3. Juni 2020

In sei­nem Buch „Sprach­re­gime” (Acta vom 19. Mai) erin­nert Micha­el Esders vor dem Hin­ter­grund der omni­prä­sen­ten Meta­pho­rik der „Abschot­tung” dar­an, was die­ses Wort eigent­lich bedeu­tet. Schif­fe schlie­ßen die Schot­ten, wenn an einer Stel­le Was­ser ein­bricht. „Die Abschot­tung bewahrt vor dem Unter­gang und ret­tet Leben.”

Unse­re Nicht­ab­schot­tungs­rhe­to­ri­ker lie­gen also im Sin­ne der Selbst­ent­lar­vung durch­aus richtig.

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Aus­la­ge in einer gro­ßen Ber­li­ner Buchhandlung:

Büchertisch1

Büchertisch2

Ich muss­te spon­tan an einen jüdi­schen Witz den­ken: Som­mer 1933. Ein Jude sitzt in Ber­lin auf einer Park­bank und liest den Stür­mer. Kommt ein ande­rer Jude vor­bei und fragt, war­um er die­ses Drecks­blatt lese. Der auf der Bank erwi­dert, er kön­ne ein­fach nicht genug bekom­men von den Arti­keln über die heim­li­che Macht der Juden. (Gott, wie ich die­se Ver­glei­che liebe…)

Irgend­wann wird wohl jeder ein­zel­ne deut­sche „Rech­te” – so vie­le sind’s ja nicht – einen kri­ti­schen Autor zuge­wie­sen bekom­men, der sich mit ihm erken­nungs­dienst­lich beschäf­tigt. Bis dahin dür­fen die­se Fins­ter­män­ner von ihrer heim­li­chen Macht träu­men, die Repu­blik aus­zu­he­beln, auch wenn sie das meis­tens gar nicht wollen.

Eine Fra­ge indes stellt sich auch dem para­no­i­des­ten Betrach­ter die­ser Aus­la­ge: Wer liest die­se Bücher? Gewiss, sie wan­dern in Uni­bi­blio­the­ken, Par­tei­stif­tun­gen, lin­ke Insti­tu­te und NGOs, doch gibt es auch Kun­den, die sie kau­fen, um sich am geschlif­fe­nen Deutsch und den mes­ser­schar­fen Ana­ly­sen der Ver­fas­ser zu delek­tie­ren oder wenigs­tens beim Lat­te mac­chia­to im Prenzlberg-Café einen woh­li­gen Gru­sel zu emp­fin­den? Wahr­schein­lich hat der Klei­ne Eck­la­den an einem oder zwei Tagen mehr Besu­cher, als die hier ver­sam­mel­ten Bücher ins­ge­samt Leser finden.

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„Ist es Ihr kri­ti­sches Weiß­sein”, fragt oder höhnt gar Leser ***, „das Sie befä­higt, die Gemenge­la­ge einer fer­nen Nati­on mit dem Hin­weis zu beglei­ten, ein Knie­fall sei womög­lich über­trie­ben?” Es geht um Bil­der aus den USA, die vor Schwar­zen knie­en­de Wei­ße zei­gen, die sich nach Lage der Din­ge kol­lek­tiv für den Tod des Floyd Geor­ge ent­schul­di­gen wollen. 

