2. Juni 2020

„Das Gefühl der Dank­bar­keit und Beschei­den­heit, das jedes Mit­glied einer jeden Kul­tur gegen­über allen ande­ren emp­fin­den kann und muß, kann sich nur auf eine ein­zi­ge Über­zeu­gung grün­den: daß die ande­ren Kul­tu­ren sich von sei­ner eige­nen auf die ver­schie­dens­te Art unter­schei­den (…) Die Welt­zi­vi­li­sa­ti­on kann nichts ande­res sein als die welt­wei­te Koali­ti­on von Kul­tu­ren, von denen jede ihre Ori­gi­na­li­tät bewahrt.„
Clau­de Lévi-Strauss, „Ras­se und Geschich­te”, Frankfurt/M. 1972 (Ori­gi­nal 1952), S. 74

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„2,2 Mil­lio­nen Bundesbürger/innen haben am 6. März 1983 dafür gesorgt, daß im Bun­des­tag eine wirk­li­che Oppo­si­ti­ons­par­tei ver­tre­ten ist, die grund­le­gen­de Alter­na­ti­ve zum zerstörerischen Kurs der Alt­par­tei­en zu bie­ten hat: Die Par­tei Die Grü­nen.„
Präambel des 1987er Bun­des­tags­wahl­pro­gramms der Grünen, ers­ter Satz (Her­vor­he­bung von mir).

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Wir hören und lesen viel vom Insek­ten­ster­ben. Als regel­mä­ßig und ver­gleichs­wei­se zügig im Vor­al­pen­land mei­ne Kilo­me­ter auf dem Rad her­un­ter­spu­len­der Luft­wi­der­stand fällt mir auf, dass deut­lich mehr Insek­ten unter­wegs sind, also bei mir im Gesicht lan­den, als bei­spiels­wei­se im letz­ten Jahr. Ein im Ber­li­ner Umland der­sel­ben Lei­bes­übung mit Regel­mä­ßig­keit oblie­gen­der Bekann­ter bestä­tigt die­sen Befund. Soll­te er zutref­fen, wäre der mil­de Win­ter die nahe­lie­gen­de Erklä­rung. Wenn die­se Tem­pe­ra­tu­ren tat­säch­lich auf den mensch­li­chen Koh­len­di­oxid­aus­stoß zurück­ge­hen – ich will über die Stich­hal­tig­keit die­ser The­se so wenig dis­ku­tie­ren wie über ande­re Glau­bens­din­ge –, dann müss­te jener ja der Arten­viel­falt oder immer­hin der flie­gen­den Bio­mas­se för­der­lich sein.

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Es zeich­net sich immer mehr ab, dass die von den deut­schen Wahr­heits­me­di­en zu „Pro­tes­ten” ver­nied­lich­ten Aus­schrei­tun­gen in vie­len Städ­ten der USA von Links­ex­tre­mis­ten unab­hän­gig von ihrem Anlass geplant und orga­ni­siert wor­den sind. Danisch berich­tet auf sei­nem Blog sehr aus­führ­lich dar­über, etwa dass in vie­len ame­ri­ka­ni­schen Städ­ten gro­ße Men­gen bereit­ge­leg­ter Zie­gel- und Pflas­ter­stei­ne gefun­den wur­den, „offen­bar Wurf­mu­ni­ti­on”, außer­dem mit Ben­zin gefüll­te Was­ser­fla­schen. „Es gab auch Vide­os, auf denen Leu­te mit dem Auto rum­fah­ren und Schwar­ze mit schö­nen Pflas­ter­stei­nen ver­sor­gen” (hier). All­mäh­lich wer­den auch die ers­ten Orga­ni­sa­to­ren des Ter­rors bekannt, natür­lich weiß, natür­lich links. Ande­re Wei­ße knie­en der­weil vor Schwar­zen und bit­ten sie um Ver­ge­bung (kein Witz, hier); deut­sche Pro­tes­tan­tin­nen, Staats­kir­chen­pfaf­fen und Grün­lin­ge hock­ten sich gewiss gern daneben. 

Ein­schub und zur Erin­ne­rung (ich habe die­se Zah­len hier im Dezem­ber zitiert): 2018 waren 38,7 Pro­zent der Mörder in den USA „Black or Afri­can Ame­ri­can” und nur 29,9 Pro­zent „White”. Rech­net man die­ses Ver­hält­nis auf die 29,5 Pro­zent unbe­kannt geblie­be­ner Mörder, wur­de min­des­tens die Hälfte der Taten von „Black or Afri­can Ame­ri­can” began­gen – und dies bei einem Bevöl­ke­rungs­an­teil von unge­fähr 13 Pro­zent. (Auf der ande­ren Sei­te waren auch mehr als die Hälfte der Mord­op­fer „Black or Afri­can Ame­ri­can”.) Was ich damit sagen will, Genos­sen Bleich­ge­sich­ter: Auf die Knie fal­len ist in Betrach­tung der kri­mi­nal­sta­tis­ti­schen Gesamt­la­ge womög­lich übertrieben.

