23. Juni 2020

Lese­rin *** schick­te mir dies:

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Wor­an starb der Mann, der zum Sym­bol des wei­ßen Ras­sis­mus und zum Mär­ty­rer der BLM-Bewe­gung gewor­den ist? Laut Gerichts­me­di­zin des Hennepin Coun­ty war die Todes­ur­sa­che bei Geor­ge Floyd ein Herz-Kreis­lauf-Still­stand infol­ge von Druck auf das Genick, also Tod durch Fremd­ein­wir­kung. In sei­nem Blut wur­den Metham­phet­amin, Can­na­bis und Fen­tanyl nach­ge­wie­sen. Metham­phet­ami­ne put­schen auf und unter­drü­cken Angst­ge­füh­le (Poli­zis­ten berich­ten, dass man Fest­ge­nom­me­nen mit Crys­tal Meth im Leib den Arm bre­chen kann, ohne dass die es mer­ken). Fen­tanyl ist das genaue Gegen­teil, ein Schmerz­mit­tel, das sedie­rend wirkt und Hypo­ven­ti­la­ti­on aus­lö­sen kann, eine Als-ob-Atmung, die zum Abfall des Sauer­stoff-Gehalts im Blut bei gleich­zei­ti­gen Anstieg des Koh­len­di­oxid-Gehalts führt, was lebens­be­droh­lich sein kann.

Auf einer laut eng­li­scher Wiki­pe­dia frag­wür­di­gen Web­sei­te liest man nun Fol­gen­des (ich habe den Link ent­fernt, weil dort auch soge­nann­te Holo­caust­leug­nung ver­brei­tet wird, was nicht bes­ser wird dadurch, dass der Sei­ten­be­trei­ber sel­ber jüdisch ist, aber die zu Geor­ge Floyd ange­führ­ten Fak­ten stim­men ent­we­der oder nicht): „Floyds Blut­un­ter­su­chun­gen zeig­ten eine hohe Kon­zen­tra­ti­on von Fen­tanyl. Fen­tanyl ist ein gefähr­li­ches Opio­id. Es ist schnell zur häu­figs­ten Todes­ur­sa­che bei Dro­gen­ab­hän­gi­gen gewor­den. Der von der Poli­zei ver­wen­de­te Knie­griff ist kein Cho­ke-Hold, er behin­dert die Atmung nicht. Es ist eine Kör­per­kon­trol­le, und es ist nicht bekannt, dass sie jemals töd­li­che Ver­let­zun­gen ver­ur­sacht hat. Floyd begann sich bereits eini­ge Minu­ten vor dem Anle­gen der Nacken­stüt­ze zu beschwe­ren, ‚Ich kann nicht atmen’, wäh­rend er sich den Beam­ten wider­setz­te, als sie ver­such­ten, ihn in den Strei­fen­wa­gen zu bringen. (…)

Es war ein nor­ma­les Vor­ge­hen, Floyd fest­zu­hal­ten, weil er sich der Ver­haf­tung wider­setz­te, wahr­schein­lich in Ver­bin­dung mit auf­ge­reg­tem Deli­ri­um, einer Epi­so­de hef­ti­ger Erre­gung, die durch eine Über­do­sis Dro­gen her­vor­ge­ru­fen wur­de, typi­scher­wei­se kurz und mit dem Tod durch kar­dio­pul­mo­na­len Still­stand endend. Die offi­zi­el­le Aut­op­sie ergab tat­säch­lich einen Herz­still­stand als Todes­ur­sa­che und stell­te fest, dass Ver­let­zun­gen, die er wäh­rend der Fest­nah­me erlit­ten hat­te, nicht lebens­be­droh­lich waren.”

Ich stel­le das hier nur mal in den Raum (ohne Volk).

