24. August 2020

Der Hahn steigt auf den Mist­hau­fen, um zu krä­hen. Der Lin­ke folgt sei­nem iden­ti­schen Drang auf der Theoriemüllhalde.

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Neumond

(Netz­fund)

Apro­pos Donald. So etwas schreibt sei­ne für ihr „Ent­hül­lungs­buch” über den nar­ziss­ti­schen Onkel gefei­er­te Nich­te Mary Trump (und Milo setzt den pas­sen­den Kom­men­tar hinzu): 

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Auf Face­book schreibt ein Com­mu­ni­ty-член namens Roc­co Burg­graf (zitiert nach Alex­an­der Wendts Face­book­sei­te, und zwar zur Gän­ze, um es wir­ken zu lassen):
„Der mil­dern­de Umstand Mord.
Das Land debat­tiert über Fäl­le. Rich­ti­ge und fal­sche Fall-Zah­len. Coro­na-Fäl­le. Vor-Fäl­le. Mord-Fäl­le. Ein­zel-Fäl­le. Der Mensch gewöhnt sich. Von Fall zu Fall sozu­sa­gen. Es fällt zum Bei­spiel kaum noch auf, wenn nach einer Gewalt­straf­tat ein Rich­ter kein Urteil mehr fällt son­dern Dia­gno­sen stellt. In mei­ner losen Link­samm­lung sol­cher Spe­zi­al-Fäl­le aus den letz­ten drei Jah­ren fin­den sich unter der Rubrik ‚Schuld­un­fä­hig’ fol­gen­de Ereignisse:
• Kiel. Ein­mann aus Togo erteilt sei­ner Frau eine ‚Lek­ti­on’. Er über­schüt­tet sie mit Ben­zin und zün­det sie an. Zu Hil­fe Eilen­de löschen das Feu­er. Er über­schüt­tet sie ein zwei­tes Mal. Sie endet als leben­de Fackel vor den Augen ent­setz­ter Pas­san­ten. Der Täter will sich spä­ter nicht erin­nern. Fest­ge­stellt wird die Schuldunfähigkeit.
• Wup­per­tal. Drei Tote im Flücht­lings­heim. Die ‚Steue­rungs­fä­hig­keit des Täters (Ein­mann 42) sei auf­grund einer psy­chi­schen Krank­heit erheb­lich ver­min­dert.’ Ein­lie­fe­rung in die Psychiatrie.
• Offen­burg. Mann aus Dji­bou­ti zer­stü­ckelt einen Arzt in des­sen Pra­xis. Eine kurz­zei­ti­gen psych­ia­tri­schen Unter­brin­gung folgt kurz dar­auf die Abschie­bung. Kei­ne wei­te­ren Kommentare.
• Bör­wang. Ein Flücht­ling sticht einen wei­te­ren nie­der. Schwerst­ver­letzt. Ein Gut­ach­ten. Fazit: Schuldunfähig.
• Ravens­burg, Innen­stadt. Drei Schwer­ver­letz­te durch Mes­ser­at­ta­cke eines 19jährigen Afgha­nen. Kei­ne Ver­ur­tei­lung wegen post­trau­ma­ti­scher Belastungsstörung.
• Frank­furt-Höchst. Ein Afgha­ne schnei­det einem Mit­be­woh­ner in einem ‚tra­gi­schen Gesche­hen’ die Keh­le durch. Dro­gen­ein­fluss. Der Täter wird als schuld­un­fä­hig eingestuft.
• Gai­mer­heim, Klein­gar­ten­ko­lo­nie. Ein Gar­ten­nach­bar über­lebt die Mes­ser­at­ta­cke sei­nes tür­ki­schen Nach­barn nicht. Eine ‚Sache unter Män­nern’, wie der Täter zu sei­ner Ver­tei­di­gung vor­bringt. Pro­zess. Schuldunfähig.
• Kiel. 25jähriger Afgha­ne tötet zwei­fa­che 36jährige Mut­ter mit 37 Mes­ser­sti­chen. Kein Haftur­teil son­dern Ein­wei­sung in die Psychiatrie.
• Dres­den. Ein Soma­li­er ran­da­liert, beschä­digt eine Gedenk­stät­te. Auf Sank­tio­nen wird ‚ver­zich­tet’. Man ver­mu­tet psy­chi­sche Auffälligkeiten.
• Deg­gen­dorf. Gei­sel­nah­me mit Mes­ser. Der 31jährige Mann wird frei­ge­las­sen. Aku­te Psychose.
• Olden­burg. Der Mache­ten­an­griff eines Gam­biers auf eine 26-Jäh­ri­ge bleibt unge­sühnt. Psy­chi­sche Auffälligkeiten.
• Ber­lin-Mit­te. Moha­mad M. (23), gedul­det, über­win­det mit Kampf­mes­ser in der Hand die Absperr­rung der Syn­ago­ge, schreit ‚Alla­hu Akbar!’ und ‚Fuck Isra­el!’ Am Nach­mit­tag ist der Syrer wie­der frei. Er ‚befin­de sich bereits in Behand­lung’, wird mitgeteilt.
• Flens­burg. Ein Mann aus Jemen (30) ersticht sei­nen Mit­be­woh­ner. Schuldunfähig.
• Lauf­fen. Der Sene­ga­le­se, der im August 2019 vor lau­fen­den Kame­ras die Schei­ben von 19 Autos mit einer Stan­ge aus Alu­mi­ni­um zer­trüm­mert, kann nicht ver­ur­teilt wer­den. Psy­chi­sche Probleme.
