11. Juli 2020

Die Presse‑, Tages‑, Medi­en- und Umschau. Mit einem Wort: der Überblick.

Der Zen­tral­rat der Kli­ma­füh­li­gen und Tem­pe­ra­turzärt­lin­ge hat­te bekannt­lich beschlos­sen, dass der Som­mer 2020 ein Hor­ror und eine wei­te­re Etap­pe auf dem Weg des Pla­ne­ten in den Hit­ze­tod zu sein habe. Nach­dem sich die ergeil­te Hit­ze par­tout nicht ein­stel­len woll­te und statt­des­sen Frie­ren im Frei­en ange­sagt war, ergötz­ten sich die Home­of­fice-Hüp­fer an einer ver­meint­li­chen schlim­men und in ca. zehn Jah­ren jede Art Land­wirt­schaft unmög­lich machen­den Dür­re; auch die ist inzwi­schen pas­sé, es reg­net ganz erkleck­lich, die Isar vor mei­ner Haus­tür etwa führt Mit­te Juli erstaun­lich viel Was­ser, es gibt sogar ein Ver­bot, sie mit dem Schlauch­boot zu befah­ren. Auf n‑tv pro­gnos­ti­ziert nun ein Meteo­ro­lo­ge: „Der Hit­ze­s­om­mer fällt kom­plett aus.” 

„Was soll das heis­sen?” fragt Leser *** aus Galu Beach, Kenya. „Model­le für 3 Mona­te lie­gen um 4° dane­ben, aber auf 30 Jah­re sind sie auf 0,2° korrekt?”

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Noch vor kur­zem wur­de nicht allein die SPD, son­dern die gesam­te Repu­blik von veri­ta­blen Ras­sis­ten, wahr­schein­lich auch leib­haf­ti­gen Nazis geführt. 

Nazischröder

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Wie durch ein Wun­der krieg­ten sowohl die Sozen als auch die „Repu­blik” noch die Kur­ve in Rich­tung Ent­ar­tung. Jetzt müs­sen sie nur noch den Sar­ra­zin entsorgen. 

Ins TV kommt der dis­si­den­te Sozi immer­hin schon nicht mehr, denn wie ein Twit­te­rer schrieb: Mit Sar­ra­zin zu dis­ku­tie­ren ist so, als dis­ku­tie­re man mit einer künst­li­chen Intel­li­genz. Was dabei her­aus­kommt, weiß wohl am bes­ten Gar­ri Kasparow.

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Wie jedex Besucher_*In (m/w/d = devi­ant) im Stahl­bad des Eck­la­den­be­suchs gelernt hat, wird hier peni­bel dif­fe­ren­ziert zwi­schen Lügen‑, Lücken- und Lum­pen­pres­se. In beson­de­ren Aus­nah­me­ein­zel­fäl­len über­las­se ich die Ent­schei­dung dem Leser:

Lückenpresselumpen  

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Gemein! Nazis ler­nen arabisch!

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Kei­ne Atem­pau­se, Geschich­te wird gemacht: Es geht voran!

Es geht voran

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Wie ein von allen Qua­li­täts­me­di­en über­nom­me­ner ADN-Bericht andeu­tet, will das Bun­des­amt für Staats­si­cher­heit auf die­sem Wege der Oppo­si­ti­on einen letz­ten Vor­schlag unterbreiten:

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Ob tat­säch­lich AfD-Mit­glie­der auf das Ange­bot reagier­ten, teil­te das Amt natur­ge­mäß nicht mit.

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„Neu­lich sag­te ich zu dem gut­aus­se­hen­den und ver­sier­ten far­bi­gen Her­ren, mit dem ich ein Haus und ein Bett tei­le: ‚Weißt du, ich glau­be, ich habe die­ses Jahr genug von Schwar­zen gehört. Kön­nen wir den Kanal wech­seln?’ Ich erschrak vor mei­nen eige­nen Wor­ten. Und ich erkann­te in die­sem Moment, wel­chen schreck­li­chen, irrepa­ra­blen Scha­den die Lin­ke uns in die­sem Jahr zuge­fügt hat.
Es ist fast unmög­lich, die Fol­gen des Ras­sen­krie­ges zu über­trei­ben (…) Sie haben dies absicht­lich getan, die­se rei­chen wei­ßen und (oder) jüdi­schen Pro­gres­si­ven, die ver­letz­li­che und leicht­gläu­bi­ge Schwar­ze als ihre unwis­sen­den Instru­men­te ver­wen­den, und die Fol­gen wer­den Freund­schaf­ten, Ehen und schließ­lich das Land aus­ein­an­der­rei­ßen. Die­se tie­fe Bos­heit hat sogar mich scho­ckiert, der ich bereits wuss­te, wer sie sind – und sie hat mich auch verändert. 

