6. Mai 2020

 

„Die reli­giö­sen Neu­ro­sen sind – wie eini­ges ande­re auch – so sel­ten gewor­den, weil sie ein Min­dest­maß an All­ge­mein­bil­dung vor­aus­set­zen.„
Jür­gen Große

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Das ist aber noch nichts im Ver­gleich zu dem, was ich euch nächs­tes Jahr antun wer­de! (Könn­te eine nicht ganz unge­fähr­li­che deut­sche Poli­ti­ke­rin frei nach Schahra­sad sagen, auch wenn sie wahr­schein­lich nicht weiß, wer das ist.)

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Neue Redens­art: Das ist so sicher wie der nächs­te Messerangriff.

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Bildungsnazis

(Netz­fund)

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Das war‘s, Herr Kahrs. Jam­mer­scha­de. Der Bun­des­tag ver­liert einen sei­ner knuf­figs­ten, pro­fi­lier­tes­ten und cha­rak­ter­volls­ten Abge­ord­ne­ten. Johan­nes Kahrs (Rest-SPD), ein Mensch von einer ent­zü­cken­den Grundunschmie­rig­keit, gemüt­voll, gebil­det, ele­gant, mit tadel­lo­sen Manie­ren und stets bereit, Hal­tung zu zei­gen, war eine wirk­li­che Karya­ti­de des spät­deut­schen Par­la­men­ta­ris­mus. Cou­ra­giert bis in die Band­schei­ben­schä­den, kämpf­te der Ham­bur­ger Sozi und Muse­ums­schif­feh­ren­ka­pi­tän in stol­zer Iso­la­ti­on gegen den „Hau­fen rechts­ra­di­ka­ler Arsch­lö­cher im Par­la­ment”, der dort seit Ende 2017 lun­gert, hetzt und spal­tet (und von Arsch­lö­chern ver­steht der Mann was). Unge­ach­tet per­sön­li­cher Nach­tei­le und dro­hen­der Schutz­haft for­der­te Kahrs mehr­fach ein AfD-Ver­bot. Sei­ne Reden (etwa hier oder hier) gehör­ten zu den Stern­stun­den des deut­schen Par­la­men­ta­ris­mus und wer­den der­mal­einst neben jenen von Bis­marck, Heuss, Schmidt und Her­mann Göring bzw. ‑Eckardt genannt werden. 

Im Fel­de blieb der Reser­veoberst unbe­siegt (außer von Eva Högl). Ihm wur­de in aller Dis­kre­ti­on das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Ban­de ver­lie­hen, und es heißt, er habe das Ers­te Staats­examen in absen­tia absol­viert. Dank sei­ner ori­gi­nel­len und eigen­wil­li­gen Metho­den genießt Kahrs bei den Ham­bur­ger Sozi­al­de­mo­kra­ten den Sta­tus ori­gi­nel­ler Eigen­wil­lig­keit. Er hat­te immer ein Herz für sozi­al schwä­che­re und deut­lich jün­ge­re Par­tei­mit­glie­der resp. ‑sym­pa­thi­san­ten, ohne viel Auf­he­bens davon zu machen; nie hat er sich mit jenen kari­ta­ti­ven Über­nach­tun­gen gebrüs­tet, die sei­ner zwi­schen­mensch­li­chen Güte nach­ge­rühmt wer­den. „Es ist ein Ver­lust für die Frak­ti­on, weil er ein Aus­hän­ge­schild mit Ecken und Kan­ten ist”, seufz­te der SPD-Abge­ord­ne­te Fal­ko Mohrs beim Sor­tie­ren der übrig­ge­blie­be­nen kan­ten­lo­sen Rundschilder.

Einer der letz­ten Däm­me gegen rechts ist mit die­sem Rück­tritt geris­sen, quatsch: gebro­chen. In Kahrs gewal­ti­gen Fuß­stap­fen schlot­tert einst­wei­len ein ihm in Sachen Tap­fer­keit und Rauf­lust noch unter­le­ge­ner Nach­wuchs­so­zia­list, der Angst vor der eige­nen Cou­ra­ge bekam und die­sen Tweet wie­der löschte: 

