23. September 2020

                               

The best punch in this fight was the one he did­n’t give me when I fell.„
Geor­ge Fore­man über sei­nen K.O. im Kampf gegen Muham­mad Ali, den ele­gan­tes­ten Nie­der­schlag der Boxgeschichte

                                  ***

Leser *** sand­te mir die­se Mel­dung mit der Bemer­kung, die der­zeit anschwel­len­de Aus­zeich­nungs­flut für ver­dienst­vol­le und wach­sa­me Mit­bür­ger erin­ne­re ihn schon ein biss­chen an die Ehe­ma­li­ge.

Ehrendunja

Die wacke­ren DDR-Deko­rie­rer brach­ten es auf sage und speie 142 staat­li­che Orden, Medail­len und Aus­zeich­nun­gen, vom Natio­nal­preis 1. und 2. Klas­se über Karl-Marx-Orden, „Held der Arbeit” und (weit­aus sel­te­ner) „Held der DDR”, „Ban­ner der Arbeit”, „Kampf­or­den für Ver­diens­te um Volk und Vater­land”, „Akti­vist der sozia­lis­ti­schen Arbeit” bis hin zu Orchi­deen­prei­sen wie der „Medail­le für her­vor­ra­gen­de Leis­tun­gen im Bereich der haus- und kom­mu­nal­wirt­schaft­li­chen Dienst­leis­tun­gen der Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik” oder der „Medail­le für Ver­diens­te in der Volks­kon­trol­le” (bald: Kahane­me­dail­le). Und da selbst der sozia­lis­ti­sche Mensch nicht vom Ruhm allein leben konn­te, gab es bei eini­gen Ehren­ti­teln ein paar hun­dert oder tau­send Mark als Drauf­ga­be. („Das Geld ist schon o.k.”, pfleg­te der Volks­mund zu läs­tern, „aber die Schan­de, die Schande!”).

Eines frei­lich muss ich monie­ren: Wal­ter-Lüb­cke-Demo­kra­tie­preis, das klingt wie Jean-Clau­de-Juncker-Absti­nenz­ler­an­ste­cker oder Egon-Krenz-Tole­ranz­na­del. Man kann Lüb­cke eini­ges nach­sa­gen, aber der Demos, spe­zi­ell der deut­sche, war ihm schnup­pe – zumin­dest jener Teil, der mit dem Will­kom­mens­putsch sei­ner Domi­na im Kanz­ler­amt nicht ein­ver­stan­den war. Lüb­cke war eher ein Auto­krat oder bes­ser ein Auto­kra­tie-Lakai, der Regie­rungs­kri­ti­kern nichts weni­ger als die Aus­rei­se nahelegte. 

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Der Kampf gegen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker nimmt, wie man sagt, Fahrt auf:

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Und ein groß posteman­zi­pa­to­risch Gejam­mer hub an, um einst­wei­len nicht mehr zu enden:

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Nie kla­gen sie über den ech­ten, har­ten, bru­ta­len, blu­ti­gen Sexis­mus in Kein-schö­ner-Land, den Sexis­mus der mit ihrer Bil­li­gung hier her­ein­ge­schnei­ten Grup­pen­ver­ge­wal­ti­ger, Beläs­ti­ger, Frau­en­hals­durch­schnei­der, Frau­en­weg­sper­rer, Frau­en­ver­schleie­rer, Frau­enzwangs­ver­hei­ra­ter, Frau­en­eh­ren­mör­der, Mäd­chen­be­schnei­der und Kin­der­be­sprin­ger, sie jam­mern immer nur über den schreck­li­chen All­tags­se­xis­mus mit­tel- und rich­tig alter wei­ßer Män­ner, die mit ihren ver­bre­che­ri­schen Wit­zen, Anspie­lun­gen und dem Kon­kur­ren­kampf um Plan­stel­len bzw. Pos­ten den Weib­chen die Kar­rie­re vergällen.