Nie wie­der wer­de ich jeman­dem in der poli­ti­schen Lin­ken einen Ver­trau­ens­vor­schuss zuge­ste­hen. Sie sind Teu­fel, krank vor Sün­de, die sich in Scham suh­len wie Schwei­ne im Kot, vol­ler Dün­kel und mora­li­scher Gleich­gül­tig­keit. Sie ver­die­nen die Höl­le, auf die sie zusteu­ern. Ich wer­de jeden ein­zel­nen von ihnen bis zu dem Tag has­sen, an dem ich sterbe.”

Milo Yanno­pou­los

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Sie hören nicht auf, zu mes­sern, die „Män­ner”, „Jugend­li­chen” oder „Grup­pen”, unse­re Mat­thi­as­se, Hei­kos und Michaels. 

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Aber was heißt: gestoh­len? Er hol­te sich nur zeit­ver­setzt zurück, was der Kolo­nia­lis­mus ihm weg­ge­nom­men hatte.

Aus dem Thü­rin­gi­schen mel­det der Focus:

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Der Repor­ter berich­tet:
„Ich sit­ze Jens T. gegen­über, Ver­triebs­in­ge­nieur im thü­rin­gi­schen Gera, 52 Jah­re alt. Neben ihm Dirk R., Geschäfts­füh­rer eines Hand­werks­be­triebs, 55 Jah­re alt. Die bei­den Män­ner sind boden­stän­di­ge, beruf­lich erfolg­rei­che Leu­te, ver­nünf­tig, poli­tisch inter­es­siert, klar in der Spra­che. Men­schen, die einem in die Augen sehen, die zuhö­ren kön­nen und aus­re­den lassen. (…)
An einem Sams­tag­abend lie­fen der Sohn von Jens T. und sei­ne Freun­din durch die Innen­stadt, ein 34 Jah­re alter Freund beglei­te­te sie, er ist Dozent an einer Fach­hoch­schu­le. Auf einer zu die­ser Zeit fast men­schen­lee­ren Geschäfts­stra­ße kamen ihnen drei grö­len­de, offen­sicht­lich alko­ho­li­sier­te Män­ner ent­ge­gen. Sie stam­men aus Syri­en und Afgha­ni­stan, der jüngs­te ist angeb­lich erst 15 Jah­re alt. Obwohl der Sohn von Jens T. und sei­ne Beglei­ter bewusst aus­wi­chen, um einer Kon­fron­ta­ti­on aus dem Weg zu gehen, wur­den sie von einem der Betrun­ke­nen absicht­lich ange­rem­pelt, erzählt Jens T. Auf die fra­gen­den Bli­cke, was das sol­le, ant­wor­te­te der Täter auf sei­ne Wei­se: Gemein­sam mit sei­nen Kum­pels griff er die Deut­schen kör­per­lich an. Dabei benutz­te der 15-Jäh­ri­ge ein Tep­pich­mes­ser. Er ramm­te die Klin­ge in die Gesich­ter der bei­den Män­ner, stach Rich­tung Schul­ter und Hals. 

Der 28-jäh­ri­ge Diplom-Inge­nieur erlitt eine klaf­fen­de, meh­re­re Zen­ti­me­ter tie­fe Schnitt­wun­de, die von der Ober­lip­pe bis zum lin­ken Ohr reich­te. Wer die Fotos der Ver­let­zun­gen sieht, kann kaum glau­ben, dass der Mann über­lebt hat. Er wur­de im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Jena ope­riert, in einer Spe­zi­al­ab­tei­lung für Gesichts­chir­ur­gie. Sein 34-jäh­ri­ger Freund muss­te wegen mas­si­ver Schnitt­ver­let­zun­gen am Ohr eben­falls ope­riert wer­den. Einer der Täter ging auch auf die 24-jäh­ri­ge Stu­den­tin los, die sei­nem Faust­schlag gera­de noch so aus­wei­chen konnte.