• Karls­ru­he. Mut­ter und Kind von Schutz­su­chen­dem ersto­chen. Täter wird per Gut­ach­ten beschei­nigt, dass er nicht ver­ur­teilt wer­den kann.
• Leip­zig. Eine Ankla­ge wegen ver­such­ten Mor­des einer 34jährigen Frau im Stadt­park wird zurück­ge­nom­men. ‚Psy­chi­sche Ausnahmesituation.’
• Vor­de. Frau wird von Ira­ker vor einen Zug gesto­ßen. Tot. Der Täter wird spä­ter in die Psych­ia­trie ein­ge­wie­sen. ‚Mein Kopf hat sich gedreht!’
• Frank­furt. Neun Tage nach Voer­de ’schubst’ ein Eri­tre­er eine Mut­ter und acht­jäh­ri­gen Sohn vor einen ein­fah­ren­den ICE. Das Kind stirbt vor den Augen der Mut­ter. Eine straf­ba­re Schuld kann nicht fest­ge­stellt werden.
• Mag­de­burg. Syrer schlägt ohne jede Vor­war­nung im Dro­gen­rausch zwei Mit­fah­rer in der Stra­ßen­bahn zusam­men. Schuldunfähig.
• Düren. Eri­tre­er (23) ver­letzt Rent­ne­rin (73), die ihn im Haus auf­ge­nom­men hat, schwer. Er hat Stim­men gehört. Eine Psy­cho­se, die ihm die Haft erspart.
• Sin­del­fin­gen. 25 jäh­ri­ger Afgha­ne zün­det Unter­kunft an. Bereits in Behand­lung. Kei­ne Strafen.
• Ber­lin. Eri­tre­er beißt Fünf­jäh­ri­ge in Ber­lin ins Gesicht. Psy­chisch gestört. Nicht haft­bar zu machen.
• Stutt­gart. Die regel­rech­te Schlach­tung eines Man­nes mit dem Samu­rai­schwert auf offe­ner Stra­ße geht vor Gericht erwar­tungs­ge­mäß aus. Fest­ge­stellt wird eine psy­chi­sche Ausnahmesituation.
• Kirch­heim. Mes­ser­an­griff durch 19jährigen gedul­de­ten soma­li­schen Seri­en­straf­tä­ter. Frei­las­sung wegen psy­chi­scher Probleme.
• Stadt­au­to­bahn Ber­lin. Isla­mis­ti­scher Ira­ker rammt nach Ankün­di­gung im Netz und diver­sen Auf­mun­te­run­gen aus sei­nem Umfeld diver­se Motor­rad­fah­rer unter Alla­hu Akbar Rufen von der Auto­bahn. Schwerst­ver­letz­te. Er rollt zum Abschluss sei­nen Gebets­tep­pich aus. Über sei­ne Psy­che wird bereits spekuliert.
Ein win­zi­ger Aus­schnitt aus einer End­los­ket­te von gericht­lich fest­ge­stell­ten Ent­schul­dun­gen. Natür­lich ern­tet vehe­men­ten Wider­spruch von offi­zi­el­ler Sei­te, wer da irgend­ei­ne Häu­fung fest­stel­len will. Längst sind Exper­ten auf­ge­bo­ten, die das genaue Gegen­teil beob­ach­ten. Nicht nur ist Deutsch­land das sichers­te aller Zei­ten, auch die Anzahl fest­ge­stell­ter Schuld­un­fä­hig­kei­ten sinkt von Jahr zu Jahr. Ein ‚heu­ris­ti­sches Wahr­neh­mungs­phä­no­men’ also auch hier. Mit ande­ren Wor­ten – nicht die Täter und Straf­ta­ten sind zuneh­mend irre, son­dern die Zeitungsleser.
Wer das Mes­ser schwingt, ande­re vor Glei­se schubst oder selbst mit dem Auto über­rollt, kann sich in Deutsch­land sicher sein, dass der Unbe­greif­lich­keit sei­ner Tat bereits ein Bonus inne­wohnt. Je abar­ti­ger die Tat, umso grö­ßer die Wahr­schein­lich­keit für eine ver­ständ­nis­voll suchen­de Zuwen­dung einer Gesell­schaft, die der­ar­ti­ger Ver­nich­tungs­wut völ­lig hilf­los gegenübersteht.
Sicher, kei­nes der ein­zel­nen Urtei­le kann hier juris­tisch fun­diert in Fra­ge gestellt wer­den. Aber es drängt sich in der Gesamt­schau doch der Ein­druck auf, dass sich der Rechts­staat suk­zes­si­ve dahin flüch­tet, der Gewalt­ex­plo­si­on, der Unbe­greif­lich­keit der Taten eine medi­zi­nisch indi­zier­te Schick­sal­haf­tig­keit bei­zu­mes­sen, die Poli­tik­ver­sa­gen, Kon­troll­ver­lust und die unver­meid­li­che Kapi­tu­la­ti­on vor der nor­ma­ti­ven Kraft des Fak­ti­schen über­de­cken soll.”
Viel­leicht soll­te man sich grund­sätz­lich dar­auf ver­stän­di­gen, dass Gewalt­ta­ten, sofern ihnen kein rech­tes oder ras­sis­ti­sches Motiv zugrun­de­ge­legt wer­den kann, stets aus einer psy­chi­schen Aus­nah­me­si­tua­ti­on resul­tie­ren und nicht jus­ti­tia­bel sind (aller­dings nur bei Migran­ten; vie­le die­ser Mor­de könn­ten ja sonst ras­sis­tisch inter­pre­tiert werden). 