Mädels, im Außen­dienst ist die Sache ganz ein­fach: If you can’t stand the heat, go back to the kitchen.

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Klimawandelgrenzen

Der Hol­ly­wood-Star unter­schlägt lei­der, dass es auch in Kana­da Wald­brän­de gibt – der­zeit beson­ders in der Pro­vinz Alber­ta –, doch sie sind weni­ger hef­tig als im Nachbarland.

In irgend­ei­nem Aus­lands­jour­nal im Fern­se­hen lief vor kur­zem ein Bericht über die Brän­de*. Man inter­view­te einen seit Genera­tio­nen in Kali­for­ni­en ansäs­si­gen India­ner, der erklär­te, sie hät­ten frü­her und prak­tisch jahr­hun­der­te­lang sol­che Feu­er durch geziel­tes Ver­bren­nen soge­nann­ten Tot­hol­zes ver­hin­dert. Ähn­lich äußer­te sich in der Tages­schau Donald Trumps Forst­be­auf­trag­te zu den Brand­ur­sa­chen, wobei sie auch den Kli­ma­wan­del erwähn­te. Angeb­lich haben die Grü­nen gegen die­se Pra­xis agi­tiert; sie war wohl nicht öko­lo­gisch genug. Pas­sen wür­de es jeden­falls zu ihnen.

* Der Welt­spie­gel war’s, hier ab 5,10.

PS: Noch eine the­sen­stüt­zen­de Ergän­zung aus dem Jahr 2018:

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Wei­ter hier.

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Jede Wahr­heit braucht einen Muti­gen, der sie aus­spricht – so oder so ähn­lich lau­te­te ein­mal der Kam­pa­gnenslo­gan für ein deut­sches Bou­le­vard­blatt. Galt damals, gilt heu­te, gilt immer.

„Ras­sis­mus ist nichts ande­res als ein rabu­lis­ti­scher Dop­pel­be­griff für den blan­ken, uner­träg­li­chen, gewalt­tä­ti­gen, kri­mi­nel­len Neid auf Weiße.”

Also schreibt Had­mut Danisch. 

„Es geht nicht, wie immer behaup­tet, um white supre­ma­cy. Es geht um black infe­rio­ri­ty.” Die gan­ze „Black Lives Matter”-Bewegung mit ihrer Lust am Zer­stö­ren der „wei­ßen” Gesell­schaft, am Plün­dern, am Nie­der­bren­nen von Stra­ßen­zü­gen, die For­de­rung nach Bevor­zu­gung an den Uni­ver­si­tä­ten, es gehe bei all­dem, so Danisch, um nichts ande­res als „die­ses laten­te Min­der­wer­tig­keits­ge­fühl, weil man selbst nichts hin­be­kommt und anse­hen muss, wie die Wei­ßen in den letz­ten 500 Jah­ren im Allein­gang die Welt neu erfun­den und die Moder­ne geschaf­fen haben.

Ein Ras­sist ist nicht etwa einer, der irgend­wie noch Nazi-Gedan­ken hat, son­dern schlicht einer, auf den man nei­disch ist und sich des­halb unter­le­gen fühlt. Des­halb auch die­se Fron­tal­an­grif­fe auf Wis­sen­schaft, Inge­nieurs­we­sen, Finanz­we­sen, Kunst. (…)

Und des­halb ist ein Ras­sist jeder, auf den man nei­disch ist. Jeder, der mehr leis­tet als der nei­di­sche Teil. Des­halb ist die ame­ri­ka­ni­sche Lin­ke auch so bedacht dar­auf, wirk­lich alles zu zer­stö­ren, wor­auf man irgend­wie nei­disch sein könn­te und sich selbst in einen Zustand zurück­zu­ver­set­zen, auf den nie­mand mehr nei­disch sein könnte.”