Nur dem beherz­ten Ein­grei­fen eines Anwoh­ners ist es wohl zu ver­dan­ken, dass der 15-Jäh­ri­ge nicht noch wei­ter auf sei­ne Opfer ein­stach. (..) ‚Wahr­schein­lich hat er unse­ren Kin­dern das Leben geret­tet’, sagt Jens T. ‚Die Angrei­fer hät­ten wei­ter­ge­macht bis zum bit­te­ren Ende.’ ”

Doch seht! Die bra­ve Poli­zei
Kommt, wie gewöhn­lich, schnell her­bei.
(Wil­helm Busch)
– und lässt die Täter wie­der frei.

„Jens T., der Vater der 28-jäh­ri­gen Opfers, nippt an sei­ner Kaf­fee­tas­se. Nie­mals habe er sich so etwas vor­stel­len kön­nen. Ein Mes­ser­an­griff auf offe­ner Stra­ße. Grund­los. Ohne Hem­mun­gen. In Deutsch­land. In Gera. Nun hat es sei­nen Sohn erwischt. Aus­ge­rech­net ihn, möch­te man sagen. Einen jun­gen Mann, der jedem Streit aus dem Weg geht, der als beson­nen, ruhig und fried­lich gilt. ‚Das Schlim­me ist’, sagt sein Vater: ‚Es hät­te jeden von uns tref­fen können.’ ”

Alles ande­re wäre ja auch unge­recht. Wo will­kom­mens­kul­tu­rell geho­belt wird, fällt eben mal ein Span. Sie sind doch für Viel­falt, Tole­ranz und den Fort­schritt, oder etwa nicht?

Der ein­zi­ge Poli­ti­ker, der sich nach dem Vor­fall bei den Opfern mel­de­te und sich tückisch nach ihrem Befin­den erkun­dig­te, war Ste­phan Brand­ner von der Schwe­fel­par­tei. „Nicht der par­tei­lo­se Ober­bür­ger­meis­ter hat ange­ru­fen, kein Lin­ker, kein Grü­ner, kein SPD-Mann, kein CDU-Poli­ti­ker.” Wer rei­nen Her­zens ist, schweigt selig.

Frei­lich hat Jens T. Herrn Brand­ner gebe­ten, „den Sach­ver­halt nicht für sei­ne Arbeit aus­zu­nut­zen”. Er wol­le nicht, dass der Angriff instru­men­ta­li­siert wer­de. „Mir ist egal, wer die­ses Ver­bre­chen ver­übt hat, es ist geschehen.”

Die Lek­ti­on hat anschei­nend immer noch nicht genügt. Die blut­rüns­ti­gen Figu­ren aus Tau­send­und­ei­ner Nacht wer­den ja nicht nur nicht abge­scho­ben, sie erhal­ten täg­lich Ver­stär­kung. Bes­se­re Unter­ta­nen als die­se duld­sa­men thü­rin­gi­schen Ursa­chen­leug­ner kann sich kei­ne Frem­den­füh­re­rin wünschen. 

                                 ***

Man soll sagen: In eini­gen ver­nach­läs­si­gens­wer­ten Ein­zel­fäl­len hat­te das freund­li­che Gesicht der Kanz­le­rin zer­schnit­te­ne und zer­fetz­te ein­hei­mi­sche Gesich­ter zur Nebenfolge.

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Zum Vori­gen.

Ich habe den Focus so aus­führ­lich zitiert, weil die bei­den Män­ner, mit denen der Jour­na­list spricht, genau jenen Typus dar­stel­len, der die­ses Land und im Übri­gen die gesam­te west­li­che Gesell­schaft zusam­men­hält, aber von die­ser Gesell­schaft nichts mehr erwar­ten darf außer Beschimp­fun­gen, immer neue Steu­er­erhö­hun­gen und Benach­tei­li­gung vor Gericht. Bei die­ser Gele­gen­heit fällt mir ein Brief eines in Süd­afri­ka leben­den Danisch-Lesers ein, den ich hier vor einem knap­pen Jahr ein­ge­stellt habe (scrol­len) und des­sen Tenor auf die­se bei­den all­zu zah­men Thü­rin­ger passt:

„Die ver­folg­te Mehr­heit – mei­ne­r­ei­ner, da Hete­ro & Mann – ist mit einem gewis­sen Anspruch an sich selbst ange­tre­ten. Die­sem Anspruch wird ein Groß­teil von uns nicht gerecht; ich ken­ne nur noch Weni­ge, Super­op­por­tu­nis­ten, die noch ganz oben auf der Wel­le schwim­men. Das sind in den aller­meis­ten Fäl­len wider­li­che Zeit­ge­nos­sen, völ­lig rück­grat­los. Der Rest begnügt sich mit dem Errei­chen des Mini­mal­ziels, in der Hoff­nung, in Ruhe gelas­sen zu werden.