Der Grund für die Häu­fung von Schuld­un­fä­hig­keits­er­klä­run­gen mag einer­seits tat­säch­lich dar­in bestehen, dass deut­sche Rich­ter von sol­cher archai­schen Bru­ta­li­tät über­for­dert sind und sie des­halb in den Bereich des Uner­klär­li­chen abzu­schie­ben suchen. Ande­rer­seits ist die poli­ti­sche Erwünschtheit von Abwie­ge­lungs­ar­gu­men­ten ange­sichts der zahl­rei­chen Kol­la­te­ralop­fer der Will­kom­mens­kul­tur, die in einem nicht­psy­cho­ti­schen Volk jede Regie­rung aus dem Amt gefegt hät­ten, son­nen­klar, und auf die­se Wei­se wer­den sie juris­tisch-psy­cho­lo­gisch gestützt. Wenn die Täter nicht schuld­fä­hig sind, dann ist auch nie­mand dafür poli­tisch ver­ant­wort­lich zu machen. Aber das ist ein Fehl­schluss. Auch wer psy­chisch Abar­ti­ge ein­lässt und die­je­ni­gen ihrer Aggres­si­vi­tät aus­setzt, auf deren Wohl er sei­nen Amts­eid abge­legt hat, ist poli­tisch dafür haftbar.

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Zum Vori­gen.
Ein unab­hän­gi­ger His­to­ri­ker, der ein­mal die Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik wäh­rend der Zei­ten des freund­li­chen Gesichts beschreibt, wird die Ermor­dung Wal­ter Lüb­ckes auch vor dem Hin­ter­grund sol­cher Taten betrach­ten (nein, Genos­sen, das ist kei­ne Recht­fer­ti­gung eines Mor­des, nicht im Min­des­ten, son­dern eine Kon­tex­tua­li­sie­rung der Tat­mo­ti­ve, wel­che kein biss­chen mit den klamm­heim­li­chen Emp­fin­dun­gen des Ver­fas­sers eines gewis­sen Mes­ca­ler­obrie­fes kokettiert). 