Zuletzt zitiert Danisch einen Aus­spruch des legen­dä­ren Natio­nal Review-Kolum­nis­ten Joseph Sobran aus dem Jahr 1997:

„Der west­li­che Mensch über­ragt den Rest der Welt in einer Wei­se, die so groß ist, dass sie fast unaus­sprech­lich ist. Es sind die west­li­che Erfor­schung, Wis­sen­schaft und Erobe­rung, die die Welt für sich selbst offen­bart haben. Ande­re Ras­sen füh­len sich als Unter­ta­nen der west­li­chen Macht, lan­ge nach­dem Kolo­nia­lis­mus, Impe­ria­lis­mus und Skla­ve­rei ver­schwun­den sind. Der Vor­wurf des Ras­sis­mus ver­wirrt Wei­ße, die kei­ne Feind­se­lig­keit emp­fin­den, son­dern nur ver­blüff­ten guten Wil­len, weil sie nicht begrei­fen, was das wirk­lich bedeu­tet: Ernied­ri­gung.
Der wei­ße Mann prä­sen­tiert ein Bild der Über­le­gen­heit, auch wenn er sich des­sen nicht bewusst ist. Und: Über­le­gen­heit erregt Neid. Die Zer­stö­rung der wei­ßen Zivi­li­sa­ti­on ist der inners­te Wunsch der Liga der desi­gnier­ten Opfer, die wir Min­der­hei­ten nennen.”

Hin­ter dem gan­zen Dis­kri­mi­nie­rungs­ge­ze­ter steckt – nur Neid? Star­ker Tobak, hät­te man zu Kolo­ni­al­zei­ten gesagt. Wir Nietz­sche-Leser sind nicht son­der­lich über­rascht, wir wis­sen, dass hin­ter dem Femi­nis­mus, dem Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus, dem Gen­der-Okkul­tis­mus, hin­ter all die­sen lin­ken Eman­zi­pa­ti­ons­for­de­run­gen das Res­sen­ti­ment her­vor­blin­zelt, wel­ches sich ver­läss­lich dar­an zu erken­nen gibt, dass die von ihm Befal­le­nen Vor­treff­li­ches in Min­der­wer­ti­ges, Gelun­ge­nes in Miss­ra­te­nes – und umge­kehrt – umlü­gen. Da die BLM-Bewe­gung es im Grun­de bei der schie­ren Zer­stö­rung belässt, darf getrost der so ein­fäl­ti­ge wie gewalt­tä­ti­ge Halb­bru­der des Res­sen­ti­ments, der Neid, als Motiv her­an­ge­zo­gen werden.

Bei die­sem heik­len The­ma emp­fiehlt es sich, einen Eides­hel­fer mit dunk­ler Haut­far­be her­bei­zu­zi­tie­ren, denn dem kann nie­mand Ras­sis­mus unter­stel­len. Ende 2017 sprach Gha­nas Prä­si­dent Nana Addo Dank­wa Aku­fo-Addo bei einem Tref­fen mit Emma­nu­el Macron unter ande­rem fol­gen­de gol­de­nen Wor­te:

„Die Grund­la­ge für poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen in unse­rem Land, unse­rer Regi­on, unse­rem Kon­ti­nent kann ein­fach nicht mehr län­ger die Fra­ge sein, was uns die west­li­che Welt, Frank­reich oder die Euro­päi­sche Uni­on oder sonst eine Hilfs­ebe­ne an Unter­stüt­zung geben kann. Es wird nicht funk­tio­nie­ren. Es hat nie funk­tio­niert und es wird nie funktionieren. (…)

Es ist ein­fach nicht gut für ein Land wie Gha­na, heu­te 60 Jah­re nach sei­ner Unab­hän­gig­keit, dass die Bud­gets für Bil­dung und Gesund­heit noch immer von der Groß­zü­gig­keit euro­päi­scher Steu­er­zah­ler abhän­gen. Nach so einer lan­gen Zeit soll­ten wir doch eigent­lich in der Lage sein, unse­re Grund­be­dürf­nis­se selbst zu finanzieren. (…)