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Leser *** merkt an, dass die von den Medi­en und Wiki­pe­dia ver­brei­te­te Über­set­zung des gerichts­me­di­zi­ni­schen Gut­ach­tens der Todes­ur­sa­che bei Geor­ge Floyd falsch ist, spe­zi­ell das „infol­ge”: „Im offi­zi­el­len Doku­ment steht ‚Herzsstill­stand, erschwert durch Poli­zei­maß­nah­men’ (-com­pli­ca­ted by-) – nicht ‚infol­ge von…’.
Was Sie wie­der­ge­ben, ist prak­tisch schon die Mani­pu­la­ti­on aus der Pres­se­mel­dung. Tot­schlag oder Mord ist nar­ra­tiv­ge­recht anscheins­be­ur­teilt, aber im Urteil nicht durch die Aut­op­sie belegt.
Hier der gan­ze Bericht im Ori­gi­nal. Dort steht, wie Sie weit­ge­hend und auch kor­rekt mit­teil­ten, dass Floyd:
1. auf Fen­tanyl war
2. auf Meth war (Meth und Fen­tanyl sind eine Kom­bi­na­ti­on von upper & dow­ner, die wohl umgangs­sprach­lich ’speed­ball’ genannt wird)
Ein­schub: Wenn man ‚woo­den chest syn­drom’ mit ein­be­zieht, was auf­tre­ten kann, wenn Leu­te auf Fen­tanyl sind, dann passt ‚I can’t brea­the’ wun­der­bar ins Bild, genau­so wie ein klas­si­scher Herz­an­fall. Eng­lisch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia: ‚Woo­den chest syn­dro­me descri­bes mar­ked mus­cle rigi­di­ty — espe­cial­ly invol­ving the tho­r­a­cic and abdo­mi­nal mus­cles — that is an occa­sio­nal adver­se effect asso­cia­ted with the intra­venous admi­nis­tra­ti­on of lipo­phi­lic syn­the­tic opio­ids such as fen­tanyl.’
Zurück zur Liste:
3. oben­drein koro­na­re Herz­krank­heit hat­te, mit 70–95% blo­ckier­ten Herzarterien
4. zu guter Letzt Coro­na hat­te (ist sicher­lich nicht relevant)
5. Sichel­zel­len­an­ämie hat­te (…nicht kri­tisch als Todes­ur­sa­che – nur als ras­sis­ti­sches ‚Kon­strukt’).
Was ist der Hand­ha­bungs­un­ter­schied zwi­schen Pres­se­mel­dung und Aut­op­sie? Es ist vor­nehm­lich die Ziel­grup­pe und der zwangs­läu­fi­ge Fil­ter. Das eine ist die medi­zi­ni­sche Beob­ach­tung und rich­tet sich im Prin­zip an Fach­leu­te. Das ande­re rich­tet sich an die Pres­se und ist das Doku­ment, was an den Mit­glie­dern das ‚Hennepin Coun­ty Board’ stets gedank­lich vor­bei muss, denn hier­zu schreibt die eng­lisch­spra­chi­ge Wiki­pe­dia: ‚In Hennepin the coun­ty com­mis­si­on appoints the medi­cal exami­ner’.
Die Ent­schei­der dar­über sind dort die­se Nasen. Raten Sie mal, wel­chen Par­tei­en wel­che Mit­glie­der nahe­ste­hen und wer dort das Sagen hat. (Klei­ner Rate­tip: kei­ner trägt ein Maga-Cap.) Den Rest kann sich jeder gebo­re­ne DDR-Bür­ger denken…
Was war also zuerst? Die Herz­at­ta­cke oder eine Ersti­ckung? Ich sah im Video, dass Floyd bereits auf dem Bord­stein zusam­men­brach, kurz bevor die drei Poli­zis­ten ihn in das Auto ver­frach­ten woll­ten. Floyd muss dabei klar gewor­den sein: Sein Leben in Frei­heit ist mit die­ser Dro­gen-Fahrt und damit sei­ner nächs­ten, ding­fes­ten Straf­tat defi­ni­tiv vor­bei gewe­sen. Ich wür­de wet­ten: An der Stel­le setz­te der Herz­in­farkt ein, mit Druck in der Brust, Schmer­zen und Atem­not, und sein schein­ba­rer Wider­stand, den die Poli­zei brach, war im Grund ein Todes­kampf mit sei­nem Her­zen, von dem kei­ner der Anwe­sen­den ahn­te, dass er gera­de statt­fin­det – die sahen einen kramp­fen­den Junkie.
Wenn Chau­vin Floyd’s Herz­still­stand aus­ge­löst hat, dann nicht mit­tels Knie auf dem Nacken, son­dern durch das fie­se Ein­rast­ge­räusch der Hand­schel­len oder das rup­pi­ge Rüber­füh­ren zum Wagen am Straßenrand.”

***

Es star­ben – und ster­ben – auch ande­re Schwar­ze resp. Peop­le of Colour, in Per­ma­nenz sozu­sa­gen, doch die Sym­bo­lik (und die Kame­ra) fehlt. So wur­de der 77-jäh­ri­ge Ex-Poli­zist David Dorn am 2. Juni in St. Lou­is von eman­zi­pa­to­ri­schen Plün­de­rern erschos­sen, als er den Laden eines Freun­des zu schüt­zen versuchte.

BLM1

Der aus der loka­len Par­ty­sze­ne stam­men­de mut­maß­li­che Schüt­ze und Kämp­fer gegen Poli­zei­ge­walt war ein Peop­le of Colour.

Es gab in die­ser Nacht in St. Lou­is noch mehr „Par­ty” mit ins­ge­samt vier erschos­se­nen Poli­zis­ten. Beam­te wur­den mit Stei­nen und Feu­er­werks­kör­pern bewor­fen, in 55 Unter­neh­men wur­de ein­ge­bro­chen, ein Super­markt in Brand gesteckt.

Die Reak­ti­on?

BLM3

Man kann doch nicht von einer gestan­de­nen Dame wie Frau Pelo­si erwar­ten, dass sie schon wie­der nie­der­kniet. Sie käme ja ange­sichts der täg­li­chen Mor­de von Schwar­zen an Schwar­zen gar nicht mehr hoch von Knien!