Der His­to­ri­ker Egon Flaig hat den Anfang gemacht: „Wer den Staatsbürgern das Ange­bot macht, ihren Staat zu ver­las­sen, spielt mit dem Bürgerrecht; er spricht Staatsbürgern, die ’nicht ein­ver­stan­den sind’, das Recht ab, Bürger unse­rer Repu­blik zu sein. Es ist ein furcht­ba­rer Fall von poli­ti­schem Extre­mis­mus. Jeman­dem nahe­zu­le­gen, das Land zu ver­las­sen, aus dem blo­ßen Grun­de, weil die­ser ’nicht ein­ver­stan­den’ ist, macht jenes Gedicht von Ber­tolt Brecht akut, in dem der Dich­ter nach dem 17. Juni 1953 der Regie­rung der DDR den Rat gab, sie möge sich ‚ein ande­res Volk’ wählen.

Jene Aus­sa­ge vom 14. 10. 2015 enthält eine Auf­fas­sung des Staatsbürgers, die unver­ein­bar ist mit dem Grund­ge­setz – ja mit jed­we­der Demo­kra­tie. Es wäre sofort zu prüfen gewe­sen, ob der Regierungspräsident damit nicht gegen sei­nen Amts­eid verstieß.

Die fata­len Wor­te brin­gen auf den Punkt, was die glo­ba­lis­ti­sche Ideo­lo­gie befürwortet: Es gibt kein Volk von Bürgern mehr. Und wenn man die Gren­zen tilgt, dann ver­schafft man sich das Recht, dis­sen­tie­ren­de Tei­le des Staats­vol­kes auszubürgern.”

(Egon Faig, „Was not­tut. Plä­doy­er für einen auf­ge­klär­ten Kon­ser­va­tis­mus”, Lüdinghausen/Berlin 2019, S. 58/59)

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Dem poli­ti­schen Geg­ner den Tod wün­schen – das tun „Rech­te”. Der Lin­ke bzw. Grü­ne macht bloß einen Scherz.

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Der fröh­li­che Gesel­le mit dem Cha­rak­ter­kopf heißt Jonas Sti­ckel­bro­eck und ist Chef der Grü­nen Jugend in Kre­feld, also Mit­glied einer Par­tei, die nächs­tes Jahr in Deutsch­land mit­re­gie­ren könn­te. Auch wenn er, wie man sagt, zurück­ru­der­te, nach­dem eini­ge Leu­te außer­halb sei­nes poli­ti­schen Milieus auf sei­ne Hass­bot­schaf­ten auf­merk­sam wur­den, bleibt doch inter­es­sant, dass der Wich­tel sich nicht scheut, der­glei­chen zu ver­öf­fent­li­chen. Also dass im momen­tan herr­schen­den zeit­geis­ti­gen Kli­ma kein Wag­nis dar­in besteht, den Geg­ner ins Lager oder an den Gal­gen zu hal­lu­zi­nie­ren – allen­falls jenes, für eine Legis­la­tur­pe­ri­ode in die kader­po­li­ti­sche War­te­schlei­fe gescho­ben zu wer­den, bis sich der auf­ge­wir­bel­te Staub wie­der gelegt hat.

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Die Grü­nen haben nun mit­ge­teilt, dass ihr Kre­fel­der Sati­ri­ker nicht in den Stadt­rat ein­zie­hen wird.
Kopf hoch, Jonas! Spä­tes­tens die Enkel fechten’s bes­ser aus (auch wenn du wahr­schein­lich kei­ne bekommst).

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Man soll­te zumin­dest sprach­äs­the­tisch nicht all­zu gro­ße Hoff­nun­gen auf das Schwei­zer West­fern­se­hen projizieren.

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Na, ob da mal nicht in Wirk­lich­keit Unter­su­chen­de geforscht haben?