Sie dür­fen ger­ne geben und wir sind dank­bar für alle Maß­nah­men, die Frank­reich über die Mit­tel sei­ner Steu­er­zah­ler für uns ergreift. Sie dür­fen das ger­ne wei­ter­ma­chen. Einem geschenk­ten Gaul schaut man nicht ins Maul. Nur, die­ser Kon­ti­nent, nach all dem, was pas­siert sein mag, ver­fügt noch immer über 30 Pro­zent aller natür­li­chen Res­sour­cen auf der Welt. Der Kon­ti­nent ver­fügt über einen sehr weit­läu­fi­gen frucht­ba­ren Boden. Er beher­bergt die jüngs­te Bevöl­ke­rung aller Kon­ti­nen­te auf der Welt. Die­se Ener­gie und Dyna­mik kön­nen wir unmit­tel­bar sehen. Es geht um die­se jun­gen Män­ner, die so viel Wider­stands­kraft und Ideen­reich­tum zei­gen bei der Über­que­rung der Saha­ra. Sie fin­den Wege, auf kaum schwimm­fä­hi­gen Boo­ten das Mit­tel­meer zu überqueren.

Die­se Ener­gie, von genau die­ser Ener­gie wol­len wir, dass sie sich in unse­ren Län­dern entfaltet. (…) 

Wir wol­len, dass jun­ge Afri­ka­ner in Afri­ka bleiben. (…)

Wir müs­sen uns die Fra­ge stel­len, was wir in die­sem 21. Jahr­hun­dert unter­neh­men müs­sen, damit Afri­ka weg­kommt von sei­ner unter­wür­fi­gen Bet­tel­hal­tung um Hil­fe, Wohl­tä­tig­keit und Geld­zah­lun­gen. Bedenkt man den Reich­tum des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents, dann müss­ten eigent­lich wir ande­re mit Geld unterstützen. (…)

Eine gro­ße Fra­ge für uns ist, wie es die Korea­ner, Malay­si­er und Sin­ga­pu­rer schaf­fen konn­ten, die ihre Unab­hän­gig­keit zur sel­ben Zeit wie wir erreich­ten. Wir wis­sen, dass zur Zeit der Unab­hän­gig­keit das pro-Kopf BIP in Gha­na höher war als jenes in Korea. Heu­te ist Korea Teil der Ers­ten Welt. Sel­bi­ges gilt für Malay­sia und Sin­ga­pur. Wie konn­te das so kom­men? Wie konn­ten sie die­sen Über­gang erfolg­reich meis­tern, wäh­rend wir 60 Jah­re nach unse­rer Unab­hän­gig­keit noch immer da sind, wo wir ange­fan­gen haben? (…)

Ich bin über­zeugt, dass wenn wir es schaf­fen, die­se Ein­stel­lung zu ver­än­dern, die­se Ein­stel­lung zur Abhän­gig­keit – die­se Ein­stel­lung, die sich um Hil­fe und um Wohl­tä­tig­keit dreht –, dann bin ich über­zeugt, dass in den kom­men­den Jahr­zehn­ten ein fun­da­men­ta­ler Wan­del bei den Völ­kern Afri­kas von­stat­ten gehen wird.”

Jedes Wort von die­sem Mann kann in Stein gemei­ßelt wer­den. War­um das Video nicht Mil­lio­nen Klicks hat, ist mir ein Rätsel.