Danisch stell­te sich eben­falls die Asso­zia­ti­on „Chem­nitz” als Ver­gleich ein, und im Gegen­satz zu mir expli­zier­te er sie: 

„Chem­nitz: Täter aus den poli­tisch Geschütz­ten (Migrant). Opfer nur Sach­se.
Min­nea­po­lis: Opfer aus den poli­tisch Geschütz­ten (Schwar­zer). Täter wei­ße Amerikaner.

  • Chem­nitz: Pres­se spielt Raub­mord her­un­ter, plus­tert sich aber über die Reak­tio­nen auf und erklärt ganz Sach­sen zu Nazis.

    Min­nea­po­lis: Pres­se spielt Fall – obwohl unklar, was da eigent­lich pas­siert ist – hoch, stellt die Reak­tio­nen aber als Reak­ti­on auf die poli­ti­schen Zustän­de dar.

  • Chem­nitz: Pro­tes­te rei­ne Demons­tra­ti­on, rein ver­bal, danach gin­gen die alle wie­der nach Hau­se.

    Min­nea­po­lis: Mas­si­ve, mehr­tä­ti­ge, lan­des­wei­te Gewalt, Zer­stö­rung, Plünderungen.”

  • (Wei­ter hier.)

Am Amü­san­tes­ten ist der Gute bei sei­nen sum­ma­ri­schen Rundumschlägen:

„Was wir hier sehen ist nach der­zei­ti­gem Infor­ma­ti­ons­stand eine Koope­ra­ti­on aus einer dro­gen­ver­laus­ten schwar­zen Unter­schicht, die sich auf Kri­mi­na­li­tät und Plün­dern redu­ziert hat und die Gele­gen­heit nutzt, und einer ideo­lo­gisch-ter­ro­ris­ti­schen Anti­fa, die das für sich aus­zu­nut­zen ver­sucht, und ihre Zie­le der tota­len Zer­stö­rung der Gesell­schaft ver­folgt. Ich hal­te die Anti­fa inzwi­schen für die Selbst­hil­fe­grup­pe all der zivi­li­sa­ti­ons­un­fä­hi­gen Spin­ner, die den Neid auf die nicht ertra­gen kön­nen, die zivi­li­sa­ti­ons­kom­pa­ti­bel, flei­ßig, befä­higt, inno­va­tiv sind. Das Pro­blem unse­rer Welt ist, dass es den Unfä­hi­gen den Raum nicht mehr lässt, sich ihre Befä­hi­gung ein­zu­bil­den, weil durch die Inten­siv­kom­mu­ni­ka­ti­on mit Bil­dern und Vide­os jedem Dum­men vor Augen geführt wird, wie­viel Schlaue­re es gibt. 

Letzt­lich sind die­se Bil­der von Stra­ßen­schlach­ten damit exakt das­sel­be, was an den Uni­ver­si­tä­ten in den letz­ten 20 Jah­ren pas­siert ist: Anti­fa plus schwar­ze Unter­schich­ten, die ver­nich­ten, beschimp­fen, nie­der­bren­nen, plün­dern gehen. Nur viel­leicht ein bis zwei Schich­ten wei­ter oben, halt nicht die Leu­te, die nur Gewalt und Dro­gen auf unters­tem Niveau ken­nen, son­dern es geis­tig gera­de so bis zur Gen­der-Fakul­tät schaf­fen. Ansons­ten genau dasselbe.

Ergeb­nis: Auch das­sel­be. Alles kaputt.

Scheut Euch die Bil­der von geplün­der­ten, nie­der­ge­brann­ten und zer­stö­ren Läden an. Das ist genau das, was man geis­tig mit den Fakul­tä­ten gemacht hat, und der Angriff kam von der­sel­ben Mischung: Eine dum­me, aggres­si­ve, plün­dern­de Unter­schicht, auf­ge­wie­gelt von lin­ken Gesell­schafts­sa­bo­teu­ren” (wei­ter hier).

                            

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Auf you­tube fin­det man unter Schlag­wor­ten wie „USA loo­ting” oder „loo­ters” Dut­zen­de Mit­schnit­te von den Plün­de­run­gen, die uns als „Pro­tes­te” gegen Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung ver­kauft wer­den, als ob es für Plün­de­rer je eines Anlas­ses bedurft hät­te und nicht bloß einer Gele­gen­heit. Beson­ders rei­zend fin­de ich die­ses Video aus New York, in dem das Motiv der Her­stel­lung sozia­ler Gerech­tig­keit über­zeu­gend vor­ge­führt wird.

