5. Juni 2020

„Das Alte oder Moder­ne schät­zen ist leicht; aber das Obso­le­te zu schät­zen wis­sen, ist der Tri­umph des ech­ten Geschmacks.”
Nicolás Gómez Dávila

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(Die täg­li­che Kathar­sis: Bernd Zeller.)

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In der letz­ten dis­kur­si­ven Besin­nungs­run­de von Frau Maisch­ber­ger ging es um die tat­säch­li­che oder kon­stru­ier­te Dis­kri­mi­nie­rung eines gesell­schaft­li­chen Kon­strukts in den USA, aber als Gäs­te waren nur Kon­struk­te ande­rer Haut­far­be ein­ge­la­den. Wor­auf­hin zwar nicht gera­de ein Volk auf­stand, aber immer­hin ein mul­ti­me­dia­ler Sturm los­brach. Man kön­ne nicht, pfiff es der Mode­ra­tö­rin und ihrem Team ent­ge­gen, ein Tele-Thing über die Dis­kri­mi­nie­rung von Schwar­zen abhal­ten und dafür nur wei­ße Gäs­te ein­la­den; Wei­ße als Nolens-volens-Ange­hö­ri­ge des Täter­kon­strukts hät­ten über­haupt kei­ne Ahnung und auch kei­ne Legi­ti­ma­ti­on, um über die Pro­ble­me von Schwar­zen zu reden, sie wüss­ten nicht, wie Schwar­ze sich fühl­ten, die Run­de hät­te mit Nicht­wei­ßen besetzt wer­den müssen.

Wenn die Talk­shows die­se Anre­gung beher­zi­gen, wer­den dann künf­tig bei Dis­kus­sio­nen über den Rechts­po­pu­lis­mus mehr­heit­lich AfD, FPÖ und Lega-Mit­glie­der oder wenigs­tens ‑wäh­ler eingeladen?

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Und mun­ter wei­ter mit zwei­er­lei Maß:

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Im schö­nen Leip­zig, erzählt ein dort ansäs­si­ger Freund, wird von den Grü­nen ein Vor­schlag aus dem Jahr des freund­li­chen Gesichts wie­der her­vor­ge­kramt, der sich wei­land nicht duch­set­zen ließ: die Umbe­nen­nung des Richard-Wag­ner-Plat­zes in „Refu­gees-wel­co­me-Platz”. War­um so klein gedacht, Brü­der und Schwes­tern vom Orden der Büßer auf ande­rer Leu­te Kos­ten? Wie wäre es, wenn sich gleich Leip­zig umbe­nennt in „Refu­gees-wel­co­me-City”?

(Ich hät­te 1989 nicht geglaubt, dass ein Tag kom­men wür­de, an dem mir die alten SED-Genos­sen im Ver­gleich zu eini­gen aktu­el­len Poli­ti­kern bei­na­he sym­pa­thisch erscheinen.)

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Das deut­sche Schiff „Sea-Watch 3”, also der Kahn von Kapi­tä­nin Racke­te, hat vor einem Jahr drei Men­schen­schin­der der Schlep­per-Mafia von Liby­en nach Ita­li­en trans­por­tiert, mel­det die Zür­cher Welt­wo­che. Die pein­li­che Nach­richt wird von deut­schen Wahr­heits­me­di­en aus Grün­den der Tole­ranz beschwie­gen. „Am 28. Mai ver­ur­teil­te ein Gericht in Mes­si­na Moha­med Con­dé (27) aus Gui­nea sowie die bei­den Ägyp­ter Hame­da Ahmed (26) und Mahmoud Ashuia (24) wegen Fol­ter, Ver­ge­wal­ti­gung und Betei­li­gung an einer kri­mi­nel­len Orga­ni­sa­ti­on zu je zwan­zig Jah­ren Gefäng­nis. Die drei Afri­ka­ner wur­den für schul­dig befun­den, als Mit­glie­der einer liby­schen Schlep­per­ban­de Migran­ten sys­te­ma­tisch gequält zu haben, um Geld­über­wei­sun­gen zu erpressen.”

Es ist längst ange­zeigt, eine alte Lenin-For­mu­lie­rung zu gen­dern. Kor­rekt muss es hei­ßen: Nütz­li­che Idio­tin­nen und Idioten.

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Davon wer­den Sie in unse­ren aus­GE­Zeich­ne­ten deut­schen Medi­en eben­falls nichts zu hören bekommen:
„Die Jeru­sa­lem Post berich­tet davon, dass in Los Ange­les Syn­ago­gen und jüdi­sche Geschäf­te zer­stört und geplün­dert wur­den. Con­gre­ga­ti­on Beth Isra­el, eine der ältes­ten Syn­ago­gen in Los Ange­les und über die Jah­re spi­ri­tu­el­le Hei­mat vie­ler Über­le­ben­der des Holo­caust, wur­de dabei auch mit den anti­se­mi­ti­schen Graf­fi­tis ‚Fuck Isra­el’ und ‚Free Pales­ti­ne’ beschmiert. Das Jewish Jour­nal zitiert Lio­ra Rez, die Direk­to­rin von ‚Stop Anti-Semi­tism’, mit den Wor­ten: ‚Wie­der ein­mal sehen wir, dass abscheu­li­cher Anti­se­mi­tis­mus als Akti­vis­mus getarnt wird. Eine Syn­ago­ge in die­ser schreck­li­chen Zeit zu zer­stö­ren, bedeu­tet nichts ande­res, als ein zer­bro­che­nes Land wei­ter zu spalten.’ ”
(Wei­ter hier.)

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Neu­es Wort: Hofvirologe.