Ich möch­te nur einen Aspekt hin­zu­fü­gen: Die Rede wur­de gehal­ten auf einem Kon­ti­nent, auf dem Black lives mat­ter nie galt und bis heu­te nicht gilt. Nur dort, wo Wei­ße Rechts­staa­ten geschaf­fen haben, konn­te die­ser Anspruch for­mu­liert wer­den. Die Skla­ve­rei, die es zu allen Zei­ten und auf allen Kon­ti­nen­ten gab, ist auch von Wei­ßen betrie­ben – es gab auch Mil­lio­nen wei­ße Skla­ven –, aber nur von Wei­ßen abge­schafft wor­den. Vie­le Schwar­ze wis­sen das und las­sen sich nicht von den Lin­ken zur Zer­stö­rung der Gesell­schaft miss­brau­chen. Aber natür­lich las­sen sich vie­le erfolg­lo­se Schwar­ze gern ein­re­den, dass sie für ihren Zustand nicht die gerings­te Ver­ant­wor­tung tra­gen, son­dern per­fi­de wei­ße Struk­tu­ren an allem schuld seien.

Am Inter­es­san­tes­ten fin­de ich in Nana Addos Wor­ten den Hin­weis auf die asia­ti­schen Län­der, die nahe­zu gleich­zei­tig mit den meis­ten Afri­ka­nern die Unab­hän­gig­keit erlang­ten und heu­te auf allen Gebie­ten eine ungleich bes­se­re Figur machen (außer viel­leicht beim Schnack­seln). Die­se Asia­ten sind ja nicht nur bei sich daheim wirt­schaft­lich, wis­sen­schaft­lich und in punc­to Bil­dung erfolg­rei­cher als ihre schwar­zen Men­schen­brü­der, son­dern auch als Ein­wan­de­rer in den west­li­chen Län­dern. Und sie lie­gen den wei­ßen Noch-Mehr­heits­ge­sell­schaf­ten weder auf der Tasche noch mit Ras­sis­mus­kla­gen in den Ohren, sie ver­ach­ten nicht deren Tra­di­tio­nen und Kul­tur, sie eimern sie nicht mit absur­den Unter­stel­lun­gen zu, etwa dass alle wei­ßen Schöp­fun­gen, vor allem jene der wei­ßen Hoch­kul­tur, dis­kri­mi­nie­rend und ras­sis­tisch seien:

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Im Gegen­teil, ohne asia­ti­sche Ein­wan­de­rer wür­den Tei­le der west­li­chen Gesell­schaf­ten gar nicht mehr funk­tio­nie­ren. Das gilt für die KI, den For­schungs­sek­tor, über­haupt die Natur­wis­sen­schaf­ten, eben­so wie für die oben geschmäh­te klas­si­sche Musik: Wer sich hier­zu­lan­de die Orches­ter, Chö­re und Solis­ten anschaut, stellt fest, dass ohne Asia­ten, genau­er: Ost­asia­ten, kaum etwas läuft. Des­we­gen gibt es im Wes­ten auch kein Geplärr über Asia­to­pho­bie und kei­nen antiasia­ti­schen Rassismus. 

Eine Par­al­lel­füh­rung die­ses Gedan­kens mit dem Plap­per- und Erpres­sungs­ter­mi­nus Isla­mo­pho­bie spa­re ich mir aus Grün­den der Offensichtlichkeit.

Die einen schaf­fen es, die ande­ren nicht, und unter Let­ze­ren fin­det die Lin­ke ihre Kli­en­tel, dort sät sie Neid und ent­fal­tet Zer­stö­rungs­fu­ror, dort erfin­det der wei­ße lin­ke Selbst­hass Begrif­fe wie „struk­tu­rel­ler Ras­sis­mus” und „kri­ti­sche Weiß­seins­for­schung”, wobei die­se Lin­ken ihre mul­ti­kul­tu­rel­le Res­sen­ti­ment­pha­se über­wun­den haben, sie erfin­den kei­ne neu­en Wer­te, sie wis­sen ja, dass der Sozia­lis­mus nichts kann und nichts taugt, sie wol­len nur noch alles kaputtschlagen.