Wenn Men­schen vor ande­ren Men­schen nie­der­knien, tun sie das gemein­hin aus zwei Grün­den: Sie wol­len ent­we­der ihre Bewun­de­rung bzw. Anbe­tung zum Aus­druck brin­gen, ob nun der Per­son gegen­über oder dem, wofür sie steht, oder sie wol­len um Ver­zei­hung bzw. Erbar­men bit­ten (den Hei­rats­an­trag spa­re ich aus). In bei­den Fäl­len han­delt es sich um eine Selbst­er­nied­ri­gung bzw. eine Erhö­hung des Gegen­übers. Ich könn­te jetzt unter­schei­den zwi­schen der Frei­wil­lig­keit und Unfrei­wil­lig­keit des Knie­falls, aber so ganz frei­wil­lig geschieht er fast nie. Man beug­te das Knie vor Majes­tä­ten, Auto­kra­ten oder Päps­ten, was heu­te in unse­rem Welt­teil unüb­lich gewor­den ist. Bruck­ner knie­te nie­der vor Wag­ner, was sogar die­sem Ego­ma­nen unan­ge­nehm war. Ein Offi­zier kann auf die Knie fal­len vor einem Regi­ment, das beson­ders tap­fer gekämpft und vie­le Ver­lus­te erlit­ten hat, und dabei die Trup­pen­fah­ne küs­sen. Gewiss fal­len jeden Tag irgend­wo auf die­sem Pla­ne­ten Men­schen auf die Knie, weil sie um ihr Leben bit­ten oder um Ver­zei­hung für eine Tat, die sie began­gen haben und bereuen.

Aber es gibt für kei­nen (oder so gut wie kei­nen; viel­leicht sitzt ja noch irgend­wo ein Völ­ker­mör­der) der­zeit leben­den Men­schen einen plau­si­blen Grund, wegen sei­ner eth­ni­schen Zuge­hö­rig­keit vor Men­schen ande­rer eth­ni­scher Zuge­hö­rig­keit nie­der­zu­knien. Die dort knien­den Wei­ßen haben sich nichts zuschul­den kom­men las­sen, was eine sol­che um Ver­ge­bung bit­ten­de Ges­te recht­fer­tigt. Wenn sie tat­säch­lich die wei­ße Schuld am Kolo­nia­lis­mus auf sich neh­men wollen,

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(aus: Jun­ge Frei­heit)

dann soll­te man die­se Men­schen dar­über auf­klä­ren, dass es eine Erb­schuld nicht gibt (außer für Deut­sche). Das­sel­be gilt für die Schuld an der Skla­ve­rei, über die der­zeit viel, undif­fe­ren­ziert und his­to­risch ahnungs­los gere­det wird.

Waren die Europäer, fragt der His­to­ri­ker Egon Flaig, „gebiets­wei­se und zeit­wei­se nicht des­glei­chen Objek­te von Inva­sio­nen, Ver­skla­vun­gen und jahr­hun­der­te­lan­ger Unterdrückung und Kolo­ni­sie­rung? Denn Kolo­nia­lis­mus ist eine Kon­stan­te in der Geschich­te, weil alle expan­die­ren­den Gemein­we­sen selbstverständlich kolo­ni­sier­ten. Zudem ist der europäische Kolo­nia­lis­mus ein enorm vielfältiges Phänomen, und man ver­dankt ihm – was ger­ne ver­ges­sen wird – die glo­ba­le Abschaf­fung der Sklaverei. (…) 

Das größte und lang­le­bigs­te skla­vis­ti­sche Sys­tem war der isla­mi­sche Raum; die­ses Sys­tem trans­for­mier­te Afri­ka zur größten Lie­fer­zo­ne für Skla­ven. Die Europäer kauf­ten ver­sklav­te Men­schen an der Küste; mus­li­mi­sche Emi­ra­te und nicht­mus­li­mi­sche Ver­skla­ver­eth­ni­en besorg­ten sowohl den ent­setz­li­chen Vor­gang des Ver­skla­vens als auch das Ver­schlep­pen und Verkaufen.

Als die Bri­ten ab 1807 den Skla­ven­han­del im Empi­re ver­bo­ten, (nah­men) die Ver­skla­vungs­krie­ge im Inne­ren Afri­kas immer schlim­me­re Aus­ma­ße an. Um die­se ent­setz­li­chen Krie­ge zu stop­pen, waren Bri­ten und Fran­zo­sen gezwun­gen, auf afri­ka­ni­schem Boden Fuß zu fas­sen und ins Inne­re vor­zu­drin­gen. Sie inter­ve­nier­ten dort seit 1807 zögernd und ab 1848 mas­si­ver. … Es ist dar­um unmöglich, die Gene­se des bri­ti­schen und des französischen Kolo­nia­lis­mus in Afri­ka zu tren­nen von der Pra­xis des humanitären Intervenierens.