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Leser *** zitiert mei­ne Bemerkung:

„Man muss immer wie­der dar­an erin­nern, dass uns Leu­te, die hier Straf­tat auf Straf­tat bege­hen, als Schutz­su­chen­de aus Bür­ger­kriegs­ge­bie­ten ver­kauft wer­den. Von sol­chen Men­schen darf man kei­nes­wegs nur erwar­ten, dass sie sich so geset­zes­treu ver­hal­ten wie der durch­schnitt­li­che Deut­sche, son­dern dass sie sich hun­dert­pro­zen­tig geset­zes­treu verhalten.”

Und kom­men­tiert: „Deser Aus­sa­ge ent­neh­me ich, daß Ihnen das zen­tra­le Ver­ständ­nis für Psy­cho­lo­gie fehlt: Täter sind immer vor­her Opfer gewe­sen! Kriegs­flüch­lin­ge, zumal trau­ma­ti­sier­te Kriegs­flüch­lin­ge wer­den zu ruch­lo­sen, trau­ma­ti­sie­ren­den Ver­bre­chern, ver­ge­wal­tig­te Kin­der wer­den zu Ver­ge­wal­ti­gern von Kin­dern! Das Trau­ma ver­hin­dert die Erkennt­nis sei­ner Ent­ste­hung und führt zu sei­ner Ver­brei­tung! Man muss erwar­ten, daß schwer trau­ma­ti­sier­te Kriegs­flücht­lin­ge hoch­gra­dig kri­mi­nell sind, jeder, der ein wenig von Psy­cho­lo­gie ver­steht, weiß, daß das seit 100 Jah­ren bewie­se­ner Fakt ist: aus Trau­ma­ti­sier­ten wer­den Traumatisierende!

Die Medi­en aber stel­len die eine Sei­te dar ‚arme Opfer’ und nicht die ande­re ‚wer­den zu bru­ta­len Tätern’. Man darf Kriegs­flücht­lin­ge nie­mals inte­grie­ren, son­dern muss sie inter­nie­ren und psy­cho­lo­gisch behan­deln und ent­wi­ckeln las­sen, dabei die auf­fäl­lig schwer­kri­mi­nel­len (schwer trau­ma­ti­sier­ten) aussondern.

Nie­mand im Land der noto­ri­schen Lüg­ner kann soet­was auch nur öffent­lich andenken, geschwei­ge denn durch­zie­hen; aber zumin­dest soll­ten wir nicht so naiv tun und sagen: Oh, Kriegs­flüch­lin­ge haben Schreck­li­ches erlebt, also sind die beson­ders fried­lich und regel­kon­form. Nein: Also sind sie fähig, Schreck­lichs­tes zu tun.”

PS: „Ich habe nie davon gehört, dass die Ver­trie­be­nen aus den deut­schen Ost­ge­bie­ten nach ihrer Ankunft in Bay­ern oder Schles­wig-Hol­stein durch beson­ders vie­le Mor­de und Ver­ge­wal­ti­gun­gen auf­ge­fal­len wären, obwohl vie­le von ihnen Schlimms­tes erlebt hat­ten”, ergänzt Lese­rin ***. „Es müs­sen wohl noch wei­te­re Umstän­de dazu kom­men. Wel­che mögen das sein?”

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Aus­tra­lia News behaup­tet, in Paki­stan sei ein 8‑jähriges Mäd­chen, das dort ille­gal als Kin­der­mäd­chen ange­stellt wor­den war, zu Tode gefol­tert wor­den, weil ihr die Papa­gei­en des Hau­ses ent­wischt sind, als sie den Käfig öff­ne­te, um sie zu füt­tern. Schreibt Danisch. „Stört kei­ne Sau. Im Gegen­teil, man prü­gelt uns hier ein, dass alle Kul­tu­ren und Völ­ker gleich wert sei­en. Gera­de brennt man Ame­ri­ka nie­der, weil ein Mann getö­tet wur­de, der frü­her Raub­über­fäl­le began­gen hat­te, und von dem es nun heißt, er habe einer Schwan­ge­ren gedroht, ihr Bauch mit Kind weg­zu­schie­ßen” (Link ebendort).

Der Grund ist sim­pel. Wo nichts zu holen ist, wird auch nicht moralisiert.

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Die­ser Tweet ist vom Account von Iron Mike ver­schwun­den. Seltsam.…

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Sogar die­ser Haudrauf rudert zurück, obwohl er die Wahr­heit gesagt hat und nichts als die Wahrheit.

Im übri­gen trägt Tyson Tatoos von Mao Tse-tung und Che Gue­va­ra auf sei­nem Leib. Man male sich aus, es wären A. Hit­ler und Pinochet.

Aber nichts gegen Tyson. Ein Mann, der auf einer Pres­se­kon­fe­renz sagt: „Ich bin Alchi­mist. Ich kann Geld in Schei­ße ver­wan­deln”, genießt bei mir Narrenfreiheit.

PS: Ande­re zei­gen mehr Schneid.

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„Ästhe­ti­sche Betrü­ge­rei­en grei­fen heu­te um sich, weil der Laie von heu­te irgend­ein Spe­zia­list zu sein pflegt, dem zu sug­ge­rie­ren es leicht fällt, die künst­le­ri­schen Akti­vi­tä­ten sei­en so uner­reich­bar für den Lai­en wie sei­ne eige­nen. Kri­tik, Geis­tes­wis­sen­schaf­ten, Küns­te fül­len sich mit Betrü­gern, wenn der Laie, der schlicht­weg gebil­det ist, verschwindet.”
Noch­mals Gómez Dávila

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