie­gel sich traut, die­se gera­de­zu iko­no­gra­phi­schen Fotos des Labor­fuch­ses an der Virus­front, der vol­ler Zuver­sicht in eine unge­wis­se Zukunft schaut, mit einem Zitat, des­sen Wahr­heits­ge­halt jeder, aus­nahms­los jeder, mit weni­gen Maus­klicks über­prü­fen kann, zu ver­öf­fent­li­chen. Wür­de die 4. Gewalt noch halb­wegs funk­tio­nie­ren, anstatt regie­rungs­treu den Lesern PR zu ver­kau­fen, wäre Dros­tens Glaub­wür­dig­keit nun wohl end­gül­tig ruiniert.” 

  
Deutsch­land ste­he der­zeit bei  220 Infizierten/10 Toten auf 100.000 Ein­woh­ner. Weni­ger Infizierte/Tote pro Kopf­zahl haben u.a. Nor­we­gen, Öster­reich, Polen, Tsche­chi­en, die Tür­kei, der Iran, Isra­el, Argen­ti­ni­en, Uru­gu­ay und alle ost­asia­ti­schen Län­der (Quel­le). Aber schlau­er­wei­se lau­tet das Zitat „kein ver­gleich­ba­res Land der Welt”. Und solan­ge ’schland Per­so­nal wie Mer­kel, Stein­mei­er, Clau­dia Kip­ping-Eckardt und eben Dros­ten hat, ist es unvergleichlich.

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„Ich habe immer noch kein Bild von Mer­kel mit Mas­ke gese­hen”, schreibt Leser ***. „Sie?”

Ein Bild nicht – sie waren bei­de auf der Trau­er­fei­er für Wes­ter­wel­le, haben sich aber sonst wohl nie getrof­fen –, dafür aber das:

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Ernst bei­sei­te: nein, habe ich nicht (dabei wür­de eine Mas­ke sie durch­aus klei­den). Quod licet Iovi, non licet bovi.

PS: „Jeder hat Mer­kel mit Mas­ke gese­hen. Sie trägt die­se dau­er­haft. Das wah­re Gesicht wür­den uns erschre­cken.”
(Leser ***)

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Klei­ne Fra­ge am bzw. vom Ran­de: Wer war damals eigent­lich US-Präsident?

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Im Streit um den von Unver­zeih­li­chen gewähl­ten Rade­beu­ler Kul­tur­amts­lei­ter Jörg Ber­nig haben die übli­chen Unter­stüt­zer mit einem Offe­nen Brief zugleich Öl ins Feu­er und Was­ser auf Müh­len gegos­sen, dar­un­ter Uwe Tell­kamp, Uwe Stei­m­le und Vera Lengs­feld. Der Diri­gent Chris­ti­an Thie­le­mann indes sog prak­tisch noch wäh­rend sei­ner Unter­schrift
den Athem ein,
mit dem er wider­rief:
so schnell war sei­ne Kehr!
Eine Spre­che­rin erklär­te, der Maes­tro sei „unzu­rei­chend infor­miert” gewe­sen. Es wird ver­mu­tet, dass die­se unzu­rei­chen­de Infor­miert­heit sich vor allem auf Anru­fe bezieht, die zwi­schen der Bekannt­ga­be und der Rück­nah­me der Unter­schrift bei Thie­le­mann ein­gin­gen. Unbe­stä­tig­ten Ver­schwö­rungs­ge­rüch­ten zufol­ge soll in der Mul­ti­kul­ti-Thing­stät­te Bay­reuth bereits der Tisch für den Kapell­meis­ter abge­deckt wor­den sein; auch die „Vil­la Bären­fett” habe mit lebens­läng­li­cher Litt­le­big­hor­ni­sie­rung samt Skalp­we­de­lei durch einen leib­haf­ti­gen Nach­kom­men von Ite-o-Maga­zu gedroht (obwohl der Urahn doch auch, wie Ber­nig, eine Art von Migra­ti­ons­kri­ti­ker war, merkwürdig).

                                 ***
 

„Er ist ein vor­sich­ti­ger Muti­ger.”
(Kame­rad *** in ande­rem, aber ähn­li­chem Zusam­men­hang über einen ande­ren, aber ide­al­ty­pisch iden­ti­schen Fall)

                                 ***

„Was soll der ‚vor­sich­tig Muti­ge’ den tun?” fragt Freund ***. „Diri­gie­ren in der inne­ren Emi­gra­ti­on? Die Baye­ri­sche Staats­oper hat er nicht bekom­men, die Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker schon gar nicht. Das sind pc-Entscheidungen!”

Gott, dass ich ich so etwas schon nach drei­ßig Jah­ren wie­der zu hören bekom­men darf! (Aber dass die Dresd­ner den der­zeit bes­ten Diri­gen­ten der Welt wegen einer Unter­schrift für Jörg Ber­nig ent­las­sen wür­den, mag ich den­noch nicht recht glauben…)

                                 ***

Die ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­lis­tin Emi­ly Eakin hat berich­tet, Sie hät­ten sie, statt sich inter­view­en zu las­sen, zum Geschlechts­ver­kehr über­re­den wollen.

HOUELLEBECQ: Ja, aber die­se Dame war völ­lig neu­ro­tisch. Ich hat­te ihr erzählt, daß ich in Swin­ger­clubs gehe. Zuerst woll­te sie mit­ge­hen, dann wie­der nicht.

Sie haben sich wäh­rend des Inter­views ange­trun­ken und sind mit­ten­drin eingeschlafen.

HOUELLEBECQ: Ja, die­se Frau hat mich wirk­lich genervt.

Heu­te sind Sie ganz aufgeweckt…

HOUELLEBECQ: Nicht mehr lange.

… und Sie trin­ken nicht.

HOUELLEBECQ: Aber bald.

(aus: André Mül­ler inter­viewt Michel Hou­el­le­becq, erschie­nen am 28. Febru­ar 2002 in der Züri­cher Welt­wo­che)

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