Die heu­ti­gen Afri­ka­ner wären weit überwiegend Skla­ven, wenn Bri­ten und Fran­zo­sen nicht inter­ve­niert hätten; viel­leicht hätte gar, wie Sey­mour Dre­scher es 2009 sag­te, die Bevölkerung Afri­kas sich in mörderischen Geno­zi­den ausgelöscht. Die Schluß­fol­ge­rung ist unbe­quem, aber logisch not­wen­dig: Die frei­en Afri­ka­ner von heu­te ver­dan­ken ihre Frei­heit just den aboli­tio­nis­ti­schen Inter­ven­tio­nen von Bri­ten und Franzosen.

Wir ste­hen also vor dem Phänomen, daß etli­che Staa­ten Euro­pas ein end­lich als ‚his­to­ri­sches Unrecht’ defi­nier­tes his­to­ri­sches Übel abschaff­ten. Können die­se Staa­ten von den Afri­ka­nern einen Kos­ten­aus­gleich ver­lan­gen für die Ret­tung eines gan­zen Kon­ti­nents vor der siche­ren Versklavung?”

Nein, zum Nie­der­knien besteht auch hier kein Grund. Aber wer sich ein­zig wegen sei­nes Weiß­seins zu einer sol­chen Selbst­er­nied­ri­gung her­bei­lässt, gesteht der Gegen­sei­te die allei­ni­ge Defi­ni­ti­on zu, was Dis­kri­mi­nie­rung ist, wer wen dis­kri­mi­niert und wer Schuld an sozia­len Ungleich­hei­ten trägt, wäh­rend der Erhöh­te jeg­li­cher Refle­xi­on dar­über ent­bun­den wird, ob nicht auch Ursa­chen dafür in sei­ner Grup­pe zu suchen sind. Man kniet vor etwas Sakro­sank­tem, Hei­li­gem, Undiskutierbarem. 

Nein, es ist nicht mein Weiß­sein, das mich befä­higt, ein sol­ches Urteil abzu­ge­ben. Es ist mein Mensch­sein. Wer mir als Indi­vi­du­um irgend­ei­ne kol­lek­ti­ve Schuld auf­bür­den will, erklärt mich zum Feind, und ich wer­de ihn folg­lich eben­falls als Feind betrachten.

PS: Leser *** moniert Flai­gs Fest­stel­lung, das „größ­te und lang­le­bigs­te skla­vis­ti­sche Sys­tem” sei „der isla­mi­sche Raum” gewe­sen. „Grös­se ist bekannt­lich ein rela­ti­ver Begriff – mit der expo­nen­ti­el­len Ver­meh­rung der Men­schen auf dem Pla­ne­ten wer­den die abso­lu­ten Zah­len natür­lich immer grös­ser. Wich­ti­ger und rich­ti­ger sind, wie bei der Pan­de­mie, die rela­ti­ven Zah­len. Und da tap­pen auch wir His­to­ri­ker ziem­lich im Dunk­len. Und was die Lang­le­big­keit betrifft, nun ja, ich ken­ne kei­ne Hoch­kul­tur seit der Erfin­dung von Schrif­ten – davor wis­sen wir dazu nix – die bis zum Aus­gang des Mit­tel­al­ters (und weit dar­über hin­aus!) ohne Skla­ven aus­ge­kom­men wäre. Muss ich jeman­den wie Sie wirk­lich auf Chi­na, Indi­en, Meso­po­ta­mi­en, Ägyp­ten, Athen, Rom, Byzanz, die Inkas und die Mayas auf­merk­sam machen?”