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Zum 75. Jah­res­tag der deut­schen Kapi­tu­la­ti­on wird wie­der der Vor­schlag laut, den 8. Mai als „Tag der Befrei­ung” zum gesetz­li­chen Fei­er­tag zu dekla­rie­ren, was er im fort­schritt­li­che­ren Deutsch­land bekannt­lich längst war*. Ich möch­te kei­nem ein­zi­gen NS-Opfer zu nahe tre­ten, aber allen ande­ren, die mit die­sem erpres­se­ri­schen Vor­schlag daher­kom­men, des­to mehr. Der 8. Mai ist ein durch und durch ambi­va­len­tes Datum; mit den Wor­ten von Theo­dor Heuss war Deutsch­land damals „erlöst und ver­nich­tet” zugleich, und wer nur der Erlös­ten gedenkt, ver­höhnt die Ver­nich­te­ten. Nicht nur das mör­de­ri­sche NS-Regime fuhr zur Höl­le, son­dern Deutsch­land wur­de sowohl als eigen­stän­di­ger Staat als auch buch­stäb­lich zer­schla­gen. Es gab Mil­lio­nen Deut­sche, die befreit, aber eben auch Mil­lio­nen, die nicht befreit wurden. 

Ich habe mehr­fach dar­über geschrie­ben (etwa hier oder hier) und hal­te die Idee, die Erobe­rung Ost­eu­ro­pas und Mit­tel­deutsch­lands durch Sta­lins Ter­ror­sys­tem als „Befrei­ung” zu fei­ern, für per­vers. Hier tritt eine Men­ta­li­tät zuta­ge, die kei­ner­lei Dif­fe­renz mehr erträgt und eine Exkul­pa­ti­on des Kom­mu­nis­mus in den Kauf nimmt, um Deutsch­land geschichts­po­li­tisch zu erle­di­gen. Denn dar­auf läuft es hin­aus: Mit der Nobi­li­tie­rung des Sie­ges der Alli­ier­ten zum Natio­nal­fei­er­tag wür­de prak­tisch jede Ver­bin­dung zum Deutsch­land vor Hit­ler durch­trennt. Man wür­de außer­dem Aber­tau­sen­de ver­trie­be­ne, ermor­de­te, ver­ge­wal­tig­te und aus­ge­bomb­te Zivi­lis­ten zur Quan­ti­té nég­li­ge­ab­le erklä­ren und buch­stäb­lich auf Grä­bern von Kin­dern fei­ern. Jede Empa­thie gegen­über den Opfern der Sie­ger, sofern sie zum Ein­spruch gegen eine sol­che selek­ti­ve Geden­klo­gik führ­te, wür­de aber als NS-„Relativierung” (was immer das sein soll) und in nächs­ter Stu­fe als NS-Sym­pa­thi­san­ten­tum stig­ma­ti­siert und kri­mi­na­li­siert. Es wäre der ulti­ma­ti­ve Tri­umph Kre­ons über Anti­go­ne bei gleich­zei­ti­ger Exkom­mu­ni­ka­ti­ons­dro­hung gegen Sopho­kles. Es wäre eine Art his­to­ri­scher Selbst­mord, eine Rück­kehr in die DDR.

Im Übri­gen kamen weder die Sowjets noch die Ame­ri­ka­ner oder die Bri­ten sei­ner­zeit auf den Gedan­ken, den Sieg über Deutsch­land als Befrei­ung zu betrach­ten. Die bekann­te Direk­ti­ve JCS 1067 der US-ame­ri­ka­ni­schen Gene­ral­stabs­chefs an den Kom­man­deur der US-Streit­kräf­te in Deutsch­land und Mili­tär­gou­ver­neur über die ame­ri­ka­ni­sche Besat­zungs­zo­ne vom April 1945 begann ganz unsen­ti­men­tal mit den Wor­ten: „Deutsch­land wird nicht besetzt zum Zwe­cke sei­ner Befrei­ung, son­dern als ein besieg­ter Feind­staat.” Als man Chur­chill Fotos von zer­bomb­ten deut­schen Städ­ten zeig­te, mur­mel­te er nichts von „Befrei­ern”, son­dern von „Bar­ba­ren”, womit er dies­mal nicht die Krauts mein­te. Sogar Väter­chen Sta­lin mach­te einen Unters­hied und ließ, nach­dem sei­ne Trup­pen ihre Kir­mes aus Sie­ges­rausch und Ver­gel­tungs­drang been­det hat­ten, die Losung aus­ge­ben: „Die Hit­ler kom­men und gehen, aber das deut­sche Volk bleibt.” Doch wie Sir Win­s­ton eben­falls und wahr­schein­lich letzt­gül­tig fest­stell­te, hat man die­se Deut­schen ent­we­der an der Keh­le, oder sie lecken einem die Stiefel.