Ganz lang­sam mer­ken aber vie­le in mei­ner Genera­ti­on (= 30 Jah­re, also die im Alter zwi­schen 25 und 55) – und es wer­den täg­lich mehr –, dass sie trotz aller Anstren­gung kei­ne reel­le Chan­ce haben. Es wird von – ja, von wem eigent­lich? – wis­sent­lich und wil­lent­lich ver­hin­dert, daß die­se Kas­te von mit­tel­al­ten wei­ßen Män­nern im Bezug auf das, was sie sich vor­ge­nom­men, reüssiert (…)

Man fühlt sich von vorn bis hin­ten ver­arscht. Wenn dahin­ter auch noch Sys­tem steckt, und das tut es, wan­delt sich die Ener­gie, die man sonst voll und ganz auf das eige­ne Fort­kom­men und Erhalt der Fami­lie rich­ten wür­de, in Frust und Wut auf die Ver­hin­de­rer. Das ist nur eine Fra­ge der Zeit, bis das hoch­geht. Des­we­gen reagiert das Sys­tem so panisch auf die AfD in Thüringen.

Jor­dan Peter­son, der ganz leicht halb­sei­de­ne, hell­sich­ti­ge Glit­zer­scha­ma­ne, sieht das m. A. nach rich­tig vor­aus: Er fürch­tet den Back­lash einer gut aus­ge­bil­de­ten, kriegs­er­prob­ten, bis an die Zäh­ne bewaff­ne­ten, unter­pri­vi­le­gier­ten wei­ßen Mehr­heit, die bei der nächs­ten Depres­si­on nichts mehr zu ver­lie­ren haben. Das schwappt auch auf Euro­pa über. Mei­ne Pro­gno­se über den Aus­gang: Sezes­si­on in Ame­ri­ka; Unter­gang der EU; Auf­lö­sung der NATO; Wie­der­erstar­ken Russ­lands in Euro­pa; Jah­re­lan­ger Bürgerkrieg.

Macht Euch auf etwas gefaßt.”

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Merke(l): „Das grund­le­gen­de Pro­blem hin­ter der Straf­tat eines Migran­ten ist die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung dafür.”
(Hans-Georg Maaßen)

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Es müs­sen kei­nes­wegs Mes­ser sein. Wer gescheit anklopft, dem wird auch für ande­re Stech­werk­zeu­ge aufgetan:

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Oder eben: „Ein gefun­de­nes Fres­sen für ras­sis­ti­sche Het­zer ereig­ne­te sich ver­gan­ge­ne Nacht in T.” (hier).

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Wo aber Gefahr ist, naht das Ret­ten­de auch:

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Auch der Liber­tä­re Ste­fan Moly­neux hat sei­nen you­tube-Kanal ver­lo­ren (900.000 Abon­nen­ten). Wegen Hass­re­de. Ein beson­ders schlim­mes Exempel:
„Slavery was a uni­ver­sal human insti­tu­ti­on, final­ly reco­gni­zed as immo­ral and banis­hed throughout most of the world in the 19th cen­tu­ry. The same app­lies to the sta­te. Peop­le cal­ling them­sel­ves the ‚gou­vernment’ claim the moral right to initia­te for­ce against others. They do not pos­sess this right, any more than slave owners had the right to own other human beings.

A moral socie­ty is a stateless socie­ty, just as a moral socie­ty is a slave-less society.”

 
Nie­mand hat die Absicht, die Grund­rech­te abzu­schaf­fen. Des­we­gen erpres­sen der höchst rea­le Staat und der (nicht exis­tie­ren­de) Deep Sta­te mit hor­ren­den Straf­an­dro­hun­gen und insze­nier­ten Wer­be­boy­kot­ten ja Unter­neh­men wie Goog­le und Face­book*, damit die es erle­di­gen müs­sen und man die gan­ze Sache als freie Ent­schei­dung eines am Markt ori­en­tier­ten Anbie­ters ver­kau­fen kann.