Ein Wort zu den Asia­ten. Die Chi­ne­sen haben aus der Kolo­ni­al­zeit noch eine Rech­nung mit den Lang­na­sen offen, sie haben nicht ver­ges­sen, dass an den Ein­gän­gen öffent­li­cher Parks in Shang­hai Schil­der stan­den, auf denen  zu lesen war: „Zutritt für Hun­de und Chi­ne­sen ver­bo­ten.”** Lei­der ver­fie­len sie nach den Opi­um­krie­gen dem mar­xis­ti­schen Hero­in, sie impor­tier­ten aus dem Wes­ten als ers­tes die Leh­re von der Ver­nich­tung aller Kul­tur als Vor­aus­set­zung des kom­mu­nis­ti­schen Para­die­ses, und dar­un­ter lei­den sie bis heu­te: Chi­na ist ein Land ohne eige­ne Kul­tur gewor­den, und dar­an sind die Mar­xis­ten schuld. (Sie ver­su­chen der­zeit im Wes­ten ja das­sel­be; die Ähn­lich­kei­ten der öffent­li­chen Tri­bu­na­le mit jenen der Kul­tur­re­vo­lu­ti­on sind kein Zufall.) Für ein Land, das sich anschickt, Welt­macht zu wer­den, ist der Befund, den ande­ren kul­tu­rell nichts anzu­bie­ten zu haben, nicht ein­mal Jeans und Coca Cola, depri­mie­rend, aber man darf immer­hin ver­mu­ten, dass die Pekin­ger Staats­ka­pi­ta­lis­ten die Mao-Stau­en nur noch her­um­ste­hen las­sen, um sich täg­lich neu zu ver­ge­wär­ti­gen, was bei ihnen nie wie­der pas­sie­ren darf.

Die Japa­ner wie­der­um sind den Wei­ßen hin­ter der Mas­ke der Selbst­ver­leug­nung stets mit der Gewiß­heit ihrer Ein­zig­ar­tig­keit gegen­über­ge­tre­ten. Zuerst begeg­ne­te Nip­pon den Euro­pä­ern mit blin­der Emp­fäng­lich­keit, dann mit eben­so blin­der Aus­sper­rung, war aber dabei stets bestrebt, alles von ihnen zu über­neh­men, was einen Vor­teil ver­sprach – wakon yosai („Japa­ni­scher Geist, west­li­che Tech­nik”) lau­te­te die Maxi­me. Die Nach­kom­men der Samu­rai den­ken nicht dar­an, zur west­li­chen Tech­nik (und aus­ge­wähl­ten Stü­cken der west­li­chen Hoch­kul­tur) die west­li­che Moral, den west­li­chen Selbst­hass, die neue west­li­che Tech­nik­skep­sis, den ras­sis­ti­schen west­li­chen Anti­ras­sis­mus und all jene ande­ren Gif­te zu impor­tie­ren, die in lin­ken Hexe­rin­nen- und Hex­er­kü­chen fabri­ziert wer­den. Kein Euro­pä­er soll­te glau­ben, dass frem­de Völ­ker­schaf­ten sei­ne Lebens­wei­se schät­zen, nur weil sie sei­ne Tech­nik übernehmen.

Des­we­gen kennt der Asia­te auch kei­nen Neid auf den Weißen.

** „Eine Detail­kor­rek­tur zu dem Schild ‚No dogs, no Chi­ne­se’ ” sen­det Leser ***:

„Der Legen­de nach stand die­ses Schild nur am Ein­gang des Hunag­pu-Parks am Bund in Shang­hai, da wo die Fran­zö­si­sche Kon­zes­si­on begann, wo der Whang­po nach Nor­den abbiegt. Ein paar Jahr­zehn­te lang hat das Stadt­mu­se­um in Shang­hai die­ses Schild aus­ge­stellt. Mit­te der neun­zi­ger Jah­re ist die Ange­le­gen­heit geklärt wor­den. Es hat sich her­aus­ge­stellt, daß es die­ses Schild nie gege­ben hat. Robert Bickers hat am Auf­takt sei­nes Buches ‚Out of Chi­na’ die gan­ze Epi­so­de ziem­lich detail­liert nach­ge­zeich­net. Aber wie es mit der­glei­chen ‚urban legends’ so ist, das das ein Eigen­le­ben entwickelt.
 