* Der 8. Mai war in der DDR bis 1967 und dann noch ein­mal 1985, zum 40. Jah­res­tag des Kriegs­en­des, gesetz­li­cher Fei­er­tag. (In mei­ner per­sön­li­chen Erin­ne­rung war er es die gesam­te Zeit, ob sich das all­ge­mei­ne pro­pa­gan­dis­ti­sche Tam­tam nun mit dem indi­vi­du­el­len Auf­su­chen eines Arbeits­plat­zes über­schnitt oder nicht.)

Vor eini­gen Mona­ten schrieb mir ein Leser zu die­sem The­ma Folgendes:

„Es ist eine Über­spit­zung, aber man nähert sich viel­leicht einer Wahr­heit, wenn man sagt, dass die deut­sche Geschichts­wis­sen­schaft seit 1945 zu wei­ten Tei­len damit befasst ist, die Dik­ta­te der Sie­ger von 1918 und 1945 his­to­risch zu legi­ti­mie­ren. Das genaue Aus­maß an Ver­schleie­rung und Ten­den­zio­si­tät kann ich (wie­wohl – oder weil? – gelern­ter His­to­ri­ker) auf Grund der wesent­li­chen Ein­stim­mig­keit der meis­ten aner­kann­ten his­to­rio­gra­fi­schen Dar­stel­lun­gen nur erah­nen, aber selbst eine blo­ße Ahnung kann einem den Atem rauben.

Aber alle­mal kann man sich, zumin­dest für einen Augen­blick, gleich­sam mit Fol­gen­dem beru­hi­gen: Mit der Ten­denz zu oft­mals schlecht begrün­de­ter his­to­ri­scher ‚Selbst’-Anklage – rich­ti­ger und genau­er: zu schlecht begrün­de­ter Ankla­ge, Dif­fa­mie­rung der eige­nen Ahnen aus der Zeit vor bestimm­ten Stich­da­ten – ste­hen ‚wir’, zwei­ma­li­ge Ver­lie­rer von Welt­krie­gen, nicht allein da, son­dern rei­hen uns viel­mehr ein unter die west­li­chen Sie­ger­mäch­te. (Die aller­dings ande­re Stich­da­ten und ‑wör­ter haben als ‚wir’. ‚Kul­tu­rel­ler Selbst­hass des Abend­lands’ ist ein von kon­ser­va­ti­ven Autoren gele­gent­lich ver­wen­de­ter ‚umbrel­la term’, der das Gemein­te wohl umfasst, aber eben­falls nicht prä­zi­se genug ist.)

Und die Sache hat auch, selbst­ver­ständ­lich, ihre Ver­nunft: Was den deut­schen Fall betrifft, wird so nicht nur das Ver­hal­ten der Sie­ger legi­ti­miert; die Plä­ne des dar­in weben­den Geis­tes sind umfas­sen­der. Man sug­ge­riert mit sol­cher his­to­ri­scher ‚Selbst’-Anklage auch, wie viel bes­ser man sei, nun man sich die Ori­en­tie­run­gen der Sie­ger von einst zu Eigen gemacht hat; man arbei­tet sich damit vor in Rich­tung auf das Recht, sich nun, nach glück­li­chem Voll­zug des ‚Lan­gen Wegs nach Wes­ten’ (Hein­rich August Wink­ler), an ihre Sei­te zu stel­len; damit ins­be­son­de­re auf die Sei­te des seit Anfang der 1990er ganz unge­hemmt tri­um­phie­ren­den Atlantismus.

Zuletzt ver­schmilzt der Sinn der deut­schen ‚Selbst’-Anklage mit dem der ‚Selbst’-Anklagen der Freun­de im Wes­ten: Sie die­nen nahe­zu unmit­tel­bar der Stär­kung des Glau­bens, es sei, was als Neo-Impe­ria­lis­mus, als kal­te Inter­es­sens- und Macht­po­li­tik kapi­ta­lis­ti­scher Eli­ten erschei­nen könn­te, im Eigent­li­chen nichts als die Rea­li­sie­rung der end­lich errun­ge­nen, wahr­haft uni­ver­sa­len prak­ti­schen Wahr­heit, der von aller schä­bi­gen Affek­ti­on und Modi­fi­ka­ti­on durch bloß par­ti­ku­la­re Inter­es­sen end­lich ganz und gar gerei­nig­ten Ant­wort auf die Fra­ge ‚Was tun?’ (Kant – und Lenin 1902!). Jener angeb­lich abso­lu­ten Wahr­heit, m. a. W., die auch schon die Grund­la­ge des Ter­reur der Jako­bi­ner ausmachte.