* „Goog­le und Face­book gehö­ren zum Deep Sta­te.”
(Leser ***)

                                 ***

„Die eigent­li­che Kraft­quel­le der heu­ti­gen Lin­ken, wenn nicht sogar ihr Ursprung, ist unse­re eige­ne Heu­che­lei. Ver­hal­tens­the­ra­pie als Kon­fron­ta­ti­ons­the­ra­pie hie­ße kon­kret: Die Ableh­nung des for­dern­den und ein­drin­gen­den Ande­ren als sol­chem (ReFUCK­gees OFF), die har­te und ego­is­ti­sche Behaup­tung des eige­nen Rau­mes und der eige­nen mate­ri­el­len Güter und die fun­da­men­ta­le Ableh­nung der Infra­ge­stel­lung durch den Ande­ren, weil die­ser über­haupt kein Recht dazu hat, von mir irgend­ei­ne Recht­fer­ti­gung zu for­dern. Angeb­li­che ‚wei­ße Pri­vi­le­gi­en’ sind gut, weil es mei­ne Pri­vi­le­gi­en sind – das muss rei­chen. Statt wie bis­her ohne Erfolg Grals­rit­ter vor­geb­lich ewi­ger Wer­te zu sein, muss man Tür­ste­her sei­nes eige­nen Lebens und sei­nes eige­nen Lan­des wer­den.”
(Wei­ter hier.)
       

                                 ***

Kom­men wir zum Katechon.

Working Class Hero

(Netz­fund)

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                                 ***

„Poli­ti­ker und Medi­en schrei­ben uns immer mehr vor, wie wir zu leben haben, und seit eini­gen Jah­ren wer­den uns durch Exe­ku­ti­ve und Legis­la­ti­ve immer mehr Frei­hei­ten und Rech­te genom­men: Das Recht, über die Ver­wen­dung unse­rer Steu­er­mit­tel mit­zu­be­stim­men (Euro­ret­tung durch EZB), die Frei­heit, in sozia­len Medi­en unse­re Mei­nung zu äußern (NetzDG), das Recht, dar­über zu bestim­men, wer unser Land betritt (Grenz­öff­nung) und neu­er­dings zahl­rei­che bür­ger­li­che Frei­hei­ten und Rech­te (Covid-Maß­nah­men). Der Pro­zess begann schlei­chend, doch sind wir den Weg in die Knecht­schaft nun schon ein gutes Stück gegan­gen, was man sofort sieht, wenn man einen Bahn­hof oder ein Geschäft betritt: Ohne jeg­li­chen medi­zi­ni­schen Grund müs­sen wir dort alle Mas­ken tra­gen, die uns unser mensch­li­ches Ant­litz, ohne das wir als sozia­le Wesen nicht funk­tio­nie­ren, neh­men.„
Also schreibt der treff­li­che N.N. unter dem Ali­as­na­men Johan­nes Eis­le­ben auf ach­gut.

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 „Wie Sie wis­sen”, schreibt Leser ***, „ist Deutsch­land ein Hot­spot des Ras­sis­mus. Und den­noch gibt es da die ewi­gen Abwieg­ler und Beschö­ni­ger, die die düs­te­ren Rea­li­tä­ten nicht sehen wol­len. Sogar im sonst so fort­schritt­li­chen Kul­tur­be­trieb. Zum Bei­spiel in die­sem Interview:
 
‚Fra­ge: Hat es Sie… über­rascht, dass es hier in Deutsch­land ras­sis­ti­sche Vor­ur­tei­le gibt?
Ant­wort: Naja, ich hat­te natür­lich von den Ereig­nis­sen in Deutsch­land wäh­rend der Nazi­zeit gehört… Aber ich muss sagen… Die Deut­schen haben mich wirk­lich wie eine von ihnen auf­ge­nom­men, so dass ich klar sagen muss, dass es eigent­lich nichts gibt, wor­über ich mich beschwe­ren müss­te. Ich habe es immer sehr genos­sen, in Deutsch­land zu sein, hier zu sin­gen, ich habe vie­le deut­sche Freun­de und Bewunderer.’
 
Die­se in bedau­er­li­cher Wei­se poli­tisch fehl­ge­lei­te­te Per­son, die offen­bar blind durch den Ras­sis­ten­pfuhl Deutsch­land gelau­fen ist, heisst Grace Bum­bry; das Inter­view erschien im ‚Online Musik Maga­zin’ vom Juli 2005 (‚Grace Bum­bry – I still love challenges’). 
 