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Über den Sinn des Mas­ken­tra­gens lesen wir in der Deut­schen Apo­the­ker­zei­tung:

„Die man­gel­haf­te Schutz­wir­kung von All­tags­mas­ken (und auch von chir­ur­gi­schen Mas­ken) als Schutz vor Infek­tio­nen mit Viren ist in der wis­sen­schaft­li­chen Welt basie­rend auf den bis­her vor­lie­gen­den Daten unstrit­tig. Das wis­sen auch unse­re Poli­ti­ker und das RKI, des­halb wur­de auch zunächst von der Ver­wen­dung von Mas­ken abge­ra­ten. War­um es zu einer Ände­rung in der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Öffent­lich­keit kam und einem Zwang, Mas­ken in bestimm­ten Situa­tio­nen zu tra­gen, da­rüber kann man nur spe­ku­lie­ren – ­zumal das zu einem Zeit­punkt pas­sier­te, als der Infek­ti­ons­druck bereits am Abklin­gen war.

Ein Risi­ko der All­tags­mas­ken, auf das anfangs auch das RKI immer wie­der hin­ge­wie­sen hat, ist, dass damit eine ver­meint­li­che Sicher­heit sug­ge­riert wird. Ein ande­res (wis­sen­schaft­lich bis­her unbe­wie­se­nes, aber plau­si­bles) Risi­ko ist, dass das Über­tra­gungs­ri­si­ko steigt und nicht abnimmt! War­um ist das so? Wenn wir bei­spiels­wei­se durch Wol­le oder Baum­wol­le (die häu­fig bei den selbst gefer­tig­ten Mas­ken ver­wen­det und in unzäh­li­gen Foren emp­foh­len wird) aus­at­men, kon­den­siert sich die Feuch­tig­keit in der Atem­luft an den Fasern. Das hängt mit der Mikro­struk­tur der Fasern zusam­men. Dabei bil­det sich auf die­sen ein Was­ser­film (das kann jeder mal aus­pro­bie­ren). In mehr oder weni­ger gro­ßem Aus­maß geschieht das auch bei tex­ti­len Gewe­ben. In die­sem Habi­tat kön­nen Viren bes­tens über­le­ben, es ist gera­de­zu opti­mal für sie. Anders als pro­fes­sio­nel­le Mas­ken wer­den die selbst gefer­tig­ten nach der Benut­zung nicht ent­sorgt, son­dern die Men­schen legen sie irgend­wo ab und tra­gen so mög­li­cher­wei­se zur Ver­brei­tung der Viren bei. Die­ses Able­gen wird ja in Schu­len und Gast­stät­ten behörd­li­cher­seits auch noch ver­ord­net, indem man beim Kom­men und Gehen eine Mas­ke tra­gen muss und dann nicht mehr – welch ein Unsinn!”

Das Web­por­tal PrimaryDoctor.Org sekun­diert: „Masks are neit­her effec­ti­ve nor safe.” Dem fol­gen­den „sum­ma­ry of the sci­ence” ist jenes Zitat aus dem New Eng­land Jour­nal of Medi­ci­ne entnommen:

„We know that wea­ring a mask out­side health care faci­li­ties offers litt­le, if any, pro­tec­tion from infec­tion. Public health aut­ho­ri­ties defi­ne a signi­fi­cant expo­sure to Covid-19 as face-to-face con­ta­ct wit­hin 6 feet with a pati­ent with sym­pto­ma­tic Covid-19 that is sus­tai­ned for at least a few minu­tes (and some say more than 10 minu­tes or even 20 minu­tes). The chan­ce of catching Covid-19 from a pas­sing inter­ac­tion in a public space is the­re­fo­re mini­mal. In many cases, the desi­re for widespread mas­king is a refle­xi­ve reac­tion to anxie­ty over the pandemic.”

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Und immer wei­ter mit der lei­di­gen Mas­ken­dis­kus­si­on! Leser *** ver­weist auf einen Arti­kel im Deut­schen Ärz­te­blatt vor dem Auf­tau­chen des SARS-CoV-2-Virus und moniert: „In die­ser Stu­die wur­de fest­ge­stellt, dass die ‚ein­fa­che’ chri­ur­gi­sche Mas­ke auch einen sehr guten Eigen­schutz hat. Unstrit­tig war vor­her schon, dass die­se Mas­ke die ande­ren vor Kei­men des Mas­ken­trä­gers schützt. Bei­des wird nun stän­dig in Fra­ge gestellt. Wie­so, war bis­her das medi­zi­ni­sche Per­so­nal zu dumm, die Sinn­lo­sig­keit sol­cher Mas­ken zu erken­nen? Wer der schlau­en Mas­ken­ver­wei­ge­rer möch­te sich von einem Chir­ur­gen ohne Mas­ke ope­rie­ren lassen? 