Der Hin­weis ist, zumin­dest was die Dau­er betrifft, ange­bracht. Das lang­le­bigs­te skla­vis­ti­sche Sys­tem wäre dann wohl das alte Ägyp­ten gewe­sen – wobei man sich von der eben­falls recht lang­le­bi­gen Illu­si­on lösen muss, die „in hei­li­ger Schin­de­rei” (Tho­mas Mann) „empor­ge­spitz­ten” (der­sel­be) Pyra­mi­den oder die Grä­ber im Tal der Köni­ge sei­en das Werk von hun­dert­tau­sen­den Skla­ven; das war eher Exper­ten­ar­beit im Auf­trag der Göt­ter. Athen und Rom kön­nen es in punc­to Dau­er nicht mit der isla­mi­schen Welt auf­neh­men, bei Byzanz müss­te man genau nach­zu­zäh­len begin­nen. Was aber die Grö­ße des skla­vis­ti­schen Sys­tems betrifft, dürf­te kei­nes der Genann­ten mit­hal­ten kön­nen. Ich wüss­te nicht, wie man das anders mes­sen soll­te als in abso­lu­ten Zahlen. 

PPS: Leser *** schlägt vor, die Skla­ve­rei außer acht zu las­sen und „das Datum der Auf­he­bung der Ras­sen­tren­nung als Beginn des ‚gemein­sa­men Rau­mes der Erfah­rung’ ” zu neh­men. „In die­sem Raum ist es sehr wohl mög­lich, dass jemand auf Knien tat­säch­lich für Hand­lun­gen und Äuße­run­gen abbit­tet, derer er mög­li­cher­wei­se im fami­liä­ren Rah­men Zeu­ge gewor­den ist.” Der Knie­fall sei „vor dem Hin­ter­grund der jün­ge­ren Geschich­te Ame­ri­kas als gemein­sa­mer Raum seit Auf­he­bung der Ras­sen­tren­nung durch­aus legitim”.

Mehr als ein Kopf­schüt­teln fällt mir dazu kaum ein. „Hand­lun­gen und Äuße­run­gen” (!): Dann müss­te „mög­li­cher­wei­se” die hal­be leben­de Mensch­heit auf Knien her­um­rut­schen. Erstaun­li­cher­wei­se ist dazu nur eine spe­zi­el­le Sor­te von Men­schen bereit, und ich bezweif­le, dass man es ihr dan­ken wird.

PPPS: Eine sehr spe­zi­el­le Inter­pre­ta­ti­on des Knie­falls von Bruck­ner vor Wag­ner schlägt Freund *** vor: „Bruck­ner knie­te nur, um mit dem klein­ge­wach­se­nen Richard end­lich ‚auf Augen­hö­he’ zu sein. Ein Akt der Höf­lich­keit und Bequem­lich­keit, wie er auch vor Kin­dern und Roll­stuhl­fah­rern zu beob­ach­ten ist.”

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Im obi­gen Zitat der Kanz­le­rin, notiert Leser ***, „ver­birgt sich ein bei­läu­fi­ger Ein­blick in das mer­kel­sche Welt­bild: Mer­kel scheint Län­der für opti­mal zu hal­ten, wenn dar­in weit­ge­hend homo­ge­ne Völ­ker oder Stäm­me leben, durch ein­ge­hal­te­ne Gren­zen (!) fein säu­ber­lich getrennt. Nur so erklärt sich ihre Ankla­ge an ‚den Wes­ten’, er habe unpas­sen­de Stäm­me und Völ­ker in ein und das­sel­be Land gezwun­gen, und dem Kon­ti­nent so sein schwe­res Los berei­tet. Wenn Sie dies wirk­lich glaubt – wie erklärt sich vor die­sem Welt­bild ihr eige­nes migra­ti­ons­po­li­ti­sches lais­sez-fai­re, ihr kon­se­quen­ter Auf­bau eth­ni­scher Min­der­hei­ten im von ihr selbst regier­ten Land, samt spür­bar stei­gen­der Spannungen?