Der wirk­li­che neur­al­gi­sche Punkt, der bis heu­te nach­wirkt in Chi­na, sind die bei­den Opi­um­krie­ge. Das ist durch­aus nach­voll­zieh­bar auch für West­ler, deren Sym­pa­thien für die Ver­hält­nis­se im spä­ten Kai­ser­reich sich in Gren­zen hal­ten. Man stel­le sich vor, der Sul­tan in der Hohen Pfor­te wür­de Euro­pa mit Rausch­mit­teln über­schwem­men (Hero­in aus afgha­ni­schem Anbau käme in Fra­ge), und sobald die EU tat­säch­li­che Maß­nah­men ergrif­fe, dem zu weh­ren, wür­den die Hafen­städ­te bom­bar­diert, und zum ungu­ten Abschluß der Kom­plex von Ver­sailles abge­fa­ckelt, mit­samt dem leben­den Inven­tar. Das möch­te wohl böses Blut nach sich ziehen.”

Ich hat­te über das Schild im Buch „Chi­na. Eine Welt­macht kehrt zurück” (Ber­lin, 2000) von Kon­rad Seitz gele­sen, der von 1995 bis 1999 deut­scher Bot­schaf­ter in Chi­na war. Mei­ne Lek­tü­re ist zehn oder mehr Jah­re her, also schlug ich nach. Auf Sei­te 100 steht geschrieben:

„Alle Aus­län­der­sied­lun­gen hat­ten Parks. Zu ihnen hat­ten die Chi­ne­sen kei­nen Zutritt. Am Ein­gang des Huang­po-Parks am Nor­den­de der Ufer­pro­me­na­de von Shang­hai stand ein Schild, das nicht nur Hun­de und Fahr­rä­der im Park ver­bot, son­dern auch Chi­ne­sen den Zutritt ver­wehr­te. In der Erin­ne­rung der Chi­ne­sen ver­ban­den sich die Ver­bo­te auf dem Schild zu einer gemein­sa­men Auf­schrift: ‚Zutritt für Chi­ne­sen und Hun­de ver­bo­ten’. Man muss dies alles wis­sen, will man das heu­ti­ge Chi­na ver­ste­hen. Das Trau­ma des Stur­zes in Armut und Schan­de und die Demü­ti­gung durch die Aus­län­der sind unaus­lösch­lich in das Gedächt­nis jedes ein­zel­nen Chi­ne­sen eingebrannt.”

 
Beim genau­en Lesen ergibt sich also, dass die­se Inschrift nicht exakt so exis­tier­te, son­dern dass sich zwei Ver­bo­te in der Erin­ne­rung der Chi­ne­sen zu einem verbanden. 

Ich dan­ke für den Hinweis.

                                 ***

Noch zum Vorigen.

Rücklagen

Was für eine teuf­li­sche Unver­schämt­heit, was für eine gott­be­schei­ßens­wür­di­ge Per­fi­die, was für eine spei­üb­le Nie­der­tracht, einem Land, das jähr­lich drei­stel­li­ge Mil­lar­den­sum­men für Migran­ten aus­gibt, ihnen Wohn­raum, Arzt­be­hand­lun­gen und Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten schenkt, ihnen Platz macht, zuwei­len sei­ne Töch­ter opfert, die Unbil­dung, bizar­ren Sit­ten, reli­giö­sen Anma­ßun­gen und die schie­re Gewalt vie­ler Neu­an­kömm­lin­ge erträgt, struk­tu­rel­len Ras­sis­mus zu unterstellen! 

                                 ***

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