 
Nur weil Spahn und Mer­kel (nach anfäng­lich dem Gegen­teil, weil kei­ne vor­han­den waren) nun die Mas­ken pro­pa­gie­ren, heißt das noch lan­ge nicht auto­ma­tisch, dass das falsch ist oder eine Ver­schwö­rung. Im Gegen­teil, sol­che absur­den Dis­kus­sio­nen len­ken von ande­ren Din­gen ab, auf die man sehr viel auf­merk­sa­mer schau­en sollte.”

                                 ***

„Fol­gen­des”, notiert Leser ***, „gab eine Nach­ba­rin von sich, ein links­grü­ner, ÖR-gläu­bi­ger Bes­ser­mensch, den ich sto­isch ertra­ge: ‚Mir macht die Mas­ke nichts mehr aus, ich habe mich dar­an gewöhnt. Immer wenn ich aus dem Haus gehe, tra­ge ich halt die Mas­ke. Dar­un­ter bin ich immer noch ich; dar­un­ter bin ich immer noch schön. Und sie schützt mich ja auch da drau­ßen vor der Gefahr, mit ihr füh­le ich mich viel siche­rer!‚
Und nun erset­zen Sie bit­te das Wort Mas­ke durch Kopf­tuch. Dann wis­sen Sie, wie die­ser Men­schen­schlag in etwa 15–20 Jah­ren sich sang- und klang­los den dann herr­schen­den Umstän­den anpas­sen wird.”

Merk­wür­dig, heu­te bei der Sies­ta tag­träum­te ich, dass vie­le Men­schen sich öffent­lich die Mas­ken vom Gesicht ris­sen und das als Befrei­ung fei­er­ten, unge­fähr wie jene Frau­en im Iran, die coram publi­co Kopf­tuch oder Tscha­dor abneh­men. Inter­es­sant wird es, wenn nicht mehr nur un anno in masche­ra droht, son­dern die Obrig­keit auf unab­seh­ba­re Zeit Mas­ken­pflicht anord­net, der­weil die Coro­na­wel­len wie jene der Ost­see trek­ken an den Strand. Ich erlau­be mir, beim Mas­ken­tra­gen einen Unter­schied zu machen zwi­schen einem ope­rie­ren­den Chir­ur­gen und dem unter Super­sprea­der-Ver­dacht rei­sen­den Jeder­mann im ICE drei Sit­ze wei­ter. Ich habe erheb­li­che Schwie­rig­kei­ten, die Con­ten­an­ce zu bewah­ren, wenn mich Schaff­ner auf­for­dern, den Gesichts­schlei­er auch dann auf­zu­zie­hen, wenn ich allein im Abteil sit­ze. Wie­viel Demü­ti­gung ist einem die – angeb­li­che – Sicher­heit wert?

                                 ***

Ein Nicht­be­klopp­ter, Nicht­auf­ge­hetz­ter wirkt inmit­ten der all­ge­mei­nen Ras­sis­mus­rie­che­rei gera­de­zu exotisch:

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Beson­ders typisch sind zwei Besu­cher des Lokals, die den Restau­rant­lei­ter spre­chen und sich über den „ras­sis­ti­schen” Namen des Ladens beschwe­ren wol­len, aber nicht glau­ben, dass der Schwar­ze sel­ber der Chef ist (soviel zum Ras­sis­mus). Onueg­bu habe „sei­nen Kin­dern habe er von klein auf ein­ge­prägt: ‚Lernt, seid fleis­sig, passt gut in der Schu­le auf. Dass ihr eine ande­re Haut­far­be habt, ist kei­ne Aus­re­de für schlech­te Noten.’ Sei­ne Toch­ter stu­die­re inzwi­schen, er nen­ne sie lie­be­voll ‚Voll­milch­scho­ko­la­de – ihr Mut­ter ist weiss’.” (Mehr unnor­ma­le Nor­ma­li­tät hier.)

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Nachtrag zur Maskendiskussion

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