Dabei setzt die ‚Selbst’-Anklage zunächst dar­auf, als ech­te Selbst­an­kla­ge auf­ge­fasst zu wer­den: Wer die eige­nen Ahnen so ver­nich­ten­der Kri­tik aus­setzt, rech­net heim­lich auf Effekt gera­de bei einem Publi­kum, bei dem noch Gel­tung hat, was etwa auch der Auf­klä­rer Les­sing noch sei­nen Nathan als siche­ren gemein­sa­men Unter­grund aller, auch der fun­da­men­tals­ten Kon­tro­ver­se for­mu­lie­ren lässt (Nathan der Wei­se, „Ring­pa­ra­bel“, 3. Auf­zug, 7. Auf­tritt, V. 1980–1986):

Nun, wes­sen Treu und Glau­ben zieht man denn
Am wenigs­ten in Zwei­fel? Doch der Sei­nen?
Doch deren Blut wir sind? […]Wie kann ich mei­nen Vätern weni­ger
Als du den dei­nen glau­ben? Oder umgekehrt. –

Sieh, mei­ne Wahr­heit ist so ernst, das gibt ein sol­cher ‚Selbst’-Kritiker zu ver­ste­hen, dass in ihrem Ange­sicht selbst so ein alt­ehr­wür­di­ger Grund­satz in den Staub sinkt! Mei­ne Gerech­tig­keit ist erha­ben über die Ban­de des Blu­tes! Gera­de wem die­se Ban­de viel bedeu­ten, dem muss die ‚Objek­ti­vi­tät’ und Prin­zi­pi­en­treue des­je­ni­gen, der sogar sei­ne Ahnen ver­dammt, Ehr­furcht abnö­ti­gen. Ein Kol­lek­tiv, das zu sol­chem Urteil über sein eige­nes frü­he­res Tun fähig ist, von dem, so muss ein tra­di­tio­na­lis­ti­sches Publi­kum zu den­ken ver­führt sein, wer­den die ange­pran­ger­ten Unta­ten dann ja für­der­hin nicht mehr zu erwar­ten sein.

Selbst­ver­ständ­lich wird eine sol­che Reak­ti­on in der Kon­fron­ta­ti­on mit dem rea­len (non-ver­ba­len) Agie­ren des ‚Frei­en Wes­tens’ unwei­ger­lich zu Ent­täu­schun­gen führen.

In Wahr­heit ist aber die Erwar­tung, der ‚Freie Wes­ten’, der sei­ne Ver­gan­gen­heit doch in der­ma­ßen kri­ti­schem Licht aus­stellt, müs­se aus den selbst ein­ge­stan­de­nen Feh­lern und Sün­den gelernt haben, nicht ein­fach nur blau­äu­gig, son­dern greift v. a. am inners­ten Wesens­kern der hin­ter den his­to­ri­schen ‚Selbst’-Anklagen ste­hen­den Ideo­lo­gie vor­bei: Ihrem tiefs­ten Sinn nach sind sie über­haupt kei­ne refle­xi­ven Urtei­le der Form ‚Wir haben damals das-und-das falsch gemacht’, son­dern bestehen in einem Rück­zug aus dem ange­klag­ten ‚Wir’, ja letzt­lich in einer Pro­ble­ma­ti­sie­rung jedes ‚Wir’ als sol­chem (Her­vor­he­bung von mir – M.K.). Das Schei­ßen auf die eige­nen Ahnen nährt einen Indi­vi­dua­lis­mus, durch den es schließ­lich über­haupt unmög­lich wird, sich noch irgend­ei­nem leben­di­gen, hand­lungs­fä­hi­gem Kol­lek­tiv von eini­gem Gewicht zuge­hö­rig zu füh­len; einen Indi­vi­dua­lis­mus, der in der Kon­se­quenz die Ver­nich­tung nicht nur der durch ‚pri­mor­dia­le Bin­dun­gen’ (Clif­ford Geertz) gestif­te­ten Kol­lek­ti­ve (Fami­lie, Volk, die Reli­gi­on, in die man „hin­ein­ge­bo­ren“ wur­de) betreibt, son­dern des Kol­lek­ti­ven über­haupt, als etwas das Indi­vi­du­el­le wesens­mä­ßig Über­stei­gen­des; eine extre­me revi­sio­na­ry meta­phy­sics (Straw­son), die einen Sturm­an­griff auf unser Kate­go­rien­sys­tem führt.