Lei­der ist das kein Ein­zel­fall. Der nächs­te treibt es sogar so weit, offen Sexis­mus zu ver­harm­lo­sen. Beispiel:
‚Fra­ge: Sie sind immer ein Woma­ni­zer geblie­ben. Wür­den Sie sagen, dass Sie heu­te ein zeit­ge­mäs­ses Frau­en­bild vertreten?
Ant­wort: Das kommt dar­auf an, was Sie dar­un­ter ver­ste­hen. Ein Kom­pli­ment ist kei­ne Beläs­ti­gung und schon gar kein Sexis­mus. Dass das heu­te so ange­se­hen wird, hal­te ich für absurd. Und es ist nicht so, dass nur die Män­ner die Schlim­men sind… Also hören Sie mir auf damit…
Fra­ge: Wie haben Sie die Deut­schen damals erlebt?
Ant­wort: .… Ich habe die­ses Land geliebt, und man hat mich so genom­men, wie ich war… Ich habe nie Res­sen­ti­ments erlebt. Ich wur­de oft von Jour­na­lis­ten danach gefragt, und die waren ent­täuscht, dass man mich nie dis­kri­mi­niert hat. Wegen mei­ner Her­kunft wur­de ich nur ein­mal ange­pö­belt: im Auto auf den Pari­ser Champs-Ely­sées wegen mei­nes Wies­ba­de­ner Kennzeichens.’
 
Ist das zu fas­sen? Da lebt der schwar­ze Schla­ger-Star Rober­to Blan­co jahr­zehn­te­lang bei uns und kriegt nichts von Ras­sis­mus mit. (Das Inter­view ist im ‚Stern’ vom 30.12.2017 erschienen). 
 
Natür­lich erschei­nen sol­che Fäl­le nie­mals in den Talk­shows des Fern­se­hens. Sie wür­den ja nicht das gewünsch­te Ergeb­nis zei­gen. Statt des­sen kapri­ziert man sich auf Fuss­bal­ler, bei denen es ohne­hin gang und gäbe ist, dass sie von geg­ne­ri­schen Fans wüst beschimpft wer­den – aller­dings auch sol­che glei­cher Haut­far­be, wenn sie einem ‚feind­li­chen’ Ver­ein ange­hö­ren. Fans, die typi­scher­wei­se nicht eben aus den obers­ten gesell­schaft­li­chen Eta­gen kom­men. Das macht das gan­ze für den wahr­heits­lie­ben­den Jour­na­lis­ten ja so prak­tisch: Man kann immer Beschimp­fun­gen fin­den, auch rassistische. 
 
Und wie war das frü­her? Machen wir einen Sprung zurück in das Deutsch­land der 20iger Jahre. 
‚Ber­lin, das ist schon toll. Ein Tri­umph­zug. Man trägt mich auf Hän­den.’  Wo immer sie erschien, jubel­ten ihr die Men­schen zu.… In Ber­lin fühl­te die Tän­ze­rin sich sogar so wohl, dass sie kurz über­legt, ganz dort zu blei­ben.’ So ‚Der Spie­gel’ am 13.1.2016 über Jose­phi­ne Baker. Nicht ver­schwie­gen wer­den soll, dass es spä­ter – vor allem in der Pro­vinz – auch ras­sis­ti­sche Pro­tes­te gegen ihre Auf­trit­te gab. Aber das ist eben nur eine Sei­te, nicht die gan­ze Geschichte. 
 
Die Lis­te von ame­ri­ka­ni­schen Jazz­mu­si­kern, die dau­er­haft oder zeit­wei­se Euro­pa als Domi­zil wähl­ten, weil es hier weit­aus weni­ger Dis­kri­mi­nie­rung gab als in den USA, ist ellen­lang. Sie reicht von Sid­ney Bechet über Cole­man Haw­kins, Hazel Scott, Nina Simo­ne und Don Byas unter den älte­ren bis zu zahl­lo­sen moder­nen, in der Nach­kriegs­zeit. Man müss­te sich als Jour­na­list nur die Mühe machen, ein­mal in Bio­gra­phien und Inter­views nach­zu­se­hen, was die­se Leu­te an Euro­pa fan­den. Wenn man denn an der Rea­li­tät inter­es­siert wäre. Aber wer ist das heu­te noch?”

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