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Die­se bei­den ame­ri­ka­ni­schen Rechts­pfle­ger* in womög­lich sta­tu nas­cen­di wer­den beschul­digt, Molo­tow-Cock­tails in Poli­zei­wa­gen gewor­fen zu haben. 

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Wenn sich schon Juris­ten – ob nun aus eth­ni­schen oder poli­ti­schen Zuge­hö­rig­keits­ge­füh­len – gegen den Staat for­mie­ren, dann steht wohl der Bür­ger­krieg vor der Tür.

* „Sehr unger­ne möch­te ich mit den bei­den schrä­gen Vögeln, die Sie als Rechts­pfle­ger bezeich­nen in einen Topf gewor­fen wer­den!
Bes­te Grü­ße
***
Diplom-Rechts­pfle­ger”

Ich erin­ne­re mich, die­se Rüge bekam ich schon ein­mal. „Rechts­pfle­ger” sind in Deutsch­land und Öster­reich Beam­te des Geho­be­nen Diens­tes. Ich ver­wen­de das Wort frei­lich im meta­pho­ri­schen Sin­ne, unge­fähr wie im Lukas-Evan­ge­li­um (Publi­us Sul­pi­ci­us) Qui­ri­ni­us und im Mat­thä­us-Evan­ge­li­um Pon­ti­us Pila­tus in Luthers Über­set­zung „Land­pfle­ger” genannt werden.

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Len­ken wir nun unse­ren Blick auf deut­sche Reak­tio­nen, nach­dem Donald Trump, Heil und Segen auf sei­nen Schei­tel!, ange­kün­digt hat, die Anti­fa als kri­mi­nel­le Ver­ei­ni­gung zu ver­bie­ten (was für eini­ge Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te einem Ein­rei­se­ver­bot gleichkäme). 

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Kom­men­tie­ren muss man hier nichts.

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„Es ist immer wie­der erstaun­lich”, schreibt Sci­ence­Files, „zu wel­chen Dif­fe­ren­zie­run­gen ARD-Redak­teu­re in der Lage bzw. nicht in der Lage sind. Wenn Rech­te auf­mar­schie­ren, dann sehen sie nur Nazis. Wenn Links­ex­tre­mis­ten eine Innen­stadt in Schutt und Asche legen, dann sind sie im Stan­de, dar­un­ter ‚Men­schen’ aus­fin­dig zu machen, ‚die gegen Poli­zei­ge­walt auf die Stra­ße gehen’. Das an sich ist schon erstaun­lich, fast eben­so erstaun­lich wie die Sprach­re­ge­lung, die den Begriff ‚links­ex­trem’ im Zusam­men­hang mit ‚Anti­fa’ offen­kun­dig für nicht ein­setz­bar dekla­riert hat.”

Das gilt kei­nes­wegs nur die Öffent­lich-Recht­li­chen. So etwa sah der stern-Titel aus, nach­dem in Ham­burg eine Art Pro­be­lauf zu den momen­ta­nen  Aus­schrei­tun­gen in Über­see stattfand:

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Ver­nied­li­chen, ver­harm­lo­sen, Ver­ständ­nis zei­gen, nie Ross und Rei­ter nennen. 

Oder erin­nern wir an die­sen Bei­trag des kanz­ler­amts­na­hen Tages­spie­gels:

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Von der Ham­bur­ger Relo­ti­us­spit­ze dräu­te eine ver­setz­te Täte­rin mit feuch­ten Fingern:

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Natürlich legen Klein-Mar­ga­re­te und ihre Cli­que fest, was „Faschis­mus” ist. In dem Text droh­te sie mit den geflü­gel­ten Wor­ten „Anti­fa bleibt Hand­ar­beit”, die sie dann zu ver­nied­li­chen such­te mit dem Begleit­ge­schwa­fel: „das heißt, dass wir in den kom­men­den vier Jah­ren die Hände voll zu tun haben wer­den, denen nach­hal­tig auf die Ner­ven zu gehen, die ver­su­chen, sich als Kon­ser­va­ti­ve zu ver­klei­den, aber in Wirk­lich­keit für Ras­sis­mus, Natio­na­lis­mus und völkisches Den­ken ste­hen”. Mit „Hand­ar­beit” auf die Ner­ven gehen, ich ver­mag mir eine Gele­gen­heit vor­zu­stel­len, wo ihr das tat­säch­lich gelingt, aber ansons­ten weiß die Magd genau, wie die Hand­ar­beit der Anti- oder bes­ser Neo­fa aus­schaut – so zum Beispiel:

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Die­se tris­ten Figu­ren sind das, was sie ande­ren immer vor­wer­fen: Schreib­tisch­tä­ter, geis­ti­ge (im aller­wei­tes­ten Sin­ne) Brand­stif­ter, Hetzer.

Antiverschissmus

Unse­re Bewe­gung soll hei­ßen: Anti­ver­schiss­mus. Aber dann muss Esken draußenbleiben. 

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