Was die­ser Sturm­an­griff übrig­las­sen will, ist bes­ten­falls eine zum Abs­trak­tum dege­ne­rier­te Mensch­heit. Eine hoh­le Phra­se, die alles und nichts besagt, deren Ant­onym ‚Unmensch’ mit­hin leicht an jeden Belie­bi­gen zu hef­ten ist, der Anstal­ten zu irgend­ei­ner Form von par­ti­ku­la­ris­tisch-kol­lek­ti­vis­ti­schem Wider­stand macht.”

                                 ***

Noch zum Vorigen.

„Kir­chen­van­da­lis­mus wird immer hem­mungs­lo­ser”, mel­det der Baye­ri­sche Rund­funk auf sei­ner Web­sei­te. „Die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz beob­ach­tet seit Jah­ren eine Zunah­me von Kir­chen­van­da­lis­mus – nicht nur in Zah­len, son­dern auch qua­li­ta­tiv. Die Täter wer­den immer dreis­ter, immer hem­mungs­lo­ser. (…) Am Wochen­en­de schlug ein mut­maß­li­cher Seri­en­tä­ter in Aurach in Mit­tel­fran­ken wie­der zu. Er zer­stör­te ein Flur­kreuz und trenn­te die Bei­ne der Chris­tus­fi­gur ab. Ver­mut­lich ein Kir­chen­has­ser, sagt Ste­fan Bau­er, Spre­cher der Poli­zei Mittelfranken.”

Ein Kir­chen­has­ser kommt sel­ten allein. Wahr­schein­lich han­delt es sich um mili­tan­te säch­si­sche Nietz­schea­ner, denen daheim die Frau­en weg­ge­lau­fen sind. 

„ ‚Wir gehen davon aus, dass häu­fig Gel­tungs­drang eine gro­ße Rol­le spielt’, so Bau­er. Nur in Ein­zel­fäl­len gehe man davon aus, dass ein Täter einen ganz per­sön­li­chen Hass gegen Kir­che und Glau­ben habe und aus die­ser Moti­va­ti­on her­aus agiere.”

Einen „Hass gegen Glau­ben” haben gemein­hin nur Athe­is­ten. (Sind Reichs­bür­ger eigent­lich Athe­is­ten?) Und „Gel­tungs­drang”, das deu­tet auf „Jugend­li­che”. Jugend­li­che Athe­is­ten also.

„Jakob Johan­nes Koch, Kul­tur­re­fe­rent der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, erklärt: ‚Wir haben seit etli­chen Jah­ren ver­mehrt Hin­wei­se, dass es sich um extre­mis­ti­sche, ideo­lo­gisch beding­te Straf­ta­ten han­delt’ ”(hier folgt ein Link auf einen Fall von Graf­fi­ti-Van­da­lis­mus mit links­ex­tre­mem Voka­bu­lar). „Es wür­den gezielt Bild­wer­ke beschä­digt, Hei­li­gen­sta­tu­en und Chris­tus­fi­gu­ren am Kru­zi­fix wür­den Köp­fe abge­schla­gen und die Glied­ma­ßen ent­fernt. In den Kir­chen wer­de uri­niert und exkrementiert.”

Nun nun, lang­sam bit­te. Das kann nor­ma­le inkon­ti­nen­te Lauf­kund­schaft gewe­sen sein. Ansons­ten wür­den die glau­bens­has­sen­den und gel­tungs­süch­ti­gen Täter wahr­schein­lich auch Moscheen heim­su­chen – wenn es dort nur Hei­li­gen­fi­gu­ren zum Köp­fen gäbe. 

                                 ***

Indes:
„Das Schei­tern des Chris­ten­tums ist christ­li­che Dok­trin.„
Nicolás Gómez Dávila

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