Ob Mer­kel an eine Art kos­mi­scher Gerech­tig­keit glaubt, in der auf lan­ge Sicht Glei­ches mit Glei­chem ver­gol­ten wird? Rache der Welt­see­le: Zusam­men­zwin­gen anders­ge­wach­se­ner Stam­mes­struk­tu­ren wird heim­ge­zahlt mit eth­ni­schem Zer­fa­sern der ‚Ver­ur­sach­er­län­der’? Und Mer­kel selbst in der Rol­le der Eryn­nie, spä­ten Preis ein­trei­bend für vor­geb­li­che Sün­den der Vor­vä­ter, voll­streckt an deren Kin­des­kin­dern, Erben an Blut und Boden und Schuld?
‚Es gibt kei­ne Erlö­sung von unse­rer Geschich­te!’, bläst Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er zu ande­rem The­ma in das gedank­lich gleich­ge­wun­de­ne Horn. Wer denkt hier eigent­lich ‚völ­kisch’?! Wer ‚men­schen­ver­ach­tend’?”

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Aus­sich­ten auf den Bürgerkrieg:

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Was der­zeit in den USA statt­fin­det, ist die Fort­set­zung des lin­ken Auf­stands gegen die Gesell­schaft von 1967/68, nur mit ver­än­der­tem Per­so­nal: Die 68er Stu­den­ten ver­such­ten, die Arbei­ter in ihr Zer­stö­rungs­werk ein­zu­span­nen, und blie­ben weit­ge­hend erfolg­los; heu­te benutzt die Anti­fa die migran­ti­sche Unter­schicht und scheint dort deut­lich mehr Erfolg zu haben. Dass auch „nor­ma­le” Demons­tran­ten mit­lau­fen, ändert dar­an nichts.

Was uns Lin­ke, Medi­en, inter­es­sier­te Polit­ker und diver­se Pro­mis als „Pro­tes­te” ver­kau­fen wol­len, sehen Sie hier.

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Jenes Tötungs­de­likt, das den kon­kre­ten Anlass der „Unru­hen” lie­fer­te, hat mit ihnen ver­gleichs­wei­se wenig zu tun. Man kann die­se The­se mit zwei Bei­spie­len untermauern:

Ein ähn­li­cher Fall wie die Tötung des Floyd Geor­ge – Poli­zis­ten „fixie­ren” einen Ver­haf­te­ten, und der Mann stirbt dabei – ereig­ne­te sich vor vier Jah­ren in Dal­las. Der Vor­fall wur­de in Erin­ne­rung geru­fen, als im vori­gen Jahr ein Video auf­tauch­te. Tony Tim­pa, 32, litt an Schi­zo­phre­nie, das heißt, er hat­te nicht ein­mal eine kri­mi­nel­le Vor­ge­schich­te wie Floyd Geor­ge. Aller­dings war er: weiß. Erwäh­nens­wer­te Pro­tes­te gab es keine.

Am 15. Juli 2017 wur­de Jus­ti­ne Damo­nd, 40, aus­tra­lisch-US-ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ge­rin, von einem Poli­zis­ten wäh­rend eines Ein­sat­zes erschos­sen, bemer­kens­wer­ter­wei­se in Min­nea­po­lis. Der Cop war ein aus Soma­lia stam­men­der Ame­ri­ka­ner. Er hat­te über­re­agiert, als die Frau, bar­fuß und unbe­waff­net, plötz­lich neben sei­nem Strei­fen­wa­gen stand. Jus­ti­ne Damind war: weiß. Erwäh­nens­wer­te Pro­tes­te gab es keine. 

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Über­haupt ist die Wahr­neh­mung auch in Über­see sehr selek­tiv; die­se, ges­tern von Fox news gemel­de­ten Toten inter­es­sie­ren niemanden:

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Leser *** schreibt: „Ich fürch­te, auch Herr Danisch flüch­tet sich bezüg­lich der ‚Riots’ in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten in die eine oder ande­re Illu­si­on, die Lage stellt sich mir noch eine Spur bedroh­li­cher dar. So han­delt es sich zwar sicher­lich um einen ‚Angriff auf die Zivi­li­sa­ti­on’, aber vor allem eben ganz kon­kret um einen Angriff auf die Zivi­li­sa­ti­on der Wei­ßen. Auch scheint es offen­sicht­lich zu sein, dass die Anti­fa auf den Pro­test­zug auf­ge­sprun­gen ist oder ihn sogar erst rich­tig in Fahrt gebracht hat. Ich wür­de deren Rol­le aber nicht über­be­wer­ten. Das Res­sen­ti­ment und Hass der Ras­sen auf­ein­an­der sind eine anthro­po­lo­gi­sche Grund­kon­stan­te, und die Far­bi­gen in den Län­dern des Wes­tens wer­den seit län­ge­rem dahin­ge­hend agi­tiert. Die Anti­fa kata­ly­siert daher gewis­se Pro­zes­se, die aber im Wesent­li­chen auch ohne sie statt­fin­den wür­den. Der Wei­ßen­hass der Far­bi­gen ist dabei auch nicht auf die Unter­schicht beschränkt, die bei der­lei Tumul­ten natur­ge­mäß am stärks­ten ver­tre­ten ist, Sie haben ja sel­ber die Molo­tow-Cock­tail-wer­fen­den Juris­tIn­nen genannt, ein wei­te­res pro­mi­nen­tes Bei­spiel ist die Toch­ter des New Yor­ker Bür­ger­meis­ters, Chia­ra de Blasio. 

Natür­lich, das ver­steht sich von selbst, sind es nie alle Schwar­zen, nie alle Mus­li­me – aber wenn kri­ti­sche Mas­sen erreicht wer­den und die Din­ge eine Eigen­dy­na­mik gewin­nen, wird es dar­auf nicht mehr ankom­men. Ob es daher zu einer Koali­ti­on der Zivi­li­sier­ten rei­chen wird, von der Sie manch­mal spre­chen? Ich sehe es ehr­lich gesagt nicht. Wer unten ist, der wird getre­ten. Aber auch die tri­ba­lis­ti­sche Lösung scheint den Wei­sen psy­cho­lo­gisch nicht mehr zugäng­lich zu sein.”

Es mag kein Trost sein, nur ein Zaun­pfahl­wink für inter­es­sier­te Mit­le­ser auf der ande­ren Sei­te des Gra­bens: Auch Lin­ke und Grü­ne wird man im Bür­ger­kriegs­fall umstands­los nach jenen Kri­te­ri­en zuord­nen und behan­deln, die es in ihrer illu­si­ons­im­prä­gnier­ten Welt­sicht gar nicht gibt.

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(Aus Karl­heinz Weiß­manns Kolum­ne „Gegen­auf­klä­rung”)

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Noch ein paar mehr Grün­de für wei­ße Ame­ri­ka­ner, vor ihren schwar­zen Lands­leu­ten auf die Knie zu gehen:

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(Die Quel­len hier.)

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(Das Video hier.)

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Die Zah­len sind nicht aktu­ell, in der Ten­denz dürf­te sich gleich­wohl wenig geän­dert haben.

Doch wenn über­wie­gend Schwar­ze Schwar­ze umbrin­gen, kann nur irgend­ei­ne von Wei­ßen geschaf­fe­ne Struk­tur dar­an schuld sein.

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Grü­ne und Lin­ke wol­len die Ein­bür­ge­rung von Migran­ten „erleich­tern”, das heißt an kei­ner­lei ande­re Vor­aus­set­zun­gen mehr knüp­fen als an das längst sprich­wört­li­che „Nun sind se halt da”. Gott­fried Curio, Schwe­fel­par­tei, hat im Bun­des­tag die pas­sen­den Wor­te dazu gesagt. Das zügi­ge Ein­bür­gern sämt­li­cher hier Her­ein­ge­schnei­ten und ‑schnei­en­den ergä­be aus grün­ro­ter Sicht Sinn; ein Sog ent­sün­de, der noch mehr Migran­ten anzö­ge; die Betreu­ungs­kli­en­tel, für die man Steu­er­gel­der for­dern kann, wür­de wach­sen und damit auch das rot­grü­ne Wäh­ler­re­ser­voir; zugleich sän­ke die Aus­län­der- und Migran­ten­kri­mi­na­li­tät bis theo­re­tisch auf Null; außer­dem bau­te sich auto­ma­tisch eine immer grö­ße­re Droh­ku­lis­se gegen die ein­ge­bo­re­nen Esel-streck-dichs auf, sofern sie sich erdrei­te­ten, über ihre immer stär­ke­re Steu­er­be­las­tung und Aus­plün­de­rung zu mur­ren; von der cre­scen­die­ren­den inne­ren Unsi­cher­heit hier nicht zu reden. 