In Chi­ca­go gab es am Wochen­en­de 100 Schuss­op­fer, dar­un­ter 14 Tote, die nie­man­den inter­es­sie­ren. Solan­ge Schwar­ze Schwar­ze (oder Wei­ße) töten, ist dies kaum Berich­te wert. Das ist der gut gemein­te Ras­sis­mus der Linken.

Bei einem Stra­ßen­fest zum Gedenk­tag des Endes der Skla­ve­rei sind in Char­lot­te, North Caro­li­na, drei Men­schen durch Schüs­se getö­tet wor­den. Bei dem Zwi­schen­fall in der Nacht zum Mon­tag sei­en mehr als 100 Schüs­se in einer Men­ge von rund 400 Men­schen abge­ge­ben wor­den, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Polizeichef.

Wenn Sie nie wie­der etwas von die­sem Vor­fall hören, wis­sen Sie Bescheid über die Haut­far­be des (oder der) Schützen.

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Ange­sichts der anhal­ten­den Anti-Ras­sis­mus-Pro­tes­te in den USA will die Reis­mar­ke Uncle Ben’s ihr Logo ändern. Ein Spre­cher erklär­te, das Lebens­mit­tel­un­ter­neh­men Mars wol­le so sei­nen Bei­trag zur Besei­ti­gung von „ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­len und Unge­rech­tig­kei­ten” leis­ten. Die Fra­ge, was an der Figur eines Schwar­zen auf einer Reis­pa­ckung ras­sis­tisch und unge­recht sei, wur­de weder gestellt noch beant­wor­tet. Womög­lich han­delt es sich um einen Fall von „Black­fa­cing”; der Reis ist ja meis­tens weiß.

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Ich fra­ge mich: Wenn die links­ra­di­ka­le Sze­ne abge­schafft wird, der Kapi­ta­lis­mus jedoch nicht, in wel­che Bran­chen kann man Ex-Ultras dann über­haupt noch rein­las­sen? Schließ­lich ist der Anteil an auto­ri­tä­ren Per­sön­lich­kei­ten und sol­chen mit Ent­eig­nungs-Mind­set in die­ser Berufs­grup­pe über­durch­schnitt­lich hoch. Wohin bei­spiels­wei­se mit den über 600 Unter­zeich­nern des Offe­nen Briefs an die Kanz­le­rin, die sich mit der taz-Sati­ri­ke­rin Hen­g­ameh Yag­hoo­bi­fa­rah soli­da­ri­sie­ren? Ein­fach in neue Beru­fe ste­cken? Wie die Sta­si-Typen nach 1989? Aber wel­che Berei­che der Arbeits­welt wären sicher?

Nütz­li­che, pro­duk­ti­ve Arbeit gin­ge schon mal nicht. Ob Behör­den, Leh­rer, Jus­tiz, Poli­tik, Ärz­te oder Sicher­heits­kräf­te: Macht­po­si­tio­nen gegen­über ande­ren Men­schen kom­men nicht infra­ge. Streng genom­men möch­te man sie nicht ein­mal in die Nähe von Tie­ren lassen.

Auch der Dienst­leis­tungs­be­reich sieht schwie­rig aus. Post aus­lie­fern las­sen? Nie­mals. Zwi­schen Bücher­sen­dung und Schuh­be­stel­lung passt immer eine Brief­bom­be. Kei­ne Bau­märk­te, Tank­stel­len oder Kfz-Werk­stät­ten. Eigent­lich nichts, wor­aus man Bom­ben oder Brand­sät­ze bau­en kann. Kei­ne Gas­tro­no­mie wegen Ver­gif­tungs­ge­fahr. Der Kul­tur­be­reich samt Bücher­lä­den und Kinos fällt flach. Dort könn­ten sie ihr Gedan­ken­gut ins Pro­gramm hineinkuratieren.

Spon­tan fällt mir nur eine geeig­ne­te Opti­on ein: die Müll­de­po­nie. Nicht als Müll­men­schen mit Schlüs­seln zu Häu­sern, son­dern auf der Hal­de, wo sie wirk­lich nur von Abfall umge­ben sind. Unter sei­nes­glei­chen fühlt sich der lin­ke Jour­na­lis­ten- und Kul­tur­be­triebs­müll bestimmt auch sel­ber am wohlsten.

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Schei­dung auf afgha­nisch, die nächs­te. Wahr­schein­lich ange­regt von der all­ge­mei­nen Stutt­gar­ter Partystimmung.

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Ob die Neue Zür­cher tat­säch­lich noch zum West­fern­se­hen gehört?

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Die Wahr­heits- und Viel­falts­pres­se hat sich dar­auf geei­nigt, dass Trumps Wahl­kampf­auf­takt in Okla­ho­ma eine „Bla­ma­ge” gewe­sen ist. Ob der Depp auch bei der zwei­ten Wahl scheitert?

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