Und die Nazi­ver­schwö­rungs­theo­rie vom angeb­li­chen Bevöl­ke­rungs­aus­tausch zer­fie­le unter den stren­gen Augen der ARD-Fak­ten­che­cker wie die Koh­len­säu­re beim Öff­nen der Fla­sche in CO2 und H2O: Es gäbe in ’schland irgend­wann nur noch Deut­sche! Der Sou­ve­rän des Grund­ge­set­zes wächst! 

PS: Ich habe übri­gens kei­ner­lei Ein­wän­de gegen die Ein­bür­ge­rung von Aus­län­dern, die Deut­sche sein, ihre Rech­nun­gen sel­ber bezah­len und sich hier eine Exis­tenz auf­bau­en wollen. 

PPS: Inzwi­schen ist eine gan­ze Genera­ti­on von Juris­ten und Poli­ti­kern im Amte, wenn auch nicht in Wür­den, die das Grund­ge­setz genau an die­sem Punk­te aus­he­beln will. Alt­par­tei­en­ver­tre­ter und Ver­fas­sungs­schüt­zer insis­tie­ren gegen die AfD immer wie­der dar­auf, dass die Men­schen­wür­de­prä­mis­se von Art. 1 GG für „Men­schen” gel­te, nicht für „Deut­sche”, und sie mogeln dabei recht plump die Tat­sa­che bei­sei­te, dass eine Staats­rechts­ord­nung pri­mär für die Staats­bür­ger und zwei­tens für die Men­schen gilt, die sich auf dem Staats­ge­biet auf­hal­ten, aber eben nicht außer­halb des­sel­ben (außer in ein­ge­schränk­tem Maße für Staatsbürger). 

Scheib­chen­wei­se wird die­ses Grund­prin­zip abge­schafft. In die­sen Zusam­men­hang gehört wohl auch das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes, dass „Über­wa­chung der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on von Aus­län­dern im Aus­land durch den Bun­des­nach­rich­ten­dienst an die Grund­rech­te des Grund­ge­set­zes gebun­den ist und nach der der­zei­ti­gen Aus­ge­stal­tung der Ermäch­ti­gungs­grund­la­gen gegen das grund­recht­li­che Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­heim­nis (Art. 10 Abs. 1 GG) und die Pres­se­frei­heit (Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG) ver­stößt.” Das heißt, der BND kann neu­er­dings im Aus­land gegen die deut­schen Grund­rech­te verstoßen. 

„Da staunt der Laie und der Fach­mann wun­dert sich”, kom­men­tiert Johan­nes Eis­le­ben auf ach­gut: „Wie kann das sein? Nun, der BND ver­stößt gegen die von der deut­schen Ver­fas­sung garan­tier­ten Grund­rech­te von Aus­län­dern im Aus­land, denn die ‚Bin­dung der deut­schen Staats­ge­walt an die Grund­rech­te nach Art. 1 Abs. 3 GG ist nicht auf das deut­sche Staats­ge­biet begrenzt.’ Mit ande­ren Wor­ten: Die Grund­rech­te der Deut­schen im deut­schen Staat gel­ten – zumin­dest teil­wei­se – auch für Aus­län­der im Ausland.

Dies ist eine neue Inter­pre­ta­ti­on unse­rer Ver­fas­sung, die es bis­her noch nie gege­ben hat und eigent­lich auch nicht geben kann. Denn Ver­fas­sun­gen von Staa­ten gel­ten immer nur in ihrem Hoheits­ge­biet, und Men­schen­rech­te kann es nur dort geben, wo es einen Staat gibt, der sie garan­tiert. So sieht es auch das gesam­te Inter­na­tio­na­le Völkerrecht.”

 

                                 ***

„Links zu sein, bedarf es wenig”, pfleg­te Johan­nes Groß zu träl­lern, aber dumm sein hilft ungemein:

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